﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 12 Mar 2026 10:07:39 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - April 2024</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2024-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2024-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunstschaffende aller Länder, vereinigt euch]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunstschaffende-aller-laender-vereinigt-euch</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/763/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/763/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 „Wir könnten, sofern wir wollen, nicht mehr nur Kunden, sondern Mitverantwortliche unserer Vergnügungen sein.“ So endete die Kolumne des geschätzten Kollegen Max Christian Graeff an dieser Stelle vor einer Woche. Hier stimme ich aus ganzem Herzen zu und möchte da gerne noch ein bisschen weiterdenken, denn Vergnügungen sind tatsächlich sehr vielfältig und einen Anspruch darauf gibt es nicht. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Genauso wenig wie einen Anspruch auf ein gesichertes, gutes Leben. Alles muss immer wieder neu verhandelt und mutig erstritten werden. Tanzen wir also in Zukunft nicht mehr vergnügungssüchtig in den Mai, sondern lieber mit verantwortungsbewusster Ausdauer für die Kunst der Freiheit auf der Straße. Sonst sind wir (frei nach Pina Bausch) bald wirklich verloren. Die Kunst als urmenschliche Geste unterbricht das aktive Verhältnis zur Welt für einen kurzen Augenblick und verankert den Menschen in der Gegenwart immer wieder neu. Auch in eine Gegenwart, in der sich die Spannungen zwischen den Mächtigen auf einem historischen Höhepunkt befinden. Dies braucht so viel mehr Bewegung in den Gedanken … denn es geht nicht nur darum, wie ich mich bewege, sondern was mich bewegt. Gerade wir Wuppertaler und Wuppertalerinnen sollten nach 50 Jahren Tanztheater doch wissen, dass Tanz auch Arbeit ist, gepaart mit der Angst vor dem Unvorstellbaren, die ja der eigentliche Inhalt einer diffusen Angst ist. 

 Geschichte ist das, was erzählt wird und die Wahrheit muss schon stimmen, sonst werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht; immer wieder, wiederholt und immer weiter verstärkt. Bei seinem Besuch auf der Biennale in Venedig, der ältesten internationalen Kunstausstellung für zeitgenössische Kunst, hat Papst Franziskus letzten Sonntag einen eindringlichen Appell in die Geschichtsbücher für die Menschenrechte geschrieben: Alle Kunstschaffenden aller Länder sollten sich vereinen, „um die Welt von sinnlosen und leeren ...]]></description><pubDate>Wed, 01 May 2024 16:52:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunstschaffende-aller-laender-vereinigt-euch</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-763]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Vom Soll und Haben unserer Kultur]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/vom-soll-und-haben-unserer-kultur</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/759/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/759/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Bringt Ihnen die Briefpost manchmal Postkarten? Es gibt sie noch, und Ende Mai erscheint eine neue: Eine Frau und ein Mann, geflügelt und mit Heiligenscheinen, schauen von einer kleinen Wolke im All auf den dampfenden Erdball hinab, der mit Handgriffen versehen ist. Sie: „Und – was haben sie daraus gemacht?“ Er: „Einen Kugelgrill!“ – Diese saukomische Traurigkeit ist typisch für den Elberfelder Cartoonisten Polo, dessen große posthume Werkschau im Frankfurter Caricatura Museum für Komische Kunst am 29. Mai eröffnet wird. Beim derzeitigen Wetter erscheint der Witz etwas kühl, doch das wird sich in wenigen Tagen wieder ändern. Und dann wird endlich richtig angegrillt … 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Die Frage, was man selbst gegen die Sorgen der Zeit machen könne, beginnt bei den uns gewohnt gewordenen Vergnügungen schnell zu verdampfen. Bei allem, was uns zusammenführt und gemeinsam feiern lässt, ist das ja auch allzu verständlich: Man muss es nicht gleich trocken als soziale oder kulturelle Teilhabe bezeichnen; ohne Feste und Feiern von der Balkonparty bis zu den Wagner-Festspielen geht es einfach nicht. Und was ist schon so ein Tütchen Raubholz-Kohle aus fernen Urwäldern gegen die Umweltbilanz eines Opern- oder Tanztheaterabends, gar gegen die Mengen „grauer Energie“ eines ganzen Stadtfestes oder Megamusikfestivals? Die Thematik wird uns in diesem warmen Halbjahr sicher oftmals einholen, und tatsächlich gibt es erst einmal keine einfachen Lösungen. Ob „nur“ wilde Ekstase oder auch Bildungsauftrag, Diskurs und Austausch – Veranstaltungen der kommunalen, staatlichen oder gewerblichen Kultur wie auch all jene der freien und soziokulturellen Szenen bewegen in unserer Demokratie das Leben vorwärts; sie sorgen dafür, dass wir uns so unterschiedlich und gemeinschaftlich sehen können, wie jede und jeder von uns möchte. Solange die drohenden Kipppunkte zum gesellschaftlichen Rückwärtsgang noch nicht erreicht sind, ...]]></description><pubDate>Wed, 24 Apr 2024 07:11:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/vom-soll-und-haben-unserer-kultur</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-759]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Noch ein Versuch zur Poesie in finsteren Zeiten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/noch-ein-versuch-zur-poesie-in-finsteren-zeiten</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/755/dennisschlizio.jpg" length="123795"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/755/images/dennisschlizio-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Dennis Schlizio 

 Wenn ich durch die Stadt spaziere, gehen mir in den letzten Tagen beständig zwei kurze Zeilen im Kopf herum, die ich schon lange kenne, an die ich früher aber nie gedacht habe: „Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch“ aus Hölderlins „Patmos“. In der Musikalität, vielleicht auch in der Antiquiertheit dieses optimistischen Satzes liegt Trost. Vielleicht denke ich also auf einmal daran, wie einem plötzlich eine schöne Erinnerung einfällt oder ein Songtext. Vielleicht hat es aber auch einen Moment der Gefahr gegeben, in dem mir das wieder eingefallen ist, herrscht doch an solchen angesichts der Weltlage kein Mangel. Dann wäre dieser gewisse lyrische Zweckoptimismus selbst Teil des oder meines Rettenden: Allgegenwärtige Krisen schärfen das Bewusstsein und die Sinne, können die Fähigkeit und den Willen zu Perspektivwechsel und Anteilnahme erhöhen. 

   
Dennis Schlizio 

 Am Sonntag haben wir auf der Insel in einem Kooperationsprojekt den Dokumentarfilm „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ des israelischen Filmemachers Offer Avnon gezeigt, den er in zehnjähriger Arbeit in Israel, Polen und Deutschland gedreht hat. Seine Kraft bezieht der Film aus einer subtilen Montage von Landschaftsaufnahmen mit Umgebungstönen, Interviews und Aufnahmen der Interviewten mit besonderes erinnerungsbehafteten Objekten, die eine fast beklemmende, ambivalente Wirkung erzeugen. Er stellt die Frage nach der Gebundenheit individueller wie kollektiver Erinnerungen an Orte und Gegenstände sowie nach dem Wandel und den Widersprüchen in diesem Verhältnis. 

 Erschütternd fand ich eine Einstellung, in welcher ein sehr alter polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Nahaufnahme mehrmals mit den Tränen kämpft, wenn er die Namen seiner alten Heimat ausspricht, zum Beispiel „Neiße“. In einer anderen Kernszene des Films erzählt eine Interview-Partnerin, diesmal Tochter einer Holocaust-Überlebenden, davon, wie sie das erste Mal nach Deutschland gekommen ist. Sie ...]]></description><pubDate>Tue, 16 Apr 2024 23:04:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/noch-ein-versuch-zur-poesie-in-finsteren-zeiten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-755]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Weiterweben mit Kunst, Kultur und Gemeinwohl]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/weiterweben-mit-kunst-kultur-und-gemeinwohl</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/753/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/753/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Sie verzaubert, unsere Stadt, wenn sie so blüht. Hummeln brummen, Vögel zwitschern. Insbesondere die Magnolien: Noch nie habe ich sie in so voller und makelloser Blüte gesehen. Ihre Zeit ist fast vorbei, verrät der prächtige, jetzt leer wirkende Baum vor der Friedhofskirche. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Das Verschwinden geht mit einem neuen Wachsen und Zusammenfinden Hand in Hand. Rasant sprießen die Blätter, es grünt, fast schwindelerregend, so warm ist die Luft. Ein fader Beigeschmack zieht sich durch die vergängliche Pracht: So viel früher sind die Rhythmen der Natur, um Wochen früher mit Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Schmerzhaft lange bekannt und drängender von Jahr zu Jahr: Die einen sprechen von Klimafolgenanpassung. Sie unterfüttern dies mit den notwendigen wissenschaftlichen Analysen und regen praktische Maßnahmen an, andere suchen ihre eigenen Wege, wie die für ihr „Wildbienenhelfer-Buch“ bekannte Designerin Anja Eder. 

 Sie initiiert gerade ein Crowd-funding-Projekt bei Startnext für ihr schönes und so sinnvolles Vorhaben „Mein Arten-Retter-Garten. Der Garten als Chance“, mit dem sie selbstwirksam dem Verlust der Biodiversität entgegensteuert. 

 Mit drei anregenden Aktionstagen, einem #Weben für Morgen haben wir uns im Insel Verein Ende März dem Austausch, Dialog und einem gemeinsamen Gestalten gewidmet: Künstlerische, aktivistische und wissenschaftliche Praxis sind in ein ganz eigenes und kraftvolles Zusammenspiel gekommen. Die ausdrucksvoll-aufwühlenden Szenen mit Léonor Clavy in der Tanzperformance „Heißzeit“, einer Choreografie von Jan Möllmer, wirken immer noch nach. 

 Ergänzend ist es, als ob sich die Tänzerin Sophia Otto, Akteurin der Langzeit-Performance „The last knit“ von Annika KompArt, jetzt noch durch meinen Alltagsraum webt und grazil ihre roten Fäden spannt: Das ist das Besondere an Kunst, die unter die Haut geht und zugleich den Blick auf die Dinge prägt und verändert, nährt ...]]></description><pubDate>Wed, 10 Apr 2024 08:19:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/weiterweben-mit-kunst-kultur-und-gemeinwohl</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-753]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kulturlandschaft mit gemeinsamem Horizont]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kulturlandschaft-mit-gemeinsamem-horizont</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/748/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/748/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 In unserer schönen Stadt gibt es, wie in vielen anderen Städten weltweit, Kulturinstitutionen wie das Sinfonieorchester, die Oper oder das Schauspiel, die nahezu vollständig von der öffentlichen Hand getragen werden. Und es gibt die sogenannte freie Szene mit Musik, Kunst, Literatur, Theater und vielem mehr, deren relative Fülle gar nicht so häufig ist. Die freie Szene in Wuppertal, das weiß auch die Politik, ist etwas Besonderes. Sie erhält teilweise institutionelle Förderung, muss sich diese jedoch – auf deutlich niedrigerem Niveau – immer wieder neu sichern. Überwiegend lebt sie von der eigenen Hand in den Mund, von Fördergeldern aus Land und Bund, die sie akquiriert, womit sie eine Menge Geld in die Stadt bringt. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Noch immer erlebe ich in Diskussionen einen Graben zwischen diesen beiden Sphären, nicht zuletzt, wenn es um die Verteilung von Geldern geht. Während ein Kulturort in der freien Szene oft nicht weiß, wie er über die Runden kommen oder das nächste Konzert geschweige denn einen Flügel finanzieren soll, wirken die Summen, die beispielsweise unser Opernhaus jährlich benötigt, enorm. Hält man dagegen, wie viele Menschen so ein Opernhaus eigentlich erreicht und wie viele beispielsweise ein soziokulturelles Zentrum wie die Börse, so stellt man schnell fest, dass die Gelder ungleich verteilt seien. Am 16. April ab 18 Uhr treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der freien Szene im „Schimmerlos“ seit langem wieder zum „Jour fixe reloaded“, um neue Vernetzungen anzuregen. 

 Seit einiger Zeit versuchen sogenannte etablierte Häuser etwas, was die freie Szene seit jeher macht: Sie gehen in die Stadt hinein, versuchen unterschiedliche Communities zu erreichen und etablieren partizipative Projekte. Diese „Soziokulturalisierung der Hochkultur“ ist auch in Wuppertal, bei Opernhaus oder zukünftigem Pina Bausch Zentrum, zu beobachten. Gerne kommen diese Orte auf die freie Szene zu, teilen ...]]></description><pubDate>Wed, 03 Apr 2024 10:38:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kulturlandschaft-mit-gemeinsamem-horizont</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-748]]></dc:identifier></item></channel></rss>