﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 04:04:17 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Die Welt mal kurz kopf&amp;uuml;ber sehen</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/die-welt-mal-kurz-kopfuumlber-sehen</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/die-welt-mal-kurz-kopfuumlber-sehen" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Welt mal kurz kopfüber sehen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-welt-mal-kurz-kopf252ber-sehen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/387/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/387/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Fast war es im großen Scheppern nicht zu hören, und doch klang ein besonderes Ereignis durch den Kleingarten: Der Winterwind hatte das Meisenhäuschen vom Haken gehoben und es zehn Meter weiter kopfüber auf dem Hügelbeet zerkrachen lassen. Was hätte meine hochbetagt verblichene Tante Helga wohl spontan zitiert? Wie so oft Rilke? „Wer jetzt kein Nest hat, baut sich keines mehr …“ – Nein, der Fauxpas der falschen Jahreszeit wäre ihr nie unterlaufen. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Vermutlich wäre sie expressionistisch geworden, mit Jakob van Hoddis’ „Weltende“ von 1911: „Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen / an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken. / Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. / Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.“ 

 Nun bin ich froh, dass mir beim Einsammeln der Trümmer kein Kind zuhört. Dieses ständige Zitieren bildungsbürgerlicher Verse ging mir einst gehörig auf die Nerven und steckt doch tief im Gemüt. Nichts anderes ist es vermutlich, wenn heute in der S-Bahn die Kopfhörerkinder plötzlich Wortfolgen spitten und wilde Punchlines röhren, die zwar irre dirty klingen, sich nach Entschlüsselung aber auch nur als lieb bis spießig erweisen. Mit dem Unterschied, dass sich das, was ich davon verstehe, meistens um das eigene Befinden dreht, ums Optimum und darum, Recht zu haben. 

 Mehr als das Erkunden des Unbekannten scheint die Erhaltung des Gewohnten zu zählen, was bei dem breiten Bedrohungspanorama für junge Leben verständlich ist – auch, wenn ich mir von der inzwischen ranzigen Warte aus ein viel krasseres kulturelles Randalieren herbeiwünsche. Geblieben ist die Verortung des eigenen Erlebens in der Literatur und die der Dichtung im eigenen Dasein. In welcher Gesellschaft und Medienlandschaft auch immer: Das literaturgetriebene Imaginieren spielt eine entscheidende Rolle, gerade in einer Zeit der Vereinzelung und des reduzierten persönlichen Austausches. 

 Obwohl mir körperliche ...]]></description><pubDate>Wed, 09 Feb 2022 09:29:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-welt-mal-kurz-kopf252ber-sehen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-387]]></dc:identifier></item></channel></rss>