﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:56:19 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Was die Dunkelheit zeigt</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/was-die-dunkelheit-zeigt</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/was-die-dunkelheit-zeigt" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Was die Dunkelheit zeigt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/was-die-dunkelheit-zeigt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1052/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1052/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 In der letzten Woche beschäftigten mich die Themen „Licht und Dunkelheit“ sehr. Am Freitag war ich auf der Insel, um der eindrucksvollen Tanzperformance „Mayak“ von Kenji Shinohe beizuwohnen. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Die drei Tanzenden spielten virtuos mit den Gegensätzen von Licht und Dunkelheit, laut und leise, zusammen und allein, Führung und Selbstbestimmung, Hass und Liebe, dem Menschlichen und dem Unmenschlichen. Verrenkte Körper, die beinahe entgrenzt wirkten, und animalische Geräusche, die sich durch den Raum schoben, wurden durch Stroboskopimpulse noch einmal verschärft. Immer wieder löste sich das Geschehen vollständig in Dunkelheit auf, ließ das Publikum mit den eigenen Gedanken allein, um dann im nächsten Moment durch scharf gesetzte Lichtimpulse den Blick kompromisslos zu dirigieren. Kein Ausweichen, kein Hintergrund, keine Möglichkeit, sich zu entziehen. 

 Eine insgesamt dunkle Inszenierung entspricht in Timing und Tonalität genau dieser Jahreszeit. Interessant ist, wie stark wir gefühlsmäßig auf Dunkelheit reagieren. Das Fehlen von Licht schärft uralte Instinkte, lässt uns hellhöriger, wachsamer, mitunter ängstlicher werden, und nicht selten beginnen neutrale Bilder, sich im Dunkel zu verzerren, sich in unklare Umrisse des Alltags zu verwandeln. Grübeleien, die wir im hellen Sommer beiseiteschieben, finden jetzt Lücken, durch die sie sich nach oben arbeiten. 

 Die meisten kennen diesen gedanklichen Zustand wahrscheinlich sehr gut. 

 Gleichzeitig ist Dunkelheit nicht nur ein Ort für Ängste, sondern auch Raum für schöpferische Prozesse. Wenn weniger sichtbar ist, werden wir innerlich freier. Reize nehmen ab und unser Gehirn beginnt, das Ungesehene zu ergänzen, Leerstellen zu füllen. Ein Raum der Imagination entsteht, eine Innenschau, die in hell ausgeleuchteten Umgebungen oft keine Chance hat. Künstlerinnen und Künstler nutzen diese Kraft der Verdunklung seit Jahrhunderten: Das Verschweigen, das ...]]></description><pubDate>Tue, 09 Dec 2025 21:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/was-die-dunkelheit-zeigt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1052]]></dc:identifier></item></channel></rss>