﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Tue, 27 Oct 2026 09:02:54 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - 2026</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2026</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2026" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Klang der Zukunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-klang-der-zukunft</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1234/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1234/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Kürzlich gab es in der Wochenzeitung Die Zeit ein Dossier über eine Selbsterfahrung: drei Monate ohne Smartphone. Darin konnte man lesen, was die häufige Nutzung dieses mit uns schon verwachsenen Gerätes mit dem Gehirn macht: durch Social Media, aber auch durch die vielen anderen Anwendungen. Und was schon wenige Wochen bewirken, in denen man eben damit aussetzt. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 So weit habe ich es noch nicht geschafft. Dennoch beherzige ich, so oft es geht, das Offline-Sein, trenne zumindest nachts alle Geräte vom Netz oder lege das Handy bewusst in einen anderen Raum, wenn ich arbeiten, lesen oder Musik hören möchte. Eine andere Übung ist es, bei jeder „Lücke“, die sich im Strom des Alltags ergibt, in Wartesituationen, beim Essen alleine oder beim Kochen, dem Impuls zu widerstehen, das Handy hervorzunehmen, Nachrichten zu hören, Mails zu checken etc. Lasse ich diesen Impuls ziehen, ergeben sich oft erstaunliche Momente: Gedanken kommen und gehen, finden überhaupt erst Raum, der Kopf hat plötzlich freies Spiel und löst dabei gelegentlich wie nebenbei ein paar Sorgen. 

 Seit einigen Tagen kommt etwas Unerhörtes hinzu: Ich habe angefangen, Klavier zu spielen. Das habe ich zuletzt vor gut dreißig Jahren getan. Auch damals schon war ich erwachsen, war es mir sozusagen nicht in die Wiege gelegt gewesen, was ich manchmal bedauere. Damals frustrierte mich das relativ schnell. Auch jetzt weiß ich: Selbst wenn ich, wie in den letzten Tagen, in Zukunft mindestens eine halbe Stunde täglich übe, werde ich in einem Jahr noch immer Anfänger sein. 

 Als jugendlicher Schlagzeuger habe ich viele Jahre im Keller verbracht und Stunden über Stunden gespielt, auch mit Kopfhörer zu Schallplatten. Das alles steckt seither in mir, macht mich ein Stück weit aus. Doch wohin hat es geführt, könnte ich fragen? Noch schlimmer: Was hat es gebracht? Wir alle sind nicht frei von der Verwertungslogik, nach der alles seinen Nutzen – ...]]></description><pubDate>Tue, 20 Oct 2026 20:37:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-klang-der-zukunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1234]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Lasst die Kunst in Ruhe]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/lasst-die-kunst-in-ruhe</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1225/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1225/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Als Kind habe ich in der Börse (damals noch am Viehhof) einmal versehentlich an einem Trommelkurs für Erwachsene teilgenommen. – Das hat mich sehr beeindruckt, daher trommel ich heute mal für die Börse: Kulturschaffende aus ganz Deutschland haben die Möglichkeit, sich dort (heute an der Wolkenburg 100) für „ARTIFICIAL – das Kunst und KI Festival“ zu bewerben. Unter www.dieboerse-wtal.de/ARTIFICIAL können sie Projektideen für Performances, Ausstellungen, Workshops und Panels, die sich künstlerisch, kritisch, kreativ und experimentell mit KI auseinandersetzen, noch bis Ende November im Rahmen eines Open Calls einreichen. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Das Festival ist dann für den Zeitraum 19. bis 21. Februar 2027 geplant. Es lädt sowohl das entsprechende Fachpublikum als auch die breite Öffentlichkeit dazu ein, KI- generierte Kunst vor Ort zu erleben und sich darüber hinaus aktiv in die laufende Debatte, die dieses Thema begleitet, mit einzubringen. 

 ARTIFICIAL legt bei der Auswahl der eingereichten Ideen den Fokus auf Arbeiten, die KI nicht ausschließlich als Werkzeug nutzen, vielmehr als ein mittlerweile unübersehbares und unüberhörbares artifizielles Gegenüber mit Reibungsfläche. Das ARTIFICIAL Festival- Team plant für den Februar 2027 zwölf Aufführungen und Ausstellungen sowie rund achtzehn Workshops und Panels. Insgesamt sollen bis zu 45 künstlerische Positionen vertreten sein. ARTIFICAL wird ein neues Forum für freie künstlerische Forschung werden. Mitten in Wuppertal platziert und dabei offen für die gesamte Republik. 

 Die Frage ist ja tatsächlich: Wie geht es der Kunst, mitten in ihrem tiefgreifenden Wandel? Bleibt sie frei, wenn ihre Produzenten es meist nicht mehr sind und ihre Konsumenten, die sich in ihrem Verhalten sehr verändert haben, anders mit ihr in Kontakt kommen? Wird die Kunst gewinnen oder verlieren, wenn sie die neuen Denkweisen der anderen Kreativbranchen nicht mehr nur befragt, da sie ...]]></description><pubDate>Wed, 14 Oct 2026 08:11:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/lasst-die-kunst-in-ruhe</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1225]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kein Prestigeobjekt. Ein Gemeinschaftswerk.]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kein-prestigeobjekt-ein-gemeinschaftswerk</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1221/christianguenther.jpg" length="232876"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1221/images/christianguenther-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Christian Günther 

 Haben Sie vergangene Woche Rats-TV gesehen? Der neue Kulturdezernent Hagen W. Lippe-Weißenfeld warb engagiert für das geplante Pina Bausch Zentrum (PBZ). Mein Höhepunkt aber war der Beitrag von Ratsmitglied Rolf Köster. Er erinnerte daran, dass das PBZ lange als „Expertengeschichte“ und „elitäres Projekt“ galt. Das habe sich „vehement geändert“. Gut so. Denn ein Kulturprojekt dieser Größenordnung darf keine Sache weniger Eingeweihter bleiben. 

   
Christian Günther - Foto: Bettina Oswald 

 Das neue PBZ soll kein repräsentativer Vorzeige-Kulturbau für einen kleinen Teil der Stadtgesellschaft werden. Tanztheater, internationale Theaterproduktion, Pina Bausch Foundation und eine breite, lebendige Bürgerbeteiligung sollen gleichberechtigt unter einem Dach vereint werden. Das ist der besondere Clou des Projekts! 

 Köster zeigte sich beeindruckt von den fast 1.000 Menschen, die am 13. September auf der B7 im strömenden Regen mit Pina Bauschs Nelken Line ein deutliches Zeichen setzten. Ebenso würdigte er die vielen Veranstaltungen der vergangenen Jahre im und vor dem alten Schauspielhaus. Sein Fazit: Der Gedanke an ein neues PBZ hat „in der Stadt richtig Fuß gefasst“. Diese Statements sind eine Feierstunde der Demokratie. Hier öffnet sich ein Fenster für ein gutes Miteinander, mehr Partizipation, ein innovatives Kulturangebot, eine gemeinsame Vision und die Bereitschaft, trotz klammer Kassen etwas zu wagen. Das trifft in Wuppertal auf eine besonders engagierte Stadtgesellschaft. Auch die freie Szene beweist seit Jahren, wie viel kulturelle Kraft in Wuppertal steckt. Kultur ist kein schmückendes Beiwerk. Sie ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Der Transformationsprozess für noch mehr Teilhabe im künftigen PBZ hat bereits begonnen. Seit mehr als einem Jahr arbeiten Menschen aus der Stadt und der freien Szene im Forum Wupperbogen an einem vielversprechenden Konzept für moderne Bürgerbeteiligung. Der kürzlich vorgestellte ...]]></description><pubDate>Tue, 06 Oct 2026 23:47:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kein-prestigeobjekt-ein-gemeinschaftswerk</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1221]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nur Weitblick gibt Perspektiven]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nur-weitblick-gibt-perspektiven</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1219/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1219/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Die Blätter fallen, das Papier der Bäume und Büsche: beschrieben mit all den Geschichten des Jahres, die heuer von Hitze und Dürre handeln, vom zuversichtlichen Werden und erfüllten Zugrundegehen wie seit Urzeiten und doch von Jahr zu Jahr verschieden. 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Wer einst in Holk Freitags „Faust I“ im Schauspielhaus als Mephisto den „Prolog im Himmel“ sprach, hatte ich im Buch nachzuschlagen (Joseph Ostendorf!), denn die Suchmaschine mochte nicht helfen. Sie wusste aber, dass bei Pina Bausch wirklich mal ein Laubbläser ins Spiel kam, im Film „Die Klage der Kaiserin“. Plötzlich sah ich Helena Pikon wieder vor mir! Und schon fiel ein erinnerndes Blatt nach dem anderen vom Theaterbaum. Wer 1990 gesagt hätte, dass unsere Stadt 13 Jahre später ihre Mitte des Schauspielhauses verlieren wollte, den hätten wir zum Teufel gejagt. 

 Damals reisten prominenteste Gäste aus aller Welt fürs Kunsterleben ins Tal, brachten und nahmen vieles mit und halfen uns, über den Tellerrand zu schauen – nicht nur bei den internationalen Tanzfestivals. Avantgardistische Aufbrüche aus allen Künsten zeigten sich gern zwischen unseren Hügelketten in der Wunderwunde im Bergischen Land; wir lebten im flackernd trügerischen Schein, dass noch etwas anderes regieren könne als das Geld. Jenes ist zweifellos immer noch zuhauf in den Bunkern und Tresoren vorhanden, selbst wenn die Stadt statistisch Einkommensmillionäre verliert. Warum sollten die auch hier leben wollen, in einer Stadt, die im ständigen Strukturwandel ihre alten Blätter verliert, doch die üppig nachwachsenden neuen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgen will? 

 Es ist nicht alles Tanz (oder Cragg-Skulptur), was glänzt: Auf unserem Stadtgebiet rauscht zum Beispiel ein vielfältig nachwachsender literarischer Mischwald aller Arten, von denen sich nur einige wenige derzeit bis zum 17. Oktober an der LIT.ronsdorf (den 19. Ronsdorfer Literaturtagen) zeigen. ...]]></description><pubDate>Wed, 30 Sep 2026 01:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nur-weitblick-gibt-perspektiven</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1219]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Eins von vier Herzen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/eins-von-vier-herzen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1212/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1212/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Meine Familie hat mir abtrainiert, wütend zu sein. Wut bringt nichts, hieß es. 

 Ich komme aus Sachsen-Anhalt. Seit vorletztem Sonntag bin ich heimatlos. 44 Prozent haben dort AfD gewählt. Ich lese deren Regierungsprogramm und die Menschen meiner Kindheit werden fremd. „Abschiebe- und Remigrationsoffensive“, weniger öffentlich-rechtlicher Rundfunk, weniger Demokratieprojekte. Ein neuer Geschichtslehrplan. Ein „Stolz-Pass“ soll Familien kostenlosen Eintritt in Kulturstätten ermöglichen. Voraussetzung: Ein Elternteil besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Bald soll es nur noch Brauchtumspflege geben. Meine Familie lebt noch dort. Sie sagt: „Du kannst sowieso nichts dagegen tun. Uns hört doch niemand zu.“ 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Wenn ich Texte über die Weimarer Republik lese und sehe, wie SPD und KPD miteinander stritten, während rechts von ihnen etwas immer größer wurde, fühle ich einen Stich. Natürlich ist 2026 nicht 1930. Geschichte wiederholt sich nicht einfach. Aber in den rechten Reihen unseres Stadtrates wächst wieder etwas und ich möchte laut schreien: Könnt ihr es jetzt bitte besser machen und frühzeitig miteinander sprechen? 

 Vier Tage nach der Wahl haben wir beim Wuppertaler Kulturgipfel über Kultur gesprochen. Wir haben gerechnet, Vorträge gebaut und Haushaltspläne gelesen. Das Ergebnis: Gerade einmal rund drei Prozent unseres städtischen Haushalts fließen in Kultur. Etwa zwei Prozentpunkte weniger als im interkommunalen Vergleich. Tendenz sinkend. Ich hatte gehofft, solche Zahlen würden erschüttern und eine Debatte darüber auslösen, was wir ändern müssen. Wie sichern wir die kulturelle Infrastruktur dieser Stadt? Stattdessen höre ich aus der Verwaltung, dass wir doch sowieso immer weitermachen. Irgendwie. Haben wir schließlich bisher auch gemacht. Auch ohne Geld. Und wenn ich frage, wie wir Kultur langfristig Sicherheit geben wollen, wird mir Naivität unterstellt. 

 Parallel dazu stehen wegen ...]]></description><pubDate>Tue, 22 Sep 2026 22:56:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/eins-von-vier-herzen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1212]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Gemeinsam und großzügig]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinsam-und-grosszuegig</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1211/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1211/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Wie sehr ein zukunftsorientierter Austausch beseelen kann, durfte ich kürzlich erleben: Die Utopie-Konferenz in Lüneburg klingt nach, die ich Ende August für eine Recherche besuchen durfte. Es ging um „Großzügigkeit, eine Utopie?“, begleitet von einem Quartett, das sich aus inspirierenden und einigen vermutlich bekannten Persönlichkeiten zusammensetzte, der Transformationsforscherin Maja Göpel, der Philosophin Barbara Bleisch, dem Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt und dem Soziologen Aladin El-Mafaalani. Es war ein dichter Reigen an Veranstaltungen mit etlichen versöhnend-spannenden Impulsgebenden. Wo liegen politische Potenziale der Großzügigkeit? In welchem Verhältnis stehen Knappheit und Großzügigkeit zueinander? Wie können wir dem verbreiteten Misstrauen entgegenwirken? Und was bedeutet es, wenn Großzügigkeit als Vertrauensvorschuss wirkt? Mitgestaltet und unterstützt von vielen jungen Menschen entstand zwischen den bundesweit angereisten Teilnehmenden ganz unterschiedlicher Herkünfte eine bewegende Atmosphäre, um dem Problemknäuel der aktuellen Lage, der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft und der sich verbreitenden Lähmung zu begegnen. Inspirierend begleitet mich die kulturelle Aufgabe, die auf positive Bilder des miteinander Wirkens Einfluss haben kann, Freiheit zur Teilhabe ermöglichen kann und Solidarität mit denen, die uns nicht ähnlich sind. Offenporige Verständigungsräume sind gefragt. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Mit dem Wuppertaler Kulturgipfel, der letzte Woche in der börse stattfand, hat die lebendige Wuppertaler Kulturszene auf eine vibrierende Tradition aufgebaut, wie sie in den letzten zehn Jahren intensiv miteinander weitergewachsen ist. Über die quirlige Teilnahme, das wache Interesse vieler Aktiver der Kulturszene hat er ein kraftvolles Zeichen gesetzt. Themen, wie Finanzen, kulturelle Bildung und für die Kultur relevante Vorhaben wie das entstehende Pina Bausch Zentrum, die BUGA, Perspektiven für ...]]></description><pubDate>Sat, 19 Sep 2026 22:12:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/gemeinsam-und-grosszuegig</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1211]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das verlernte Zuhören]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-verlernte-zuhoeren</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1205/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1205/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Der Sommer war "sehr groß". Selbst im Salzkammergut, der Landschaft meines Sommers, die üblicherweise mindestens einmal am Tag vom "Schnürlregen" versorgt und begrünt wird, herrschte bedrückende Dürre: Bäche und Flüsse lagen ausgetrocknet da, ganze Seen machten mit vergrößerten Uferflächen ihren Wasserschwund deutlich. Die Politik machte Urlaub und war zunehmend unbeliebt. Oder, wie die TAZ unnachahmlich titelte: "Deutscher Wasserpegel sinkt auf Merz-Niveau". 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 In einem sehr kleinen Nachbarort – zwei Kirchen, ein Lädchen, ein Kindergarten – hatten Engagierte ein hochkarätiges Musik-Festival neu zum Leben erweckt, bei dem wir ein Programm mit Musik von Gregorianik – den ältesten überlieferten Gesängen der christlichen Tradition – bis zu zeitgenössischen Kompositionen erlebten. Der Countertenor, mit dem wir anschließend ins Gespräch kamen, kannte selbstverständlich nicht nur Wuppertal und seine Kulturszene, sondern schwärmte sogleich von den "Seitz-Schwestern". 

 Elisabeth und Johanna Seitz sind seit vielen Jahren vor allem in der Alten Musik, aber auch mit Programmen mit Neuer Musik oder Improvisation weltweit unterwegs. Sie haben Ende August mithilfe des Vereins "Kultur am Wendepunkt" in Wuppertal ein Festival organisiert, das, nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit, zu einmaligen Begegnungen führte: Unter dem Motto "Go East!" initiierten sie – "traditionell, barock, experimentell und zeitgenössisch" – mit Workshops, Vorträgen, Konzerten und internationalem Austausch eine musikalische Reise nach Polen, über Persien, in die Mongolei bis nach Japan. Internationale Koryphäen auf Instrumenten wie der persischen Djoze, der mongolische Pferdekopfgeige oder der japanischen Koto trafen auf Laien und schufen mit ihnen eine Festivalband, bei deren Abschluss-Konzert Tradition auf barocke Grounds, Improvisation auf zeitgenössische Musik trafen. Als roter Faden dienten dem Projekt die hervorragend ...]]></description><pubDate>Tue, 08 Sep 2026 20:24:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-verlernte-zuhoeren</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1205]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wuppertal ist eine Kunstarbeiterstadt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-ist-eine-kunstarbeiterstadt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1204/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1204/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Künstlerinnen und Künstler wissen um ihre, sich selbst verpflichtende Aufgabe, das Lebensgefühl ihrer Zeit zum Ausdruck zu bringen. Wie sie das machen, ist immer wieder bemerkenswert, inspirierend und oft nicht leicht zu entschlüsseln, denn es ist tatsächlich eine Aufgabe für sehr viele Hände. Zum Glück haben wir in Wuppertal eine große, lebendige Kunst- und Kulturszene, die sich selbstlos engagiert, sich je nach Bedarf immer wieder neu organisiert und sich gerne freiwillig daran abarbeitet, sich nicht unterkriegen zu lassen. In einer Stadt am Fluss mit einem zum Teil sehr experimentierfreudigen Publikum, das diesen kreativen Standortfaktor schätzt. Aus meiner Sicht steht einer Transformation zur Kunstarbeiterstadt also nichts mehr im Wege. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Ich bin froh, dass die Sommerpause endlich zu Ende ist und die Spiele, die die Zeit hinterfragen, auf offener Bühne wieder beginnen können, denn nicht nur die Zeit wendet sich, auch die Kunstarbeit und auch die Kultur wandelt sich im Moment enorm. Wir brauchen jetzt poetische Symbole, die dem Wunsch dieser Welt zu entfliehen, hinterher spüren. Die Kunstarbeit, Schieflagen aller Art offen zu legen, ist Bekenntniskunst. Dies garantiert eine Freiheit der Gedanken als Fundament einer Stadt und auch eines Staates in guter Verfassung. 

 Wenn heute nicht nur die Schule, sondern auch alles andere in unserem Land wieder beginnt, sich alle wieder kümmern, weil sie wieder oder neu zu Hause sind, so wie unser Kulturdezernent, kann die Kunst endlich weitergehen. Ich freue mich auf das Kulturratstreffen heute Abend, diesmal beim Medienprojekt in der Hofaue, auf den ersten Wuppertaler Kulturgipfel in der Börse am 10. September, auf ein hoffentlich einstimmiges Votum im Stadtrat zum Pina Bausch Zentrum (das schaue ich mir live im RatsTV an), auf einen Besuch im Skulpturenpark mit neuer Ausstellung, einen Besuch im neu eröffneten Museum Industriekultur oder auch ...]]></description><pubDate>Tue, 01 Sep 2026 22:24:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-ist-eine-kunstarbeiterstadt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1204]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Mehr Brennnessel wagen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/mehr-brennnessel-wagen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1201/arianedehghan.jpg" length="299492"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1201/images/arianedehghan-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Ariane Dehghan 

 Metallisches Surren, die Bahn ruckelt durch die Kurve. Hinterhöfe, Fabriken, Wohnhäuser, Brachen, Bühnen, Museen, Ateliers… Wuppertal zieht wie ein Filmstreifen vorbei. Unter mir die renaturierte Wupper in einem Bett aus eigenwilligem Grün, das sich um die üblichen Regeln städtischer Grünpflege herzlich wenig kümmert. Keine zurechtgestutzten Büsche, keine empfindlichen Zierpflanzen. Es wächst üppig, wild und selbst bestimmt. 

   
Ariane Dehghan - Foto © A. DehghanAriane Dehghan 

 Die Wuppertaler Kulturlandschaft passt so wunderbar zu diesem grünen Band! Kunst und Kultur sitzen hier nicht ordentlich an einem Platz. Sie quellen aus allen Ecken und Enden: große Institutionen neben kleinen Projekträumen, international Bekanntes neben Dingen, die kaum jemand außerhalb des Viertels kennt. Geschichtsträchtige Institutionen bekommen neue Programme, Initiativen verschwinden und tauchen an anderer Stelle wieder auf, neue Orte und Ideen entstehen neben solchen, die seit Generationen zur Stadt gehören. Eine vollständige Liste anzulegen, wäre praktisch aussichtslos. 

 Vor vielen Jahren bin auch ich dieser Stadt und ihrer verwunderlichen Eigenschaft, Kultur hervorzubringen, erlegen: Es sollten Skulpturen unter freiem Himmel sein, immer einen Sommer lang und für alle – so wie bei der documenta in Kassel, den Skulptur Projekten Münster oder der Biennale in Venedig, nur eben besser, nämlich entlang von Schwebebahn und Wupper: das Projekt „FREILUFT Wuppertal“ war geboren. Vielleicht erinnern Sie sich an den „Google Tree“ am Haspel. Zu Fuß ist die Talachse zu lang, mit dem Fahrrad bisweilen lebensgefährlich und mit dem Auto stellt sich unentwegt die Parkplatzfrage. Die Schwebebahn dagegen hat das perfekte Maß. Ihre Stationen liegen dicht genug, um immer wieder auszusteigen und ein Werk zu erkunden, und weit genug auseinander, um voranzukommen. Man kann sich nicht verfahren. Und sie bietet zudem eine einzigartige Perspektive auf die Kunstwerke – von ...]]></description><pubDate>Tue, 25 Aug 2026 22:36:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/mehr-brennnessel-wagen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1201]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Über den eigenen Tankdeckel hinausdenken]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ueber-den-eigenen-tankdeckel-hinausdenken</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1195/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1195/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Geläufig ist der Begriff der Tropopause nicht, doch sind wir zeitlebens von ihr umgeben und viele von Ihnen sind auf Fernflügen schon an oder sogar auf ihr entlanggeglitten: Sie ist der Deckel der untersten Atmosphärenschicht, der dafür sorgt, dass die konvektive Durchmischung, die wir „Wetter“ nennen, nicht nach oben in die Stratosphäre abhaut.Im Klimawandel des Anthropozäns hat sie sich langsam weiter ausgedehnt, um bis zu 500 Meter. Mehr Raum also für Zirkulation und Kuddelmuddel, für Ereignisse wie Hitzewellen, Starkregen und Stürme. „Ist doch prima!“, schreien die einen, „egal!“ die anderen, „Beängstigend …“ flüstern zu wenige; Hauptsache, in Wacken gibts kein Schlamm. 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Der Topos vom trópos (altgriechisch für Wendung, Kehre, Änderung) ist in diesem Sommer allgegenwärtig: Als politische Mahnung oder Aufforderung tut er weiterhin so, als lebten wir vor einem halben Jahrhundert und könnten die neuen Fakten weiterhin ignorieren. Eine neue Kultur des Ausblendens ist gut geübt in der Komfortlandschaft unserer rechtebesessenen Generationen, die nicht lernen wollten, über den eigenen Tankdeckel hinauszudenken. Doch die Panoramen der Verursachung sind so unermesslich breit, wie die Fingerzeige auf Waffenbau, Hedge Fonds und Sashi Beef zwecklos sind. Die Unumkehrbarkeit macht einfache Feindbilder billig. Schließlich verbrauchen auch die Künste und kulturellen Arbeiten aller Art jede Menge Treibstoff. Theater und Tanz, Konzerte, Bücherhalden, Messen und Festivals – auch all dies, das „Gute“, nuckelt kräftig an den Kraftwerken und schluckt jede Menge graue oder direkte Energie. Doch wie soll man in der Vielfalt aller Ansprüche und Geschmäcker nun möglichst gemeingültig und nicht selbstgerecht zwischen Unnötigem und Sinnvollem unterscheiden? Es ist unmöglich; das Dilemma ist beispielhaft. Gekürzt, verengt und ausgegrenzt wird nicht nach den Maßgaben des biologischen, sondern des ...]]></description><pubDate>Tue, 18 Aug 2026 20:54:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ueber-den-eigenen-tankdeckel-hinausdenken</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1195]]></dc:identifier></item></channel></rss>