﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 18:21:19 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - 2024</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2024-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2024-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Vom herausfordernden Handwerk des Hoffens]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/vom-herausfordernden-handwerk-des-hoffens</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/872/alleswirdgelingen.jpg" length="353714"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/872/images/alleswirdgelingen-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff / Tine Lowisch / Torsten Krug / Uta Atzpodien 

   
Aktionstag / Die Freiheit der Kunst - Foto Ralf Silberkuhl 

 Die Zeit rast dahin wie ein brennendes Kaninchen: Schon ist das Loch zwischen den Jahren geschlossen und weiter geht die turbulente Fahrt. Zu den wichtigsten Vorsätzen zählt jener, das Formulieren von Hoffnungen nicht weiter zu verlernen, vor allem vom Hoffen auf das, was man übergreifend als Menschlichkeit bezeichnen kann. Unnötig? Nicht, wenn die Zeit sich zuweilen gar rückwärts zu bewegen scheint. Auf Plakaten in der Schwebebahn setzt sich eine Initiative dafür ein, das „N-Wort“ endlich als unverwendbar zu akzeptieren. Ein alter Hut, den wir Boomer schon im Schulbus diskutierten: Wer zu laut gegen den Alltagsrassismus sprach, bekam auch mal eine Faust zwischen die Worte. Es lodert meine Scham, dass wir in einem ganzen Leben voll brillanter Entwicklungen in solch einfachen Schritten kaum weiterkamen und bis zum Hals überschuldet sind. 
Schlimmer noch: Längst ist der Reformstau wieder eine aktive, aggressive Komponente geworden, der es aktiv zu widerstehen gilt. Was können Kunst und Bildung darin ausrichten? 

 Max Christian Graeff 

 
 Natürlich immer weiter reformieren, reformieren, reformieren. Meiner Meinung nach am besten nach dem Motto: Antizyklisch handeln und dabei in Kreisläufen denken. Im Grunde versuchen wir vier (mit unseren Kolumnen-Gästen) ja genau das bereits verflixte sieben Jahre lang. Anhand von Beispielen, die wir auch und vor allem gerade in der Wuppertaler Kunst- und Kulturlandschaft finden. Manche Kunstereignisse liegen legendär weit zurück und haben von Wuppertal aus nicht nur die Landeshauptstadt erreicht. Manche verändern gerade jetzt den Kunst- und Kulturbetrieb bis nach Berlin. Ich bin daher zuversichtlich, dass durch die ständigen Impulse der Künstlerinnen und Künstler, die in Wuppertal leben und arbeiten, ein Nachwachstum von Kunstexperimenten auch in Zukunft gewährleistet ist. So ...]]></description><pubDate>Tue, 31 Dec 2024 18:43:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/vom-herausfordernden-handwerk-des-hoffens</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-872]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Für mehr Feste auf Augenhöhe]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/fuer-mehr-feste-auf-augenhoehe</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/864/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/864/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Uta Atzpodien 

 „Habe den Mut, immer Du selbst zu sein“: Mit diesen Worten schrieb sich der israelische Schriftsteller und Journalist David Grossmann in das goldene Buch der Stadt Düsseldorf. Hier wurde ihm der Heinrich-Heine-Preis verliehen, eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Literatur und Persönlichkeit. Mit Grossmanns Eintreten dafür, aus der geballten Faust Verständigung und unbedingt notwendige Dialoge entstehen zu lassen, ist er mir, wie vermutlich auch vielen anderen, zum Mut machenden Begleiter geworden. Mit Haltung, Empathie und Menschlichkeit sucht er die oder den anderen von innen heraus mit seinem Schreiben zu verstehen. Auch sein Anfang des Jahres veröffentlichter Band „Frieden ist die einzige Option“ hält uns einen Spiegel vor Augen, zeigt, wie krank, indifferent und gewalttätig unsere Welt ist. In einem Interview äußert er, wie glücklich er darüber sei, über die Literatur, zarte, feine und empfindliche Dinge in jene Welt tragen zu können. Auch in diesen Worten wird deutlich, was Kunst und Kultur vermögen können, wie und warum sie gerade heute so bitter notwendig sind und hoffentlich ein wenig von der Bitterkeit nehmen, die uns hier und weltweit umgibt. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Dem Leben mit Authentizität und Mut zu begegnen, dafür steht auch die internationale Schriftstellervereinigung PEN, die in Deutschland vor 100 Jahren gegründet wurde. Seit den Anfängen macht sie sich für die „Freiheit des Wortes“ stark und gibt verfolgten Autorinnen und Autoren Schutz. Intern gab es schon oft und auch jüngst einige Reibereien und Spaltungen. Vor zwei Jahren bildete sich der PEN Berlin. Solche Ereignisse machen auch mit Blick auf Politik und die gesamte Gesellschaft dafür wach, den – um mit Freud zu sprechen – „Narzissmus der kleinen Differenzen“ hinter sich zu lassen und sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist und unsere Demokratie weiterbringen kann. 

 Genau dafür braucht unsere Gesellschaft Kunst und Kultur. ...]]></description><pubDate>Wed, 18 Dec 2024 02:33:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/fuer-mehr-feste-auf-augenhoehe</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-864]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[In unserer Mitte]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/in-unserer-mitte</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/863/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/863/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Torsten Krug 

 Vom September 2015 bis ins Frühjahr 2016 hinein waren syrische Geflüchtete einmal im Monat einer Einladung der Wuppertaler Bühnen und der Initiative „In unserer Mitte“ gefolgt, um mit den Autoren Christiane Gibiec, Dieter Jandt, Dorothea Müller, Hermann Schulz und mir zu arbeiten. In dieser Schreibwerkstatt bekamen sie Gelegenheit, ihre Geschichten von Flucht, Vertreibung und vom Aufenthalt in Deutschland zu erzählen und aufzuzeichnen. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Entstanden ist ein Panorama erzählter Schicksale, bewegende Zeugnisse im Sinne einer „oral history“, die mir nun, angesichts der umstürzenden Ereignisse in Syrien, wieder in den Sinn kommen: Um mich sitzen fünf junge Männer zwischen zwanzig und Mitte dreißig sowie Helîm Yûsiv, syrisch-kurdischer Schriftsteller und seit 2000 als politischer Flüchtling in Deutschland, der für uns aus dem Arabischen und Kurdischen übersetzt. 

 Später am Abend kommt er noch einmal zu mir. Er wirkt jetzt aufgeregt. 

 Auf den Bildschirm seines Handys holt er mit schnellen Bewegungen ein Video: ein Kameraflug über eine vollkommen zerstörte Stadt, die staubhellen Überreste der Häuserfassaden ragen wie hohle Zähne in den Himmel. Ich kenne die Aufnahmen. 

 In den letzten Tagen hatte dieser Drohnenflug über eine ausgebombte und verlassene wirkende syrische Stadt im Netz kursiert und mich tief bewegt. 

 „I know this“, sage ich zu ihm. „Berlin, 1945“, antwortet er trocken und wischt weiter. Ach so ... Ich folge dem zitternden Kamerablick durch die Ruine eines Hauses, auch hier scheint alles hell vom Staub. „What is this?“, fragt er mich, seine Stimme wird lauter. Ich sehe nichts als Steine, Staub. „This is my house!“, sagt er. 

 Später erfahre ich: Er und seine Frau, eine Architektin, hatten es selbst entworfen, erst wenige Monate zuvor war es fertig geworden. „Here, you see?“, fragt er mich. Die Handykamera hält auf die Überreste eines hölzernen Instrumentencorpus`. „This is my ...]]></description><pubDate>Wed, 11 Dec 2024 00:42:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/in-unserer-mitte</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-863]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Paradoxer Kunsthandel mit Bananen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/paradoxer-kunsthandel-mit-bananen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/862/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/862/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Drei Dinge würde ich noch greifen, wenn ich überstürzt mein Zuhause verlassen müsste: Das Stammbuch der Familie, die fulminante Handzeichnung von Martin Kippenberger, mit der der Künstler dem Buchhändler Walther König aus Köln einst ein paar Gläser Wein bezahlte, und tatsächlich eine Rolle Gaffa-Band. Mit dem Stammbuch könnte ich nachweisen, dass wir als Künstlerhaushalt existierten. Mit dem Versilbern des Kippenbergers könnten wir verschwinden, und das Gaffa-Tape ließe sich vielfältig einsetzen, um für seltene Momente der Stabilität zu sorgen. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wobei ich mich mit dem Gaffa-Tape in der Hand frage, warum eine an die Wand geklebte, essbare Banane einem Käufer auf einer Kunstauktion Millionen wert ist. Wahrscheinlich weil der Wert einer Ware nur noch durch Bedürfnisse und Nachfrage bestimmt wird. Das ist jetzt erwiesen, da eine echte Banane, eine, die entsteht und vergeht, den Geldwert einer abstrakten Vorstellung durch Weitergabe manifestierte. Ich kann mir Wert und Wertigkeit eines, laut Käufer, wichtigsten Kunstwerks der Welt, nur noch erklären bei folgender Erzählung. Wäre die an die Wand geklebte Banane von Maurizio Cattelan das tatsächlich letzte Essbare auf einem von falschem Wachstumsparadigma zerstörten Planeten, wäre sie mir vielleicht auch Millionen wert. Diese Überlegung ist natürlich müßig, denn schon sehr bald wachsen ja gar keine Bananen mehr. Und diese letzte, durch Zertifikat millionenschwere, essbare Banane von Cattelan wäre dann also die auswechselbare Stellvertreterin für ein Original, denn eine essbare Banane gleicht der anderen genetisch aufs Haar. Sie ist ein klassisch paradoxes Artefakt, das die Kunstwelt zum Beispiel an Andy Warhol erinnert und mich an die Auswirkungen von Monokulturen. Gedanklich zwischen Dollar-Bananen und Euro-Bananen wechselnd kommt mir da auch noch der Bananensprayer in den Sinn. Ein feines Beispiel für künstlerischen Aktivismus. 

 Der ...]]></description><pubDate>Wed, 04 Dec 2024 02:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/paradoxer-kunsthandel-mit-bananen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-862]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Was bist du wert?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/was-bist-du-wert</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/861/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/861/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Um fünf Uhr früh bietet der kleine Novembergarten eine recht unspektakuläre Kulisse: es ist nurmehr finster, klamm und still. Das Leben hat sich tief in die Haufen verkrochen; unhörbar seufzt etwas im Wurzelwerk und ganz selten reflektiert ein hungriges Augenpaar am Kompost das Licht der Schreibtischlampe. Erst die nächste Schneedecke zeigt morgens wieder das Passagenwerk der Nacht. Es ist ein fast adventliches Warten auf die kalte Zeit, die nach der Antwort strebt, wer sie wohl überleben wird. Zeit zum Nachdenken ohne Ziel und Antwort, darüber, was man einst denn anfangen wollte in diesem Leben mit dem Theater, der Dichtung und Musik … Spätestens um Sechs ist es aber mit der Grübelei vorbei; zwei städtischen Laubsauger tanzen warnblinkend einen eleganten Tango um die ruhenden Autos herum und rufen zur Ordnung: Lass die Zeilen fahren wie die Hoffnung; schick das Formulieren tief unter die Wurzeln, denn dein Atmen kostet heute wieder Geld! Mach was Vernünftiges! Und klage nicht, denn diese Sorgen hast du immer schon gewusst. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Tatsächlich kann ich nicht das Gegenteil behaupten. Man hat das Kind gelobt für jedes wilde Bild und all die langen Briefe, für Wendungen und Schnörkel, Geschichtendurst und Neugier auf die Farben. Alte Tanten sprachen von Talent! Als sich später jedoch inmitten der globalen Kulisse aus Herrschaften, Zerstörungen und Aneignungen der Entschluss festigte, unter all dem Getöse hindurchzutauchen und auch das Arbeitsleben mit suchenden Schritten durch die Kunst und Kultur zu verbringen, da verwarf man die Hände in Sorge um das Glück. Doch dieses lag schon fern des sogenannten Normativen; der Drops war längst gelutscht. 

 Seitdem geht es um Gegenwerte, Selbstausbeutung, Gesundheit und Sicherheiten, das eine so fern wie das andere nah. Es wird kontiert, geschoben, gebettelt und geborgt, und sobald hier eine kleine Reserve entstand, gab es dort einen Schiffbruch, ...]]></description><pubDate>Wed, 27 Nov 2024 11:27:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/was-bist-du-wert</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-861]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kulturarbeit als politisches und gesellschaftliches Aktionsfeld]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kulturarbeit-als-politisches-und-gesellschaftliches-aktionsfeld</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/850/aennelowisch01.jpg" length="238086"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/850/images/aennelowisch01-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Aenne Lowisch 

 Berlin, Wuppertal und auch Köln müssen gerade mit vermutlich bevorstehenden Etatkürzungen kämpfen, die die Freie Szene im schlechtesten Fall zu erwarten hat. Warum eine Stadt den Wert einer selbstorganisierten, gut vernetzten Freien Szene für sich nicht erkennt, bleibt mir im Moment ein Rätsel. Auf der Demonstration gegen die geplanten Kürzungen in Köln wurde mehrfach erwähnt, dass die Freie Szene jetzt schon nur fünf Prozent des Etats erhält, jedoch 80 Prozent des Kulturangebots vor Ort organisiert. 

   
Aenne Lowisch - Foto: Amira Toleimat 

 Doch was genau meint der Begriff „Freie Szene“? Beim Eingeben eines kurzen Google-Prompts, kommen mir direkt Schlagworte wie selbstbestimmt, unabhängig und nicht-kommerziell entgegen. Auch wird von der Kulturarbeit als politisches und gesellschaftliches Aktionsfeld gesprochen, welches nicht hierarchisch aufgebaut ist. Hier hat sich der Begriff „Offspace“ etabliert, und ja, auch ich finde, es ist eine treffende Umschreibung für solche Orte, die eben (unetablierte) zeitgenössische Kunst zeigen. Meist in zwischengenutzten Räumen, die dafür keineswegs gedacht waren. Ich bin in einer Künstlerfamilie groß geworden, die genau diesen Wert des Freiraums im Leerstand intensiv erforscht hat, denn wir sind selbst ein Teil dieser Subkultur. 

 Die zehn Jahre, die die Kunststation Wuppertal am Bahnhof Vohwinkel bestand, habe ich erst passiv, dann aktiv verfolgt und zum Schluss auch mitgestalten dürfen, mit der Ausstellung „Kurz vor dem Boden der Tatsachen“ von Joshua Behr. Jetzt in Köln, ergeben sich auch dadurch neue Möglichkeiten für mich. Seit diesem September bin ich zum Beispiel im Kuratorium der Simultanhalle, einem von einem wechselnden Kuratorium bespielten Kunstverein in der Peripherie. Ab Mai 2025 lohnt es sich auch aus Wuppertal eine kleine Reise dorthin, nach Köln-Volkhoven, zu planen. 

 Wer sich lieber in der Wuppertaler Kulturlandschaft aufhalten möchte, findet über Instagram ein ...]]></description><pubDate>Tue, 19 Nov 2024 23:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kulturarbeit-als-politisches-und-gesellschaftliches-aktionsfeld</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-850]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Hin zur Stärkung unserer Demokratie]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/hin-zur-staerkung-unserer-demokratie</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/849/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/849/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „To expect the unexpectable“, das Unerwartbare erwarten: Diese Worte zum Jazz waren kürzlich bei einem Kammerkonzert der Bamberger Symphoniker zu hören. Musikalisch spannte sich der Bogen virtuos von der Barockmusik hin zum Jazz, ein Crossover im groovigen Zusammenspiel. Angesichts der Stimmungslage unserer Gesellschaft wurde mir das Erlebnis zur Ermutigung. Wir leben inmitten von Polarisierung, Verunsicherung, Unvorhersehbarkeit und Hoffnungslosigkeit – verstärkt durch den Sieg von Trump, dem Ende der Ampel. Klarheit, Rückgrat und Empathie sind gefragt, ein Besinnen auf die Werte unserer Verfassung. „Nie wieder ist jetzt“: Das machte die schmerzhafte Erinnerung an die Reichspogromnacht am vergangenen Samstag, 9. November, spürbar, wie auch die wachsende Unruhe angesichts der Bedrohung durch den sich verschärfenden Antisemitismus. Als Gedenktag an den Mauerfall, vermittelt der 9. November zugleich, welche Kraft aus gemeinsamem Widerstand entstehen und drängende Veränderungen bewirken kann. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Eine „Sternstunde der Demokratie“ hieß es am vergangenen Freitag zum Podium in der Börse, die als Kommunikationszentrum ihr 50-jähriges Jubiläum feierte. Als „lebensweltliche Verankerung von Kunst und Kultur“ spielt die Soziokultur gesellschaftlich eine enorm wichtige Rolle: Sie fördert die dringend notwendige Widerstandskraft, Gemeinschaftlichkeit, Empathie und Resilienz, gerne auch mit Humor, so wie die Mobile Oase als Kollektiv mitten auf der Straße. Soziokultur schafft Räume für Sichtbarkeit, Anerkennung und Interaktion der Menschen, für mehr kulturelle Teilhabe. Deutschlandweit blickt sie nun massiven Kürzungen entgegen. Sie braucht Schutz, vor allem jetzt, wo uns zunehmende Vereinzelung, Hass und Hetze und die damit einhergehende Verrohung aufreiben. Eine ausreichend finanzierte Kultur ist dringlicher denn je. Mögen sich alle anstehenden Haushaltsentscheidungen in Kommunen, Ländern und Bund darauf ...]]></description><pubDate>Wed, 13 Nov 2024 01:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/hin-zur-staerkung-unserer-demokratie</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-849]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Vom Lachen und Machen in finsteren Zeiten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/vom-lachen-und-machen-in-finsteren-zeiten</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/846/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/846/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 „Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten! // Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn / Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende / Hat die furchtbare Nachricht / Nur noch nicht empfangen. // Was sind das für Zeiten, wo / Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist / Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! / Der dort ruhig über die Straße geht / Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde / Die in Not sind?“ 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“, das er auf der Flucht vor den Nazis im Exil schrieb, möchte man oft und gerne heranziehen, scheut sich aber sogleich, seine „finsteren Zeiten“ mit unseren zu vergleichen – womit wir schon wieder beim Thema des Gedichts wären. Selbstverständlich erleben „wir“ beispielsweise als Stadtgesellschaft in Wuppertal nicht den Hauch einer Lage, wie sie sich Brecht darstellte. Doch sind wir als globale Gesellschaft heute so vernetzt, sind das Leid und die Bedrohungen durch neu erstarkte faschistische Bewegungen so real und nicht nur virtuell nah, dass viele von uns selbst diese virtuelle Konfrontation meiden – oder eben auch: nicht mehr lachen, kein Gespräch mehr über Bäume führen, ihre Stirn kaum noch glatt wird. Doch „Auch der Haß gegen die Niedrigkeit / Verzerrt die Züge. / Auch der Zorn über das Unrecht / Macht die Stimme heiser. Ach, wir / Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit / Konnten selber nicht freundlich sein“, heißt es später im Gedicht. 

 Tatsächlich fällt es oft gerade den Feinsinnigeren unter uns schwer, gelassen und freundlich zu bleiben angesichts der allgegenwärtigen Verrohung und Dummheit. Was dabei verloren geht, ist schon das Lächeln auf der Straße, das Grüßen, selbst die freundliche Begegnung mit Gleichgesinnten. 

 Ob das oft beschriebene Lachen der Kamala Harris gegen den faschistischen Troll gesiegt haben wird, kann ich zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Kolumne noch nicht ...]]></description><pubDate>Wed, 06 Nov 2024 08:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/vom-lachen-und-machen-in-finsteren-zeiten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-846]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das Tal der künstlerischen Intelligenz]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-tal-der-kuenstlerischen-intelligenz</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/844/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/844/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Meine Stadt steckt voller Möglichkeiten. Über 150 Nationen leben hier friedlich miteinander. Meine Stadt ist grün und wird mit einer machbaren Buga 2031 nachhaltig grüner werden. In meiner Stadt lebt Tony Cragg, der erfolgreichste Bildhauer der Welt, in friedlicher Koexistenz mit unzähligen, oft ehrenamtlich aktiven Zukunftskünstlern und Zukunftskünstlerinnen. Meine Stadt tanzt, und wenn meine Stadt in fünf Jahren 100 Jahre alt sein wird hat sie hoffentlich ihr (Pina Bausch) Zentrum neu erfunden. Meine Stadt war mal sehr reich. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Jetzt ist meine Stadt arm. So arm, wie jedes dritte Kind, das in Wuppertal lebt. Die Armut und ihre gesellschaftlichen Folgen bilden sich immer mehr im Stadtbild ab und das, obwohl der berühmteste Sohn Wuppertals, der junge Friedrich Engels, zusammen mit Karl Marx, in denkwürdigen Schriften bereits vor fast 200 Jahren auf die Auswirkungen Industrieller Revolutionen, die nicht mit dem Versuch einer Lösung der sozialen Frage einhergehen, aufmerksam machte. Durch Armut auf den Straßen und bei uns auch auf den Trassen, entstehen im Moment Alltagserfahrungen, die Wuppertal bald seiner potenziellen Anziehungskraft berauben könnten. 

 Eine neue Strategie muss also her. Hier mein Vorschlag: die extraordinäre, künstlerische Intelligenz dieser Stadt muss mehr mit den Künstlerinnen und Künstlern die hier leben und arbeiten in Verbindung gebracht werden, denn auch die lokalen Größen leisten in und für Wuppertal jeden Tag Pionierarbeit. Die Anzahl der künstlerischen Projekte der Wuppertaler Künstlerinnen und Künstler wächst und wächst, trotz oft prekärer Begleitumstände, und das Angebot ist noch erfreulich vielfältig. Ja, der Gestaltungswille der Bürgerinnen und Bürger in Wuppertal ist eine großartige Leistung, die hier bei uns allerdings gerne wie ein Gottesgeschenk entgegengenommen wird. Es wird in Zeiten knapper Kassen und drohender Haushaltslöcher, meist ...]]></description><pubDate>Wed, 30 Oct 2024 00:56:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-tal-der-kuenstlerischen-intelligenz</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-844]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das Unerwartete hat es schwer]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-unerwartete-hat-es-schwer</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/842/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/842/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Max Christian Graeff 

 Sonntagabend am Frankfurter Hauptbahnhof, die Bahnsteige sind voll mit erschöpften Menschen: Die 76. Buchmesse ist beendet. Diesmal kam ich von einem Job anderswo und wurde beim Umsteigen etwas sentimental, da die weltgrößte Messe für Gedrucktes einst ein unumstößlicher Jahrestermin war, an dem sich freiberufliche Tätigkeiten und manchmal das wirtschaftliche Überleben des nächsten Jahres entscheiden konnten. In den Jahren als Buchhändler fragten wir uns auf der Rückfahrt, ob wir richtig eingekauft oder wieder zu viele Bücher geordert hatten, die uns selbst sehr, jedoch in Elberfeld sonst niemanden interessierten. Als Auftragsautor habe ich mich von den Auslagen vieler Hundert Verlage aus aller Welt inspirieren lassen, hab selbst Ideen gepflanzt und massiven (Lern-)Stoff inhaliert, über Kulturen der Vergangenheit und Gegenwart. Und drumherum viel erlebt, zuweilen anderswo geschlafen als geplant und wesentliche Menschen beobachtet, von Günter Grass bis Mohammed Ali oder Lotti Huber. Einmal bin ich im Getümmel voll in den Bauch von Helmut Kohl gerannt. Er hat wohlig gegrunzt! 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Die Buchmesse hat sich seither völlig geändert. Der Treffpunkt für die Aktiven ist in elektronischer Zeit nicht mehr so wesentlich, internationale politische Diskurse und Statements sind seltener geworden, der Handel bestellt kaum noch live vor Ort und die ganze Branche kämpft – auch bei partiell steigenden Umsätzen – mit sinkender Aufmerksamkeit. Die Besucherzahlen sind nur dank aufwendiger Erlebnisinszenierungen stabil: Im Fokus standen dieses Jahr die „New Adults“, Jugendliche und sich jugendlich gebende Erwachsene. Die Kunden unter 20 Jahren sind sogenannte Wachstumstreiber im Buchmarkt; sie lesen im Durchschnitt 25 Minuten am Tag, etwas mehr als vor der Pandemie. Allerdings kaum den feuilletonistischen Kanon, das Unerwartete, Experimentelle oder Weltrelevante, sondern Genres, die speziell für sie erfunden ...]]></description><pubDate>Wed, 23 Oct 2024 23:45:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-unerwartete-hat-es-schwer</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-842]]></dc:identifier></item></channel></rss>