﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 22:19:51 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Juli 2018</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juli-2018-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juli-2018-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Literatur: in Not oder wendig?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/literatur-in-not-oder-wendig</link><description><![CDATA[ Der Hochsommer glüht und viele, die sich keinen Platz an fernen Küsten kaufen können, plündern die Baumärkte und arbeiten fleißig am eigenen Paradies. Die Schutzräume fürs Wohlergehen gehören ebenso zur Kultur wie all die Daten, die nach der Arbeit in ihnen genossen werden. Daten? — Nun, Bücher immer weniger, denn wenn alle Zäune und Mauern errichtet sind, wird das Restbudget nur noch selten in platzraubendes Altpapier investiert. Die Hände verwerfend lässt sich schon vor dem Moll-Akkord der Buchmesse konstatieren: Der Buchmarkt gleicht immer öfter der Getreideernte in der Monokultur, staubig und trocken mit vielen leeren Körnern. Das Jammern gehört wie in der Landwirtschaft zum Handwerk und vielleicht geht die historisch kurze Zeit bürgerlicher Heimbibliotheken halt dem Ende zu. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Was sich aber mit ihr in die Senke begibt, ist die generelle Wertigkeit von Literatur als Lebensmittel: Das Einbeziehen gereifter Worte der Analyse und Reflektion, auch der Unterhaltung, der Dichtung im Allgemeinen in den gesellschaftlichen Diskurs, in die Diskussionen um Anmaßung und Aneignung, um den irreparabel scheinenden Verfall der Menschlichkeit. Auch bei möglichen Wegen aus den Krisen, in die wir Industrieländer die Gattung Mensch hineinkonsumiert haben, spielt das kondensierte, Denkräume öffnende Wort lediglich eine Nebenrolle. Wissen wir noch, wie sehr wir von den Fähigkeiten abhängig sind, zu formulieren, zu träumen, zu lehren und zu dichten? Sie sind ein Hab und Gut derer, die sonst nichts haben. Dichtung entsteht bis zum letzten besitzlosen Atemzug. Weshalb man in absurder Logik eben meint, diese Felder nicht mehr wässern zu müssen. Während das Umtauschrecht im Möbelmarkt flammende Kommentare hervorruft, gibt man der Literatur den Gnadenschuss, mit flüchtigem Dank für die staubende Erbschaft. 

 Nicht nur die Hochseilartistik ist hier gemeint, nicht die Leistungsschreiberei der wenigen bezahlten Autor*innen, sondern ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/literatur-in-not-oder-wendig</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-37]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Große Ferien in der eigenen Stadt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/gro223e-ferien-in-der-eigenen-stadt</link><description><![CDATA[ Die Zeugnisse in Wuppertal sind seit vergangenem Freitag vergeben. Man bekommt leider oft die schlechtere Note, wenn man zwischen zwei Wahrheiten steht. Ich habe nie verstanden, wie dieser Umstand einen motivieren und die enttäuschende Variante einen stärken soll, für das, was kommen mag. Gut, die meisten akzeptieren einfach und nur sehr wenige wandeln ihre Verwunderung über deprimierende Erlebnisse tatsächlich in gute Taten um. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Denn gemeint ist ja, dass man es beim nächsten Mal besser machen kann, dass man sich vorher informiert, sich interessiert, sich aktiv anbietet, berät und Haltung zeigt. Und: die Sache voranbringt, nicht nur das eigene Interesse, die Übersicht behält und im Gespräch bleibt. So sollte es wohl klappen. Denn das nächste Zeugnis, dessen Grundlage die sachliche Bewertung von real erbrachter Leistung ist, idealerweise getragen von Sympathie, kommt bestimmt. Und mit ihm, wie ein tröstendes Pflaster, immer wieder auch die großen Ferien. 

 Das kulturelle Wuppertal steht vor seiner ersten großen Sommer-Pause, die denjenigen, denen wir vertrauen, die wir durch unsere Stimmen demokratisch legitimiert haben, viel Arbeit machen wird. Wenn dieser Sommer vorbei ist, erwarten wir Antworten auf die Fragen, die uns im Moment überrascht und irritiert zurücklassen. Und nicht nur deswegen werde ich, wie schon in den Jahren zuvor, lieber zu Hause bleiben, mich informieren, mich interessieren, mich aktiv anbieten, mit Anderen beraten und Haltung zeigen. Ich werde weiter versuchen, die Kunst und das Interesse für kulturelle Themen jedem, der fragt, zu vermitteln und auch, wenn es manchmal sehr fordernd ist, versuchen, die Übersicht zu behalten und ganz klar — mitmachen und im Gespräch bleiben. Man könnte sagen, ich erlege mir freiwillig Residenzpflicht auf. Ich bin mir sicher, ich werde viel erleben, wenig verbrauchen und gut beschäftigt sein. 

 Kennen Sie zum Beispiel das Original: 111 Orte in ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:52:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/gro223e-ferien-in-der-eigenen-stadt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-36]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Engels’ rote Socken-Party]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/engels-rote-socken-party</link><description><![CDATA[ Hätte mich vor einem Jahr jemand gefragt, was mir zu Friedrich Engels künstlerisch einfällt, wäre nicht viel mehr als ein längeres Schweigen zu vernehmen gewesen. Oder ich hätte mich mit dem Argument in Sicherheit gebracht, zu behaupten, ich sei keine politische Künstlerin, keine Agitatorin, die sich für ideologische Zwecke funktionalisieren lasse — also Rückzug in die Wohlfühlzone. 

   
Zara Gayk - Foto: Chiara Gayk 

 Zur gleichen Zeit empfanden wir einen dramatischen kulturellen Notstand, den das Engelsjahr begleiten würde, wenn es keine Initiativen der freien Kunstszene in Wuppertal gibt. In einer Projektgruppe von Freies Netz Werk Kultur beschäftigten wir uns seitdem in einer lebendig gewachsenen Gruppe von Bildenden Künstlern mit der Geschichte der Performance Kunst – von Dada bis Lady Gaga. 

 Veränderung kommt nur durch Irritation, erklärte mir einmal eine Psychiaterin und bezog sich dabei auf die Systemtheorie. Der Schmetterlingseffekt ist ein anschauliches Beispiel für mitunter dramatische Folgen, die ein kleines Ereignis haben kann. 

 Die Künstler können die Welt nicht ändern, aber sie mögen in der Lage sein, den Blick auf die Welt zu verändern. Sie können Irritation auslösen und die Voraussetzungen dafür schaffen, jedermann auf der Straße in den Prozess des Wandels mit einzubeziehen. Denn die Adressaten sollten ja nicht nur kunstelitär vorgebildete Menschen sein. 

 Und jetzt wird es spannend für jede künstlerische Ausdrucksform, die sich angesprochen fühlt, die nächste faschistische Gewalt nicht im Mäntelchen der eifrigsten Verfechter unserer Gesetzeswerke daherkommen zu lassen. Diese berufen sich schon mal vorsorglich auf die strikte Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit. Denn Gesetze lassen sich bekanntlich mit den passenden Mehrheiten schaffen oder ändern. Auf die Einhaltung der verabschiedeten Vorschriften wird mit Unerbittlichkeit hingewirkt werden. Kommt Ihnen das bekannt vor? Ist das nicht ein sehr ähnlicher Prozess, der uns vor ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/engels-rote-socken-party</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-35]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Klassentreffen der Kultur in Wuppertal]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/klassentreffen-der-kultur-in-wuppertal</link><description><![CDATA[ Jedes Jahr lädt der Oberbürgermeister Andreas Mucke die freie Kunst- und Kulturszene der Stadt Wuppertal ein. Das Treffen zwischen dem Oberbürgermeister, dem Kulturbüro und rund 100 Vertreterinnen und Vertretern der freien Kunst- und Kulturszene erinnert manches Mal an ein Klassentreffen, schließlich sitzen alle Akteure selten an einem Tisch. Gerne wird herausgestellt, wie wichtig eine freie Szene für die Entwicklung der Stadt ist und dass eine höhere finanzielle Unterstützung notwendig wäre. Angesichts der politischen Herausforderungen für die Stadt werden gleichzeitig Erwartungen formuliert: So mögen die Künstlerinnen und Künstler doch zum Erfolg der geplanten Bundesgartenschau, zum Engelsjahr, und am besten noch zur Integration benachteiligter Menschen und Stadtteile beitragen. 

   
Erik Schönenberg - Foto: Ralf Silberkuhl 

 In der Tat ist die überaus engagierte und vielfältige Arbeit der freien Szene ein großartiger Beitrag in und für Wuppertal, ohne den unsere Stadt mit Sicherheit langweiliger und provinzieller wäre. Schließlich bereitet die Kultur im sprichwörtlichen Sinne den Boden unserer Gesellschaft. Und ohne die kritische Haltung, die Experimente und das — manchmal mit Kopfschütteln quittierte — Wagnis der Kunst gäbe es keine gesellschaftliche Weiterentwicklung. So richtig und nachvollziehbar die Perspektive der Verwaltung ist, die Belange und Notwendigkeiten freier Künstlerinnen und Künstler sind andere. Und damit ist mitnichten das Geld gemeint. Aber eben auch nicht die Funktion, Events zu organisieren. 

 Zuallererst und zu Recht sind Kunstschaffende sich selbst verpflichtet. Durch die Möglichkeit zu üben, sich auszuprobieren, in Frage zu stellen und Antworten zu entwerfen, mit der Entwicklung ihrer eigenen Fähigkeiten und dem Austausch mit anderen werden sie zu hochqualifizierten Spezialisten. Zu Persönlichkeiten, die ihr jeweiliges Metier, die Kultur der Stadt und damit die Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger mitprägen. Nicht weniger ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:46:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/klassentreffen-der-kultur-in-wuppertal</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-34]]></dc:identifier></item></channel></rss>