﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:53:49 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - September 2019</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2019-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2019-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Gemeinsame Haltung, konkretes Handeln]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinsame-haltung-konkretes-handeln</link><description><![CDATA[ Von Uta Atzpodien 

 Am letzten Freitag faszinierte mich die Menschenmenge, mit der ich vom Döppersberg Richtung Barmen zog, ein Vorgeschmack davon, was Menschen gemeinsam erreichen können. 5000 waren es. So bedrohlich der Anlass Umweltkatastrophe, so beflügelnd die Stimmung, voller Begeisterung, lustvoll, kreativ, fordernd, begleitet von musikalischen Klängen, Liedern und bunten Schildern. Mexikostadt, Istanbul, Stockholm, Malawi, Granada, New York City: Weltweit fanden sich Menschen zum größten Klimastreik aller Zeiten zusammen. In Deutschland waren 1,4 Millionen auf den Straßen. Die umwerfende gemeinsame Haltung müsste wachrütteln und steht doch in Schieflage zum konkreten Handeln der Politik. Zeitgleich wurde in Berlin ein Klimapaket ausgehandelt, mit dem die Klimaziele für 2030 bei weitem nicht erreicht werden können. Der Mut fehlt. Die notwendig radikalen Maßnahmen. Politiker wirken mehr als sonst schon unglaubwürdig, sind schlicht inkompetent angesichts der offensichtlichen und wissenschaftlich klar kommunizierten Ausmaße des Klimawandels. Eine Schere im Kopf, eine Schere im Herzen? 

   

 Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Global-lokal: Seit 2005 gibt es den Parking Day, den internationalen Aktionstag zur Reurbanisierung von Innenstädten, der üblicherweise am dritten Freitag im September stattfindet. Parkplätze werden zu kreativen Begegnungsorten umfunktioniert, um spielerisch zu zeigen, wie dieser Platz für Menschen genutzt werden kann, statt für die immer noch so verehrten CO2-ausstoßenden und viel Platz einnehmenden Metallkarosserien. In Wuppertal hatte die Stadtverwaltung vorsorglich den Parking Day auf Samstag auf den Ölberg verlegt, gut gemeint, pittoresk, dafür Plätze ordnungsgemäß reserviert. Vielen war das nicht genug: Sie wollten die friedliche-kreative Umwandlung am eigentlichen Tag, am Freitag und mitten im Verkehr, kauften Parktickets beim Elberfelder Kasinokreisel, stellten Räder ab, bemalten Flächen, begleitet von ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:22:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinsame-haltung-konkretes-handeln</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-95]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Inszenierung von Politik]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/inszenierung-von-politik</link><description><![CDATA[ Von Torsten Krug 

 Seit Sonntag ist auf zdf.de der Versuch eines Interviews mit Björn H. zu sehen. Indem ich davon schreibe, werde ich schon Teil des Problems. Herr H. wird in diesem Video vorgeführt, möchte man meinen, doch gleichzeitig bekommt er eine Menge Aufmerksamkeit, die wir ihm doch gerade nicht geben wollen. Haben Sie`s gesehen? 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Worum geht es? Herr H. ist zu einem Fernseh-Interview geladen, in dem es laut Absprache zwischen seinem Sprecher und dem Journalisten auch um die Sprache des Herrn H. gehen soll. Das Interview beginnt mit einem Einspieler, in dem AfD-Abgeordneten Zitate des Herrn H. vorgelesen und sie gefragt werden, ob diese aus „Mein Kampf“ von Herrn H. oder von Herrn H. stammten. Die Kollegen geben sich jovial, lachen viel, haben keine Ahnung, der eine meint schließlich: wohl eher aus „Mein Kampf“. Sie geben zu, weder das Buch des Herrn H. noch das von Herrn H. gelesen zu haben, worauf Herr H. im Studio in Großaufnahme beleidigt wirkt. „Schade“, sagt er leise, mit einem Lächeln, das eine Verletzung überspielen soll. Und spätestens hier beginnt sie: seine Opferrolle. 

 Das Interview geht noch gute sieben Minuten weiter, da schaltet sich sein Sprecher ein: Herr H. habe verständlicherweise sehr emotional auf diese bösen Fragen und Unterstellungen reagiert, schließlich sei er darauf nicht vorbereitet gewesen. Er schlägt vor, das Interview nicht zu verwenden, quasi als eine Probe zu sehen und das Ganze zu wiederholen, dann mit einem gefassten, souveränen Herrn H. Dies lehnt der Journalist mit Bezug auf die Pressefreiheit ab, und die nun folgende Diskussion wird weiter aufgezeichnet. Herr H. bleibt die ganze Zeit im Bild, mal in halbnaher, mal in Großaufnahme. Er wirkt jetzt immer verletzlicher. 

 Das Ganze hätte das Zeug zu einem Video wie das damals heimlich aufgenommene mit Herrn S. auf Ibiza: eine Demaskierung, eine Bloßstellung! Doch möglicherweise ist es das Gegenteil: In den ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/inszenierung-von-politik</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-94]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Was das Kulturgut Publikum braucht]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/was-das-kulturgut-publikum-braucht</link><description><![CDATA[ Von Tine Lowisch 

 Ich sitze jetzt schon fünf Jahre lang freiwillig in der Kunststation, in einem Projektraum für gegenwärtige und mittlerweile auch zukünftige, künstlerische Positionen in einem Bahnhof im freundlichen Westen unserer Stadt. Letzten Sonntag zum Beispiel, am Tag des offenen Denkmals, ganze neun Stunden lang. Zusammen mit meinem Mann, also eigentlich achtzehn. Wir werden dort einfach nicht müde, uns über jeden einzelnen unserer oft zufälligen Besucher zu freuen. Viele potentielle Besucher ziehen natürlich auch vorüber. Diese Reisenden sind ja Passanten, die dort keinen Ort für Kunst erwarten – die andere Ziele haben. 

   

 Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wenn Sie uns dann aber entdecken und spontan ihre eigentliche Motivation unterwegs zu sein ändern, wenn sie sich Zeit nehmen, sich freuen, dass es nichts kostet, die Kunststation zu besuchen, und sie von sich selbst überrascht, die Gelegenheit einfach mal beim Schopf packen, sich mit Kunst zu beschäftigen, wächst in diesem Moment eine wichtige Ressource nach. Denn genau dann entsteht bei Manchem erstmalig kulturelles Interesse. Aus vielen Gründen ist genau diese Erfahrung für mich die Belohnung dafür, es unermüdlich weiter zu versuchen. Wenn unsere Besucher die Kunststation verlassen, sind sie mit dem Erlebten zufrieden, manche begeistert. Vielleicht waren bisher ein Dutzend frustriert. Bei insgesamt etwa 6500 Besuchern können wir damit gut leben. 

 Oft haben wir unser Publikum im Gespräch persönlich kennengelernt und dabei viel von den Beschäftigungsfeldern und Interessen unserer Gäste erfahren. Einmal erzählte mir ein Gast, dass nur zehn Prozent der Bevölkerung Kunst- und Kulturelle Angebote überhaupt überzeugt nutzen, weil sie in ihrer Kindheit dazu angeregt wurden und im Erwachsenenalter gute Rezeptionserfahrungen gemacht hätten. Sie sehen, da ist noch Luft nach oben. Ich frage mich, ob Kultureinrichtungen ihren gesellschaftlichen Auftrag überhaupt noch wirksam ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:17:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/was-das-kulturgut-publikum-braucht</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-93]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Kunst als Widerstand ist lernbar]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-als-widerstand-ist-lernbar</link><description><![CDATA[ Von Max Christian Graeff 

 In der Straße neben der Sackgasse, in der ich lebe und schreibe, läutet nun wieder die Pausenglocke der Grundschule und pumpt ihren strengen Takt auch in meinen Vormittag: Eine kurze Unterbrechung nur, schnell die Verspätungen sortieren, Pulverkaffee und ein bisschen toben, dann: nächste Stunde, konzentriere dich, nicht verzetteln; beim nächsten Gong ist es – schon wieder viel zu spät. Ich wühle in alten Papieren, in Fundsachen, Entdeckungen, Artikeln und Versen, die versuchen, mich mit all ihrer Kraft aus der Gegenwart zu zerren. 

   

 Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 In einem feuchten Keller fand ich Dutzende Briefe des expressionistischen Dichterfürsten Georg Kaiser, aus seinen letzten traurigen Lebensjahren im Exil. Noch weiß niemand von ihnen, aber sie müssen in ein Archiv, in Sicherheit; in meinem Schlafzimmer zu trocknen hat der Dichterkaiser wahrlich nicht verdient. Dazwischen das „Israelitische Wochenblatt“ aus Zürich vom März 1945, mit einem aktuellen Nachruf: „Tot ist die Prinzessin von Theben!“ und dem Gedicht „Ich weiß, daß ich bald sterben muß …“ von Else Lasker-Schüler. Als originaler Abdruck kurz nach ihrem Tode, während die Maschine des Nationalsozialismus noch infernalisch brüllt, kommen die Verse abermals ungemein nah, sind so lange her und doch ganz Gegenwart: Am Mittwoch dieser Kolumne spielen Studierende des Folkwang Theaterzentrums das neue Stück „Prinz Jussuf von Theben“ von Gerold Theobalt in Tel Aviv (und übermorgen in Jerusalem), als erstes Mal, dass ein deutsches Bühnenwerk über „unsere Else“ von einem Ensemble aus der Bundesrepublik in Israel aufgeführt wird. Am 18. Oktober ist die Produktion im Tal zu sehen, im Theater am Engelsgarten. Und am 6. Oktober öffnet die gleichnamige große Ausstellung im Von der Heydt-Museum. 

 Das Jahr, in dem der 150. Geburtstag der Dichterin gefeiert wird, neigt sich dem Ende zu. Nächste Ereignisse „werfen ihre Schatten voraus“, wie man so sagt, wenn ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 22:10:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-als-widerstand-ist-lernbar</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-92]]></dc:identifier></item></channel></rss>