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Gemeinsam verändern wir unsere Stadt

Von Uta Atzpodien und Erik Schönenberg

Wuppertal verändert sich permanent. Nicht nur heute, mit einer neuen Schwebebahn und dem neuen Döppersberg, sondern immer schon. Im 19. Jahrhundert wurde Wuppertal zum Vorreiter der industriellen Entwicklung in Deutschland. Mit dem Ende der Textilindustrie und dem Strukturwandel kämpft die Stadt bis heute und in den nächsten Jahren wird sie digitale Modellkommune. Das Auf und Ab der Stadt, die ständige Veränderung findet sich auch in der Kunst und Kultur. Mal ist das Schauspielhaus eins der führenden Häuser der Republik, dann wird es geschlossen und bald vielleicht zum Pina-Bausch-Zentrum.
Nicht anders geht es den vielen frei wirkenden Kulturschaffenden in Wuppertal. Mal werden sie als Puls für die Kulturstadt Wuppertal verstanden, mal auf ein Aushängeschild für das Stadtmarketing reduziert.

Uta Atzpodien und Erik Schönenberg
Uta Atzpodien und Erik Schöneberg

Schwierige Veränderungen können auch eine Chance zur Entwicklung, leerstehende Fabriken ein Anfang dafür sein. Kulturschaffende brauchen Freiräume, Zeit und Geld - und eine Kulturpolitik ist gut darin beraten, dies zur Verfügung zu stellen. Künstlerinnen und Künstler müssen wie alle, die etwas Neues schaffen, üben, sich ausprobieren und Experimente wagen. Initiativen und das Engagement der freien Kunst- und Kulturszene machen neue Ideen sichtbar, ermöglichen einen Austausch darüber und bieten so eine wichtige Unterstützung. Erst auf dieser Basis ist es möglich, eine Haltung zu entwickeln, einen eigenen Beitrag zu leisten und mit anderen gemeinsam für die Kultur in unserer Stadt zu arbeiten.

Das machen nicht nur Kulturschaffende, sondern auch die Mitarbeitenden im Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Das weltweit bekannte Institut erforscht vom Döppersberg aus Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung. Gemeint ist damit unter anderem, wie sich unsere Stadt, unsere Gesellschaft wirtschaftlich orientiert, ohne die Natur weiter zu schädigen. Dabei geht es darum, wie sich Lebensqualität für alle verbessern lässt. Der wissenschaftliche Begriff dafür lautet Suffizienz und meint das Bemühen um ein ausreichendes Maß. Der Wissenschaft geht es um einen Verzicht, zum Beispiel einen Verzicht auf den Verbrauch von Rohstoffen oder auf weiteren Konsum.

Zwar wissen wir alle, dass Diesel fahren die Umwelt schädigt und dass mächtige Politiker viel zu wenig gegen die Klimakatastrophe tun. Es mag schwerfallen, den eigenen Lebenswandel zu verändern. Veränderung kann bedeuten, unsere Gewohnheiten und Sicherheiten zu verlassen, ein Stück weit auch das Wohlbefinden. Hier kommen Kunst und Kultur unserer Stadt wieder ins Spiel. Für sie gilt nicht, den Status Quo zu bestätigen. Künstlerinnen und Künstler sehen es als tägliche Aufgabe, ihr Wohlbefinden zu verlassen, sich in Frage zu stellen, Fragen zu stellen, Unsicherheiten auszuhalten und diese für uns anschaulich zu machen.

Hier treffen sich die Kulturschaffenden mit den Wissenschaftlern. Was letztere rational durchdenken, erforschen erstere auf sinnliche, persönliche Art und Weise. Gemeinsam im lebendigen Aufbruch: Wissenschaft und Kunst laden Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt ein, sich über Werte und Wünsche auszutauschen und sie mit zu gestalten. Wuppertal verändert sich, unsere Welt tut das. Wie sie aussehen soll und wie wir darin leben wollen, geht uns alle an. Mit Mahatma Gandhi: „Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für die Welt.&dquo;

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