﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 03:18:25 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Juni 2025</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juni-2025</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juni-2025" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Ein Sommer voller Ausreden?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ein-sommer-voller-ausreden</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/966/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/966/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 „Alles nicht so schlimm“, rufen die Amseln, als ich zwei Meter Thujahecke einseitig fast auf den Stock schneide, „es hat vermutlich einen Sinn; er wird schon wissen, was er tut“. Das möchte ich aus dem empörten Gezeter im Garten gerne heraushören, als ich die Schere beiseitelege, um erstmal wieder Nachrichten zu schauen: Wie stehts im Nahen Osten; wer ist am Zug? Und wo ist die Ukraine hin, wo Gaza, der Sudan? Viel weiter unten, im Ranking abgestürzt. Wie schnell wir doch Kriege vergessen, wenn ein neuer brennt. In der Grundschule nebenan beginnt eine Feuerübung; vor dem penetranten Alarm fliehen sogar die Vögel, doch nicht mehr in den Thuja wie sonst. Ob mir ihre Kinder verzeihen, nächstes Jahr? Die „Verheißung des Sieges“ traf ins Leere; Trump gratuliert der Welt zur Zeit des Friedens, und schon stürzt der Goldkurs ab. Habe ich heute schon Petitionen unterzeichnet? Es sind so viele; gibt’s denn dafür keine App? 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Im Erdreich unter der Hecke finde ich beim Graben einen Porzellanpfeifenkopf und eine Tellerscherbe mit der Aufschrift „Weihnachten 1888“, Kulturmüll einer alten Aufschüttung. Authentisch ist an Preußens ältester Bahntrasse westlich der Steinbeck nichts mehr, alles umgewälzt und aufgeschüttet, kompostiert aus Leben und Kunst vergangener Gegenwart: Aus jenem Scherbenjahr stammt die älteste bekannte Tonaufnahme, und Bertha Benz fuhr heimlich mit dem Automobil ihres Mannes erstmals außerhalb einer Stadt über Land. In Paris baute man den Eiffelturm und Fontane veröffentlichte den Roman „Irrungen, Wirrungen“, ohne zu ahnen, wie gut der hier in die Kolumne passt. Was man von uns wohl eines Tages finden wird? Noch nie haben wir effektiver daran gearbeitet, dass es niemanden mehr geben wird, der unter der Kruste aus Mikroplastik nach uns suchen kann. 

 Auch wenn die Tage bald schon wieder kürzer werden, kommen jetzt die Wochen, in denen wir wenig voneinander wissen wollen. ...]]></description><pubDate>Wed, 25 Jun 2025 07:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ein-sommer-voller-ausreden</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-966]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Überall hängt noch ein Fetzen Paradies]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ueberall-haengt-noch-ein-fetzen-paradies</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/964/heinerbontrup.jpg" length="128614"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/964/images/heinerbontrup-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Heiner Bontrup 

 „Überall hängt noch ein Fetzen Paradies“, hatte Else Lasker-Schüler 1937 in ihrer Schrift „Hebräerland“ über Jerusalem geschrieben. Dreimal war sie aus ihrem Schweizer Exil dorthin gereist. Dann brach der II. Weltkrieg aus, und sie saß fest in jenem Sehnsuchtsort, den sie als „Gottes verschleierte Braut“ und „Sternwarte des Jenseits“ idealisiert hatte. Worte, die in uns gefrieren, eingedenk des Hamas-Massakers am 7. Oktober, der humanitären Katastrophe in Gaza und den derzeit eskalierenden kriegerischen Konflikten in Nahost. 

   
Heiner Bontrup - Foto:Kali Kader 

 Auch damals war Jerusalem nicht das Paradies, das sich Else Lasker-Schüler erhofft hatte. Sie litt unter der Gluthitze, empfand bittere Armut und war als Dichterin im Exil getrennt von ihrem deutschen Publikum. Aber ihre Überzeugung, dass auch in den bittersten Momenten etwas Licht vom Jenseits ins Dunkel des Diesseits strahlt, hat sie dennoch nicht, gerade nicht aufgegeben. 

 Man könnte verzweifeln, man könnte verrückt werden über die multiplen Krisen, von denen diese aus den Fugen geratene Welt erschüttert wird. Man könnte Urlaub machen in Bangkok, Amoklaufen, sich in den Schrebergarten oder ins allzu Private zurückziehen. 

 Faszinierenderweise gehen aber viele Menschen kreativ mit dieser dystopisch anmutenden Wirklichkeit um. Sie gestalten beispielsweise in der Utopiastadt ein Labor, in dem Visionen für die Zukunft des Wohnens und des Lebens erprobt werden. Ein Ort, der in einer fast surrealen Mischung Provinzialität und Globalität mit fantastischer Entspanntheit kombiniert und dabei weit über die Ränder des Wuppertals hinaus strahlt. Er haucht dem alten Gedanken „Think globally, act locally“ aus dem Dunstkreis des Pioniers der Umweltbewegung David Brower neues Leben ein. Wahrscheinlich ist die Verortung des Utopischen in der Überschaubarkeit lokaler Verhältnisse die einzige Chance, dem Wahnsinn der Welt zu entkommen. 

 Wuppertal hat viele solche Orte: Dem ...]]></description><pubDate>Tue, 17 Jun 2025 21:40:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ueberall-haengt-noch-ein-fetzen-paradies</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-964]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Gemeinschaft kann im Spiel entstehen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinschaft-kann-im-spiel-entstehen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/962/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/962/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Was macht uns zu gleichwertigen Bürgerinnen und Bürgern?“ Auf einem kleinen wilden Brachgelände mitten im Berliner Wedding tagt das alljährliche Parlament der Organismendemokratie. 2017 hat das Kunstkollektiv „Club Real“ diese vielsagende Ausweitung der politischen Praxis ins Leben gerufen. Für den roten Laubesser, den Eschenahorn, den europäischen Igel, das Mauer-Drehzahnmoos, die Kohlmeise, die Brennnessel und viele weitere Wesen – aus den Familien der Würmer, Pilze, Moose, Flechten, Wirbeltiere, Bäume, Stauden, Kräuter und mehr – sprechen Repräsentantinnen der menschlichen Spezies.    

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Konflikte zwischen einzelnen Organismen stehen zur Debatte. Sie ringen performativ um Lösungen für ein friedliches Miteinander. Einige Fragen zu Migrationsanwärterinnen wie die Sumpfbrennnessel und die Ahorngallwespe wie auch weitere Anträge stehen auf der parlamentarischen Tagesordnung. Es wird argumentiert, abgewogen und abgestimmt für die Zukunft des eigenen Brachen-Staatsgebiets. 

 Seit Jahren engagieren sich Georg Reinhardt, Marianna Ramsay und andere. Aktuell sind sie mit spezifischen Prozessen in Recklinghausen, Augsburg und Berlin aktiv. Im März sorgten sie mit einer künstlerischen Intervention auf der internationalen Transformationskonferenz des Umweltbundesamtes für Irritation: Blattlaus und Virus brachten ihre Sichtweisen mit ein. Mitte September sind sie nun bei der europäischen Konferenz der „Botschafterinnen der Lebewesen“ (Ambassadors of Species) zu Gast im dänischen Aarhus. 

 „Er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Mit Friedrich Schillers Worten hob eine Organismendemokratie-Besuchende hervor, welche Potenziale in derartig künstlerischen Herangehensweisen stecken, um der Zerrissenheit, der bedrohten Biodiversität, der brüchigen Demokratie und damit einhergehenden Unsicherheit auf unserem Planeten konstruktiv zu begegnen. Inmitten der aufreibenden Lage könne Raum für Freiheit und ...]]></description><pubDate>Wed, 11 Jun 2025 08:10:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinschaft-kann-im-spiel-entstehen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-962]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[In der digitalen Spiegelwelt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/in-der-digitalen-spiegelwelt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/960/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/960/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Neulich philosophierte ich mit einem Gast-Techniker der INSEL. Im Nachklang einer Veranstaltung kamen wir auf das Thema „KI“, bei dem ihn bereits die Namensgebung störe. Man solle doch in diesem Zusammenhang nicht von „Intelligenz“ sprechen, damit hätte das Phänomen nichts zu tun. Er benutze lieber den Ausdruck „machine learning“. Sicher gäbe es in diesem Bereich erstaunliche und hilfreiche Entwicklungen, doch wenn er mir einen Stift und einen Zettel Papier hinlege, könne ich in wenigen Minuten mehr Originäres zustande bringen als jemals eine KI, die dazu Massen von Energie und Ressourcen verbrauche – ein Quatsch, dieser ganze Hype! 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Besonders originell fand ich seine Zukunftsvision des Internets, die gleichzeitig traurig stimmt: Der digitale Raum werde in naher Zukunft so zugemüllt sein – versteppt, versandet – wie alle anderen Lebensräume, die wir Menschen betreten, inklusive des Weltraums, wodurch das Netz als Quelle nur noch schwer zu gebrauchen sein werde: überall KI-generierter Schrott! 

 Als jemand, der sein Leben lang mit Sprache umgeht, glaube ich tatsächlich relativ sicher Texte erkennen zu können, die von gelehrigen Maschinen zusammenkombiniert wurden. In der Zeitung „Zeit“ gab es eine Zeit lang sogar eine Kolumne, die von einer KI „geschrieben“ wurde. Sie war manchmal lustig, auch erstaunlich – doch komplett künstlich in jeder Hinsicht. Davon ist dieser Text, den ich hier produziere, hoffentlich weit entfernt. 

 Ich habe ChatGPT gefragt, was es bis hierhin von meinem Text hält. Das „Fazit“ der detaillierten Antwort lautet: „Der Text ist gut geschrieben, stellt interessante Kritikpunkte auf und ist als subjektiver Meinungsbeitrag absolut legitim und lesenswert. Er lebt von seinem Tonfall und von persönlichen Erfahrungen, verpasst aber stellenweise die Chance, eine differenziertere oder faktenbasierte Perspektive einzunehmen. Möchtest du, dass ich dir helfe, daraus einen ...]]></description><pubDate>Tue, 03 Jun 2025 23:16:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/in-der-digitalen-spiegelwelt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-960]]></dc:identifier></item></channel></rss>