﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 22:19:52 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - April 2025</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2025</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2025" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wider den Horror vacui]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wider-den-horror-vacui</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/944/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/944/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Bei einer Rückschau auf die Kolumnen seit 2018 kam ich aus dem Kopfschütteln und Staunen nicht heraus: Nach Jahren der Konsolidierung, der Vernetzung innerhalb der freien Szene in Wuppertal, dem intensivierten Dialog mit der Politik und dem Publikum ereilte uns eine Pandemie nie gekannten Ausmaßes – ein Schock, der gesamtgesellschaftlich noch nicht einmal aus der Phase der Verdrängung heraus, geschweige denn ansatzweise bearbeitet ist. Zwei Jahre und länger kreisten unsere Kolumnen um die gemeinsamen Leerstellen, den „horror vacui“, das fehlende Zusammenkommen, und um die Bedeutung alles Künstlerischen, das uns auch und gerade im Lockdown rettete, jedes Buch, jede Platte, jeder Gedanke, jeder Film. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Wir haben gelernt, zu skypen, zu zoomen, zu streamen, und blicken heute darauf, als seien es Jahrzehnte lang eingeübte Kulturtechniken, was sie nicht sind. Den nur langsam sich verflüchtigenden Pesthauch der Pandemie noch in der Nase, saßen wir plötzlich und fassungslos vor den Bildern unverschämtester Gewalt – zuerst am Beispiel des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Ab da schienen sich die Gewaltausbrüche zu potenzieren – auch wenn ich weiß, dass sie auf ihre Art immer schon da waren: Seit dem vorläufigen Ende der Pandemie, auf die weitere folgen werden, scheint sich eine Gewaltspirale immer weiter und absurder zu drehen. Zuletzt gesellten sich die idiotischsten, verachtenswertesten Clowns hinzu und lassen vollends alle Hoffnungen auf den Menschen und eine von ihm sinn- und liebevoll gestaltete Welt schwinden – Worte für unseren apokalyptischen Weltlauf und Wettlauf finden sich ohne Ende, auch und immer wieder in dieser Kulturkolumne. 

 Jedes Konzert, jedes Buch, jeder Theatermoment scheinen nur eine Ablenkung, eine Atempause vor dem Hintergrund einer schwelenden Apokalypse. Um sie zu verhindern, müssten wir handeln, gemeinschaftlich, stark, entschieden. Doch genau das scheint ...]]></description><pubDate>Wed, 30 Apr 2025 13:53:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wider-den-horror-vacui</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-944]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Frieden schaffen, bevor Bilder kippen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/frieden-schaffen-bevor-bilder-kippen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/942/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/942/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Der Papst ist tot. „Kaum zu glauben“, denke ich oft, wenn mich die tagtäglichen Nachrichten erreichen, denn da küssen mittlerweile Popsternchen den Boden – nicht Päpste. Und zu den Ostermärschen versammeln sich nur noch vereinzelt ein paar Hundert Friedensbewegte. Der viel zu große Rest wartet ab und beginnt sich dabei, leise und irgendwie lustvoll, wehrhaft zu fühlen. Die Zeit wendet sich also und die Bilder kippen. Deutschlands kulturelle Hochburg Köln zum Beispiel wird rüstungsjeck gemacht. Andernorts, wie in Erfurt, werden sogenannte “Wohlfühl-Kasernen“ entwickelt und umgesetzt. Was ist da los? Frieden als Ziel? Auch ich halte mich weiter an diese nicht einfache Idee, halte weiter an diesem Anspruch fest. Frieden als Ziel, der gegen und trotz allem aufrecht erhalten werden muss. Aus dem Pflichtbewusstsein, daran zu glauben, haben wir zum Beispiel die für Frieden vorgesehenen Ostertage im Atelier genutzt und durchgearbeitet. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Eigentlich war zur gleichen Zeit eine eintägige, stille Kunst-Performance mit dem Arbeitstitel: Fischmarkt – eine codierte Offerte im Neuen Kunstverein an Karfreitag vereinbart. Geplant war eine vielschichtige Reflexion über Symbolik, Wahrnehmung und Materialität im Rahmen unserer Projektreihe: Kunststation mobil. Dann kam kurzfristig ein Termin für die Umsetzung eines weiteren Skulpturenprojekts dazwischen, ein Projekt, das unseren Künstlerhaushalt in Zukunft nicht nur finanziell ein bisschen besser aufstellen könnte. Daher mussten wir den Termin an Karfreitag, den wir ehrenamtlich durchgeführt hätten, leider verschieben. Dafür, dass unser Beruf: Skulpturen bauen und verkaufen, unser Ehrenamt da verdrängt, zeigten die Kunstverein-Kollegen volles Verständnis, denn natürlich flattern auch bei soloselbstständigen Künstlern ständig Rechnungen ins Haus, die bezahlt werden müssen. Also, wer weiß, save the date: Frohe Ostern 2026? 

 Das könnte komplex werden, denn ...]]></description><pubDate>Wed, 23 Apr 2025 09:47:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/frieden-schaffen-bevor-bilder-kippen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-942]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Kunst ist auch als Ausweg nicht mehr sicher]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-ist-auch-als-ausweg-nicht-mehr-sicher</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/933/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/933/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Es ist immer dasselbe: Kaum trage ich das Schreibzeug erstmals unter den offenen Himmel, hat dieser nur noch Flausen im Kopf. Die Hummeln sind so rar wie nie, doch die fetteste stürzt sich, sobald sie mich reimen sieht, geradewegs in die dampfende Tasse. Ich reiße diese um, der Kaffee überschwemmt die Notizen und am Stuhl bricht durch die Verrenkung eine Schraube; im Fallen sehe ich noch, wie das Biest sich aus der Pfütze rettet, und sobald ich wieder auf den Beinen bin, brummelt sie kichernd davon. So kann ich nicht arbeiten! Statt Liedtext also zum Baumarkt, nur für die eine Schraube, doch an den Kassen gibt es Tumulte: Hochdruckreiniger müssen her und Turbogrills, breit und schwer wie SUVs, als wäre die Welt nur mit ihnen in Ordnung. Doch was den einen ein knuspriger Refrain ist, mag anderen eben das perfekte Steak sein. 

   
Max Christian Graeff - Foto C. Paravicini 

 Zeitgleich schlagen in Sumy, in Gaza, im Sudan und an zahllosen Orten Drohnen und Raketen ein, gefolgt von qualmenden Rechtfertigungen für das Morden von Menschen, die auch nur hinaus in den Frühling wollten. Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse gehörte schon vor mehr als einem halben Jahrhundert zum eigenen Frühlingserwachen: die schwarz-weißen Berichte von Vietnam, die Bürgerkriege in afrikanischen Staaten, Bomben in Irland und Israel, das Lernen über den Holocaust, die Traumata der Eltern am Esstisch, das verzweifelt versuchende Erklären, warum was von sowas kommt, kaum aushaltbar zwischen Schinken, Versen und dem Blick in den blühenden Apfelbaum, hinaus ins Offene. Das noch kindliche Versprechen an sich selbst, nicht ins dunkle Innere fortzulaufen, sondern einen Weg durch den zerreißenden Traum vom schönen Leben zu finden, war begleitet vom sauren Regen, der stinkenden Wupper, der beißenden Luft vom Bayer-Werk. Das war damals noch reparabel und der Weg wurde zumindest zum Ausweg ins Offene, zu einem Leben als Dienstleister für die eine oder andere Form von ...]]></description><pubDate>Wed, 16 Apr 2025 08:07:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-ist-auch-als-ausweg-nicht-mehr-sicher</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-933]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das Kind unter dem Tisch]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-kind-unter-dem-tisch</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/932/arminalic.jpg" length="220235"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/932/images/arminalic-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Armin Alić 

 Ab dem Alter von drei Jahren lag ich häufig unter dem Tisch im Wohnzimmer meiner Eltern. Dies ist eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen. Ich lauschte der Musik, die aus dem Plattenspieler kam. Es war der Anfang meiner Reise in die Musik – zunächst als Leidenschaft, später als Lebensweg und Beruf. Machen Kinder in der heutigen Zeit noch solche Erfahrungen? Eine schwierig zu beantwortende Frage. 

   
Armin Alić - Foto: Anna Schwartz 

 Das Format eines Albums, zumal in physischer Form, ist leider kaum noch relevant. Anstatt LPs und CDs zu kaufen, streamen wir. Die Vergütungsmodelle von Spotify und dergleichen sind nicht nur unfair, sie sind ausbeuterisch. Selbst bei Millionen Streams bleiben den Künstlern oft nur Centbeträge. Es wird mit Streaming sehr viel Geld umgesetzt, es landet nur nicht bei denen, durch deren Musik es generiert wird. 

 Das Konsumverhalten der Musikfans hat sich auch geändert. Die Aufmerksamkeitsspanne junger Menschen ist erschreckend kurz. Die Zeit und Lust, in ein Album „einzutauchen“, ist kaum noch vorhanden. Stattdessen hört man in Form von Playlisten Singles, also einzelne Songs. Oftmals, ohne überhaupt zu wissen, von wem diese geschrieben oder dargeboten wurden. Auf die Arbeit von Musikschaffenden haben diese Entwicklungen desolate Auswirkungen. 

 Viele können es sich schlicht nicht mehr leisten, Alben zu produzieren. Also passen sie sich der Situation an und machen nur noch Singles. Der kreative Prozess wird zur Denksportaufgabe, Kalkulation und Blick auf das Konto sind wichtiger als die freie künstlerische Entfaltung. Sehr oft steht sogar an erster Stelle, dass das Ergebnis Algorithmen-tauglich sein muss. Der Verlust der künstlerischen Integrität und der Freiheit uneingeschränkter Kreativität sind der wahre Preis, den wir alle zahlen. 

 Mit dem Album stirbt eine Kunstform: ein musikalisches Werk, das erzählt, überrascht, sich entfaltet – wie ein Film, ein Roman. Stellen Sie sich vor, es gäbe nur ...]]></description><pubDate>Wed, 09 Apr 2025 15:37:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-kind-unter-dem-tisch</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-932]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kultur für den Stoffwechsel unserer Gesellschaft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-fuer-den-stoffwechsel-unserer-gesellschaft</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/928/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/928/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Für den Stoffwechsel unserer Stadt“ hieß ein Porträt, mit dem Kollege Torsten Krug im ersten Quartal 2018 den Wuppertaler Zusammenschluss „freies netz werk KULTUR“ vorstellte, im Kulturmagazin im Bergischen Land „die beste Zeit“. Das Netzwerk war seit 2016 an verschiedenen Kulturorten der Stadt und mit zahlreichen Aktiven entstanden und hatte sich 2017 im Café Swane als offener Verein gegründet. Mit dem Titel bezog sich der Autor auf den Regisseur Roland Brus, der – als Aktiver für die Mobile Oase und die Färberei – wortgewandt zum Ausdruck brachte, welche zentrale Rolle Kultur und künstlerische Impulse für dynamische gesellschaftliche Entwicklungsprozesse spielen. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Viel ist entstanden in der Kulturszene Wuppertals, aus lebendigen gemeinsamen Aushandlungen, Vernetzungstreffen, Begegnungen mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, aus pulsierenden Aktionstagen, kulturpolitischer Präsenz, aus in die Politik getragenen Impulsen für das Entstehen des Pina Bausch Zentrums oder auch aus dem Gesamtkonzept Kulturelle Bildung. Künstlerisch gestaltete Prozesse für Kultur und Nachhaltigkeit wanderten durch die Stadt. Bis heute laden innovative, vielseitige Foren in der Kulturszene zu Begegnungen ein. An ein großes Flechtwerk erinnern auch Verbindungen zu landes- und bundesweiten Netzwerken. 

 Angeregt von dem Zusammenschluss MoNOkultur, eine Initiative der freien Kulturszene in Münster, wurde letzte Woche ein offener Brief kommunaler Netzwerke der Freien Kultur an die Landesregierung versandt. In den Kolumnen der letzten Wochen wurden die beunruhigende Weltlage und Entwicklungen bereits angesprochen, die die Demokratie und die – für den Erhalt der Demokratie – so wichtige Kultur gefährden. Fehlende Planungssicherheit und verzögerte Bewilligungen können existenzielle Not und sogar Insolvenzen zur Folge haben. 

 Diese bedrohliche Situation kann sich mit der Einführung der Mindesthonorare seitens ...]]></description><pubDate>Wed, 02 Apr 2025 09:16:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-fuer-den-stoffwechsel-unserer-gesellschaft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-928]]></dc:identifier></item></channel></rss>