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Zeit für Gemeinwohl

Herausforderungen mit Kultur bewältigen // 22. März 2023

Von Uta Atzpodien

„Wir sind auf dem Highway zur Klimahölle, mit dem Fuß auf dem Gaspedal“: So benannte der UN-Generalsekretär António Guterres auf der Weltklimakonferenz die aktuelle Lage der Menschheit. Er verwies auf die Wahl, zusammenzuarbeiten oder zugrunde zu gehen, „solidarischer Klimavertrag“ versus „Vertrag zum kollektiven Selbstmord“. Wie kann ein wahrhaftes Zusammenrücken in dieser krassen Lage aussehen? Kürzlich in Bonn begegnete die Tagung „Erkundungen am Epochenrand I“ als kreatives Format dieser Frage. Zwei ähnlich große Nachhaltigkeitsstädte werden hier zum Tandem, denn Wuppertal soll nächste Station sein.

Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl

Zur großen Herausforderung am Epochenrand trafen sich zentrale Perspektiven: Landwirtschaft, Wirtschaft, Politik, Rechtsprechung und die Kunst, mit ihrer Sensibilisierung für (Selbst-)Wahrnehmung. Konkrete Erfahrungen zeigten, wie jenes Miteinander entstehen kann, das so dringend gefragt ist: Juristische Rechte für Flüsse, Gemeinwohlökonomie in mehr als 1000 Unternehmen: Wo wird Gemeinwohl nicht nur zur Formel, wie im politischen Duktus gern verwendet, sondern konkret gelebt?

Menschlichkeit und Werte leiden

In seiner letzten Kolumne verwies Torsten Krug auf nahende und bedrohliche Entwicklungen: Die Galeria Kaufhof schließt mit einem Aus für langjährige Mitarbeiter, sich ankündigender Leerstand inmitten der Stadt. Krankenhäuser kranken an dem Joch der Wirtschaftlichkeit. Menschlichkeit und Werte leiden. Dies zeigt uns drastisch und unheilvoll der Krieg in der Ukraine samt weltweitem Trend zum Rüstungsmarathon. Wo führt all das hin?

Kunst kann Gemeinwohl lebendig machen. Trostpflaster? Nein, am Wochenende machte dies „Vona“ greifbar, ein Abend mit sechs jungen, ausdrucksstarken Tänzerinnen aus der Ukraine, choreografiert von Tanztheater-Tänzer Rainer Behr. Leid wurde mir als Zuschauende in einer exzessiven Körperlichkeit spürbar, einem von Gemeinschaftlichkeit geprägten Aufbegehren gegen fehlende Menschlichkeit, gegen den Krieg. So kann uns Kunst einen Spiegel vor Augen halten, gräbt sich ins Herz, verbindet uns mit- und füreinander.

Nochmal anders: Seit über 25 Jahren tourt das Kölner Performer-Duo Angie Hiesl und Roland Kaiser mit „x-mal Mensch Stuhl“ durch die ganze Welt: Alte Menschen sitzen auf überdimensional großen Stühlen, hoch oben an Häuserfassaden. Mit „War schön. Kann weg …“ präsentierte Angie Hiesl kürzlich im FFT in Düsseldorf einen Sammelband mit Beiträgen zum Altern (in der Kunst).

„Von wegen sicher: Sozio-ökonomische Realitäten“ lautet ein Text: Für viele betagte und erfahrene Kunstschaffende sieht die eigene Zukunft nicht rosig aus. Nicht nur sie: Immer wieder höre ich von hochkompetenten 50+ern, deren Bewerbungen allein aufgrund des Alters aussortiert werden. Das ist doch Potenzial! Unsere Gesellschaft braucht dringend viel mehr gelebtes Miteinander und Gemeinwohl. Auch unser Stadtrat möge das bedenken, wenn er nächste Woche über den Haushalt unserer Stadt entscheidet.

Zurück zu Guterres, weg vom Gaspedal: „Out and About“ mit der Reihe „Kunst & Frieden“ oder „und.jetzt!-Aufbruch für den Insel-Kulturgarten“ sind Beispiele für ein gemeinwohlorientiertes Zusammenrücken. Klein und fein laden beide zeitgleich am Donnerstagabend ein: die einen in die Rathaus-Galerie zu Fluchterfahrungen im Gespräch, die anderen zu Dialogen inmitten einer Installation, die Gärten und Wege aus dem Klimanotstand künstlerisch erkundet: Gemeinwohl braucht kreativ-kritische Kommunikation.

Anmerkungen, Anregungen, Ideen: kolumne@fnwk.de

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