﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:52:13 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - 2026</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2026</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2026" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wer oder was lädt unser Grundvertrauen wieder auf?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wer-oder-was-laedt-unser-grundvertrauen-wieder-auf</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1156/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1156/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Wenn es stimmt, dass der Zustand der Verunsicherung so etwas wie der Grundton des im Moment laufenden Jahrzehnts ist, hat das vielleicht nicht nur negative Folgen. Wenn ich zum Beispiel stark verunsichert bin, weil ich eine Ausgangslage nicht richtig einschätzen kann und die möglichen Folgen daraus nur schwer vorhersehbar sind, werde ich sofort aktiv: Ich hole mir aktuelle Informationen aus Quellen, denen ich vertraue, und unterhalte mich mit anderen, die eine ähnliche Situation kennen. Ich höre mich dann überall so lange um, bis eine mögliche Lösung des Problems auf dem Weg ist, denn irgendjemand hat immer eine gute Idee oder vielleicht auch ganz andere Mittel, um „trouble zu shooten“. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Sehr viele Menschen handeln in Zeiten großer Verunsicherungen genauso, sie versuchen etwas zu verändern oder helfen anderen dabei. Und genau diese Erfahrung stärkt mein Grundvertrauen. Wie ein Akku, der sich immer wieder neu aufladen lässt. Wenn der Ladestand niedrig ist, wenn Meldungen müde machen, hilft mir mein unerklärlich aktivistischer Optimismus. Es hängt vielleicht damit zusammen, dass ich von einem Basisszenario ausgehe, in dem die Kunst als eine menschliche Ausdrucksmöglichkeit sich ständig durch Veränderung anpasst und es jedem erlaubt, anhand seiner Geschichte zu erkennen, wie sie das macht. Kunst zu betrachten, treibt mich an wie ein Motor, der mich mit erneuerbarer Energie grundversorgt. 

 Im Moment interessieren und beruhigen mich zum Beispiel die Alten Meister, im Besonderen scheinbar realistische Genreszenen und ja, ich gebe es zu, Stillleben aus vergangenen Jahrhunderten. Das „Stillleben mit Spargel“ von Carl Eduard Schuch von 1883 zum Beispiel, das im Arp Museum/Bahnhof Rolandseck ausgestellt ist, hat, wie ich finde, alles, was es braucht. Der abgebildete Spargel liegt zwar auf einem Silbertablett, jedoch auf einem rustikalen Bauerntisch neben einem Korb oder einer Art Kiepe. Ich ...]]></description><pubDate>Tue, 28 Apr 2026 21:34:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wer-oder-was-laedt-unser-grundvertrauen-wieder-auf</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1156]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Blüten des Erinnerns]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-blueten-des-erinnerns</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1155/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1155/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Vor dem ersten Satz jeder Kolumne hält mir die Welt stets im Lauf inne, ratlos in der Frage, welches Thema am Erscheinungstag noch nicht überholt sein wird. Ist es Timmy, der singend sterbende Buckelwal (wie einst in der Rockoper „Tommy“: „See me, feel me, touch me, heal me …“) oder der große Wolf Biermann und sein diesjähriger Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis, ein Walfisch ebenfalls, doch („Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“) keineswegs auf Grund gelaufen? Oder sollten es die drei Kreuzfahrtschiffe sein, die der Mausefalle von Hormus nach angstvoller Duldungsstarre (verirrten Walen nicht unähnlich) knapp entfliehen konnten, damit die Urlaubswelt sich weiterdreht? Ein Irrgarten bald versinkender Sinnbilder … – doch rechtzeitig kommt eine Horde von Grundschülern wild schreiend den Berg hinabgekegelt, lässt mich aus dem Fenster blicken und plötzlich die Büschel der heute voll erblühten Vergissmeinnichts wahrnehmen. Diese werden sicher bis Mittwoch halten … 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Ihr Name, einer alten Sage abgeleitet, bedeutet in vielerlei Sprachen dasselbe – eben: Nie sollst du mich vergessen – und ihre Arten wachsen rund um die Welt. Als Kind fand ich allein zwei davon als Abzeichen in der elterlichen Kommode: Das eine ein Pflichtgeschenk des „Winterhilfswerks“ der Nazis von 1938, als Mutter in der Grundschule Spenden sammeln musste. Das andere, schlichtere, ein Emblem von Opas Jackenaufschlag, das 1926 in Bremen zur Jahresversammlung der Freimaurer ausgegeben worden war. Es dient in den Logen wohl noch heute als Erinnerungszeichen an die Zeit der Verfolgung in der Diktatur. Das Vergissmeinnicht als Mahnung, es blüht – wenn wir es sehen – zur rechten Zeit. 

 Derzeit suchen viele Nachgeborene in der Datenbank des US-Nationalarchivs nach familiären NSDAP-Mitgliedschaften. Abermals wird offenbar, was unsere nachdiktatorischen Lebenswelten in den Trümmern liegenließen, in der Hoffnung, das darüber ...]]></description><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 06:17:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-blueten-des-erinnerns</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1155]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Tanz in Kyiv gegen die Zeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1145/ricardoviviani.jpg" length="169678"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1145/images/ricardoviviani-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Ricardo Viviani 

 Im Dezember 2025 reiste ich für einen Workshop nach Kyiv. Zehn Tage war ich dort, angereist aus Wuppertal über Kraków – eine Route, die sich zugleich pragmatisch und existenziell anfühlt. Wie bereitet man sich von einem ruhigen Wohnzimmer aus auf eine Reise in ein Kriegsgebiet vor? Es gibt keine Anleitung. Die Vorbereitung beginnt mit banalen Handgriffen und dem Einpacken. Angst spielt keine Rolle, erstaunlich genug – nur die Verantwortung, das weiterzugeben, was ich in den letzten fünfzehn Jahren entwickelt habe. 

   
Ricardo Viviani - Foto: Solomiia Kozolup 

 Ich folgte der Einladung von Viktor Ruban, Choreograf und Kulturaktivist, der inmitten des Krieges Räume für Kunst und Denken offenhält. Die Aufgabe war klar: ukrainische Institutionen dabei unterstützen, ihre Tanztraditionen zu beschreiben, zu dokumentieren und zu schützen – ein Akt kultureller Selbstbehauptung, ein Schritt der Dekolonisierung aus dem sowjetischen Griff, der Sprache, Kultur und Erinnerung über Jahrzehnte überlagert hat. 

 In Kyiv arbeiteten wir mit Leiterinnen von Museen, Archiven und Bibliotheken sowie mit zehn Künstlerinnen und Forschern zusammen – von Zwanzigjährigen bis zu Menschen wie mir, die sich seit 45 Jahren dem Tanz widmen. Das Goethe‑Institut ermöglichte diese Arbeit über den Resilienzfonds. Der erste Tag gehört dem Kennenlernen. Ich erzähle, wer ich bin, und sie erzählen von sich. Ein Raum voller Expertise – und doch voller Zögern, weil Worte fehlen. Erst als Karina, eine Teilnehmerin, spontan beginnt, jedes Wort zu übersetzen, wird alles hörbar. Ich versuche, die unterschiedlichen Dringlichkeiten zu verstehen. Jede Person bringt eine eigene Vorstellung davon mit, was bewahrt werden muss. 

 Was ich erlebe, ist eine Stadt, die zugleich verwundet und lebendig ist. Menschen, die müde und entschlossen wirken. Cafés, die geöffnet bleiben, obwohl der Strom ausfallen kann. Kollegen, die mit Humor und Professionalität arbeiten, während draußen ...]]></description><pubDate>Tue, 14 Apr 2026 22:57:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1145]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Auch die andere Seite sehen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-andere-seite-sehen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1136/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1136/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit Hannah Arendt und ihren Gedanken beschäftigt. Ihre Ausführungen zum Thema Macht und Verzeihung haben mich sehr angerührt. Sie sagt, dass wir unsere Taten nicht rückgängig machen können, aber dass wir durch das Verzeihen die Konsequenzen besser ertragen können. Ein schöner Gedanke, den mir Olaf Reitz und Andre Enthöfer bei einer Lesung im Fritz Bauer Forum in den Kopf gepflanzt haben. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Arendt unterscheidet Macht von Gewalt. Macht entsteht, wenn Menschen zusammen handeln, etwas gemeinsam auf die Beine stellen, Vertrauen und Zustimmung füreinander spüren. Solange Menschen aufeinander hören und miteinander handeln, bleibt Macht lebendig und wird zu einer gemeinsamen Superkraft (Übertreibung der Autorin). Und wer dann die Perspektive der anderen einnehmen kann, ermöglicht Verzeihen und Versöhnung. Arendt – selbst Jüdin – wusste, wovon sie spricht. Ihre Beziehung zu Martin Heidegger, der sich zeitweise dem Nationalsozialismus anschloss, zeigt, wie widersprüchlich und zugleich möglich Verzeihen sein kann. 

 Ständig höre ich im Moment – wie spannend – den Ausspruch „Aber es gibt auch noch die andere Seite“. Eigentlich auf den ersten Blick ein Anlass zur Freude, denn die andere Seite zu sehen, könnte bereits ein Ansatz kritischer Auseinandersetzung sein. Leider vermute ich hinter der Aussage oft nur ein Zeichen dafür, die eigenen Haltungen nicht verlassen zu müssen. Ein spannendes Phänomen der Gegenwart. 

 Wem kann ich es verübeln – in Zeiten multipler Krisen? Irgendwann sind es einfach zu viele Perspektiven und Bedrohungen und Mensch macht einfach dicht. Funktionales Verdrängen würde ich das nennen. Es ist dann ganz angenehm, sich mit Wolf und Wal zu beschäftigen. Oder – wie bei uns zu Hause – mit der Weltraummission. Dazu noch mystisches Osterlicht. Oder auch die Techliberalen, die sich unterdessen die Frage stellen, wie wir unsere ohnehin schon ...]]></description><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 20:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-andere-seite-sehen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1136]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kulturgewinn über mehr Vertrauen, Miteinander und Kontinuität]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kulturgewinn-ueber-mehr-vertrauen-miteinander-und-kontinuitaet</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1132/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1132/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Viva! „Alle Neune“! Mit eigens dafür bestellter Kegelbahn tanzten am Wochenende Jung und Alt durch die Räume des vielfach prämierten Kulturortes LOCH und feierten ausgelassen dessen neunjähriges Bestehen. Andernorts nahe der Gathe war ich eingebunden im Kulturort INSEL, in dem in anderer Couleur mit einem Atem-Workshop und anschließendem, gut besuchtem Konzert eine feine Atmosphäre der Verbundenheit entstand: die „Musik der Stille“ von Dieter Weische (Flöte) und Rainer Sträßer (Percussion) lud ein, in diese einfach einzutauchen, inmitten zauberhafter Lichtstimmungen von Julio Escobar. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Das bewegende Erlebnis verband sich mit der jährlichen „Earth Hour“, zu der der WWF eingeladen hatte und in der mit gedimmtem – oder ganz ohne – Licht weltweit an Kulturorten, Rathäusern und Wahrzeichen unserem bedrohten Planeten gedacht wurde. Am Abend zuvor bespielte der Lichtkünstler Gregor Eisenmann die Stadionwand am Zoo. Wuppertal funkelte wieder über Kultur: Wie ein lebendiges Geflecht verwebt sich engagierte Vielfalt. 

 Besorgniserregend scheint derweil, dass bundesweit renommierte Organisationen wie die Amadeu Antonio Stiftung, Hate Aid oder die Bildungsstätte Anne Frank, insgesamt 200 Bildungsprojekte in ihrer kontinuierlichen Förderung gefährdet sind. Die kürzlich verkündete Neuaufstellung des Förderprogramms „Demokratie leben“ der Familienministerin Karin Prien kann auch hier schwerwiegende Konsequenzen für langjährige Engagierte und damit auch konkret die Demokratie haben. 

 Diese Vorgehensweise, mit der Prien langfristig „die stille Mitte erreichen“ möchte, geht mit unzureichender Kommunikation, Vertrauensverlust und Demotivation einher und trägt so zum Kulturkampf bei. Die schon bewilligte Förderung der „Radikalen Töchter“, die Ohnmacht und Resignation zu überwinden suchen und Bundeskanzler Merz mit seinem Diskurs zum Stadtbild kritisiert hatten, hat parallel dazu Innenminister Dobrindt ...]]></description><pubDate>Wed, 01 Apr 2026 08:11:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kulturgewinn-ueber-mehr-vertrauen-miteinander-und-kontinuitaet</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1132]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Auf Handlungsreise in Sachen Kultur]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/auf-handlungsreise-in-sachen-kultur</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1126/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1126/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Aktuell führen einige von uns Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der demokratischen Fraktionen in unserer Stadt. Das soll kein Geheimnis bleiben – geht es doch in diesen Gesprächen um das Überleben der freien Kultur in Wuppertal. Für diese werden wir landauf, landab gerühmt. Gerne führen sie Repräsentanten der Politik im Munde, wenn es darum geht, Wuppertals gute Seiten hervorzuheben. Man kann sagen, die Kultur gehört zum Markenkern Wuppertals. In den kommenden Wochen gilt es, ihn nicht zu verraten. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Am 7. Mai wird der Rat der Stadt Wuppertal den Doppelhaushalt für 2026 und 2027 verabschieden. In diesem wird entweder die notwendige Erhöhung einiger institutionell geförderter Kultureinrichtungen stehen (wie es der Kulturausschuss zweimalig beschlossen und dem Rat anempfohlen hat) – oder es tritt etwas ein, von dem wir aktuell nur sagen können, dass es Verluste geben wird. 

 Worum geht es? Wuppertal geht es finanziell – bescheiden. Die Gründe hierfür sind vielfältig und teilt unsere Stadt sicher mit vielen anderen Kommunen. Es ist klar, dass gespart werden muss. Vorschläge dafür werden aktuell erarbeitet. Die Mittel für die Kultur können es nicht sein. Sie sind nach wie vor freiwillig und stets bedroht, doch konsolidieren kann man mit ihnen gar nichts: 0,14 Prozent des Gesamthaushaltes investiert Wuppertal in die freie Kultur, etwas weniger als 2010, als eine erste Haushaltskonsolidierung bevorstand. Betrachten wir jedoch die andere Seite: Blieben die bereits im September 2024 beantragten Erhöhungen aus, so blieben die institutionellen Förderungen nicht nur von 2023 bis 2028 (!) ohne Erhöhung (was schon angesichts Inflation und gestiegener Kosten einer Kürzung gleichkäme), schlimmer noch: Einige unserer freien Kultureinrichtungen wüssten dann nicht mehr, wie sie ihren Betrieb aufrechterhalten sollen. Und was einmal verschwunden ist, baut so schnell keiner mehr auf. 

 Schon jetzt ...]]></description><pubDate>Wed, 25 Mar 2026 08:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/auf-handlungsreise-in-sachen-kultur</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1126]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Vom Geheimzeichen begreifenden Leser zum zahlengesteuerten User]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/vom-geheimzeichen-begreifenden-leser-zum-zahlengesteuerten-user</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1118/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1118/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Zeichnen, Lesen und Schreiben sind grundsätzliche menschliche Kultur-und Gestaltungstechniken. Bilder, Sprache und Schrift sind Werkzeuge einer Kreativität, über die wir uns seit den ersten Höhlenmalereien anonym und leise freuten, denn seitdem (oder vielleicht sogar noch viel früher) kommunizieren wir. Seit dieser Zeit werden die Menschen aus mehreren Gründen in ihrer Kommunikationslust immer lauter und öffentlicher. Und je mehr sie von Geheimzeichen begreifenden Lesern zu zahlengesteuerten Usern werden (user: eine Person, die auf ein digitales System zugreift), und je mehr sie sich dabei zu autorisierten Künstlern verklären, desto kreativer fühlen sie sich und desto einsamer werden sie wohl. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 So weit meine stark verkürzten Überlegungen zum kommunikativen Handeln im Allgemeinen, verbunden mit versöhnlichen Grüßen an den Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas, der letzten Samstag im Alter von 96 Jahren verstarb. Seine vor zwei Jahren erst überarbeitete Habilitation von 1962 mit dem aktualisierten Titel: „Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit“ werde ich nachlesen und sehen, was es da Neues gibt. Ich bin gespannt, wie der Wechsel von seinem literarischen Frühwarn- auf ein von ihm selbst optimiertes Spätwarnsystem auf mich wirkt. Denn es ist immer etwas anderes, seine Gedanken öffentlich (mit) zu teilen, als sie mit einem Stift auf ein Blatt Papier zu bannen, welches man im Anschluss verschluckt. 

 Es ist auch etwas anderes, seine Emotionen öffentlich, vielleicht sogar körperlich, auf einer Bühne zu verhandeln, als zum Beispiel alleine unter der Dusche zu singen. Es ist etwas ganz anderes, seine Gedanken und Emotionen künstlerisch in Material zu verlängern und dabei hinter seinen Kunstwerken zurückzutreten. Viel zu viele Künstlerinnen und Künstler sind und bleiben ihr Leben lang unverschuldet unterbewertet und hoffen – stellvertretend leidend – vor sich hin. 

 Und da ist es ...]]></description><pubDate>Tue, 17 Mar 2026 21:04:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/vom-geheimzeichen-begreifenden-leser-zum-zahlengesteuerten-user</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1118]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Künstler werden ist nicht schwer, Künstler bleiben aber sehr]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kuenstler-werden-ist-nicht-schwer-kuenstler-bleiben-aber-sehr</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1103/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1103/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Wieder tobt ein Frühling und wieder blüht ein Krieg. Der eine wird in drei Monaten ein Sommer sein, vom anderen haben wir wenig zu ahnen. Auch jenen gibt es schon ewig; wir Menschen schufen ihn und verändern ihn beständig. Beide werden seit jeher besungen und in Zeilen gebannt. Der unbekannt gebliebene Dichter Georg Ott schrieb einst für die Wuppertaler Künstlergruppe „Der Turm“: „O Welt, die Kirche brennt! Die Türme leer, die Straßen von Flammen gestürzt, der Platz rast wie ein Tier, die hohen Fenster neigen sich: Das kann ich zeichnen. Der hellblaue Himmel, der Rauch das Feuer. Endlich ziellose Menschen!“ 80 Jahre später klingt dies nutzlos, fast romantisch verklärt, doch jeder schreibende Mensch muss auf der Höhe seiner Zeit nach dem Ausdruck suchen, der das Unfassbare erzählbar macht. Oder er fällt inmitten dieser Anstrengung ins Schweigen. 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Viele vergangene Kriege waren in aller Grausamkeit noch berechenbar. Die Bilder der heutigen sind anders und blutleer; sie überfordern unser Wahrnehmen voll und ganz. Drohnen, Splitterbomben, Phosphor, Minen markieren die Länder einer neuen Welt. Präzisionsschläge mit „Irrtümern“, hybride Taktiken, Wirtschaftsterror, die Lüge der Wahrheit und Wahrheit der Lüge … Unser Schulterzucken über die eigene Wirkungslosigkeit, das Verstummen der noch als möglich gelernten Menschlichkeit im Kleinsten wie im Großen, das Verdampfen pazifistischer Ideale in den Sperrfeuern der Meinungskämpfe – gegen den Krieg zu sein, bedeutete noch nie ein friedliches Leben. Der Krieg steckt in jedem von uns und treibt uns auf individuelle Weise auseinander und in die eskalierende Rechthaberei jenseits aller philosophischen und künstlerischen Ergründungen, die uns helfen könnten, sicheren Stand zu finden. 

 In den Bugwellen der Desorientierung stehen sämtliche Oberflächen der Künste – ob institutionalisiert oder frei –, und im Umfeld die Bildungs-, Glaubens- und ...]]></description><pubDate>Tue, 10 Mar 2026 23:07:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kuenstler-werden-ist-nicht-schwer-kuenstler-bleiben-aber-sehr</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1103]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wuppertaler Kinos öffnen Raum für selten gehörte Perspektiven]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertaler-kinos-oeffnen-raum-fuer-selten-gehoerte-perspektiven</link><description><![CDATA[ Von Lynn Berger 

 In den Kinos der freien Kulturszene in Wuppertal läuft aktuell eine Veranstaltungsreihe, die bewusst politisch Stellung bezieht. Cinema und Rex Filmtheater zeigen seit einigen Monaten Filme und organisieren Lesungen rund um Palästina. 

 Besonders eindrucksvoll war die Lesung des jüdischen Autors Toma Dreifuß aus seinem Buch „Keinheimisch“. Darin beschreibt er die Nakba (arabisch für Katastrophe) mit Blick auf seine Familiengeschichte. Als Nakba werden die Flucht und Vertreibung eines großen Teils der palästinensischen Bevölkerung im Zuge der Gründung des Staates Israel 1947/48 verstanden, bei der über 400 Dörfer ausgelöscht und Tausende Menschen ermordet wurden. Dreifuß berichtet, wie die Staatsgründung ihm in seiner Kindheit in Israel als Befreiungsgeschichte erzählt wurde – und wie er später erfuhr, dass sein Großvater als Kriegsverbrecher beteiligt war. Heute positioniert er sich klar gegen den israelischen Staat und sein Handeln. 

 Die Lesung hinterließ ein bewegtes Publikum. Eine Besucherin sagte, sie habe eine andere Art von Veranstaltung erwartet, mit klassischer israelischer Perspektive. Sie sei dankbar für die Perspektive, die diese Veranstaltung ihr gezeigt habe. Genau diese Irritation macht den Wert der Reihe aus: Sie erreicht ein breites Publikum und öffnet Räume für Perspektiven, die im öffentlichen Diskurs häufig marginalisiert werden. 

 Auch „Die Stimme von Hind Rajab“ über ein sechsjähriges palästinensisches Mädchen konfrontiert das Publikum unmittelbar mit der Gewalt in Gaza. Der Spiel- und Dokumentarfilm integriert reale Tonaufnahmen von Hinds Stimme aus dem Moment, als das Fahrzeug, in dem sie sitzt, unter Beschuss der israelischen Armee steht. Mit ihrer Stimme beschreibt sie ihre Umgebung und das, was ihr passiert – Zeugin einer politischen Realität, die von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen als Völkermord benannt wird. 

 An diesen Veranstaltungen zeigt sich: Kultur ist nie neutral – jede ...]]></description><pubDate>Wed, 04 Mar 2026 00:30:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertaler-kinos-oeffnen-raum-fuer-selten-gehoerte-perspektiven</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1101]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Droht Wuppertal ein Kulturverlust?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/droht-wuppertal-ein-kulturverlust</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1097/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1097/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Kultur existiert nicht nur um ihrer selbst willen. Sie erfüllt eine Aufgabe – und zwar eine größere, als ihr oft zugestanden wird. Kultur ist Wirtschaftsfaktor, Standortargument, Bildungsangebot und Seelentrösterin in einem. Sie bietet anspruchsvolles Programm für jene, die sich gern herausfordern lassen. Sie bietet Unterhaltung und Ablenkung in Zeiten, in denen die Nachrichtenlage eher zu Angst als zu Zuversicht führt. Und sie schafft Zugänge für Menschen, deren Barrieren sich mit Mitteln der Kunst leichter überwinden lassen als mit Formularen. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Kulturverlust – ein Wort, das ich mir bei Lutz-Werner Hesse geliehen habe. In seinem Gastbeitrag in der WZ im Januar beschrieb er damit, als Reaktion auf die Abwahl des Kulturdezernenten Matthias Nocke, den Rückgang sinnstiftender, respektvoller Debatten auf der politischen Bühne. 

 In Wuppertal allerdings bekommt der Begriff Kulturverlust eine zweite, sehr handfeste Bedeutung. Hier bröckelt nicht nur der Ton, sondern die Struktur. Die Lage der Kultur ist – nicht zuletzt nach der Abwahl des Kulturdezernenten – höchst fragil. Wo früher wenigstens ein politischer Kopf sichtbar zuständig war, herrscht ab dem 28. März 2026 vorläufige Verwaltung. Die Kultur selbst wurde verteilt auf mehrere Dezernentinnen und die Oberbürgermeisterin. 

 Am vergangenen Dienstag durfte die freie Szene im Kulturausschuss der Stadt Wuppertal ihre Lage schildern. Zahlen helfen ja bekanntlich bei der Versachlichung. In diesem Fall helfen sie vor allem beim Erschrecken: Gemessen am Gesamthaushalt sinken die Ausgaben für Kultur im Vergleich zu 2010 um rund 19 Millionen Euro. Das ist keine kleine Delle, das ist ein struktureller Rückbau. Die Erhöhungen der geforderten Zuschüsse wurden zwar vom Kulturausschuss beschlossen und direkt an den Rat der Stadt weitergegeben – dies allein bedeutet aber noch lange nicht, dass sie auch Eingang in den Haushalt finden. 

 Dabei muss man ...]]></description><pubDate>Tue, 24 Feb 2026 23:11:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/droht-wuppertal-ein-kulturverlust</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1097]]></dc:identifier></item></channel></rss>