﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 17:17:54 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Angenehm bet&amp;auml;ubt?</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/angenehm-betaumlubt</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/angenehm-betaumlubt" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Angenehm betäubt?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/angenehm-bet228ubt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/285/img-torsten-krug8.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/285/images/img-torsten-krug8-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Beim letzten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker gab es eine technische Innovation: 7000 Menschen auf der ganzen Welt hatten sich zuvor registrieren können, um am Ende des Konzertes via Handy Applaus zu spenden. Es muss ein gespenstischer Moment gewesen sein, als dem Dirigenten Ricardo Muti und dem Orchester im leeren Goldenen Saal des Wiener Musikvereins dieser virtuelle Applaus eingespielt wurde. Die „Polka schnell“ von Strauss, kommentierte Muti, sei „wie ein rasanter Zug, der in einem Bahnhof einfährt. Da erwartet man, dass jemand dort auf einen wartet und reagiert“. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Eine solche Reaktion vermissen nicht nur Künstlerinnen und Künstler, die für diesen Austausch leben, sondern wir alle. „Nicht das Verfügen über Dinge, sondern das in Resonanz Treten mit ihnen, sie durch eigenes Vermögen – Selbstwirksamkeit – zu einer Antwort zu bringen und auf diese Antwort wiederum einzugehen, ist der Grundmodus lebendigen menschlichen Daseins“, schreibt der Soziologe Hartmut Rosa in seinem aktuellen Buch „Unverfügbarkeit“. Darin entfaltet er, dass sich Resonanz eben nicht instrumentell herstellen, nicht verfügbar machen lässt. Gerade in unserem Bestreben, die Welt immer und überall in Reichweite zu bringen, droht sie uns stumm und fremd zu werden. 

 Kunst und Kultur scheinen durch die Pandemie vollständig „im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit“ angekommen. Dabei droht ihnen nicht nur, wie bei Walter Benjamin, der Verlust ihrer Aura, sondern sind sie selbst existenziell bedroht. – Noch produzieren wir. Allerorten wird geprobt, geübt, wieder verschoben und ausgeharrt. Doch ohne die Begegnung mit dem Publikum verlöschen Kunst und Kultur. Sie ist ihr Glutkern. 

 Das Versenden von Kulturereignissen in die Welt des Netzes, die virtuelle Aufführung – wenn es zu ihr kommt – hat den Charakter eines Redens vor eine Wand. „Hello, hello, hello“, beginnt mit einem Echo einer der berühmtesten ...]]></description><pubDate>Wed, 17 Mar 2021 09:28:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/angenehm-bet228ubt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-285]]></dc:identifier></item></channel></rss>