﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 02 May 2026 18:18:57 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Juni 2021</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juni-2021-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juni-2021-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Was wir wirklich brauchen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/was-wir-wirklich-brauchen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/318/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/318/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Wurzeln und Flügel“ nannte der Dichter Johann Wolfgang von Goethe die zwei wesentlichen Dinge, die Kinder von ihren Eltern bekommen sollen. Vielzitiert, auf Postkarten, Plakaten, hängen die Worte an Wänden, Kühlschränken, Flurspiegeln. Ob zurecht oder zu Unrecht auf den großen Dichter zurückgeführt, sind sie für viele Menschen ein Wegweiser. Hier geht es nicht nur um die Aufgabe den eigenen Kinder gegenüber, Erziehung oder Empowerment der nachwachsenden Generation, sondern schlicht auch um den Bedarf als Mensch. Bilder und Metaphern, geprägt von eigenen Erfahrungen, können helfen, um konstruktiv mit der Vielzahl an herausfordernden Lebenssituationen umzugehen, die uns ganz besonders in der Post-Coronazeit begleiten. Mit „Der Besuch der alten Dame“ hat Kollege Torsten Krug auf den aktuellen Kultursommer-Geldsegen verwiesen, der im Zusammenspiel von Verwaltung und freier Szene eingeworben wurde und als Wuppertaler SOMMA’ Kunst- und Kultur in den öffentlichen Raum der Stadt trägt. Angesichts der Zeitenge stellt dies das Projektbüro vor eine große Aufgabe. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 „Wie umgehen mit diesem Geld?“ fragte Krug und regte an, Ideen von unten einzuweben, Fachleute zu gewinnen, die versiert sind, im Kunst machen, Veranstaltungen organisieren und Kulturereignisse lebendig und sinnlich erfahrbar machen. Ja, auch wenn vielerseits die Kapazitäten erschöpft sind, parallel all die nachzuholenden Veranstaltungen anlaufen, bleibt der Rahmen der Situation, wie er ist. Und: Die Finanzen des Kultursommer-Feuerwerks müssen bis Ende des Jahres verausgabt werden. Im Ping-Pong von Verwaltung und freier Szene heißt es nun, dies als Chance zu nutzen. Im Idealfall bedeutet das für uns alle, zu überlegen, was wir als Stadt wirklich brauchen. Lasst uns die herausfordernde Situation aktiv als eine Art Real-Labor nutzen. Welche Strukturen, Themen und Inhalte bringen uns alle als Kunstszene und Stadtgesellschaft weiter? 

 ...]]></description><pubDate>Wed, 30 Jun 2021 07:53:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/was-wir-wirklich-brauchen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-318]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Besuch der alten Dame in Wuppertal]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-besuch-der-alten-dame-in-wuppertal</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/317/torsten-krug1.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/317/images/torsten-krug1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Der Sommer ist da, und man glaubt es kaum. Seit Monaten fieberten wir dem Ende jenes Lockdown light entgegen – bald erscheint die ganze Pandemie wie ein flüchtiger Spuk. Doch wie in einem guten Horror-Film meldet er sich kurz vor dem Abspann zurück, und wir alle wissen: er ist nicht vorbei. Ganz abgesehen von dem Elend, das sich jetzt in den ärmeren Weltregionen ereignen wird. Denn auch das hat die Pandemie wieder deutlich markiert: die Spaltung zwischen arm und reich. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Wir in Wuppertal haben das Glück, in einem der reichsten Länder der Erde zu leben. Da lassen sich lockdowns überhaupt erst finanzieren. Allein für den Kulturbereich hat der Bund mittlerweile 6,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Dies meldet der Deutsche Kulturrat. Dazu kommen die Hilfen der sechzehn Bundesländer und die Unterstützung durch die Grundsicherung. Diese Gelder von Bund und Land konnten einen Teil der Existenzbedrohung für Künstlerinnen und Künstlern abfedern. Auch Kulturorte profitieren davon und stehen – was Investitionen anbelangt – mancherorts besser da als vor der Pandemie. 

 Das Ausschütten von Förderungen – das Bild sagt es schon – ist zunächst ein Akt der Verwaltung von oben. Das hat der Kunst in ihrer Geschichte nicht immer geschadet. Ohne die Fürstenhöfe, die in ihrer Repräsentations-Sucht miteinander konkurrierten, hätte sich nie unsere reiche Theaterlandschaft gebildet. Dem gegenüber stehen oft über Jahrzehnte gewachsene Strukturen, Graswurzelbewegungen engagierter Menschen, die schon immer flexibel mit Geld umgehen mussten, wollten sie nicht verkümmern. 

 Doch was bedeutet es, wenn das Geld plötzlich da ist, die Ideen und die gewachsenen Strukturen nicht? In Dürrenmatts Erfolgsstück „Der Besuch der alten Dame“ führt deren unmoralisches Angebot zur Kannibalisierung der Dorfbewohner, genauer: sie rotten sich zusammen gegen ein gemeinsames Opfer, den ehemaligen Geliebten der Milliardärin Claire ...]]></description><pubDate>Wed, 23 Jun 2021 09:01:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-besuch-der-alten-dame-in-wuppertal</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-317]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Bühne frei fürs Publikum]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/b252hne-frei-f252rs-publikum</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/314/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/314/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Es verspricht, richtig gut zu werden in diesem Kultursommer. Im Juli werde ich versuchen, meinen ersten analogen Kulturbesuch zu buchen. Im Moment suche ich mir dafür in aller Ruhe etwas ganz Besonderes aus. Für meinen Neustart als Kulturbesucherin plane ich bereits seit Wochen akribisch meinen allerersten Kultur-Trip nach dieser ach so langen Durststrecke. Es wird ein Tagesausflug erster Güte, ein Ausflug in diesen ganz besonderen Kultur- und Festivalsommer 2021. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wer, so wie ich, seit Jahren Kulturtermine sammelt, sichtet und sortiert, merkt ganz genau, was sich verändert hat. Das Füllhorn voll mit Kultur – Ereignissen quillt schier über, genauso wie der Kultur-Kalender. Die Einladungen zu Ausstellungen stapeln sich bereits. Vor allem zu Kunstausstellungen in ganz NRW, da waren und sind die Wege zur Kunst immer schon schön kurz gewesen und so nun besonders gut geeignet für neue, erste Gehversuche in veränderten Zeiten. Auch dazu: Herzlichen Glückwunsch, NRW. 

 Schon seit ein paar Tagen flattern sie wieder herein, die Berichte und Besprechungen von wirklichen und über wahrhaftig erlebte Kunst- und Kulturveranstaltungen, und so manchem entspringt aus tiefster Seele ein: Endlich wieder…! Ich lese begierig von ersten Konzerten, die, so wird formuliert, mit Publikum stattgefunden haben, nicht mehr, wie man früher sagte, vor Publikum. Es wird von Lesungen erzählt, bei denen Zuschauer den Autor oder die Autorin interaktiv mit einer Art Klang-Buzzer unterbrechen dürfen, um eine Frage zu stellen. 

 Eine Frage mitten aus dem Publikum, die keinen Aufschub duldet, weil sie so sehr auf dem Herzen brennt? Wer sich bei so einer oder einer ähnlichen Veranstaltung mit hohem performativen Anteil in Zukunft auf diese Weise involvieren lässt, darf wahrlich keine Bühnenangst mehr kennen. In den nächsten Wochen werden Theateraufführungen Premiere haben, in denen die Besucher bei Bedarf und aus freien ...]]></description><pubDate>Wed, 16 Jun 2021 07:42:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/b252hne-frei-f252rs-publikum</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-314]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das große Flattern hat begonnen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-gro223e-flattern-hat-begonnen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/312/max-christian-graeff1.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/312/images/max-christian-graeff1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 „Endlich wieder Randale!“ entfuhr es mir heute früh, als das Getöse von draußen zum Küchentisch drang. In der von ekstatischen Lauten begleiteten Rangelei ging es jedoch weder um Impfstoffe noch um Parteiplakate, und selbst die kobolzenden Grundschüler waren Mäuschen gegen die Bande, die sich hoch im Weißdorn um die Absprungplätze stritt: Eine Jungmeise nach der anderen sprang hektisch flatternd und krakeelend ins Leere, um nach verwegenen Sturzfiguren in den Glockenblumen zu landen. Nochmal fliegen lernen wäre schön, dachte ich und suchte im Netz nach Neuigkeiten zum hiesigen Kultursommer, der ab Juni unter dem Titel „Gemeinsam zurück über die Wupper“ stattfindet. Kultursommer gibt's heuer in vielen Gemeinden, sogar in Zeven, doch einen solch verzwickten Titel hat wohl niemand. Wie dieser Blick zurück nach vorn uns emotionalisieren wird, ist aber noch geheim. Bleibt es beim Spektakel mit neuen Moves und Feelings aus den Trainingscamps des Lockdowns oder entsteht spontan ein Labor für Wirkstoffe in so aufregender wie gezügelter Zeit? Neben dem sozialen Leben gibt es Gagen; das ist der notwendige Kern des Events. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Inzwischen sind auch einige tragende Säulen des lokalen Kulturgeschehens wieder zu besuchen; der Salon „Literatur auf der Insel“ im Ada lieferte kürzlich noch den Abend mit Mithu Sanyal per Stream und holt am Donnerstag weiter auf, wenn Philipp Weiss vor atmendem Publikum aus seinem Großwerk „Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen“ liest. Literatur hilft seit jeher, um trotz der zivilisationsgeschichtlichen Unwetterlage täglich Fliegen zu lernen; sie rettet uns vor der Selbstaufgabe wie auch vor den Pirouetten permanenter Selbstbespiegelung. Kultur ist, wenn man's trotzdem macht. 

 Dahingehend ist derzeit jede Menge los: Gerade letzte Woche lief das Festival „Die Unendlichkeit des Augenblicks. Aufführungskünste nach Beuys“ auf stew.one, wobei mir trotz hehrer, ...]]></description><pubDate>Thu, 10 Jun 2021 13:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-gro223e-flattern-hat-begonnen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-312]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nathan und die Loge links]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nathan-und-die-loge-links</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/309/img-dieterjandt1.jpg" length="205271"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/309/images/img-dieterjandt1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> von Dieter Jandt 

 Wenn einem das Theater abhanden kommt und man von Online-Aufführungen nicht satt wird, fängt man ja kompensatorisch leicht das Spinnen an, was ja irgendwie auch gut ist und die Phantasie anregt, und so schob sich mir unlängst folgende Szene auf meinen eigenen Bildschirm oder Screen, zumal ich das Bedürfnis hatte, an Mitmenschen zu denken, Mit-Zuschauer, die sich auch etwas vorstellen, am besten gleich nebeneinander sitzend, im besten Einvernehmen: 

   
Dieter Jandt - Foto: Jandt 

 Ich hatte, weiß gar nicht mehr wie, einen Platz im Schauspielhaus ergattert, dem an der B 7. Loge oben links und beste Sicht. Ich war ja allein und brauchte nicht mal eine Maske. Ich konnte hauchen wie ich wollte, und staunte völlig befreit nach unten auf die Bühne. Ich hätte sogar husten dürfen! 

 Nathan der Weise wurde gegeben, wie zu Schulzeiten, Pflichttermin, als wir noch gar nicht daran dachten, dass wir am besten tolerant sein sollten. Dazu waren wir zu jung, viel zu jung. Wir dachten an uns selbst, und somit schien alles in Ordnung, wir saßen dichtgedrängt und angespannt. 

 Nun aber war das anders. Ganz anders. Ich saß allein, völlig unmaskiert (wozu auch?) und staunte über Nathans eindringlich vorgetragene Bitte, „Mensch zu sein, im Sinne eines bloßen Menschen“. War ich doch allein und fühlte mich bloß und nackt auf meiner Loge oben links. Da sonst niemand da sein durfte, nur zur Sicherheit, um niemanden vollzuhauchen, Sie wissen schon. 

 Dann schien mir, als ich genauer hinschaute, als stünde auch Nathan in seinem bühnenbodenlangen Gewand allein da, vollkommen allein, appellierte in die Regie hinein, ins Off oder sonstwohin und nicht einmal zu mir gewandt, als wäre dieses Theater eine vollständig entleerte Spielstätte. Zeiten das! Er predigte, zumindest sinngemäß, dass Glaube und Vernunft im Einklang sein sollten, und niemand, aber auch niemand stand außer ihm auf der Bühne und lauschte vorgebeugt mit offenem Mund, nicht Saladin, kein ...]]></description><pubDate>Wed, 02 Jun 2021 11:23:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nathan-und-die-loge-links</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-309]]></dc:identifier></item></channel></rss>