﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 12 Mar 2026 11:10:15 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Januar 2020</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2020-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2020-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Geschichten, die bewegen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/geschichten-die-bewegen</link><description><![CDATA[ Von Uta Atzpodien 

 Woher weht der Wind? Als fulminanter Meister des Erzählens zog uns am letzten Freitag der österreichische Übersetzer, Lyriker und Schriftsteller Raoul Schrott in seinen Bann, als er uns im Café Ada im „Literatur auf der Insel“-Gespräch auf eine Reise mitnahm. „Eine Geschichte des Windes oder von dem deutschen Kanonier, der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal“ lautet der ellenlange Titel seines jüngsten Buches: Ein Schelmenroman ist es. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 In einer barocken Sprache voller Wissen, Bilder und Lebensweisheiten dreht sich die Geschichte kaum um den in der Weltgeschichte häufig als Held gefeierten Seemann Ferdinand Magellan, sondern um den naiven, zugleich wachen und überaus zähen Hannes aus Aachen, den Juan Alemán, einen kleinen Mann. Intrigen, Meutereien, Hungersnöte, barbarisch-grausige Momente übersteht er in jenen Anfängen der von Gier getriebenen Kolonialisierung, in denen sich schon früh abzeichnete, was heute vielerorts unsere globalisierte Welt noch prägt, die Ausbeutung. 

 Den Ada-Abend haben nicht nur die Sprachkraft, die hingebungsvolle Erzähllust Raoul Schrotts und sein Charisma für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Kleine, berührende Aha-Momente klingen nach, menschliche Erfahrungen, Einsichten und Perspektiven tragen dazu bei, über Kunst dem Leben auf die Spur zu kommen. 

 Ich nehme mit: Um aus der Vergangenheit oder auch Gegenwart zu lernen und hinter die Kulissen zu blicken, helfen Geschichten, bewegen, beflügeln, decken auf, stellen in Frage. Diese Geschichten gehören zum Leben dazu. Doch wer erzählt sie – und wie; wer reicht sie weiter? Häufig ist es die Kunst, die sie entdeckt, aufgreift, neu erfindet. Manchmal sind die gesellschaftlichen Gefüge eingefahren und verkrustet, dann kann Kunst mit ihrem Perspektivwechsel etwas bewegen. Die Künstlerfilme von Michael Baudenbacher, kürzlich in der grölle pass projects-Galerie zu ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:01:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/geschichten-die-bewegen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-111]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Kultur ein Zuhause]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-kultur-ein-zuhause</link><description><![CDATA[ Von Torsten Krug 

 Wir kennen die Bilder aus Zeiten Franz Schuberts, auf denen ein illustrer Kreis von Damen und Herren, um einen Flügel gedrängt, andächtig einer Sängerin oder einem Dichter lauscht. Schubert selbst hat seine Lieder nie in einem größeren Konzertsaal gehört. Das war nicht der rechte Ort für diese intimen Äußerungen, das Hammerklavier gab die Lautstärke dafür auch gar nicht her. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 200 Jahre später: Private Haushalte als wichtige Orte des Kulturlebens scheinen keine große Rolle zu spielen. Das moderne Zuhause – Obacht: Klischee – definiert sich über den Halbkreis vor dem Fernseher. Man will seine Ruhe haben, das Berufsleben ist schließlich anstrengend genug. Warum nur begegnet mir wieder allerorten kulturelles Engagement in den eigenen vier Wänden? 

 Beispiel Dortmund: Der Geigenbauer Bley & Sohn hat eine verwunschene Werkstatt im Erdgeschoss eines schönen Altbaus. In der ersten Etage befindet sich seine Wohnung, in die er seit Jahren jeden (!) Sonntag zum Konzert einlädt. Anmeldung empfiehlt sich, oft ist sein Wohnzimmer ausgebucht. Möchte man als Musiker dort auftreten, muss man lange im voraus einen Termin erfragen. Alle wollen sie dort spielen. Finanziell ist es nicht attraktiv: Die Gäste geben, was sie möchten oder können. Doch die Nähe zum Publikum, das bildschöne Interieur und die Gespräche im Anschluss wirken belebend. Beispiel Wuppertal: Seit einigen Monaten betreiben Herbert Gerstberger und Felicitas Miller ihren „Kultursalon Nr. 10“ in ihrem großräumigen Wohn-, Koch- und Esszimmer im Osten der Stadt. Man kann dort Gespräche über Quantenphysik, philosophische Stunden mit Andreas Steffens, historische Vorträge, Lesungen, Konzerte und sogar Theateraufführungen erleben. Jeder kann kommen. Dennoch ergibt sich automatisch ein Gefühl von Zugehörigkeit zu einem Kreis. Infos dazu finden sich im Netz. 

 Vereine verzeichnen Zuwachs. Initiativen wie die Kreuzkirche, „Der Berg liest“, Urban ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-kultur-ein-zuhause</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-110]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Über das Schweigen und Verhandeln]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/220ber-das-schweigen-und-verhandeln</link><description><![CDATA[ Von Tine Lowisch 
Und immer wieder sind sie da, diese kleinen überraschenden Fehler. Zum Beispiel in der Kommunikation. Manchmal sind es wirklich kaum bemerkbare Abweichungen vom Protokoll. Oft kommt kurzfristig eine Information dazwischen, fällt weg oder taucht überhaupt nicht auf. Störungen im System eben. Bei Gesprächen in größerer Runde tauchen Störungen als Informationen meist in Form von gegenseitigen Unterbrechungen auf. Die sind menschlich und man kann sie als erholsame Pause nutzen, um weiter zuzuhören und dabei schnell nochmal nachzudenken. Ich mache mir dann ein paar routiniert humorvolle Notizen im Kopf. Denn es kann gefühlt sehr lange dauern bis man, in immer wieder neuer Konstellation zusammenkommend, frei sprechen darf. Da muss man geduldig und interessiert, sehr erfahren oder geschult sein, um den Faden nicht zu verlieren. Es ist, wie es wird – heute darf leider niemand niemanden mehr mitten im Satz unterbrechen. „Lass mich ausreden“, „dein Handzeichen bitte“, „erst die Vorstellrunde beenden“, „das passt jetzt nicht hier hin“ und so weiter. Sie können sich nicht vorstellen, mit wie viel Energie ich dieses gegenseitig wertschätzende, konstruktiv-kollektive Miteinander in Gesprächen in mir wieder entdecken und vor allem in den letzten zweieinhalb Jahren neu aus mir herausholen musste. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 In dieser ganzen Zeit, in der wir nun schon mit voller Power versuchen ein flexibles Netzwerk aus Kunst- und Kulturschaffenden in dieser Stadt zu vereinen, wird es manchmal unübersichtlich: Wie unterschiedlich, wie individuell wir Kunst- und Kultur-Netzwerker doch sind. Auch und vor allem die potentiellen. Ich zum Beispiel bin in einer großen Familie aufgewachsen und habe das Teilen im Schlagabtausch mit meinem Zwillingsbruder ganz natürlich gelernt. Zusammen mit den Freunden, die meine Geschwister und ich jederzeit mit nach Hause bringen durften, saßen oft bis zu zehn Personen an einem Tisch. Hätte ich da ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:56:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/220ber-das-schweigen-und-verhandeln</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-109]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Erinnerung an das Erinnern]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/erinnerung-an-das-erinnern</link><description><![CDATA[ Von Max Christian Graeff 

 Die Schule hat begonnen; das Brummen des Neubeginns lässt das Tal erbeben. Endlich Schluss mit pieksenden Tannennadeln zwischen den Zehen; fast 30 Millionen Symbolbäume sind von den Straßenrändern zu holen. Sinnfragen und Verteidigungen zum Reigen der Weihnachts- und Silvestersünden („Da wird man wohl noch böllern dürfen!“) haben Pause und wir blicken voll Schrecken auf die Eilmeldungen unserer Tage. Wo hatten wir vor drei Wochen aufgehört, bevor die Kolumne der freien Kultur pausieren musste? Bei der werten Kollegin Uta Atzpodien ging es um Foren, Dialoge und das Aushandeln der Bedingungen für gesellschaftliche, kulturelle Prozesse, um deren oftmaliges Fehlen zwischen Verwaltung, Regierung und Bevölkerung und um den Wert der Kunst. Enorm wichtiges Thema, und doch verhallte es schnell zwischen den Glühweinbuden; erinnern Sie sich? Und nun ist die Welt wieder neu. Meine geplante Anschlussüberschrift „Impeach yourself – Enthebt Euch!“ wandert vorerst in den Müll. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Was aber nun? Die Feiertage zum Jahresende waren wie immer welche des mal gelingenden, mal explodierenden Miteinanders; man hockt zusammen und erzählt von dem, was war, von Erinnerungen, von der Familie und dem ewigen Streit über die gute oder böse alte Zeit. Analoge Fotokisten werden hervorgeholt und wie jedes Jahr der Wunsch geäußert, die Alten hätten nun endlich zu beginnen, ihr Leben und die Familienklamotten aufzuschreiben, Opas Vertellchen und Omas Gedöns, denn sonst ginge dies bald verloren, nicht nur im zunehmenden Alzheimer, sondern im Rausch des stetigen Neubeginns. Doch meist werden diese Wünsche zusammen mit dem kahlen Baum an die Straße gestellt – denn es geht ja voran; so viel Gegenwart war nie! Vermutlich war das schon immer so. 

 Wenn wir uns in heutigen Überlebensfragen so sehr nach vorne konzentrieren müssen, hat der Blick nach hinten einen zweifelhaften Ruf. Bleiben wir bei der Regionalgeschichte: ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:54:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/erinnerung-an-das-erinnern</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-108]]></dc:identifier></item></channel></rss>