﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 12 Mar 2026 11:22:08 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - 2025</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2025</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2025" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Frieden machen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/frieden-machen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1062/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1062/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 „Nicht alle von uns können große Dinge tun. Aber wir können kleine Dinge mit großer Liebe tun.“ Dieses Zitat von Mutter Teresa, das mir in der Weihnachtspredigt von Eva von Winterfeld in der Unterbarmer Hauptkirche begegnete, gab mir zu denken. Wir alle werden täglich konfrontiert mit „großen Dingen“ – und dadurch mit unserer scheinbaren Unwirksamkeit. Dabei sind wohl ausnahmslos alle „großen Dinge“ in dieser Welt durch kleine Schritte entstanden. Dadurch, dass jemand einfach angefangen hat, etwas bis dahin Unvorstellbares zu tun, beispielsweise Ende der 1970er Jahre in einem Berliner Hinterhof Solartechnik zu entwickeln. Das hat damals niemanden interessiert und schien auch keine Zukunft zu haben. Vergangenen Sommer wurde ich für die Eröffnung einer Gedenkausstellung zum achtzigsten Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima in der Alten Glaserei um einen Redebeitrag gebeten. Diesen entwickelte ich damals aus den „kleinen Dingen“ und den Erfahrungen in der lokalen Kulturarbeit, weshalb ich mir erlaube, ihn zum Jahresabschluss hier in dieser Kolumne zu veröffentlichen. 

  
 Torsten Krug - Foto Andreas Fischer 

 Sein Titel lautet „Frieden machen: 

 “ Frieden ist ein großes Wort. Ein Gefühl der Geborgenheit möchte sich ausbreiten bei seinem Klang, ein endgültiges Lösen aller Spannungen – bis hin zur „Ruhe in Frieden“. 

 „Si vis pacem, para bellum!“ – „Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg!“, lautet ein Zitat von Publius Flavius Vegetius Renatus, einem Kriegstheoretiker des 4. Jahrhunderts. Aktuell scheint dies europaweit die Losung zu sein. Gigantische Sondervermögen und ein drastisch wachsender Anteil unseres Bruttoinlandsprodukts sollen uns für den Frieden rüsten. Der Frieden basiert hier auf einer Vorstellung der Stärke, des Gerüstetseins. Es ist ein Frieden in den Kategorien des Krieges, ein realistischer Frieden, möglicherweise … 

 „Ich mache meinen Frieden“, heißt es in der deutschen Sprache, wenn wir uns mit etwas ...]]></description><pubDate>Wed, 31 Dec 2025 13:16:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/frieden-machen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1062]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Selbst-Geschenke als nostalgisches Symbol mit emotionalem Wert]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/selbst-geschenke-als-nostalgisches-symbol-mit-emotionalem-wert</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1061/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1061/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Was genau, ist eigentlich ein Ich-Geschenk? Als ich vor ein paar Wochen diesen Begriff das erste Mal bewusst lese, erklärt mir der Text, dass es sich bei diesem Vorgang wohl um einen neuen Trend zu Weihnachten handelt. Es heißt weiter, es gehöre mittlerweile zu einer neuen Form der modernen Fürsorge, sich selbst auch etwas unter den Weihnachtsbaum zu legen – sich also selbst zu beschenken. Und es gibt tatsächlich viele Gründe dafür. Nachdem meine erste Verwunderung dazu abebbt, denke ich, warum nicht? Das Schenken als menschlicher Impuls bleibt auch als Ich-Geschenk ein Aspekt der Freude – und es bleibt dabei sogar zwanglos und freiwillig. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Um die spontane Freude beim Auspacken des Geschenks an mich selbst nicht zu verlieren und den, sagen wir mal etwas eigennützigen Charakter dabei abzumildern, würde ich allerdings den symbolischen Akt des Verpackens im Vorfeld leicht überhöhen. Mir dabei sogar richtig Mühe geben, ihn zusätzlich zeitlich verlagern, um den Inhalt erst einmal wieder zu vergessen. Denn ehrlicherweise ist für mich der kurze, überraschende Moment des Enthüllens eines feierlich verpackten Geschenks erst der emotionale Kick, der mich mit meinen Wünschen in Einklang bringt, weil er sie mir tatsächlich erst bewusst macht. 

 Ich-Geschenke enttäuschen hierbei nicht und können ihren Warenwert glücklicherweise gänzlich vernachlässigen, denn da kann wirklich alles drin sein. Vom Wunsch bis zur Verwirklichung eines guten Vorsatzes für das neue Jahr, vielleicht sogar zum halben Preis. Studierende von der Fachhochschule für Ökonomie und Marketing (FOM) in München haben bei einer Befragung von 60 000 Menschen herausgefunden, dass gut ein Viertel der Menschen sich mittlerweile selbstverständlich selbst beschenkt. 

 Im Schnitt geben Selbstschenker dabei zwischen 50 und 170 Euro für sich aus. Die häufigsten Selbstgeschenke sind Bücher im Wert von um die 50 Euro. Noch liegt der ...]]></description><pubDate>Wed, 24 Dec 2025 15:26:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/selbst-geschenke-als-nostalgisches-symbol-mit-emotionalem-wert</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1061]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Plötzlich diese Zuversicht!]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ploetzlich-diese-zuversicht</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1055/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1055/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Heute früh musste ich nur aus dem Fenster schauen, um ins Nachdenken zu stürzen. Da saß der Dompfaff mitten in den Kernen, versperrte allen Zeternden den Weg und guckte einfach nur stur in die Hecke. Leiser Neid stieg in mir auf. Sofern er gerade dachte: Woran? Löste er endlich die Frage, ob die Euler-Mascheroni-Konstante irrational oder transzendent sei? Suchte er den letzten Reim für ein Adventssonett? Ich ließ ihn sitzen und stöhnte über eigene unlösbare Fragen. Der Zeitdruck ist enorm; mit Volldampf geht es in die stillen Tage, in denen wir uns mit dem Genuss der Ruhe höllisch beeilen müssen, bevor sie wieder vergeht. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Beim Kaffee sortierte ich die Flyer jüngst verpasster Veranstaltungen aus: Beste Vorsätze kamen nicht gegen die Pflichten an. „Performing Circular“ – die World-Cafés in der Utopiastadt und Färberei hätte ich gerne besucht und mit anderen neue, mögliche Wege zu mehr Nachhaltigkeit in freien Kunsttätigkeiten besprochen. Das Thema ist nicht frisch; manche treibt es seit Jahrzehnten um. Für ein Konzert nach Hamburg, zur Preview nach Paris? Immer au jour mit allem sein, für jede Band ein Mischpult und frischen Tanzteppich für alle Räume? 

 Auch wenn die technischen Ansprüche aller Aktiven enorm gestiegen sind: Ganz so schlimm war es noch nie, denn dafür fehlte stets das Geld. Es gab allerdings Jahre, in denen das Tauschen, Teilen und Zirkulieren nicht neu zu erfinden, sondern gang und gäbe war. Es funktionierte analog und ohne Handy; man musste aufmerksamer sein, sich kennen, mehr gemeinsam denken. Auch das Vertrauen galt als Förderung: Sogar das Opernhaus verlieh Scheinwerfer an Schultheater; es gab mehr Technik- und Materialpools, nicht nur von öffentlicher Hand. Es wurde improvisiert, gebastelt, repariert, die Bühnen waren niedriger, die Lichtgewitter milder. Die eigentliche Kunst blieb unbeschadet. 

 Heute nennt sich innovativ, was längst doch nur in Not ...]]></description><pubDate>Tue, 16 Dec 2025 22:08:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ploetzlich-diese-zuversicht</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1055]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Was die Dunkelheit zeigt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/was-die-dunkelheit-zeigt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1052/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1052/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 In der letzten Woche beschäftigten mich die Themen „Licht und Dunkelheit“ sehr. Am Freitag war ich auf der Insel, um der eindrucksvollen Tanzperformance „Mayak“ von Kenji Shinohe beizuwohnen. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Die drei Tanzenden spielten virtuos mit den Gegensätzen von Licht und Dunkelheit, laut und leise, zusammen und allein, Führung und Selbstbestimmung, Hass und Liebe, dem Menschlichen und dem Unmenschlichen. Verrenkte Körper, die beinahe entgrenzt wirkten, und animalische Geräusche, die sich durch den Raum schoben, wurden durch Stroboskopimpulse noch einmal verschärft. Immer wieder löste sich das Geschehen vollständig in Dunkelheit auf, ließ das Publikum mit den eigenen Gedanken allein, um dann im nächsten Moment durch scharf gesetzte Lichtimpulse den Blick kompromisslos zu dirigieren. Kein Ausweichen, kein Hintergrund, keine Möglichkeit, sich zu entziehen. 

 Eine insgesamt dunkle Inszenierung entspricht in Timing und Tonalität genau dieser Jahreszeit. Interessant ist, wie stark wir gefühlsmäßig auf Dunkelheit reagieren. Das Fehlen von Licht schärft uralte Instinkte, lässt uns hellhöriger, wachsamer, mitunter ängstlicher werden, und nicht selten beginnen neutrale Bilder, sich im Dunkel zu verzerren, sich in unklare Umrisse des Alltags zu verwandeln. Grübeleien, die wir im hellen Sommer beiseiteschieben, finden jetzt Lücken, durch die sie sich nach oben arbeiten. 

 Die meisten kennen diesen gedanklichen Zustand wahrscheinlich sehr gut. 

 Gleichzeitig ist Dunkelheit nicht nur ein Ort für Ängste, sondern auch Raum für schöpferische Prozesse. Wenn weniger sichtbar ist, werden wir innerlich freier. Reize nehmen ab und unser Gehirn beginnt, das Ungesehene zu ergänzen, Leerstellen zu füllen. Ein Raum der Imagination entsteht, eine Innenschau, die in hell ausgeleuchteten Umgebungen oft keine Chance hat. Künstlerinnen und Künstler nutzen diese Kraft der Verdunklung seit Jahrhunderten: Das Verschweigen, das ...]]></description><pubDate>Tue, 09 Dec 2025 21:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/was-die-dunkelheit-zeigt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1052]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Weitere Kreise ziehen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/weitere-kreise-ziehen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1051/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1051/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Wegen zum Handeln“ widmete sich vergangene Woche das Podiumsgespräch „Culture x Climate“ in der Akademie Remscheid. Diskutierend durfte ich mit erforschen, wie sich kulturell-künstlerische Praxis, Nachhaltigkeitswissenschaft und Psychologie gegenseitig befruchten können. Rahmen war eine Fachkonferenz für „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Ihr Titel bereits machte Mut: „Erfolgsgeschichten statt Weltuntergang: Mit positivem Storytelling den Klimawandel meistern“. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Raflf Silberkuhl 

 Jetzt mal ehrlich: Unsere Weltlage ist schmerzhaft und erfordert dringend neuen Schwung, um nicht in Ohnmacht, Lähmung oder Depression zu versinken. Nützliches Wissen zum Klimawandel gibt es seit Jahrzehnten, zugleich wird nicht ausreichend gehandelt, vieles wirkt rückläufig. Die COP30 ist als Weltklimakonferenz im brasilianischen Amazonas kürzlich zu Ende gegangen: Ein Regenwaldfonds wurde eingerichtet, zugleich bleiben die Ergebnisse weit hinter dem zurück, was notwendig wäre, so das Wuppertal Institut. Elefant im Raum seien fossile Energieträger. Trotz alarmierender Erderwärmung bleibe der notwendige Ausstieg noch aus. Positiv hingegen fielen in Brasilien die bunten zivilgesellschaftlichen Organisationen auf. „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich um die Dinge ziehen“ gab uns Rainer Maria Rilke vor vielen Jahren auf den Weg. Auch wenn mir angesichts der steigenden Anzahl autokratischer Systeme, Kriege, des Rechtsrucks und der beängstigend galoppierenden Zerstörung unseres Planeten flau wird und der Glauben an gesellschaftliche Weiterentwicklung schwindet, gibt es hoffnungsspendende Momente. Sie tun sich eher „von unten“ auf. 

 Vorige Woche in Berlin konnte ich bei Netzwerktreffen von „Performing for Future“ und mit bundesweit Aktiven des „Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit“ erleben, wie Engagement und kreative Lösungen bewegen und wirken. Parallel fand am HAU-Theater in Berlin „On Planetary Justice“ statt, ...]]></description><pubDate>Wed, 03 Dec 2025 08:38:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/weitere-kreise-ziehen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1051]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nach dem Applaus]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nach-dem-applaus</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1050/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1050/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 „Applaus ist das Brot des Künstlers“, heißt es gelegentlich mehrdeutig. Von der weit älteren Redewendung der „brotlosen Kunst“ war an dieser Stelle bereits die Rede. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Anfang letzter Woche fuhren sechs Menschen aus Wuppertal nach München, um an der diesjährigen Verleihung des Bundeskulturpreises Applaus-Award teilzunehmen. Sechs Menschen, drei aus dem Loch, drei von der Insel, die an diesem Abend mehrfach zu hören bekamen, wie ungewöhnlich stark doch Wuppertal immer wieder vertreten sei – manche Bundesländer kommen gerade auf einen Preisträger. Und in Wuppertal hätte es noch mehr Kandidaten gegeben. Wir sechs also repräsentierten in München nicht nur unsere Kulturorte, sondern auch unsere Stadt. 

 Solche Ereignisse sind schön und wichtig. Die Szene feiert sich und wird gefeiert, verdient sich Lorbeeren, die im Alltag oft schnell verblassen. Im Vorfeld war durchaus diskutiert worden: Welche Haltung sollten wir Wolfram Weimer gegenüber einnehmen? Ich persönlich habe dazu zwei Gedanken. Der erste: Wenn wir als Kulturort mit diesem Preis ausgezeichnet werden, nach München fahren und die Urkunde samt Preisgeld annehmen, welche vom Staatsminister für Kultur und Medien unterzeichnet ist, wäre es inkonsequent, beispielsweise ein Foto mit ihm zu verweigern. Er selbst ging dieser Möglichkeit dann wohlweislich aus dem Weg, indem er der Fotowand fernblieb. Der zweite Gedanke scheint mir noch wichtiger: Ein Problem, an dem unsere Demokratie unter anderem krankt, scheint doch, dass die demokratischen Kräfte zu wenig ihre Gemeinsamkeiten pflegen. Das Prinzip der Spaltung regiert allerorten. Herr Weimer mag Positionen haben, die ich persönlich oder viele aus der Kulturszene nicht teilen, ablehnen oder diskussionswürdig finden – doch er ist Demokrat. Selbstverständlich hätte sich niemand von uns neben einen Politiker jenseits des demokratischen Spektrums gestellt, doch dann hätten wir einen solchen Preis ...]]></description><pubDate>Tue, 25 Nov 2025 21:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nach-dem-applaus</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1050]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nichts kommt aus dem Nichts, denn auch Kunst machen ist Arbeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nichts-kommt-aus-dem-nichts-denn-auch-kunst-machen-ist-arbeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1039/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1039/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Tine Lowisch 

 Früher hieß es in unübersichtlichen Situationen, es sei besser, erst einmal abzuwarten oder eine Nacht darüber zu schlafen – vieles kläre sich von selbst. Am heutigen Buß- und Bet-Tag nehme ich mir also mal die Zeit, um zu überlegen, was ich bereue, woran ich glaube und worauf ich weiterhin vertraue. Um ein bisschen Abstand zu bekommen, verlasse ich dafür sogar mal meine Stadt und schaue mich ein bisschen um. Seit ich mir ein Deutschland-Ticket leiste, geht das ganz gut, wenn Zeit und Ziel dabei nicht so wichtig sind. Wenn ich die öffentlichen Verkehrsmittel nutze, befinde ich mich dabei mit allen Konsequenzen in Gemeinschaft, kann beobachten, zuhören und allein dadurch, dass ich Strecke mache, habe ich das Gefühl, auch gedanklich beweglicher zu sein. Moderat unterwegs zu sein, ist einfach ein guter Ausgleich. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Am vergangenen Sonntag (die Zeit reichte für einen kurzen Ausflug) war ich mit meinem Mann, trotz Novembernebel und Nieselregen, auf dem Geschwister-Scholl-Platz in Barmen begeistert, da wir genau in dem Moment vor Ort waren, als der Konzeptkünstler Samuel Treindl sein performativ entstandenes Betonobjekt ausschalte, aus seiner Form befreite. Dann, in der Kunsthalle Barmen, wo noch bis zum 14. Dezember die Ausstellung Ex Nihilo - Prozesse künstlerischer Arbeit läuft, haben wir uns im Anschluss sehr wohlgefühlt und uns in guter Atmosphäre mit anderen Besuchern über weitere, mögliche künstlerische Interventionen ausgetauscht. 

 Bei Künstlerinnen und Künstlern ist das normal, sie unterscheiden nicht zwischen Arbeit und Freizeit. Dieses Verhalten macht sie, neben vielen weiteren Faktoren, sehr verletzlich. Wer versucht, von seiner Kunst zu leben, geht keinen nachvollziehbar planbaren, geraden Weg. Vielmehr fühlt es sich manchmal an, wie in einem Hamsterrad, das man ständig selbst antreibt. Oder, wenn es gut läuft, wie in einem Kreislauf oder einem Flow, bei dem Zeit keine Rolle ...]]></description><pubDate>Tue, 18 Nov 2025 21:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nichts-kommt-aus-dem-nichts-denn-auch-kunst-machen-ist-arbeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1039]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst in der Zeit der Erwartungen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-in-der-zeit-der-erwartungen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1038/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1038/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Es kreischt und poltert durch das graue Licht; ein Scheppern, multiples Flügelschlagen und dann wird es still. Elster gegen Eichhorn, Dompfaffsingle gegen Amselpaar: Noch liegt kein Raureif auf den Beeten, da hat die Zeit des Neidens schon begonnen. Kuscheltiere kloppen sich um kleine Gaben, und sobald der Meisenknödelhalter dann am Boden liegt, verharrt die Welt und blickt in Richtung meines Küchenfensters. Moment, denke ich, es ist zwar Martinstag, doch neue Knödel gibts erst zum Black Friday; noch hängen viele Büsche voll mit Superfood. – Die Pädagogik des Gebens ist mitunter kompliziert; was macht man sozusagen richtig und was falsch? Was soll getan sein für die Gabe und was bekommt die gebende Hand dafür? 

   
Max Christian Graeff - Foto C. Paravicini 

 Die gemeinsam engagierten Teile der freiberuflich Kunst- und Kulturtätigen unserer Stadt, unter anderem im FNWK verbunden, haben dafür ein Einblicke gewährendes und Informationen austauschendes Element installiert, das relativ neu ist und doch bereits selbstverständlich scheint: Der Kulturrat wählte kürzlich erneut zwei Vertreterinnen, Thusnelda Mercy und Dr. Kati Trempler, welche die Interessen der freien Szene im neuen Kulturausschuss des Stadtrats beisitzend vertreten. Kann es funktionieren, das breite Spektrum verschiedenster Positionen unserer an künstlerischen Stimmen überreichen Stadt in einem Gremium abzubilden? Dieser Anspruch muss konstruktiv fallengelassen werden; die diversen Situationen sind seit jeher unvergleichbar. Doch Ohren und Meinungen in diesem Ausschuss präsent zu haben, ist in einer Zeit der das Gemeinwohl bedrohenden rechten „Kulturkampf“-Stimmung relevant. Hoffentlich erhalten die Vertreterinnen genügend Gelegenheit, um Verständnis zwischen den extrem verschiedenen Welten der Politik und der Künste zu befördern. Für die vielen ehrenamtlichen Stunden können wir anderen nicht genügend danken. 

 Der sich nähernde und von der Konsumgüterindustrie mit ...]]></description><pubDate>Wed, 12 Nov 2025 07:29:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-in-der-zeit-der-erwartungen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1038]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Zugehörigkeit ist lauter als Vernunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/zugehoerigkeit-ist-lauter-als-vernunft</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1034/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1034/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 „Es entsteht eine neue Offenheit für vermeintlich einfache Wahrheiten“, sagte Uwe Schneidewind in seiner inspirierenden Abschiedsvorlesung und untermalte darin, warum gerade eine wissenschaftsorientierte Politik in diesen Zeiten eine Herausforderung darstellt. In einer komplexer und unsicherer gewordenen Welt suchen Menschen nach Halt, Zugehörigkeit, nach jenen, die fühlen und denken wie sie selbst. Solche Gemeinschaften, oft als „Blasen“ bezeichnet, geben Sicherheit. Doch sie haben eine Kehrseite. 

   
Kati Trempler - Foto © Line Beckmann 

 In diesen Blasen zählt nicht mehr der zwanglose Zwang des besseren Arguments, sondern die Loyalität zur Gruppe. Die Funktion der Gruppe ist nicht die Erzeugung von Wahrheit und Erkenntnis, sondern die Herstellung von Verbindung. Wer dazugehören will, darf nicht zweifeln. Wer fragt, riskiert Ausschluss. In der Psychologie bezeichnet man diesen Mechanismus als „Ingroup-Phänomen“. Innerhalb der Gruppe gibt es die Tendenz, nur jene Informationen anzunehmen, die in deren Weltbild passen. Wir alle betreiben das, mehr oder weniger. 

 Auch ich lese lieber Texte, die mich interessieren und zu meinen bestehenden Überzeugungen passen, als solche, die unhandlich und schwer verständlich sind. So entstehen Echokammern, in denen wir uns sicher fühlen – und zugleich voneinander entfernen. Das bedeutete aber auch, dass wir mit Verstand und Argumenten nicht weiterkommen, wenn es doch um das Gefühl der Zugehörigkeit geht. 

 Im Buch „Heimat“ von Hannah Lühmann wird der perfide Mechanismus der Gruppenbildung dargestellt. Darin findet eine junge, schwangere Frau – von ihrem Mann verlassen, Mutter zweier Kinder – Halt in einer Gruppe rechtsextrem orientierter „Tradwives“. Diese Blase bietet ihr Zugehörigkeit und Sicherheit, so sehr, dass sie selbst die verstörendsten Aussagen ihrer vermeintlich neuen Freundinnen hinnimmt. Es ist ein beklemmendes und kaum aushaltbares Beispiel dafür, wie stark die Sehnsucht nach ...]]></description><pubDate>Wed, 05 Nov 2025 08:38:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/zugehoerigkeit-ist-lauter-als-vernunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1034]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Weiter mit Lebendigkeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/weiter-mit-lebendigkeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1031/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1031/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Weitertragen, weitersagen“ ergänzte eine Zuschauerin das fulminante Abschlussgespräch zur Finissage der Werkschau „paths through my garden – Kunst von Mark Sieczkarek“ im entstehenden Pina Bausch Zentrum. Mit überwältigender positiver Resonanz auf das facettenreiche Werk an Choreografien, Kostümen, Bühnenbildern, bildender Kunst und Filmen ging sie mit vollem Haus und allgegenwärtig inspiriertem Staunen am letzten Sonntag zu Ende. Erfülltsein und Trauer um den nur wenige Wochen zuvor verstorbenen Künstler und Freund gingen oder tanzten sogar Hand in Hand. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 In Sieczkareks Film „Streetwear“ tauchten am letzten Abend Tänzerinnen und Tänzer in kuriosen und vom Künstler selbst gefertigten Kostümen an verschiedenen Orten der Stadt auf, eine Ode und Liebeserklärung an Wuppertal. Im Fokus des Gesprächs stand, wie aus der künstlerischen Arbeit mit Mark eine – von Freiheit, Experimentierfreude und Hingabe geprägte – offene Beziehung zur Welt möglich wurde, so die Tänzerin Julie Shanahan und der Tänzer Kenji Takagi. Im Umgang mit dem künstlerischen Nachlass wünschte sich Takagi Mut. Schon der Leiter des Deutschen Tanzarchivs Thomas Thorausch und Kooperationspartner der Werkschau verwies auf interagierende Potenziale von Archiven. Helge Lindh hob als Bundestagsabgeordneter und Schirmherr des Werkschau-Trägers „Tanzrauschen e. V.“ den Charakter der gelungenen vielseitigen Werkschau als ein Pilot dafür hervor, mehr Räume und Ressourcen für einen – von Spielfreude und lebendiger Verbundenheit geprägten – Umgang mit künstlerischem Nachlass zu fördern. Im Pina Bausch Zentrum under construction war dies eine wegweisende Erfahrung. Mit der Tanzperformance „This is a premiere“ von Cristiana Morganti und Emanuele Soavi reisen nun zwei von Sieczkareks Kostümen in die weite Welt. Spannend bleibt gerade jetzt, wo sich weitere Formen und Wege auftun, um das Werk Mark Sieczkareks lebendig weiterzutragen. Auch das ...]]></description><pubDate>Tue, 28 Oct 2025 22:01:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/weiter-mit-lebendigkeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1031]]></dc:identifier></item></channel></rss>