﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 10:09:30 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Dezember 2022</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/dezember-2022-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/dezember-2022-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Geduld ist das romantische Element in dieser postnormalen Zeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/geduld-ist-das-romantische-element-in-dieser-postnormalen-zeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/535/aennelowisch.jpg" length="218629"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/535/images/aennelowisch-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Aenne Lowisch​ 

 Meine Mutter Tine Lowisch hat sich dieses Jahr zu Weihnachten gewünscht, dass ich heute einmal die Kulturkolumne für sie übernehme, also schenke ich ihr gerne ein paar meiner Gedanken. Zum Beispiel darüber, wie es ist, von den Eltern wegzuziehen. Dies ist für manche ein großer und für andere ein kleinerer Schritt. Für mich war es irgendwas dazwischen. Für die Zeit zwischen den Jahren ist es üblich, zur Familie zu fahren. Das habe ich auch gemacht und bin das erste Mal wegen Weihnachten zurück nach Wuppertal gekommen. Bei den Freund*innen, mit denen ich im Vorfeld über die nun überstandenen Festtage gesprochen habe, dominierten eher die negativen Gefühle. 

   
Aenne Lowisch - Gemalt von Andreas M. Wiese 

 Der Wunsch kam auf, den Druck rauszunehmen, denn es ist für viele von uns schwer, ein Fest zu feiern, an das kaum noch geglaubt wird. Einige fühlen sich im Moment einsam, streiten mit ihrer Familie, entfliehen, kommen stattdessen lieber in selbst gewählten Konstellationen zusammen. Über die Kultur des Schenkens wurde in meinem Umfeld auch viel gesprochen. Klar ist: nur die, die eine wirklich gute Idee für jemanden haben, wollen etwas verschenken. Pflichtgeschenke machen für uns einfach keinen Sinn mehr. Wenn Geschenke nicht von Herzen kommen, werden sie lieblos. Ich denke, dass es das verpflichtende Schenken zu Weihnachten irgendwann überhaupt nicht mehr geben sollte. Meine Eltern und ich machen da schon seit Jahren nicht mehr mit. Ich freue mich immer sehr, meine Eltern zu besuchen, meine Kernfamilie. Darüberhinaus gibt es da aber noch weitere Menschen, die ich zu meiner Familie wähle, weil ich sie einfach auch sehr liebe. Ich wünsche mir schon lange, beide Familienkonstrukte miteinander zu verbinden. Mit diesem Wunsch bin ich nicht alleine. Viele, die ich kenne, können gut nachvollziehen, dass ich mir für Weihnachten eine lange Tafel vorstelle, an der alle sitzen, die ich mag. Sehr utopisch... 

 „Geduld ist das romantische ...]]></description><pubDate>Wed, 28 Dec 2022 02:54:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/geduld-ist-das-romantische-element-in-dieser-postnormalen-zeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-535]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nichts hat keinen Grund]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nichts-hat-keinen-grund</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/534/andreasbaer.jpg" length="198427"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/534/images/andreasbaer-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Andreas Bär 

 Da fragte mich einer, ob ich etwas schreiben könne, und ich antwortete, dass ich eventuell nichts Neues zu erzählen hätte. Grund dieses Ausweichmanövers waren Sorgen um die bevorstehende Aufführung meiner drei Kurzopern „Hinfort mit dem Schleier“, „Gli Sparafucili“ (frei übersetzt: „Die Schrotflinten“) und „Irgendwas mit Beethoven“. Ich befürchtete krankheitsbedingte Ausfälle im Ensemble, ausbleibendes Publikum und finanziellen Ruin. Als ich andeutete, dass meine Gedanken den Lesern vielleicht nichts böten, versicherte man, mir fiele schon was ein. Da schien mir schon der Glaube daran das Nichts parodieren zu wollen. 

   
Andreas Bär 

 Nichts hat aber keinen Grund. Es braucht auch keinen. Es zerzaust seit je die Frisuren der denkenden Menschen und es klopft an die Türen der zu spät Aufstehenden. Alle reiben sich verwundert die Augen und fragen: „Warum habe ich es nicht geschafft? Wie ist die Zeit nur so schnell verstrichen und wieso habe ich alle Gelegenheiten verpasst?“ Schließlich verhallen all diese Fragen ins Nichts, wo kein Ohr existiert, kein Sinn, keine Wahrnehmung, kein Gefühl. Einst wird alles Leben des Planeten dorthin gewandert sein. 

 Kurzoper „Stroboskop mit Langzeitintervall“ 

 „Ein Winter liegt auf bleichen Wäldern. / Kahles Geäst zwischen frierenden Feldern. / Der Mond eine silberne Scheibe wie Eis. / Die irdene Schwester, gekleidet in Weiß. // Dort hat eine eisige Flocke aus Schnee / die Erde in einsamer Stille geküsst, / dass zärtlich bedeckend einst schmelzendes Weh / ihr frierendes Antlitz nun wärmen müsst.“ – So klingt die finale Arie meiner letzten Kurzoper „Stroboskop mit Langzeitintervall“ über das Ende der zyklischen Wiederholung von Machtmissbrauch, welches wahrscheinlich mit dem Ende der Welt zusammenfällt. Davon sind wir, in Zeiträumen von Lebensspannen gedacht, wohlwollend mindestens zwei bis drei Zyklen entfernt. Dann werde ich bereits mit dem großen Nichts Bekanntschaft gemacht haben. 

 Was haben ...]]></description><pubDate>Tue, 20 Dec 2022 21:56:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nichts-hat-keinen-grund</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-534]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst und Vermittlung sind weder Trendsport noch Kinderspiel]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-und-vermittlung-sind-weder-trendsport-noch-kinderspiel</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/532/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/532/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Heiliger Bimbam, was treiben wir da unverdrossen? Die Zahl der alpinen Schneekanonen hat sich seit Greta Thunbergs neuntem Geburtstag verdoppelt, auch zum Krisensilvester sind Fernreisen der Hit, und im nächsten Jahr gehen noch größere Kreuzfahrtschiffe mit besten Gewinnvorsätzen auf Jungfernfahrt. Alle Kollateralnutzen der Lockdowns sind verdampft. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Allein die Transportnetze der deutschen Weihnachtsbaum-Saison spülen weitere 150 Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere, als Nachschub fürs Ocean Plastic, dem Greenwashing unserer Gier nach dem Schönen. Dafür kann man doch mal junge Menschen mit überlebensrelevanten Interessen nachhaltig als Terroristen brandmarken, um davon abzulenken, dass das gewaltsame Aufrechterhalten von Gemütlichkeit und die eskalierende Ignoranz viel eher zum Begriff des Terrors passen, zur systematischen Verbreitung von Schrecken, um Menschen gefügig zu machen. Von den paar gerammten Eisbergspitzen des kalt geplanten Terrors von als Mitte getarnten Rechtsextremen ganz zu schweigen, denn über allem liegt doch gerade der Glimmer der Liebe – und den haben wir uns, verdammt, doch wohl verdient … 

 In einer ersten Textfassung ging es hier mit kulturellen Aspekten des Terrorismus weiter, doch das glitt anmaßend ins Zynische und traf keinen Kern. Doch wie lassen sich diese Themen in aller Vorsicht und genügend kräftig umkreisen, um ihnen Töne zu entlocken, die den Selbstzweck und die Gefälligkeit überklingen und die einen selbstständig wirkenden Nachhall erzeugen, der die Menschen fern von Predigt und Pädagogik zu einem anderen Blick aufeinander motiviert? Das ist eine der gewaltigen Aufgaben der Kunst, unlösbar und jeden Morgen von Neuem anzugehen, immer wieder bei der Ratlosigkeit ansetzend, beim Nichts und bei allem, beim Rätsel der Existenz und beim unbegreiflichen Willen, diese schon allein durch die Behauptung zu zerstören, dass man besser, stärker und ...]]></description><pubDate>Wed, 14 Dec 2022 08:59:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-und-vermittlung-sind-weder-trendsport-noch-kinderspiel</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-532]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Gemeinsam in eine solidarische Zukunft tanzen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinsam-in-eine-solidarische-zukunft-tanzen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/529/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/529/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Mehr als 16 Jahre lebe ich nun schon in Wuppertal. Als ich von Hamburg aus nach Wuppertal zog, haderte ich. Die Stadt erschien mir verschlossen, kalt, unvertraut. „Wuppertal kackt ab“ hieß es auf einer Postkarte. Erst über die Jahre hinweg habe ich das Hier-Leben lieben gelernt. 

   
Uta Atzpodien - Foto - Ralf Silberkuhl 

 Ein Vorbote dieses etwas holprigen Einlebens war 2006 ein Schlüsselmoment, der Wärme und Menschlichkeit verströmte, an dem ich mich zuhause angekommen fühlte. Dies war ein Abend im Salon des Café Ada, mit einem inspirierenden kulturell vielfältigen Flair, ausgelassen tanzenden Menschen, samt Tanztheater. Dieser mich berührende Flair flackert bis heute immer mal wieder auf. Am vergangenen Freitagabend durfte ich erst im Szenario der Insel in der ersten Etage, dann unten im Café diese Stimmung neu erleben: „White & Black“, eine Tanzperformance aus drei Stücken mit Tanzfilmelementen, die der langjährige Tanztheatertänzer Fernando Suels, die Tänzerin Giorgia Madamma und der Musiker Marco Badascia erarbeitet haben, der erste Teil in Choreografie von Malou Airaudo. Die künstlerisch in ihrer Aura und feinen Präsenz tief bewegende Arbeit ist zugleich ein Netzwerk aus Lebenslinien, zwischen der Folkwang-Hochschule in Essen, dem Tanztheater in Wuppertal, Italien, ein künstlerisch wanderndes Auf-der-Welt-sein. Ähnlich wie auch beim „Literatur auf der Insel“-Abend kürzlich mit Emine Sevgi Özdamar ist mir der Wert der Kultur, des kulturellen Erbes so spürbar geworden: Er liegt in einer authentisch-menschlichen, qualitativ hochwertigen Kunst, in Persönlichkeiten, Erfahrungen, gewachsenen Verbindungslinien, wie sie mir der „White & Black“-Abend wieder deutlich gemacht hat. 

 Wie gut, dass der moderne Tanz als „Quelle des sozialen Zusammenhalts“ kürzlich von der Unesco zum immateriellen Welterbe ernannt wurde. Mit Blick auf Pina Bausch verlebendigen für mich das kulturellen Erbe insbesondere jene, die aus den wertvollen ...]]></description><pubDate>Wed, 07 Dec 2022 12:29:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinsam-in-eine-solidarische-zukunft-tanzen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-529]]></dc:identifier></item></channel></rss>