﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 13 Mar 2026 13:48:24 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Paradoxer Kunsthandel mit Bananen</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/paradoxer-kunsthandel-mit-bananen</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/paradoxer-kunsthandel-mit-bananen" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Paradoxer Kunsthandel mit Bananen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/paradoxer-kunsthandel-mit-bananen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/862/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/862/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Drei Dinge würde ich noch greifen, wenn ich überstürzt mein Zuhause verlassen müsste: Das Stammbuch der Familie, die fulminante Handzeichnung von Martin Kippenberger, mit der der Künstler dem Buchhändler Walther König aus Köln einst ein paar Gläser Wein bezahlte, und tatsächlich eine Rolle Gaffa-Band. Mit dem Stammbuch könnte ich nachweisen, dass wir als Künstlerhaushalt existierten. Mit dem Versilbern des Kippenbergers könnten wir verschwinden, und das Gaffa-Tape ließe sich vielfältig einsetzen, um für seltene Momente der Stabilität zu sorgen. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wobei ich mich mit dem Gaffa-Tape in der Hand frage, warum eine an die Wand geklebte, essbare Banane einem Käufer auf einer Kunstauktion Millionen wert ist. Wahrscheinlich weil der Wert einer Ware nur noch durch Bedürfnisse und Nachfrage bestimmt wird. Das ist jetzt erwiesen, da eine echte Banane, eine, die entsteht und vergeht, den Geldwert einer abstrakten Vorstellung durch Weitergabe manifestierte. Ich kann mir Wert und Wertigkeit eines, laut Käufer, wichtigsten Kunstwerks der Welt, nur noch erklären bei folgender Erzählung. Wäre die an die Wand geklebte Banane von Maurizio Cattelan das tatsächlich letzte Essbare auf einem von falschem Wachstumsparadigma zerstörten Planeten, wäre sie mir vielleicht auch Millionen wert. Diese Überlegung ist natürlich müßig, denn schon sehr bald wachsen ja gar keine Bananen mehr. Und diese letzte, durch Zertifikat millionenschwere, essbare Banane von Cattelan wäre dann also die auswechselbare Stellvertreterin für ein Original, denn eine essbare Banane gleicht der anderen genetisch aufs Haar. Sie ist ein klassisch paradoxes Artefakt, das die Kunstwelt zum Beispiel an Andy Warhol erinnert und mich an die Auswirkungen von Monokulturen. Gedanklich zwischen Dollar-Bananen und Euro-Bananen wechselnd kommt mir da auch noch der Bananensprayer in den Sinn. Ein feines Beispiel für künstlerischen Aktivismus. 

 Der ...]]></description><pubDate>Wed, 04 Dec 2024 02:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/paradoxer-kunsthandel-mit-bananen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-862]]></dc:identifier></item></channel></rss>