﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 02:04:25 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Januar 2023</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2023-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2023-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wieder flüssig werden, nicht überflüssig]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wieder-fl252ssig-werden-nicht-252berfl252ssig</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/544/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/544/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Letzte Woche schrieb Herr Becker in seiner famosen Kolumne Kritisches zur Bedrohung aus der Digitalretorte, der „Künstlichen Intelligenz“, die wir neuerdings alle befragen können. In vielen oft ebenso lesenswerten Artikeln (zum Beispiel auch in Tine Lowischs FNWK-Kolumne vom 16.10.2018, nachzulesen auf   www.fnwk.de  ) glüht neben dem Staunen über die Kraft der Erfindung auch die Sorge über ihre Nebenwirkungen: Die Suche nach der Ausstattung einer Beschreibung oder Meinungsäußerung, manchmal nach dem ganzen Verbund aus Wand, Tapete und Bilderschmuck der Sprache durch eine Maschine beenden zu lassen, mag für manche ein Segen sein. Da der Gedanke jedoch unabhängig davon, ob die Ausdruckskraft ungeübt oder trainiert ist, meist direkt beim Sprechen entsteht, raubt der Apparat uns mit jedem glänzend polierten Produkt das Wichtigste: die Wirkung von Fehlern, Stammeleien, Irrwegen, von persönlichen oder regionalen Färbungen, eben die individuellen Zeugnisse unseres Suchens. Das künstliche Ergebnis erfüllt den Wunsch nach Selbstermächtigung so, wie es einige Böller-Großkunden vor Silvester auf TV-Nachfrage formulierten: „Ich hab’ jetzt jahrelang nichts gemacht; ich muss endlich wieder mal was machen.“ Nun dürfen sie das Schreiben befehlen. 

   
Max Christian Graeff - Foto C. Paravicini 

 Der uralte Wunsch, sich in bangen Tagen in einer auseinanderfliegenden Welt nicht machtlos fühlen und „etwas machen“ zu wollen, wurde einst durch kulturelle Handlungen bedient, zum Beispiel durch den Karneval: Verkleidungen und Pointen basteln, sich neue Gesichter geben, gemeinsame Ekstasen vorbereiten – auch das konnte Kunst sein oder zur Kunst führen; heute wirds im Netz bestellt und selbst die Büttenrede schreibt die „KI“. Wird nun in Tagen, an denen die Nachrichten vom Sprechen über Stahlgebilde und Feuerkraft beherrscht sind, sogar das hohe Gut der liebenswerten Blödheit, des Nichtwissens, des Um-den-Verstand-Redens überflüssig? Wo doch die ...]]></description><pubDate>Wed, 25 Jan 2023 13:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wieder-fl252ssig-werden-nicht-252berfl252ssig</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-544]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Freiheit für die "Meckerfott"]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/freiheit-f252r-die-meckerfott</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/540/ulrichrasch.jpg" length="270000"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/540/images/ulrichrasch-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Ulrich Rasch, Musiker 

 Seit über 40 Jahren beschäftige ich mich als Pianist hauptsächlich mit schönen Klängen, vom Repertoire des „American Songbook“ über Pop, Soul und Funk der 70er-Jahre bis hin zur heutigen Musik. Ich arbeite in Theater- und Musicalprojekten, spiele mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt und gebe Konzerte mit eigenen Kompositionen; dazu kommt der Unterricht. Ich lebe also vollbeschäftigt in dem einst von mir gewählten Fach. 

   
Ulrich Rasch - Foto: Stefan Fries 

 Zugleich ist mir eine Show ganz anderer Art besonders wichtig geworden: Die „Talfahrt“, der satirische Jahresrückblick für Wuppertal, für den ich zusammen mit den sprachgewandten Kollegen Jürgen H. Scheugenpflug und Jens Neutag seit nunmehr 13 Jahren im Dezember und Januar auf der Bühne stehen darf. Mit meist leichtfüßigen Songs und Einspielungen zählt dieses Format eigentlich nicht zu meinem musikalischen Kerngeschäft und ich selbst brillierte vorher höchstens unfreiwillig als „Comedian“. Warum also wuchs mir die Talfahrt so besonders ans Herz? 

 Kunst, Unterhaltung und Weltgeschehen sind für mich nicht getrennt; ich möchte immer über alles Bescheid wissen, was uns alle angeht. Täglich verfolge ich die Nachrichten und bin seit Urzeiten Abonnent der Westdeutschen Zeitung. Ja. Zusammen mit der Rundschau und der WDR-Lokalzeit fühle ich mich zu lokalen Themen gut informiert. Und gerade diese sind es, die mich oft auf die Palme bringen – von Kleinigkeiten wie der Fehlplanung des Döppersbergs über die finanzielle Nicht-Ausstattung des Kulturbüros bis zu unfähigen Politikern in Stadt und Land … 

 Unsere Stadt ist an Aufregungen ungemein reich. Bei der Talfahrt bringen wir sie auf die Bühne und stellen unangenehme Fragen; wir decken nichts auf, aber wir klagen Missstände an, machen uns lustig über fragwürdige Entscheidungen und Fehlbesetzungen, nehmen kein Blatt vor den Mund, übertreiben gerne und sind auch mal hemmungslos ungerecht, weil Satire das nicht nur darf, ...]]></description><pubDate>Wed, 18 Jan 2023 11:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/freiheit-f252r-die-meckerfott</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-540]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Innehalten, Staunen und Tun]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/innehalten-staunen-und-tun</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/537/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/537/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht?“ heißt es zu Dörte Hansens Roman „Mittagsstunde“. Mit ihrer unverwechselbaren sprachlichen Poesie, ihrem Feinsinn für skurrile Eigenwilligkeiten entführt die Autorin nach Norddeutschland, in eine raue Gegend auf dem Land. Literatur kann so einzigartig Kultur vermitteln, Brücken bauen zu Orten, Menschen und uns alle bewegenden Fragen. Mich begleitet Hansens Buch bei ein paar Tagen Auszeit an der See, in Husum, dem Geburtsort der Autorin, fern meiner Heimat Wuppertal. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Schon vorher, in der Zeit zwischen den Jahren, in den ersten Tal-Tagen im Neuen, das langsam Fahrt aufnimmt, wurde spürbar, wie wichtig Momente des Durchatmens sind. „Innehalten und Staunen“ hieß es kürzlich in einem Radiobericht, um jene Augenblicke zu umschreiben, die uns sinnlich und tief erfahren lassen, was uns wirklich wichtig und von Bedeutung ist. An der See, in der Natur, beim Lesen, Musik hören, erlebe ich es. Erfahre es, wenn Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, auch Prominente, uns verlassen: so wie jüngst der brasilianische Fußballer Pelé, der Menschen allen Alters mit seiner Kunst beeindruckt und sie wie kein anderer miteinander verbunden hat, oder die provokative, visionäre und wunderbar beharrliche Punk-Designerin Vivien Westwood mit all ihren Aktionen. 

 Kriege, Klimakatastrophen und wachsende Polarisierungen der Gesellschaft stellen uns weltweit vor drängende Herausforderungen. All diese bedrohlichen Erfahrungen gehen einher mit einer sich überschlagenden Schnelllebigkeit. Mir nimmt all dies immer wieder den Atem. Zugleich erlebe ich klare Haltungen und Handlungen, die auf Gemeinschaftlichkeit aufbauen. „Bottom up“ finde ich sie viel eher als in Führungsebenen. In seinem jüngst veröffentlichten Gedicht „Sich einen Reim machen. Auf die neue Freundlichkeit“ schreibt Satiriker Thomas Gsella über die aktuell zerreißenden Kluften zwischen den ...]]></description><pubDate>Tue, 10 Jan 2023 23:19:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/innehalten-staunen-und-tun</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-537]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Was bleibt?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/was-bleibt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/536/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/536/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Im Oberösterreichischen Hallstatt, im Innern des ältesten bekannten Salzbergwerks der Welt, entsteht seit etwa zehn Jahren ein analoges Archiv für die Menschheit. Analog deshalb, weil es Jahrtausende überdauern soll, und unser ganzer digitaler Kram, der so unsterblich tut, im Laufe nur weniger Generationen verfallen sein wird. Vint Cerf, der Vize-Präsident von Google und damit einer, der das von Informatikern so benannte »digital dark age« mitprägt, ist davon überzeugt: im nächsten Jahrhundert wird kein digitales Artefakt der heutigen Zeit mehr lesbar sein. Viele Datenträger haben eine kurze Lebensdauer oder werden unbrauchbar, wenn die Technik fehlt, um sie auszulesen. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Im Übrigen verbrauchen digitale Archive Strom – die etwa 50 000 Rechenzentren, die es derzeit in Deutschland gibt, jährlich mehr als die Stadt Berlin. Dies bringt mich zu der Frage, wie wir Wissen weitergeben. Aktuell befinden sich unsere Gesellschaft, ihre Irrwege und auch ihre Errungenschaften in einem radikalen Umbruch. Manchmal scheinen die Veränderungen nicht schnell genug zu gehen. 

 Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass der Austausch zwischen den Generationen abnimmt. Eine junge Generation teilt die Erkenntnis, möglicherweise der »letzten« anzugehören, die, ökologisch gesehen, noch etwas reißen kann auf unserem geschundenen Planeten. Manch älterer Mensch fühlt sich angegriffen oder sieht alles infrage gestellt, was ihm etwas bedeutet. Vereinzelung und der Rückzug ins biedermeierlich-Digitale scheinen diesen Prozess zu verstärken. Oft – dies hat auch unsere (Gast-)Kolumne in der vergangenen Woche gestreift – kulminiert diese Erfahrung an Weihnachten, wenn die Generationen aufeinandertreffen und sich – manchmal – nur wenig zu sagen haben. 

 Für ein Projekt zum einhundertsten Geburtstag von Karl Otto Mühl (die Aufführung wird am 26. Februar im Theater am Engelsgarten sein) habe ich die Journalistin und langjährige ...]]></description><pubDate>Tue, 03 Jan 2023 21:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/was-bleibt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-536]]></dc:identifier></item></channel></rss>