﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 12 Sep 2026 05:35:42 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - 2026</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2026</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2026" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das verlernte Zuhören]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-verlernte-zuhoeren</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1205/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1205/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Der Sommer war "sehr groß". Selbst im Salzkammergut, der Landschaft meines Sommers, die üblicherweise mindestens einmal am Tag vom "Schnürlregen" versorgt und begrünt wird, herrschte bedrückende Dürre: Bäche und Flüsse lagen ausgetrocknet da, ganze Seen machten mit vergrößerten Uferflächen ihren Wasserschwund deutlich. Die Politik machte Urlaub und war zunehmend unbeliebt. Oder, wie die TAZ unnachahmlich titelte: "Deutscher Wasserpegel sinkt auf Merz-Niveau". 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 In einem sehr kleinen Nachbarort – zwei Kirchen, ein Lädchen, ein Kindergarten – hatten Engagierte ein hochkarätiges Musik-Festival neu zum Leben erweckt, bei dem wir ein Programm mit Musik von Gregorianik – den ältesten überlieferten Gesängen der christlichen Tradition – bis zu zeitgenössischen Kompositionen erlebten. Der Countertenor, mit dem wir anschließend ins Gespräch kamen, kannte selbstverständlich nicht nur Wuppertal und seine Kulturszene, sondern schwärmte sogleich von den "Seitz-Schwestern". 

 Elisabeth und Johanna Seitz sind seit vielen Jahren vor allem in der Alten Musik, aber auch mit Programmen mit Neuer Musik oder Improvisation weltweit unterwegs. Sie haben Ende August mithilfe des Vereins "Kultur am Wendepunkt" in Wuppertal ein Festival organisiert, das, nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit, zu einmaligen Begegnungen führte: Unter dem Motto "Go East!" initiierten sie – "traditionell, barock, experimentell und zeitgenössisch" – mit Workshops, Vorträgen, Konzerten und internationalem Austausch eine musikalische Reise nach Polen, über Persien, in die Mongolei bis nach Japan. Internationale Koryphäen auf Instrumenten wie der persischen Djoze, der mongolische Pferdekopfgeige oder der japanischen Koto trafen auf Laien und schufen mit ihnen eine Festivalband, bei deren Abschluss-Konzert Tradition auf barocke Grounds, Improvisation auf zeitgenössische Musik trafen. Als roter Faden dienten dem Projekt die hervorragend ...]]></description><pubDate>Tue, 08 Sep 2026 20:24:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-verlernte-zuhoeren</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1205]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wuppertal ist eine Kunstarbeiterstadt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-ist-eine-kunstarbeiterstadt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1204/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1204/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Künstlerinnen und Künstler wissen um ihre, sich selbst verpflichtende Aufgabe, das Lebensgefühl ihrer Zeit zum Ausdruck zu bringen. Wie sie das machen, ist immer wieder bemerkenswert, inspirierend und oft nicht leicht zu entschlüsseln, denn es ist tatsächlich eine Aufgabe für sehr viele Hände. Zum Glück haben wir in Wuppertal eine große, lebendige Kunst- und Kulturszene, die sich selbstlos engagiert, sich je nach Bedarf immer wieder neu organisiert und sich gerne freiwillig daran abarbeitet, sich nicht unterkriegen zu lassen. In einer Stadt am Fluss mit einem zum Teil sehr experimentierfreudigen Publikum, das diesen kreativen Standortfaktor schätzt. Aus meiner Sicht steht einer Transformation zur Kunstarbeiterstadt also nichts mehr im Wege. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Ich bin froh, dass die Sommerpause endlich zu Ende ist und die Spiele, die die Zeit hinterfragen, auf offener Bühne wieder beginnen können, denn nicht nur die Zeit wendet sich, auch die Kunstarbeit und auch die Kultur wandelt sich im Moment enorm. Wir brauchen jetzt poetische Symbole, die dem Wunsch dieser Welt zu entfliehen, hinterher spüren. Die Kunstarbeit, Schieflagen aller Art offen zu legen, ist Bekenntniskunst. Dies garantiert eine Freiheit der Gedanken als Fundament einer Stadt und auch eines Staates in guter Verfassung. 

 Wenn heute nicht nur die Schule, sondern auch alles andere in unserem Land wieder beginnt, sich alle wieder kümmern, weil sie wieder oder neu zu Hause sind, so wie unser Kulturdezernent, kann die Kunst endlich weitergehen. Ich freue mich auf das Kulturratstreffen heute Abend, diesmal beim Medienprojekt in der Hofaue, auf den ersten Wuppertaler Kulturgipfel in der Börse am 10. September, auf ein hoffentlich einstimmiges Votum im Stadtrat zum Pina Bausch Zentrum (das schaue ich mir live im RatsTV an), auf einen Besuch im Skulpturenpark mit neuer Ausstellung, einen Besuch im neu eröffneten Museum Industriekultur oder auch ...]]></description><pubDate>Tue, 01 Sep 2026 22:24:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-ist-eine-kunstarbeiterstadt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1204]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Mehr Brennnessel wagen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/mehr-brennnessel-wagen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1201/arianedehghan.jpg" length="299492"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1201/images/arianedehghan-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Ariane Dehghan 

 Metallisches Surren, die Bahn ruckelt durch die Kurve. Hinterhöfe, Fabriken, Wohnhäuser, Brachen, Bühnen, Museen, Ateliers… Wuppertal zieht wie ein Filmstreifen vorbei. Unter mir die renaturierte Wupper in einem Bett aus eigenwilligem Grün, das sich um die üblichen Regeln städtischer Grünpflege herzlich wenig kümmert. Keine zurechtgestutzten Büsche, keine empfindlichen Zierpflanzen. Es wächst üppig, wild und selbst bestimmt. 

   
Ariane Dehghan - Foto © A. DehghanAriane Dehghan 

 Die Wuppertaler Kulturlandschaft passt so wunderbar zu diesem grünen Band! Kunst und Kultur sitzen hier nicht ordentlich an einem Platz. Sie quellen aus allen Ecken und Enden: große Institutionen neben kleinen Projekträumen, international Bekanntes neben Dingen, die kaum jemand außerhalb des Viertels kennt. Geschichtsträchtige Institutionen bekommen neue Programme, Initiativen verschwinden und tauchen an anderer Stelle wieder auf, neue Orte und Ideen entstehen neben solchen, die seit Generationen zur Stadt gehören. Eine vollständige Liste anzulegen, wäre praktisch aussichtslos. 

 Vor vielen Jahren bin auch ich dieser Stadt und ihrer verwunderlichen Eigenschaft, Kultur hervorzubringen, erlegen: Es sollten Skulpturen unter freiem Himmel sein, immer einen Sommer lang und für alle – so wie bei der documenta in Kassel, den Skulptur Projekten Münster oder der Biennale in Venedig, nur eben besser, nämlich entlang von Schwebebahn und Wupper: das Projekt „FREILUFT Wuppertal“ war geboren. Vielleicht erinnern Sie sich an den „Google Tree“ am Haspel. Zu Fuß ist die Talachse zu lang, mit dem Fahrrad bisweilen lebensgefährlich und mit dem Auto stellt sich unentwegt die Parkplatzfrage. Die Schwebebahn dagegen hat das perfekte Maß. Ihre Stationen liegen dicht genug, um immer wieder auszusteigen und ein Werk zu erkunden, und weit genug auseinander, um voranzukommen. Man kann sich nicht verfahren. Und sie bietet zudem eine einzigartige Perspektive auf die Kunstwerke – von ...]]></description><pubDate>Tue, 25 Aug 2026 22:36:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/mehr-brennnessel-wagen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1201]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Über den eigenen Tankdeckel hinausdenken]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ueber-den-eigenen-tankdeckel-hinausdenken</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1195/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1195/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Geläufig ist der Begriff der Tropopause nicht, doch sind wir zeitlebens von ihr umgeben und viele von Ihnen sind auf Fernflügen schon an oder sogar auf ihr entlanggeglitten: Sie ist der Deckel der untersten Atmosphärenschicht, der dafür sorgt, dass die konvektive Durchmischung, die wir „Wetter“ nennen, nicht nach oben in die Stratosphäre abhaut.Im Klimawandel des Anthropozäns hat sie sich langsam weiter ausgedehnt, um bis zu 500 Meter. Mehr Raum also für Zirkulation und Kuddelmuddel, für Ereignisse wie Hitzewellen, Starkregen und Stürme. „Ist doch prima!“, schreien die einen, „egal!“ die anderen, „Beängstigend …“ flüstern zu wenige; Hauptsache, in Wacken gibts kein Schlamm. 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Der Topos vom trópos (altgriechisch für Wendung, Kehre, Änderung) ist in diesem Sommer allgegenwärtig: Als politische Mahnung oder Aufforderung tut er weiterhin so, als lebten wir vor einem halben Jahrhundert und könnten die neuen Fakten weiterhin ignorieren. Eine neue Kultur des Ausblendens ist gut geübt in der Komfortlandschaft unserer rechtebesessenen Generationen, die nicht lernen wollten, über den eigenen Tankdeckel hinauszudenken. Doch die Panoramen der Verursachung sind so unermesslich breit, wie die Fingerzeige auf Waffenbau, Hedge Fonds und Sashi Beef zwecklos sind. Die Unumkehrbarkeit macht einfache Feindbilder billig. Schließlich verbrauchen auch die Künste und kulturellen Arbeiten aller Art jede Menge Treibstoff. Theater und Tanz, Konzerte, Bücherhalden, Messen und Festivals – auch all dies, das „Gute“, nuckelt kräftig an den Kraftwerken und schluckt jede Menge graue oder direkte Energie. Doch wie soll man in der Vielfalt aller Ansprüche und Geschmäcker nun möglichst gemeingültig und nicht selbstgerecht zwischen Unnötigem und Sinnvollem unterscheiden? Es ist unmöglich; das Dilemma ist beispielhaft. Gekürzt, verengt und ausgegrenzt wird nicht nach den Maßgaben des biologischen, sondern des ...]]></description><pubDate>Tue, 18 Aug 2026 20:54:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ueber-den-eigenen-tankdeckel-hinausdenken</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1195]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Und am Ende denke ich doch immer nur an Kultur]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/und-am-ende-denke-ich-doch-immer-nur-an-kultur</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1193/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1193/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Diese Kolumne schreibe ich ganz bewusst mittendrin im Urlaub. Ich sitze auf einer Wiese zwischen Schilf und einem Wurfzelt, das seinem Namen nur bedingt gerecht wird. „Wurf“ stimmt, „Zelt“ ist Verhandlungssache. Flutschfinger (buntes, sehr süßes Wassereis) schmelzen und verteilen sich auf Kindern. Das ist eigentlich auch eine Kunstform. Mein Gehirn arbeitet bei 32 Grad nur zwei Minuten am Stück. Danach springt es in den abgesicherten Modus. Und doch möchte diese Kolumne geschrieben werden. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Ich denke an Wuppertals Kultur. Tausend Themen tauchen auf. Keines bleibt lange genug, um wichtig zu werden. Noch einen Kaffee. Noch ein Konzentrationsversuch. Es kommen mir all die kleinen und größeren Streitigkeiten der vergangenen Wochen in den verwuschelten Kopf. 

 Im Kulturrat geht es gerade hoch her. Man wählt Vertreterinnen für die freie Szene in den Kulturausschuss. Manche freuen sich darüber, andere nicht. Soweit völlig normal. Schwieriger wird es danach. Irgendwann muss eine Wahl nämlich auch einmal aufhören dürfen. Sonst wird aus Demokratie ein Dauerkampf. Das wäre ungefähr so, als würde ich nach jedem Uno-Spiel meiner Tochter noch drei Tage erklären müssen, warum die gewinnt, die keine Karten mehr auf der Hand hat. Demokratie ist schon ein merkwürdiges Ding. Es ist wohl nur ein kleines Szenario, das leider in der gesamten Gesellschaft zu beobachten ist. 

 Meine Kinder haben beschlossen, dass Sichtkontakt überbewertet wird. Beim nächsten Badeurlaub sollten sie schwimmen können. Kurz schauen, ob der Kopf noch über Wasser ist und dann weiter. 

 Nach meiner letzten Kolumne haben Thusnelda Mercy und ich uns erstaunlich schnell mit dem neuen Kulturdezernenten getroffen. Wir saßen entspannt im Café Joliso im Barmer Bahnhof beisammen und sprachen über Kultur und die freie Szene. Das war angenehm. Menschen, die Lust hatten, über Möglichkeiten nachzudenken. Neue Ämter bringen neue Ideen mit sich. ...]]></description><pubDate>Tue, 11 Aug 2026 22:43:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/und-am-ende-denke-ich-doch-immer-nur-an-kultur</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1193]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Zeit nehmen – inmitten von Umbrüchen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/zeit-nehmen-inmitten-von-umbruechen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1192/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1192/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Erfrischend leer sind die Straßen der Stadt, gleißend heiß zugleich, mitten im Sommer in der Ferienzeit. Viele hat es wohl raus in die weite Welt gezogen. Hier ticken nun gefühlt die Uhren etwas langsamer. Entschleunigung ist zu spüren. Das tut gut, vor allem, da es mich selbst dazu verführt, mir einfach mehr Zeit zu geben. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Im Strudel der Ereignisse fehlt dem Innehalten oft die Verankerung, um mit mehr Aufmerksamkeit Erfahrungen zu machen, Menschen, Momenten oder auch Konstellationen zu begegnen, denen Zeit für Klärung guttun würde. Auf so vielen Ebenen tut dies not: Der Erdüberlastungstag am 30. Juli hat in nie dagewesener Höhe aufgezeigt, dass die Ressourcen des Planeten ausgeschöpft sind. Es lodert und flackert: Waldbrände in Südeuropa erreichen uns in den Nachrichten und werden schmerzhaft konkret über Hilferufe von urlaubenden Aktiven der Kulturszene. Auch wir, die wir uns in jahrzehntelang erlebter Sicherheit gewähnt haben, sind inmitten all der Umbrüche und Krisen. 

 Zeitnehmen für Kunst: Begünstigt durch Ticketangebote der Bahn habe ich mich letzte Woche für eine Tagesreise auf den Weg zum ZKM in Karlsruhe gemacht und die Konzeptausstellung „MARS! – Mobilizing Awareness for Resilient Societies!“ besucht, die als Experiment eine demokratisch-resiliente Mars-Besiedlung durchspielt und gar nicht so weit von dem entfernt ist, was wir auf einer klimaveränderten Erde bräuchten. Gemeinsam mit Bürgerwissenschaftlerinnen der „Red Dust Society“ tauchen die Besuchenden faszinierend partizipativ erkundend in die Bereiche Habitat, Mental Health, Food, Governance und Ressourcenmanagement ein. 

 Dies angeregt aufsaugend habe ich den ultraheißen Tag im wohltuenden Museumsgebäude und im klimatisierten Zug verbracht: Der Blick auf den bisher so nie erlebten wasserarmen Rhein auf meiner Lieblingszugstrecke hat mir schier den Atem genommen: mit lähmender Sorge. 

 „Schönheit der Umbrüche. Vom ...]]></description><pubDate>Tue, 04 Aug 2026 20:36:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/zeit-nehmen-inmitten-von-umbruechen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1192]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Theaterarbeit, die sich für unsere Welt einsetzt und eine Welt verändert]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/theaterarbeit-die-sich-fuer-unsere-welt-einsetzt-und-eine-welt-veraendert</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1191/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1191/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Neulich war ich wieder bei einem Vorspiel meiner Studierenden, die ich an der Folkwang Universität der Künste in Theatergeschichte unterrichte. „Figurenarbeit“ heißt die Aufgabe, bei der die jungen Darstellerinnen und Darsteller nicht Rollen aus Theaterstücken spielen, sondern sich über Wochen mit einer Figur aus der Geschichte, dem öffentlichen Leben oder mit übergeordneten Themen auseinandersetzen – höchst individuell, meist experimenteller und performativer als in anderem szenischem Unterricht. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Hintergrund ist, dass sie dabei oft ein persönliches Anliegen mitbringen und vertreten, viel dazu recherchieren und lernen, sich in eine reale Position hineinzubegeben. Im Idealfall können sie diese Intensität später auf Figuren übertragen, deren Anliegen sie nicht teilen, die sie aber glaubhaft spielen möchten. 

 Ich war an diesem Abend nur Zuschauer und beeindruckt von ihrer Intensität, gleichwohl frappiert von der Auswahl der Themen. Diese erschien wie ein „best of Horror“ unseres menschlichen Zusammenlebens: Von Femiziden über Rassismus, Leben unter Diktaturen, sexuellem Missbrauch bis hin zum Elite-Denken eines Tech-Milliardärs zogen die Themen einen finsteren Kreis um uns. 

 Einer der Darsteller hat familiäre Wurzeln in der DDR und hatte sich intensiv mit der Familiengeschichte Wolf Biermanns auseinandergesetzt, sang dazu zwei seiner Lieder. Eine Studierende hatte sich anhand von Michael Jackson mit der Ambivalenz von Verehrung und Ablehnung beschäftigt: Wie umgehen mit einem Künstler, den wir lieben und gleichzeitig – aufgrund des Verdachts von Kindesmissbrauch – verachten? Eine Studentin schlug einen Bogen von der Hexenverfolgung zu Femiziden heute – schwerer Stoff, der uns da entgegenschlug und in seiner Behandlung beeindruckte. 

 In mir wurde die Frage laut: Warum beschäftigen sich junge Menschen heute gerade mit diesen Themen und Figuren? Eine Antwort scheint naheliegend: Weil ...]]></description><pubDate>Tue, 28 Jul 2026 22:02:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/theaterarbeit-die-sich-fuer-unsere-welt-einsetzt-und-eine-welt-veraendert</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1191]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wuppertaler Schwebebahn als Lernort für Kunst im öffentlichen Raum]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertaler-schwebebahn-als-lernort-fuer-kunst-im-oeffentlichen-raum</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1189/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1189/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Das Lehrgebiet „Darstellen und Gestalten“ im Fachbereich Architektur der Bergischen Universität Wuppertal bildet einen zentralen Denk- und Handlungsraum, in dem Studierende von Künstlerinnen und Künstlern lernen, Form, Inhalt, Raum, Körper und Kontext experimentell-künstlerisch und ästhetisch-taktil zu begreifen, mitten im Spannungsfeld zwischen theoretischer Planung und künstlerischer Praxis. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Nach dem Ausscheiden des derzeitigen Professors Heinrich Weid im Jahr 2030 wird dieses/sein Lehrgebiet keinen direkten Nachfolger bekommen, denn es soll mit den Fachbereichen Design und Kunstpädagogik zusammengeführt werden. 

 Die Fusion führt zu grundsätzlichen Überlegungen und Fragen nach den Voraussetzungen einer künstlerischen Lehre als Basis für ein gestalterisches Studium. Im Fall des Studiums der Architektur ist und bleibt es gerade in Wuppertal wichtig, künstlerische Grundimpulse und Motivationen weiterhin durch Fachkräfte aus diesem beruflichen Umfeld vermitteln, lehren und lernen zu lassen, denn die Reflexion über künstlerisches Handeln ist für die Studierenden essenziell und sollte auch in der Rezeptur eines neu zusammengesetzten Lehrgebiets gut gewichtet bleiben. 

 Ein Beispiel aus der Praxis: Das Lehrgebiet „Darstellen und Gestalten“ führte in diesem Sommer Semester ein Seminar mit dem Titel „Kunststationen“ durch, welches sich intensiv mit der Wuppertaler Schwebebahn als Stadtgestaltungsdenk- und merkmal auseinandersetzte. Neben verschiedenen Beobachtungsübungen an allen Stationen, nach zeichnerischen Auseinandersetzungen in Form von gemeinsamen Panoramazeichnungen und ornamentalen Interpretationen arbeiteten die Studierenden daran, alle 20 Schwebebahnstationen skulptural zu interpretieren. 

 In den vergangenen Jahren intervenierten die Studierenden auf diese Weise zum Beispiel schon beim Living Lab am Mirker Bahnhof (2023), am Pina Bausch Zentrum (2024) oder auch auf dem ...]]></description><pubDate>Tue, 21 Jul 2026 20:48:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertaler-schwebebahn-als-lernort-fuer-kunst-im-oeffentlichen-raum</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1189]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Blick in die Nachrichtenflut steigert den Durst nach Hoffnung]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-blick-in-die-nachrichtenflut-steigert-den-durst-nach-hoffnung</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1185/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1185/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Max Christian Graeff 

 Die Meisen zetern, das Rotkehlchen rastet aus und auch das Mauswiesel im Hügelbeet freut sich auf die Extraportion Regen über seinem Bau: Mein Gartensprenger pulsiert aber nur alle paar Abende und nicht sehr effizient, weil ich es morgens stets verpasse. Richtiger wäre das Gießen auf nachtkühlem Grund, bevor die Schule nebenan ihre zwitschernden Schüler empfängt – zumindest diese Woche noch. Nach dem Unterricht machen derzeit einige vorm Quartiersbüro an den Gratisbücherkisten halt. Manche nehmen was mit, nur weil es gratis ist, und werfen es eine Ecke weiter in die Hecke, doch andere bleiben lesend sitzen, bis die Mutter am Handy schimpft. Oft sind es Kinder aus Familien anderer Sprachen, die – im besten Sinne gierig – Deutsch lernen wollen und denen wir gerne nicht nur Thriller und Romanzen, sondern Geeigneteres rausstellen würden, doch können wir nur verschenken, was wir selbst geschenkt bekommen. Kinder- und Jugendbücher werden dabei seltener. Und zum großen Arrenberger Bücherrummel am letzten Samstag kam kein einziges Kind mit Familie vorbei. Ist es nur alternde Wahrnehmung oder steigt die Schwellenangst? 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Morgens, während die Rasselbande der Ferienzeit entgegen schwitzt, versuche ich Erkenntnisse aus den Tagesnachrichten zu gewinnen. Der zentrale Satz für den Vorderen Orient – ach was, für unseren ganzen Kugelgrill – lautet weiterhin: „Die tatsächliche Lage vor Ort bleibt unklar.“ Blinde Flecken in der Orientierung breiten sich aus, die Hoffnungsschmelze wird flächendeckend, und Sommermärchen jedweder Art sind abgesagt. Daneben müssen wir auch noch Verzweiflungsreserven für diverse Herbstwahlen zur Seite legen. Ein unser Treiben zwinkernd betrachtender Sommerhit wie einst von Rudi Carrell („Mein Milchmann sagt: Dies Klima hier, wen wundert‘s, / denn Schuld daran ist nur die SPD!“) oder Righeira („Vamos a la playa“, gemeint war ein Besuch am atomverseuchten Strand) ist nicht in ...]]></description><pubDate>Tue, 14 Jul 2026 21:27:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-blick-in-die-nachrichtenflut-steigert-den-durst-nach-hoffnung</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1185]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Brief an den neuen Kulturdezernenten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/brief-an-den-neuen-kulturdezernenten</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1184/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1184/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Lieber Herr Lippe-Weißenfeld, 

 Herzlich willkommen in Wuppertal! Leider haben wir es noch nicht geschafft, uns persönlich kennenzulernen – deshalb schreibe ich Ihnen einen Brief. Sie sind neu hier. Ich bin es eigentlich auch – zumindest in der Kulturszene. Noch nicht lange genug da, um alles zu verstehen. Ein paar Dinge habe ich aber schon gelernt und möchte sie gerne mit Ihnen teilen. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Die freie Szene Wuppertals ist schwer zu beschreiben. Wir sind groß und bunt, manchmal chaotisch, gelegentlich anstrengend. Wir mögen es nicht, wenn über uns gesprochen wird, statt mit uns, wir produzieren mit erstaunlich wenig Geld erstaunlich viel Schönheit und Begegnung. Und wir haben unsere Arme immer weit geöffnet. Sie haben Ihrem Bereich den Arbeitstitel eines Dezernats für gesellschaftlichen Zusammenhalt gegeben. Ich mochte diesen Satz sofort, auch wenn ich den sozialen Bereich darin gedanklich immer mitlese. Ich mochte ihn vor allem, weil Zusammenhalt in meinen Augen die Aufgabe der Zukunft darstellt. Das mag ich an der freien Szene, denn egal wie unterschiedlich wir sind, für das Große und Ganze ziehen wir an einem Strang. 

 Auch habe ich bereits vieles über das künftige Pina Bausch Zentrum gelernt. Unter anderem, worin seine eigentliche Größe liegt: Das ursprüngliche Hilterhaus-Konzept dachte das Zentrum nicht nur als Ort internationaler Strahlkraft, sondern als offenen Begegnungsraum, mit dem Forum Wupperbogen als Bürgerforum, als Ort für Austausch und die Stimmen dieser Stadt. Die Förderung kam nicht nur wegen des Namens Pina Bausch, sondern auch wegen der Idee, dass Kulturorte zugänglich sein und Stadtgesellschaft abbilden sollen. Das Spannendste am Pina Bausch Zentrum ist vielleicht nicht, wer dort auftritt — sondern wer sich dort eingeladen fühlt. 

 Wuppertal ist eine superdiverse Stadt. Hier leben Menschen mit ganz unterschiedlichen Biografien, Einkommen, Sprachen und Lebensrealitäten. Deshalb sollten wir ...]]></description><pubDate>Tue, 07 Jul 2026 23:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/brief-an-den-neuen-kulturdezernenten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1184]]></dc:identifier></item></channel></rss>