﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 02:04:23 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - November 2021</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/november-2021-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/november-2021-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Werden wir uns wiedersehen?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/werden-wir-uns-wiedersehen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/372/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/372/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Als ich beim Rundblick über den erstmals wieder leicht verschneiten Garten ein tiefes, armdickes Loch im Hügelbeet entdeckte, lief im Radio gerade ein Hit des Wiener Sängers Voodoo Jürgens, „Heite grob ma Tote aus“. Manchmal passen die Dinge so gut zusammen, dass man sich fragt, wer da daran herumdreht … Doch halt, nein, dem Zufall seine Chance: Es war nur das Werk des garstigen grauen Katers von nebenan. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Dem spontanen Verlangen, kopfüber in jenes Loch zu springen, um herauszufinden, ob es nicht noch eine andere Wirklichkeit gibt, konnte ich diesmal widerstehen. Dort unten, „down the rabbit hole“, findet sich seit Lewis Carrols Kinderbuch „Alice im Wunderland“ von 1865 ein regelloses, abenteuerliches Fantasiereich und ein gerade heute wieder besonders wirksamer Beleg für die Kraft der Literatur. Diese von uns allen mit so angenehmen wie auch erschreckendsten Turbulenzen zu füllende Gegenwelt steht nämlich jedem offen – den Künstlerinnen und Künstler für Utopien und Dystopien, den an allerlei weltlichen Phänomenen Zweifelnden und auch den modisch Verschwörungsgläubigen mit krudesten Tüdeltheorien jeglicher Façon. Einige schaffen es nie mehr aus diesem Kaninchenloch heraus. Ach je – und das alles ausgerechnet unter meinem friedlich verblühten Staudenbeet? 

 Der Großteil der kulturell Tätigen in meinem persönlichen Beziehungsgeflecht vibrierte einst in einer in Details unterschiedlichen, insgesamt jedoch verständigen Grundstimmung gegen die Zerstörung des menschlichen Zusammenlebens und der Natur, gegen Kriege und Ungerechtigkeiten, gegen Rassismus und Faschismus. Es gab kaum Ausnahmen; unversöhnliche Diskussionen waren eher selten. In und nach unseren Jobs auf Bühnen jeder Art feierten wir meist wertschätzend zusammen und mit dem Publikum. 

 Seit zwei Jahren ist diese Landschaft verändert. Das gemeinsame Arbeiten wurde teils empfindlich lange unterbrochen; berufliche und ...]]></description><pubDate>Wed, 01 Dec 2021 09:37:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/werden-wir-uns-wiedersehen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-372]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Immanuelskirche: Engagiert und standhaft in stürmischen Zeiten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/immanuelskirche-engagiert-und-standhaft-in-st252rmischen-zeiten</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/371/monikaheigermoser.jpg" length="253921"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/371/images/monikaheigermoser-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Monika Heigermoser 

 In der Kultur ist Transformation zu einem Schlüsselbegriff geworden. Sie steht für Veränderung in Krisenzeiten. Würden Sie aber die Immanuelskirche im Wuppertaler Osten mit Transformation in Verbindung bringen? Wenn Sie jetzt Nein denken, täuschen Sie sich. 

   
Monika Heigermoser - Foto: Andreas Fischer 

 Nach meiner Zeit als Leiterin des Kulturbüros fand ich mit der traditionellen Immanuelskirche den für mich richtigen Kulturort für ehrenamtliches Engagement. Ich kann heute vieles von der Wuppertaler – hier: Barmer – Geschichte und ihren subtilen Zusammenhängen besser verstehen und ich kann auf der anderen Seite viel an Erfahrung aus der Kulturförderung einbringen. 

 Die Immanuelskirche wurde vor mehr als 150 Jahren von der evangelisch-reformierten Gemeinde erbaut. Es war die Zeit der Hochindustrialisierung, in der aus allen Regionen Menschen nach Barmen und Elberfeld kamen, um Arbeit zu finden. Die Immanuelskirche wurde zum Zentrum religiöser Zusammenkünfte und zur Heimat vieler fremder Menschen. Damals war es eine Ehre für Bauarbeiter, an der Entstehung dieser Kirche mitwirken zu dürfen. Kann man sagen, dass Religion in diesen Zeiten den gesellschaftlichen Kitt bildete, den wir heute der Kultur zuschreiben? 

 Die Immanuelskirche überstand 150 Jahre, zwei Weltkriege, die große Brandkatastrophe 1943 in Oberbarmen und war im Nationalsozialismus konspirativer Ort der Bekennenden Kirche. Sie hat alles überstanden. Zum großen Bruch kam es in Friedenszeiten in den 1980er-Jahren, als die evangelische Kirche ihren Erhalt nicht mehr finanzieren konnte und die Immanuelskirche zum Abriss stand. Dies ließen die Mitglieder der Gemeinde nicht zu, gründeten einen Verein und kauften die Kirche. So entstand mit einem Vorlauf von einigen Jahren eine der ersten freien Kulturkirchen Deutschlands. Ich erinnere mich an fulminante Jazzkonzerte, spannende Ausstellungen und eindrückliche Lesungen, die man in Wuppertal in den 80er- und ...]]></description><pubDate>Thu, 25 Nov 2021 14:17:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/immanuelskirche-engagiert-und-standhaft-in-st252rmischen-zeiten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-371]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Quellen der Zuversicht]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/quellen-der-zuversicht</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/370/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/370/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Bla Bla Bla“: So kommentierte die Klimaaktivistin Greta Thunberg den Weltklimagipfel in Glasgow. Ihre deutsche Kollegin Luisa Neubauer bezeichnete die Abschlusserklärung als „Betrug“. Junge indigene Influencerinnen wie Alice Pataxó waren vor Ort. Nicht nur die Statements der nachwachsenden Generation zeigen: Viele Worte, nicht ausreichende Vereinbarungen, fehlendes konkretes Handeln. Derzeit hängt ein Nebelschleier über dem düsteren November, die akute vierte Welle der Covid19-Pandemie, die Menschenrechtssituation in Belarus und andere kaum verdaute zurückliegende Katastrophen, lokal bis global: All dies zerrt an den Gemütern. Wenig Halt bleibt da unter den Füßen, es erfordert ein enormes Bewusstsein. Eindringlich kam dieses Gefühl in der jüngsten Produktion vom Tanztheater Pina Bausch zum Ausdruck: In „Ectopia“ von Richard Siegal schlitterten, rutschten und meisterten die Tänzerinnen mit faszinierender Körperbeherrschung die Herausforderungen eines mit einer roten Mischung aus Wachs und Vaseline getränkten Bühnenbodens. Dystopie und Ritual verbündeten sich hier – samt utopischer Funken – ganz eigenwillig. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Angesichts all dieser Szenarien wird mir tagtäglich klar, wie sehr wir eine Kultur brauchen, die nicht in Dystopien versinkt, sondern „Weltentwürfe und Visionen für eine positive Zukunft“ entwickelt. Diese Worte einer Wuppertaler Schulleiterin beim Arbeitstreffen „Gesamtkonzept kulturelle Bildung“ klingen nach und machen mir die Verantwortung und das Potential von uns Kunst- und Kulturschaffenden – im Grunde von uns allen – deutlich: der nachwachsenden Generation, uns selbst gegenüber. Wir können dazu beitragen, eine Welt, die aus der Balance geraten ist, wieder in Balance zu bringen. Oft sind es kleine, einfach menschliche Momente, die Themen ansprechen, die wichtig sind, über sich hinaus wirken und Haltung verkörpern. 

 Drei Abende an einem Ort: „Minenfeld Dolmetschen“, ein ...]]></description><pubDate>Fri, 19 Nov 2021 20:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/quellen-der-zuversicht</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-370]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Sind wir schon bereit für Neues?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/sind-wir-schon-bereit-f252r-neues</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/366/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/366/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Seit ein paar Wochen pflegen meine Frau und ich ein Ritual, dem wir bisher nur im Urlaub Raum gaben: Wir beginnen jeden Tag damit, dass wir zusammen im Bett eine Kanne Kaffee trinken und über alles sprechen, was uns aus der Nacht in den Sinn kommt. Wir genießen diese wie geschenkte halbe Stunde sehr – kleine Inseln der Reflexion oder auch für Albernheiten. Manchmal geben sie mir das Gefühl, die Zeit verlangsamen zu können. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Ich wähle diesen persönlichen Einstieg, weil ich mich frage, ob nur ich mich nach einer Art kollektiven Sabbatjahrs sehne. Thomas Ostermeier, Leiter der Schaubühne in Berlin, hatte zu Beginn des zweiten Lockdowns im November letzten Jahres vorgeschlagen, wir sollten alle Theater schließen und dafür den Sommer zu einem Theaterfest machen. Möglicherweise hatte er recht. Stattdessen haben wir alle gehofft und verschoben, renoviert und verschoben, gestreamt und verschoben. Mit einem Sabbatjahr, einem „Reset“, wie ich es mir gelegentlich erträume, hatte das nichts zu tun, im Gegenteil: Viele (nicht nur) in unserer Branche scheinen ausgelaugt, müde. Bei aller Wucht, mit der das Kulturleben im Augenblick – trotz identischer, gar höherer Infektionszahlen als im letzten Winter – wieder hochgefahren wird, fehlen mir Kraft und Freiräume für ein neues Denken, eine angemessene Reaktion auf unsere erstaunliche Zeit und unser aller Zukunftsperspektive. 

 Die Maschine läuft auf Hochtouren. Ein Feuerwerk an Veranstaltungen wird nachholend abgefeuert und ringt um Aufmerksamkeit. Möglicherweise müssen wir da erst einmal durch. – Und, verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich ist es ein Segen, wieder Kultur veranstalten und erleben zu dürfen! In besagtem Winter 2020/21 hat sich in Berlin der Verein „Weiterspielen productions“ gegründet. Er vermittelt „Neuproduktionen im Sinne der Nachhaltigkeit“: Theaterabende, die an ihren renommierten Premierenhäusern alles erreicht haben und „abgespielt“ sind, werden zu ...]]></description><pubDate>Wed, 10 Nov 2021 11:28:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/sind-wir-schon-bereit-f252r-neues</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-366]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Kunst als Beruf nach der Pandemie]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-als-beruf-nach-der-pandemie</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/364/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/364/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Künstlerinnen und Künstler, die von ihrer Kunst leben, sind oft sehr beschäftigt mit der Umsetzung dieser ungewöhnlichen Idee. Sie arbeiten außerordentlich fleißig an ihren künstlerischen Positionen und Methoden, oft sogar mehr als andere, vor allem zuerst einmal an ihren eigenen Biografien. Dies wird oft missverstanden und abgetan als übersteigerte Eigenliebe, die niemand braucht. Wer sich jedoch in ein berufliches Umfeld begibt, das in seiner Struktur in hohem Maße unsicher ist, sollte sich seiner selbst schon sehr sicher sein, sein Potenzial realistisch einschätzen können und sein Durchhaltevermögen genau kennen. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Damit es über das Leben, das Künstler führen, etwas wirklich Interessantes zu erzählen gibt, ist das genauso wichtig, wie kreativ und produktiv zu bleiben. Wer Grenzen ausloten will oder Unvorstellbares wagen möchte, wer aus eigenem Antrieb unverwechselbare Handschriften entwickelt oder frei Haus humorvolle, geistreiche Perspektivwechsel anbietet und da­rüber hinaus den künstlerischen Umgang mit Material durch try and error testet und erweitert, muss seiner Handlungsfähigkeit aus sich selbst heraus vertrauen und wissen, dass künstlerische Leistung in unserer Gesellschaft oft erst bei nachgewiesenem, wirtschaftlichen Erfolg allgemeine Anerkennung findet. Die meisten bildenden Künstler in Deutschland leben laut Statistik in einer Lebenswirklichkeit, die von selbstausbeuterischen Bedingungen geprägt ist und das, obwohl Künstler genauso wie Wissenschaftler wissen und nachweisen, dass die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen grenzenlos ist. 

 Ich finde, wir sollten Künstlerinnen und Künstlern genauso viel Vertrauen schenken, wie unseren Wissenschaftlerinnen und es ist höchste Zeit, diese beiden Arbeitswelten wieder neu aneinander anzupassen. Wissenschaftler und Künstler vermessen die Welt mit neuen Methoden. Beide agieren wie Forscher, stellen Thesen auf, äußern Prämissen und ...]]></description><pubDate>Wed, 03 Nov 2021 14:03:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-als-beruf-nach-der-pandemie</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-364]]></dc:identifier></item></channel></rss>