﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Mon, 20 Jul 2026 19:34:08 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - KOLUMNEN</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/kolumnen-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/kolumnen-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Blick in die Nachrichtenflut steigert den Durst nach Hoffnung]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-blick-in-die-nachrichtenflut-steigert-den-durst-nach-hoffnung</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1185/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1185/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Max Christian Graeff 

 Die Meisen zetern, das Rotkehlchen rastet aus und auch das Mauswiesel im Hügelbeet freut sich auf die Extraportion Regen über seinem Bau: Mein Gartensprenger pulsiert aber nur alle paar Abende und nicht sehr effizient, weil ich es morgens stets verpasse. Richtiger wäre das Gießen auf nachtkühlem Grund, bevor die Schule nebenan ihre zwitschernden Schüler empfängt – zumindest diese Woche noch. Nach dem Unterricht machen derzeit einige vorm Quartiersbüro an den Gratisbücherkisten halt. Manche nehmen was mit, nur weil es gratis ist, und werfen es eine Ecke weiter in die Hecke, doch andere bleiben lesend sitzen, bis die Mutter am Handy schimpft. Oft sind es Kinder aus Familien anderer Sprachen, die – im besten Sinne gierig – Deutsch lernen wollen und denen wir gerne nicht nur Thriller und Romanzen, sondern Geeigneteres rausstellen würden, doch können wir nur verschenken, was wir selbst geschenkt bekommen. Kinder- und Jugendbücher werden dabei seltener. Und zum großen Arrenberger Bücherrummel am letzten Samstag kam kein einziges Kind mit Familie vorbei. Ist es nur alternde Wahrnehmung oder steigt die Schwellenangst? 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Morgens, während die Rasselbande der Ferienzeit entgegen schwitzt, versuche ich Erkenntnisse aus den Tagesnachrichten zu gewinnen. Der zentrale Satz für den Vorderen Orient – ach was, für unseren ganzen Kugelgrill – lautet weiterhin: „Die tatsächliche Lage vor Ort bleibt unklar.“ Blinde Flecken in der Orientierung breiten sich aus, die Hoffnungsschmelze wird flächendeckend, und Sommermärchen jedweder Art sind abgesagt. Daneben müssen wir auch noch Verzweiflungsreserven für diverse Herbstwahlen zur Seite legen. Ein unser Treiben zwinkernd betrachtender Sommerhit wie einst von Rudi Carrell („Mein Milchmann sagt: Dies Klima hier, wen wundert‘s, / denn Schuld daran ist nur die SPD!“) oder Righeira („Vamos a la playa“, gemeint war ein Besuch am atomverseuchten Strand) ist nicht in ...]]></description><pubDate>Tue, 14 Jul 2026 21:27:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-blick-in-die-nachrichtenflut-steigert-den-durst-nach-hoffnung</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1185]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Brief an den neuen Kulturdezernenten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/brief-an-den-neuen-kulturdezernenten</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1184/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1184/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Lieber Herr Lippe-Weißenfeld, 

 Herzlich willkommen in Wuppertal! Leider haben wir es noch nicht geschafft, uns persönlich kennenzulernen – deshalb schreibe ich Ihnen einen Brief. Sie sind neu hier. Ich bin es eigentlich auch – zumindest in der Kulturszene. Noch nicht lange genug da, um alles zu verstehen. Ein paar Dinge habe ich aber schon gelernt und möchte sie gerne mit Ihnen teilen. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Die freie Szene Wuppertals ist schwer zu beschreiben. Wir sind groß und bunt, manchmal chaotisch, gelegentlich anstrengend. Wir mögen es nicht, wenn über uns gesprochen wird, statt mit uns, wir produzieren mit erstaunlich wenig Geld erstaunlich viel Schönheit und Begegnung. Und wir haben unsere Arme immer weit geöffnet. Sie haben Ihrem Bereich den Arbeitstitel eines Dezernats für gesellschaftlichen Zusammenhalt gegeben. Ich mochte diesen Satz sofort, auch wenn ich den sozialen Bereich darin gedanklich immer mitlese. Ich mochte ihn vor allem, weil Zusammenhalt in meinen Augen die Aufgabe der Zukunft darstellt. Das mag ich an der freien Szene, denn egal wie unterschiedlich wir sind, für das Große und Ganze ziehen wir an einem Strang. 

 Auch habe ich bereits vieles über das künftige Pina Bausch Zentrum gelernt. Unter anderem, worin seine eigentliche Größe liegt: Das ursprüngliche Hilterhaus-Konzept dachte das Zentrum nicht nur als Ort internationaler Strahlkraft, sondern als offenen Begegnungsraum, mit dem Forum Wupperbogen als Bürgerforum, als Ort für Austausch und die Stimmen dieser Stadt. Die Förderung kam nicht nur wegen des Namens Pina Bausch, sondern auch wegen der Idee, dass Kulturorte zugänglich sein und Stadtgesellschaft abbilden sollen. Das Spannendste am Pina Bausch Zentrum ist vielleicht nicht, wer dort auftritt — sondern wer sich dort eingeladen fühlt. 

 Wuppertal ist eine superdiverse Stadt. Hier leben Menschen mit ganz unterschiedlichen Biografien, Einkommen, Sprachen und Lebensrealitäten. Deshalb sollten wir ...]]></description><pubDate>Tue, 07 Jul 2026 23:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/brief-an-den-neuen-kulturdezernenten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1184]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-ist-eine-vermittlerin-des-unaussprechlichen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1183/apostolidiszollfrank.jpg" length="446112"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1183/images/apostolidiszollfrank-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Nadine Zollfrank 

 Es sind oft die kleinen Momente, die in Erinnerung bleiben: Ein Kind, das sich im Unterricht eher zurückhält, steht plötzlich selbstbewusst auf einer Bühne. Eine Gruppe entwickelt gemeinsam eine Choreografie. Schülerinnen und Schüler diskutieren über einen selbst gedrehten Film. Oder eine Melodie, die zunächst vorsichtig gesungen wird, füllt auf einmal den ganzen Raum. Solche Momente erleben wir an der Gemeinschaftsgrundschule Hesselnberg immer wieder. Sie zeigen, was kulturelle Bildung bewirken kann. Kinder probieren Neues aus, bringen eigene Ideen ein und entdecken Fähigkeiten, die im Schulalltag nicht immer sichtbar werden. Sie erleben, dass ihre Gedanken zählen und dass sie mit ihren Talenten Teil einer Gemeinschaft sind. 

   
v.l. // Savvas Apostolidis / Nadine Zollfrank 

 Die Auszeichnung mit dem diesjährigen Entwicklungspreis Kulturelle Bildung NRW hat uns deshalb besonders gefreut. Nicht allein wegen der Anerkennung, sondern weil sie sichtbar macht, welchen Stellenwert kulturelle Bildung für unsere Schule hat. Sie bestätigt einen Weg, den wir seit vielen Jahren gehen. Kulturelle Bildung verstehen wir nicht als zusätzliches Angebot neben dem Unterricht. Sie ist Teil unseres Bildungsverständnisses. Kinder lernen nicht nur durch Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie lernen auch durch Musik, Bewegung, Gestaltung und kreatives Handeln. Sie lernen zuzuhören, sich auszudrücken, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. An unserer Schule gehören Musik, Tanz, Theater, Film und bildende Kunst deshalb selbstverständlich zum Alltag. 

 Dies zeigt sich eindrücklich in konkreten Projekten: Im Filmworkshop zum Thema „Einsamkeit“ in Kooperation mit dem Kulturzentrum „Die Börse“ setzten sich die vierten Klassen in eigenen Filmen kreativ mit Gefühlen, Empathie und Gemeinschaft auseinander. Im Kunstprojekt „Ich mal mir die Zukunft pink/ Kinderutopien“ mit Avan Weiß gestalten Kinder Zukunftsvisionen und erleben Wahrnehmung ...]]></description><pubDate>Tue, 30 Jun 2026 21:24:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-ist-eine-vermittlerin-des-unaussprechlichen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1183]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Allianzen für den Zusammenhalt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/allianzen-fuer-den-zusammenhalt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1182/uta-atzpodien.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1182/images/uta-atzpodien-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Flirrend liegt die Hitze über unserer Stadt. Vielseitig fordert sie uns, wir schwitzen und ächzen. Je dichter die urbanen Flächen, desto heißer und unangenehmer wird es. Was tun? Ein wohltuendes Paradies fand ich radelnd frühabends auf der geliebten grünen Nordbahntrasse mit ihren erfrischenden Tunneln. Fantastisch, was gebündelte Kraft bewirken kann: Die Wuppertalbewegung hat das gezeigt und feiert am kommenden Sonntag zwanzig Jahre Trasse. Das tut not, denn nicht nur die Klimafolgen konfrontieren uns weltweit mit großen Herausforderungen und umfassenden Verlusten. Tröstend und ermutigend ist es dann, mit engagierten Akteurinnen ins Gespräch zu kommen, die konkret handelnd Lösungen suchen. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Das zeigte kürzlich das Interview „Glokale Werte: Kultur als nachhaltige Praxis“, das ich zusammen mit dem Nachhaltigkeitswissenschaftler Matthias Wanner moderieren durfte. Gästinnen waren zwei kompetente Frauen, die im internationalen Austausch und lokal wirkend, Kultur und Digitalität über Kompasse wie die SDGs (Nachhaltigkeitsziele) oder die Erdcharta konkret anwenden. Warme Empfehlung, ihren Stimmen nachzugehen: Möglich ist das auf der Webseite oder dem YouTube-Kanal der Kulturpolitischen Gesellschaft. 

 Diese feierte kürzlich in Berlin ihr 50-jähriges Jubiläum: Jahrzehnte von kulturpolitischen Aushandlungsprozessen für unsere Demokratie. „Wi(e)der die Wut! Kulturpolitische Netzwerke gegen Autoritarismus“ hieß der daran anschließende und zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung organisierte Bundeskongress, der – angesichts des wachsenden Populismus und der im Herbst anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern – drängende Fragen unserer Zeit zusammenführte. Die „wohltemperierten Zeiten der Demokratie sind vorbei“, bemerkte der Staatssekretär für Kultur und Medien Weimer. Mit vielen aufschlussreichen Impulsen – zur Akzeptanz von Verlusten, der Bedeutung von Haltung ...]]></description><pubDate>Wed, 24 Jun 2026 21:40:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/allianzen-fuer-den-zusammenhalt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1182]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Zurück in die Zukunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/zurueck-in-die-zukunft</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1176/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1176/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Bei uns zu Hause thront ein Stapel der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die neuesten Ausgaben liegen obenauf und werden seit gut einem Jahr mehr oder weniger zeitnah gelesen. Alle darunter bilden das Sinnbild einer Zeit, die angefüllt war mit Leben ohne Rast und Muße. Bis heute weiß ich nicht, wann das begonnen hat (ich habe die unterste Zeitung noch längst nicht erreicht), doch habe ich die Vorstellung, dass ich einst alle abgearbeitet haben werde und damit auch jene Zeit, in der (nicht nur) die Zeitungen sich stapelten. Das Lesen der alten Ausgaben ist übrigens durchaus erhellend. Gestern hatte ich eine vom Juni 2023. Bei einer Zeitung dieses Niveaus macht das fast nichts. Dazu wird sie plötzlich zu einer historischen Quelle. Auffällig in dieser Ausgabe war die Vielfalt an Umwelt- und Klimaschutz-Themen, begleitet von Bildern der sogenannten „Klima-Kleber“ – Themen, die in den aktuellen Ausgaben kaum vorkommen. Eine vom August 2022 machte mir wieder einmal bewusst, wie der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine den kollektiven Albtraum der Pandemie mit all ihren unüberschaubaren Folgen überdeckte und uns wie gelähmt weiter taumeln ließ. Ich werde das alles anhand dieser alten Zeitungen aufarbeiten. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Dazu passen zwei Lektüreeindrücke, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch untergründig verbunden scheinen: Zum einen lese ich mit Gewinn „Dienstschluss“ von Uwe Schneidewind – „Wie können sich Städte so wandeln, dass sie für die Zukunft gewappnet sind?“ Zum anderen liegt „Der Fürst und seine Erben“ von Peter Sloterdijk ganz oben auf einem der Bücherstapel, die hellsichtige Analyse eines neuen Typs Fürst. Die bloße Tatsache ihrer gleich mehrfachen „Präsenz auf der Weltbühne bedeutet einen Skandal für all jene, die überzeugt waren, moderne Gesellschaften seien lernende Systeme, die irgendwann aus dem imperialistischen Trotzalter herauswachsen sollten“. Hinter beiden Analysen steckt die große ...]]></description><pubDate>Wed, 17 Jun 2026 06:07:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/zurueck-in-die-zukunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1176]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Neue Marmorskulpturen auf dem Ölberg]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/neue-marmorskulpturen-auf-dem-oelberg</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1174/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1174/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Der Anspruch der eigenen Wirksamkeit und Sichtbarkeit ist ein starkes, menschliches Grundbedürfnis auf dem sozialen Attraktivitätsmarkt, auf dem genauso gehandelt wird wie auf jedem anderen Markt. Auch hier, auf dem Markt der Aufmerksamkeiten, wird fabriziert, angeboten und nachgefragt. Kreativität, Durchhaltevermögen und Talent sind dabei kulturelle Ressourcen, auf die bei der persönlichen Profilbildung zurückgegriffen werden kann, wenn sie denn durch gute Rahmenbedingungen zutage gefördert werden. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Und wenn nicht? Wie kann ich zeigen, was ich kann, wenn die Rahmenbedingungen um mich herum noch nicht stimmen? Viele bildende Künstlerinnen und Künstler kennen dieses Dilemma. Viele geben an dieser Erkenntnisstelle der vergebenen Liebesmüh erst einmal auf und verschieben den Wunsch, von ihrer Kunst und für die Kunst zu leben, auf später – sie hoffen auf bessere Zeiten mit ehrlicheren Strukturen und neutraleren Kriterien. Sehr viele Künstlerinnen und Künstler, die weiterhin mit ihrem Material sein wollen, ziehen sich in Subkulturen zurück und entsagen den negativen Auswirkungen des Kulturkapitalismus. Nur sehr wenige trotzen den daraus resultierenden, schwierigen Begleitumständen. Sie lassen sich dabei immer wieder neu antreiben von innerer, von widersprüchlicher Energie, die sie aus ihren experimentellen, künstlerischen Arbeitsprozessen ziehen. Sie wollen die Verhältnisse für alle verbessern. Ob sie das schaffen, regelt, wie wir es in spätkapitalistischen Gesellschaften akzeptieren, leider auch hier der Markt, der allerdings keine Entfesselungskünstler schätzt. 

 Und doch: Von Originalität, von handwerklicher Kunstfertigkeit, von der Einzigartigkeit des Augenblicks, von Empathie, von Selbstentfaltung als Methode, um den Sinn der eigenen Existenz zu verstehen sowie von der Begeisterung, wenn es gelingt, werden die Menschen immer weiter träumen, nicht nur die bildenden Künstler. Denn die ...]]></description><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 08:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/neue-marmorskulpturen-auf-dem-oelberg</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1174]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Reisende Gedanken zur Kunst der Arbeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/reisende-gedanken-zur-kunst-der-arbeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1173/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1173/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Karneval, Ostern, Pfingsten – das waren Wimpernschläge im fliehenden Jahr; die Frühjahrssaison ist vorbei und in drei Monaten werden die Zimtsterncontainer entladen. Die Weihnachtsproduktion hat bereits begonnen und die Kulturorte verteilen die Programme der nächsten Spielzeit und werben um Abonnenten. Und manche der für Theater, Tanz oder Musik engagierten auswärtigen Kunstarbeiterinnen blättern zaghaft durch die Fremdenverkehrsreklame unserer Stadt, um zu wissen, wo sie gastieren werden und wie die Vorfreude zu temperieren ist. 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Ein touristischer Hotspot möchte Wuppertal kaum sein; zu ungelenk verkauft sich die historisch auf „beten und arbeiten“ ausgerichtete Stadt, in welcher die Welt vor allem zu Gast ist, um etwas zu „schaffen“. Innovationen suchende Reisende kommen voll auf ihre Kosten, doch für zweckfreie Entspannung ist unser Tal viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Während ich dies am Reiseschreibtisch notiere, rattern Hunderte Rollkoffer durch Luzern; hier ist Bettenwechsel bei den „Europa in zehn Tagen“-Touren, seit etwa 200 Jahren Fluch und Segen für die Bevölkerung. Scharen von „Fremden“ sind in der Stadt, doch bei den Künsten habe ich sie, als ich hier wohnte, nur ganz selten mal gesehen; die Welten bleiben getrennt. Auch der Heimattourismus boomt: Zu einem Schaukampf der Eringer-Kühe auf dem Land kamen kürzlich 12 000 Leute! Zum Saisonschluss unserer Luzerner Lesebühne mit der großartigen Schriftstellerin Meral Kureyshi kamen 40 und wir durften zufrieden sein. Die Literatur bleibt vielen stets etwas Fremdes, mit dem Ruch einer Studienreise oder Lehrveranstaltung. 

 Für alle künstlerisch Tätigen gehört das Reisen zum Alltag, sogar ohne dass wir uns fortbewegen: Mit unseren Vorhaben und Werken reisen wir auf der Stelle; jedes in Arbeit befindliche Projekt ist ein eigener Koffer und wir leben zuweilen gleichzeitig aus mehreren. Sind wir hingegen kulturelle ...]]></description><pubDate>Wed, 03 Jun 2026 01:53:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/reisende-gedanken-zur-kunst-der-arbeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1173]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kultur ist Schichtarbeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-ist-schichtarbeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1165/marinajenkner.jpg" length="98703"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1165/images/marinajenkner-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Marina Jenkner 

 „Schichten der Angst“, sagt der Inhaber eines Wuppertaler Geschäftes zu mir, als ich ihn auf der Straße treffe und frage, wie es ihm geht. „Ich nenne das Schichten der Angst. Das ist das, was mich umtreibt. Wirtschaftlich, politisch, global.“ 

   
Marina Jenkner - Foto © Moritz Kaschel 

 Ich finde seine Formulierung poetisch und doch möchte ich nicht daran glauben, dass wir uns alle mit Schichten der Angst umgeben müssen. Auch wenn viele Probleme vor Ort, in unserem Land und weltweit überwältigend sind, sich mit Angstschichten einzukleiden, darf keine Lösung sein. Ich stelle mir diese Schichten vor, wie sie Menschen einhüllen, an ihnen haften, die Bewegungsfreiheit nehmen, sie lähmen. Der Mai bot viele Kulturveranstaltungen im Tal, die das Gegenteil einer solchen Lähmung waren. 

 Da war die Wuppertaler Literaturbiennale, die das Thema „Wut“ in etwas sehr Konstruktives verwandelt hat. Die Wut wurde aus den Social-Media-Kommentarspalten, aus den Bäuchen und aus der „Schmuddelecke“ geholt, in all ihren Facetten auf den Tisch gebracht und konstruktiv diskutiert. Am Finale der Literaturbiennale mit Wuppertaler Akteuren im Loch kam all diese Wut zusammen – von Frauen, von Menschen mit Migrationsgeschichte, von queeren Menschen, von älteren Schriftstellern und jüngeren Autorinnen –, aber es war kein wütender Tag, sondern ein anregender Tag voll ungeahnter Blicke über den eigenen Tellerrand, oder, um es mit den Worten eines nach elf Stunden Literatur euphorischen Buchhändlers zu sagen: „Diesen Tag werde ich noch lange in Erinnerung behalten.“ 

 Da war die Ausstellung „Jetzt“ mit zahlreichen Begleitveranstaltungen in der Barmer Kunsthalle zum 100-jährigen Jubiläum der Wuppertaler Gedok mit den Beiträgen von Künstlerinnen, Autorinnen und Musikerinnen. Die Gedok setzt sich seit ihrer Gründung 1926 durch Ida Dehmel für die Sichtbarkeit von Künstlerinnen ein. In einer Zeit, in der manche Gruppierungen Frauen lieber wieder ausschließlich am ...]]></description><pubDate>Tue, 26 May 2026 22:28:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-ist-schichtarbeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1165]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Anfangen - immer wieder]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/anfangen-immer-wieder</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1163/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1163/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 In meiner letzten Kolumne schrieb ich über Hannah Arendt und ihre Definition von Macht, also der Fähigkeit, gemeinsam etwas zu bewegen. Die Philosophin und politische Theoretikerin fasziniert mich. Sie ist der Ansicht, dass jeder Mensch selbst ein Anfang ist und daher die Fähigkeit besitzt, Neues zu beginnen. Das Unerwartete zu tun, den Lauf der Dinge zu unterbrechen, ist für sie der Kern des politischen Handelns. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 In Wuppertal hat sich diese Fähigkeit der Menschen in den letzten Wochen gezeigt. Akteure und Akteurinnen der freien Szene zogen durch die Fraktionen, um für ihre Einrichtungen zu kämpfen. Sie forderten entweder eine Erhöhung der Zuschüsse, um den Fortbestand der Einrichtungen zu garantieren, oder eine Aufnahme in die institutionelle Förderung – insgesamt handelt es sich um einen Mehrbedarf von 415 000 Euro. Öfter hörte ich in dieser Zeit Aussagen der Aussichtslosigkeit und Verzweiflung. Zu oft haben die Kulturschaffenden erlebt, dass an der Kultur gespart wird. Noch zwei Tage vor der Haushaltsabstimmung im Stadtrat standen entrüstend geringe Zahlen – ein Drittel der geforderten Zuschüsse – für die Kultur im Haushaltsplan. Und sogar die Verabschiedung des Haushaltsplans selbst stand in den Sternen. 

 Etwas Neues zu beginnen entzieht sich aller Absehbarkeit und Berechenbarkeit – doch selbst das Unwahrscheinliche hat in jedem Fall noch eine gewisse Wahrscheinlichkeit und darf erhofft werden, so Arendt. Und so kam es, dass am 7. Mai im Stadtrat ein Haushalt verabschiedet wurde, der 15 Einrichtungen der freien Kulturszene insgesamt 81 Prozent der geforderten Zuschüsse sichert. In einer Stadt mit desolatem Haushalt und in Zeiten, in denen überall gespart wird, ist das nicht selbstverständlich. 

 Dieser Moment verdient es, gefeiert zu werden. Nicht weil alles gut ist. Sondern weil er zeigt, dass Veränderung möglich ist. Kaum nachzuzeichnen ist, wie viele Menschen auf welchen Ebenen ...]]></description><pubDate>Tue, 19 May 2026 23:28:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/anfangen-immer-wieder</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1163]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Helle Sterne mögen unsere Stadt leiten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/helle-sterne-moegen-unsere-stadt-leiten</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1160/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1160/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Der frühe Tag, frisch angebrochen, wie ein Versprechen“: In meinem Morgengrauen zwitschern die Vögel. Die Grüntöne der Stadtwälder berauschen. In der lebendigen Vielfalt der sprießenden Blütenpracht tummeln sich Insekten. Im verlockenden Mai setzt das dichte Kulturangebot eigene Akzente: Die Wuppertaler Literatur Biennale „Die Wut“ startete im renommierten Club „Open Ground“ mit Literatur und Schreibenden eine aufrüttelnde Wanderung durch ungewöhnliche Orte. Legendär luden derweil am Arrenberg der Restaurant Day oder am Fuße der Nordstadt das Luisenfest zum quirligen Miteinander ein. Performativ zogen auf dem Ölberg zwei Papphäuser „aufgewaldet“ mit Grünzeug und Wachs durch die engen Straßen bis zur Backstubengalerie (siehe oben). Unweit eröffnete in der Galerie Kunstkomplex die Ausstellung „block buster“ des lange in der Kunststation in Vohwinkel, im Pina Bausch Zentrum oder im Museum für Industriekultur mit seiner Kunst präsenten Bildhauers Eckehard Lowisch. Oder auch das Tanzfilmfestival „on move/move on“: Sie und viele mehr machen das noch weitaus üppiger funkelnde Sternenfirmament unserer Kultur- und Naturstadt Wuppertal aus, steigern die Lebensqualität und prägen unser Miteinander. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Zum Miteinander trug auch der unsere Stadt steuernde Rat bei: Der in der letzten Woche errungene Haushalt samt Änderungen für 2026/27 sichert – hoffentlich auch bald abgenickt von der Bezirksregierung in Düsseldorf – über die Zuschusserhöhung die so wichtige Praxis vieler Kulturorte und -schaffenden. Dank so vieler! Zugleich gab es in den ruckeligen Aushandlungsprozessen auch Schwachstellen. Helle Sterne für unsere (politische) Kultur sind mehr denn je gefragt, um unsere Stadt zukunftsfähig zu machen. Dies vermag die (freie) Kulturszene als Motor zu unterstützen. Wir brauchen eine wertschätzende, transparente und offene Kommunikation: Erst spät kamen beispielsweise alle demokratischen Parteien in einen ...]]></description><pubDate>Wed, 13 May 2026 02:12:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/helle-sterne-moegen-unsere-stadt-leiten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1160]]></dc:identifier></item></channel></rss>