﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 11 Apr 2026 18:11:57 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - September 2018</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2018-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2018-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die beste Zeit unseres Lebens]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-beste-zeit-unseres-lebens</link><description><![CDATA[ Der Kulturherbst beginnt, allerorten eröffnen Premieren neue Spielzeiten, starten Ausstellungen, drängeln sich Filme in Kinos, locken Konzerte; der Bücherherbst stapelt Geschichten zu „Scheiterhaufen“, wie sie ein Freund nennt, weil man an ihnen nur scheitern kann. Doch irgendwie bin ich (noch) nicht bereit. In meiner letzten Kolumne dachte ich darüber nach, dass uns für all das die Zeit fehlt. Jetzt hält es mich kaum zu Hause, es zieht mich – in den Wald. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Die Geschehnisse im und um den Hambacher Forst, einst einer der größten Mischwälder Europas und mehr als 12 000 Jahre alt, ziehen mich in den Bann. Auch heute, da ich diese Kolumne schreibe, ein gutes Dutzend künstlerischer Projekte gleichzeitig bearbeitet werden wollen, sitze ich vor dem Laptop und verfolge, was Freunde und Freundinnen per Handy live im Internet teilen. Denn sie sind hingefahren, wie Tausende andere auch, um sich dem Wahnsinn, der profitgesteuerten Dummheit und Rohheit entgegenzustellen: Klima gegen Kohle – Zukunft gegen Vergangenheit. 

 Dazu sehe ich ein Video, das sich dieser Tage im Netz verbreitet: Die Bewohnerin eines Baumhauses, das offenbar kurz zuvor geräumt wurde, berichtet unter Tränen von ihrem jahrelangen Leben im Wald, „raus aus der Gesellschaft“, raus aus „allem, was ihr eingetrichtert worden“ sei. Dabei tut sie etwas für eben diese Gesellschaft. Oder vielmehr: für eine neue. Ein martialisch ausgestatteter Polizist, von dem nur die Augen im Ausschnitt der Stoffmaske zu sehen sind, steht neben ihr, muss es. Er unterbindet ihre sich aufbäumende Brandrede nicht, scheint selbst betreten, dreht sich weg von der Kamera, scheint an Emotionen zu schlucken. 

 „Die denken wahrscheinlich, sie haben gewonnen“, setzt die junge Frau an. „Die können nicht gewinnen, weil sie diesen Wald genauso brauchen. Die haben nicht verstanden, dass wir nicht für uns kämpfen, sondern für uns alle. Sie werden nie verstehen, wie es ist, auf einem Baumhaus ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:07:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-beste-zeit-unseres-lebens</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-56]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Schreiben mit dem Selfie-Stick]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/schreiben-mit-dem-selfie-stick</link><description><![CDATA[ Eine Literaturkolumne zum Bücherherbst? Es gibt wenig Langweiligeres. Jeden Tag erscheinen etwa 200 neue Bücher auf deutsch, und in zwei Wochen liegen sie alle in den Frankfurter Messehallen neben- und aufeinander und betteln um Aufmerksamkeit, während vor den Regalen alle nur an Selfies denken. Was ja nicht verkehrt ist, denn mit dem „Ich“ hat es ja bei jedem von uns begonnen. Und nur der kommt vom Fleck, der sein Ich auch mal von außen betrachtet und nicht jeden Text mit ihm beginnt. Außer Ernst Jandl, der darf das: „I Is Poetry!“ rief er einst und markierte damit den Urschrei und die Kernzelle der Dichtung im neuen medialen Raum. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Manche mögen nun sagen, es müsse richtigerweise „I am poetry“ heißen, aber das ist hier nicht gemeint. Dieses „Ich ist“ zeigt, genau wie bei Arthur Rimbauds berühmter Formel „Ich ist ein anderer“, den Dichter, der seinen eigenen Raum verlässt, über sich hinausgeht und zum Sehenden wird. 
Sein eigenes Schreiben zu entdecken und zu bemerken, dass man sich mit Zeichen und Formulierungen wirkungsvoll verständigen kann, ist das allerschönste Entdecken der Welt. Freiheit! Richtung! Nutellabrote! Nichts scheint mehr unerreichbar, sobald wir es zu benennen wissen. Nur Frau Schmidt sah das anders. Als ich in die erste Klasse kam, konnte ich bereits lesen (auch Fraktur) und ganz schön schreiben und malte vor Freude noch einige Monster neben die Zeilen, was Strafaktionen nach sich zog. 

 Ich hatte es aber nicht so früh gelernt, um fleißiger zu sein als andere, sondern weil es einfach Spaß machte! Enttäuscht wurde meine Handschrift fortan nahezu unlesbar, die Noten wurden schlechter, aber die Texte lang und seltsam. Die Handschrift wurde zum Spiegel innerer Zustände, Spannungen und Höhenflüge, zu einem Indikator des Gelebten und des Seins. Frau Schmidt konnte mich nicht besiegen; ich ließ sie quasi nicht mehr mitlesen. Aber meinen Eltern schrieb ich viele irre Briefchen, vom Kinder- ins ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 19:43:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/schreiben-mit-dem-selfie-stick</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-45]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Träum’ hier nicht rum, spiel’ doch mal was Schönes]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/tr228um-hier-nicht-rum-spiel-doch-mal-was-sch246nes</link><description><![CDATA[ Würde ein Kind dieser Aufforderung folgen, bestünde sein Spiel aus der Nachahmung oder Wiederholung vorgegebener Muster. Vielleicht wäre sein Spiel in den Augen seiner Eltern dann effizienter, weil es schneller zu Ergebnissen führt, die anhand von Bauanleitungen oder den Spielregeln nachvollziehbar sind. Das Kind würde lernen vorgegebene Aufgaben ohne murren abzuarbeiten. Kreative Talente würden dadurch nicht gefördert, auch wenn die Bauklötze oder Spielfiguren noch so bunt sind. Kreatives Spiel ist nicht immer zielgerichtet, oft sprunghaft und manchmal riskant. Kreative Kinder sind oft abgelenkt und träumen auch am helllichten Tag. Auch wenn diese Kinder kreativ erwachsen werden ändert sich daran wenig. 

   
Thomas Hilbig 

 Als „Kreativitätskiller“ bei der Entwicklung von Kindern beschreibt die Forscherin Teresa Amabile (Harvard Business School) einige Aspekte in der Erziehung. Belohnung: Dies verwundert zunächst, doch die Erwartung äußerer Beurteilung führt zum Verlust der inneren, intrinsischen Motivation. Welche Erfahrung haben wir mit Noten in der Schule gemacht? Beaufsichtigung: Führt zum Verlust der Impulse „Experimentierfreudigkeit“ und „Risikobereitschaft“. Bewertung: Bringt Kinder dazu, sich Gedanken darüber zu machen, Erwartungen gerecht zu werden. Es sollte ihnen aber darum gehen, wie zufrieden sie selbst mit ihren Leistungen sind. Druck und Entscheidungsunfreiheit: Dadurch, dass Kindern bestimmtes Tun vorgeschrieben wird, können sie den Eindruck gewinnen, eigene Interessen, Selbstständigkeit und kreative Neugier seien Fehler. 

 Eines meiner wichtigsten Statements im Diskurs über Kreativität ist: Man sagt „ich bin kreativ“, nicht „ich kann kreativ“. Kreativität ist daher ein Teil der Persönlichkeit, weniger der Fähigkeiten. Entwicklung der Kreativität ist also die zielgerichtete Entwicklung der Persönlichkeit. 
Bei Entdeckungen und Ideen — also der Entwicklung von Lösungen — spricht man häufig von einer „Geburtsstunde“. Voraussetzungen einer ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 19:41:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/tr228um-hier-nicht-rum-spiel-doch-mal-was-sch246nes</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-44]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wie schnell wir draußen sind...]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wie-schnell-wir-drau223en-sind</link><description><![CDATA[ Am letzten Sonntag lud die Börse zur dritten Landpartie. Während wir bei den ersten zwei Ausflügen tatsächlich schon mit Erreichen der Nordbahntrasse ländliche Gefühle bekamen und Bauernhöfe besuchten, um dabei über das Leben „draußen“ und unsere Nahrungsmittel zu sinnieren, blieben wir diesmal städtisch und schauten uns Wohnprojekte an. Zunächst historisch: Am Sedansberg führte uns Arno Mersmann in die Katakomben des alten Vorwärts-Genossenschafts-Gebäudes, in das in den 20er Jahren die Bahn in den unteren Stock einfuhr, um die Genossenschaftler in Wuppertal mit preiswerten Nahrungsmitteln zu versorgen, und zeigte uns historische Arbeiterquartiere, auch diese teils genossenschaftlich, teils städtisch erbaut. In der Gruppe fingen wir an, über die Vorteile von Genossenschaften zu reden, und uns zu fragen, warum diese Art der Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr zur alten Größe zurückfand. 

   
Lukas Hegemann - Foto: Heike Müller 

 Um beim zweiten Stopp eine aktuelle Form eines gemeinschaftlichen Projektes kennen zu lernen: „Lebendiges Wohnen an der Wupper e.V.“ stellte ihre Form des Zusammenwohnens vor, indem zwar jeder seine abgeschlossene Wohnung hat, aber über Aktivitäten im Gemeinschaftsraum und Garten ein Zusammenhalt hergestellt wird, der über normale Nachbarschaft deutlich hinausgeht und Einsamkeit verhindert. Eine ähnliche, aber im Detail doch andere Gemeinschaft lernten wir abschließend mit der „Baugruppe Malerstraße“ kennen, und die Gespräche in der Gruppe wurden intensiver. Mir stellten sich Fragen über Einschluss und Ausschluss: Wie wirkt die Welt, wenn wir es schaffen, unser Leben innerhalb einer recht homogenen Gruppe von Menschen komfortabel und harmonisch einzurichten? Ist das nicht eine Filterblase in Quadrat? Oder doch ein Fortschritt auf dem Weg zum erfüllten Leben? Wichtig und interessant zu hören, dass beide Wohngruppen verschiedene Mechanismen und Aktivitäten entwickelt haben, um „rauszugehen“, um Kontakt zu halten, um die ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 19:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wie-schnell-wir-drau223en-sind</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-43]]></dc:identifier></item></channel></rss>