﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 18 Apr 2026 22:37:48 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Oktober 2021</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2021-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2021-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das Lesen ist bunt!]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-lesen-ist-bunt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/362/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/362/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Chistian Graeff 

 Verflixt: Kaum gab der Spätsommer kurz Gelegenheit, um die verspannten Gliedmaßen zu strecken, setzte ein stürmisches Brausen ein: Bundestagswahl, Kartoffelferien, Buchmesse, Gewürzspekulatius schon ausverkauft, obwohl noch die Ringelblumen blühen: Es geht Schlag auf Schlag dem Ende entgegen. Stau vor den Containerhäfen der Welt! Auf den fetten Kähnen dümpelt der Nachschub an allem, was wir wollen und kaum mehr bekommen, es sei denn, wir kaufen es jetzt! Beeilen Sie sich: Wenn die Lichterketten in den Straßen hängen, ist es schon zu spät. Und für einmal trifft es sämtliche Interessen, denn die Halbleiter sind ebenso knapp wie das Papier. Vom Lametta ganz zu schweigen … Eine bizarre Situation, die fast aus einem Buch stammen könnte, das vor 36 Jahren erschien: »Afrika liegt weiter südlich« hieß der Storyband des Wuppertaler Dichters und Verlegers Alfred Miersch, der am 15. Dezember 70 Jahre alt wird. (Ich schreibe es so früh, damit Sie noch ein Geschenk für ihn bekommen!) 

   
Max Chistian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Drei Jahre nach Mierschs »Afrika« erschien »Nervous Conditions« (1991 auf deutsch: »Der Preis der Freiheit«) der in Simbabwe geborenen Schriftstellerin Tsitsi Dangarembga, die gerade den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt. Der Roman, erster Teil einer Trilogie, findet sich in der Liste »Africa’s 100 Best Books of the 20th Century« von 2002 – übrigens zusammen mit über einem Dutzend Autor:innen, mit denen der hiesige Peter Hammer Verlag eine Vorreiterrolle in der deutschen Verlagslandschaft einnahm. Dass Werke aus den Literaturen des zweitgrößten Kontinents die ganze Welt mitgestalten, ist noch lange nicht in unserer Wahrnehmung verankert; vielleicht schämt sich der Kuschelmarkt der schönen Bücher noch zu sehr für die Ahnung, was moderne afrikanische Erzählungen mit »uns« zu tun haben, mit den Elektroschrotthalden in Nigeria, dem Lametta, den Containerschiffen in der Warteschleife … Auch Abdulrazak ...]]></description><pubDate>Wed, 27 Oct 2021 10:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-lesen-ist-bunt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-362]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/vorsicht-ist-die-mutter-der-porzellankiste</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/361/kerstinhamburg.jpg" length="259079"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/361/images/kerstinhamburg-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Die spezielle Eigenschaft deutscher Mentalität und deutschen Denkens, Kunst und Kultur als eine Besonderheit, einen nicht der allgemeinen Gesellschaft zugehörenden Bereich zu betrachten, sozusagen zu dissoziieren, bietet Vorteile, aber auch zusehends Nachteile. 

   
Kerstin Hamburg - Foto: Andreas Fischer 

 Wir stellen die Kunst und Kultur auf einen Sockel, beurteilen sie aus der betrachtenden Perspektive oder konsumieren sie in irgendeiner Weise. Kunst wird inzwischen von unserer Nation in eine Schublade gesperrt. Von hier aus können wir sie sortieren, einordnen, katalogisieren und auch steuern. Der etablierten Hochkultur in Deutschland bringt diese Ausgliederung von Kunst und Kultur aus der „normalen“ Gesellschaft viel Ruhm und Ehr und damit auch Förderungen des Staates. Diese ist leider mit einem immens hohen Verwaltungsaufwand verknüpft, der Entwicklungen verhindert oder verzögert. Das Erlangen unterliegt teilweise frühkapitalistischen Strukturen. Nicht zuletzt verstärkt durch den zunehmenden digitalen Einfluss, der noch mehr Möglichkeiten der Kontrolle ermöglicht: „Wieviele Mitglieder Ihrer Zielgruppe möchten Sie erreichen? Wieviele Besucher hatten Sie?“ Selbst Education-Programme werden an Erfolgszahlen gemessen. 

 Das trennende Denken zu Kunst, Kultur und Gesellschaft bzw. Wirtschaft ermöglicht auch das schnelle Ausgliedern der Kunst beim Setzen von Prioritäten, was spätestens alle seit Ausbruch der Pandemie gemerkt haben sollten. 

 Doch Vorsicht: Selten begreifen wir, dass wir, und zwar jeder von uns, Teil von Kultur sind und sie damit tagtäglich beeinflussen. Schauen wir kurz in die Vergangenheit. Von jeher waren kreative Äußerungen Teil der menschlichen Existenz. Kreative Freiräume beflügeln schon immer wissenschaftliche und auch gesellschaftliche Entwicklungen. Doch die Verwaltung von Kunst und Kultur durch unsere Gesellschaft beflügelt nicht. Sie unterstützt nicht. Sie setzt nichts frei. Es gibt unzählige Beispiele von deutschen Dichtern ...]]></description><pubDate>Wed, 20 Oct 2021 13:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/vorsicht-ist-die-mutter-der-porzellankiste</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-361]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Einfach mal zuhören]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/einfach-mal-zuh246ren</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/358/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/358/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Im Sommergarten von Bob Campus, hinter dem Büro an der Wichlinghauser Straße, neben dem Viadukt, erklang am ersten lauen Herbstabend eine Stimmenvielfalt. Auftakt war „Arbeit:Mensch:Utopia“, eine 20-minütige filmische Porträtcollage, bei der Menschen sich selbst zuhören. Ein Austausch zu eigenen Arbeitserfahrungen, ein Wünschen für die Arbeit der Zukunft knüpfte an. Fast magisch war die Atmosphäre, ganz vertraut und wob sich zu einem Klangteppich der Arbeit zusammen: Geschichten aus der Kindheit, Bauchschmerzen am Morgen, beglückende Momente der Zusammenarbeit, Maloche, engagiertes Wirken. Das Zuhören begleitet mich weiter. Wie erfrischend es den eigenen Horizont weiten und Menschen in ihrem Anderssein in eine vorher nie wahrgenommene Nähe bringen kann: Einfach mal zuhören. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Warum ist das so wichtig? Für mich ist das Zuhören ganz eng mit einem Innehalten verbunden, einer (Selbst-)Reflektion, die uns in unserer so beschleunigt-gefährdeten Gesellschaft schnell abhanden kommt. Kunst und Kultur vermögen, dies eindringlich und tief zu verwurzeln. Darin besteht für mich eines ihrer besonderen Potentiale: Neben allen anderen Sinneswahrnehmungen begleiten mich wunderbare Geschichten. Erst jüngst über den Besuch von multiplikartiv in der Rathausgalerie, bei der mit „Kunst trifft Einzelhandel“ inmitten des sonst recht leerstehenden Kommerzgebäudes, über Galerien, Konzerte, Ateliers, Sprachlabore und tänzerische Interventionen mit afrikanischen Masken die kulturelle Vielfalt unserer Stadt fantasievoll zum Erblühen und Erklingen kam. 

 Bodo Berheide berichtete von der Projektgeschichte, erklärte, warum Kunst ein Nahrungsmittel sein kann, Mamadou Diallo sprach von den Ursprüngen der eindrucksvollen Holzmasken. Zuhören gestaltet sich in unserer von babylonischer Sprachvielfalt geprägten Stadt nicht immer einfach. Anfang November lädt ein Gastspiel aus Berlin mit „Minenfeld Dolmetschen“, eine Gruppe um ...]]></description><pubDate>Wed, 13 Oct 2021 08:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/einfach-mal-zuh246ren</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-358]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Haben wir uns verloren?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/haben-wir-uns-verloren</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/356/torsten-krug.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/356/images/torsten-krug-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Eigentlich handelt diese Kolumne von der sogenannten freien Kulturszene. Aktuell gehört die Oper Wuppertal auch ein wenig dazu. Vergangenen Sonntag eröffnete sie ihre Saison mit der Händel-Oper „Julius Caesar“. Bei der Begrüßung im Malersaal auf dem Gelände der Firma Riedel meine ich dem Intendanten Berthold Schneider die besondere Emotionalität dieses Ereignisses anzuhören: Seit Oktober 2020 konnten die Sängerinnen und Sänger nicht mehr in direkten Kontakt mit ihrem Publikum treten! Nach den Wirren der immer weiter verlängerten Schließungen durch die Corona-Schutzmaßnahmen hieß es im Sommer für die Oper „Land unter“, und so behilft sich das Ensemble mit Ausweich-Quartieren, leider auch außerhalb Wuppertals. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Was für ein symptomatisches Bild für unsere Zeit: Eine Oper möchte aus dem Corona-Schlaf (in dem sie fleißig Traumbilder gestreamt hat) erwachen und findet sich überschwemmt von einer Flut! Nichts ist mehr, wie es war. Auch die Selbstvergewisserung, welche die Pflege von bisweilen Jahrhunderte altem Repertoire, die immer neue Auseinandersetzung mit einem Kanon einer Gesellschaft bieten kann, selbst sie scheint gefährdet. Und behauptet sich doch: Zwar verband sich der Raum des Malersaals nicht sonderlich mit dem Stück, konnte man die Musik in der eingeschränkten Akustik der hohen Werkstatt nicht immer perfekt ausgewogen hören, doch lieferten Orchester und Sängerensemble wie gewohnt höchstes Niveau und eine große Intensität. 

 Kultur ereignet sich. Überall. Das ist die Erkenntnis, die sich mir aus dieser krisenhaften Zeit aufdrängt, und beinahe möchte ich jede Veranstaltung gerade nur noch durch dieses Brennglas wahrnehmen: das Ereignis. Zu dem wir alle zusammen an einen Ort gekommen sind, um einen Ton, eine Sprache, eine Bewegung zu teilen, und die Stille danach. Um uns gemeinsam, gleichzeitig berühren zu lassen. Um öffentlich Nähe zu erleben. Fast möchte man ein religiöses Bild ...]]></description><pubDate>Wed, 06 Oct 2021 08:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/haben-wir-uns-verloren</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-356]]></dc:identifier></item></channel></rss>