﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 13 Jun 2026 09:05:46 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - 2026</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2026</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/2026" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Neue Marmorskulpturen auf dem Ölberg]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/neue-marmorskulpturen-auf-dem-oelberg</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1174/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1174/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Der Anspruch der eigenen Wirksamkeit und Sichtbarkeit ist ein starkes, menschliches Grundbedürfnis auf dem sozialen Attraktivitätsmarkt, auf dem genauso gehandelt wird wie auf jedem anderen Markt. Auch hier, auf dem Markt der Aufmerksamkeiten, wird fabriziert, angeboten und nachgefragt. Kreativität, Durchhaltevermögen und Talent sind dabei kulturelle Ressourcen, auf die bei der persönlichen Profilbildung zurückgegriffen werden kann, wenn sie denn durch gute Rahmenbedingungen zutage gefördert werden. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Und wenn nicht? Wie kann ich zeigen, was ich kann, wenn die Rahmenbedingungen um mich herum noch nicht stimmen? Viele bildende Künstlerinnen und Künstler kennen dieses Dilemma. Viele geben an dieser Erkenntnisstelle der vergebenen Liebesmüh erst einmal auf und verschieben den Wunsch, von ihrer Kunst und für die Kunst zu leben, auf später – sie hoffen auf bessere Zeiten mit ehrlicheren Strukturen und neutraleren Kriterien. Sehr viele Künstlerinnen und Künstler, die weiterhin mit ihrem Material sein wollen, ziehen sich in Subkulturen zurück und entsagen den negativen Auswirkungen des Kulturkapitalismus. Nur sehr wenige trotzen den daraus resultierenden, schwierigen Begleitumständen. Sie lassen sich dabei immer wieder neu antreiben von innerer, von widersprüchlicher Energie, die sie aus ihren experimentellen, künstlerischen Arbeitsprozessen ziehen. Sie wollen die Verhältnisse für alle verbessern. Ob sie das schaffen, regelt, wie wir es in spätkapitalistischen Gesellschaften akzeptieren, leider auch hier der Markt, der allerdings keine Entfesselungskünstler schätzt. 

 Und doch: Von Originalität, von handwerklicher Kunstfertigkeit, von der Einzigartigkeit des Augenblicks, von Empathie, von Selbstentfaltung als Methode, um den Sinn der eigenen Existenz zu verstehen sowie von der Begeisterung, wenn es gelingt, werden die Menschen immer weiter träumen, nicht nur die bildenden Künstler. Denn die ...]]></description><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 08:39:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/neue-marmorskulpturen-auf-dem-oelberg</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1174]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Reisende Gedanken zur Kunst der Arbeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/reisende-gedanken-zur-kunst-der-arbeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1173/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1173/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Karneval, Ostern, Pfingsten – das waren Wimpernschläge im fliehenden Jahr; die Frühjahrssaison ist vorbei und in drei Monaten werden die Zimtsterncontainer entladen. Die Weihnachtsproduktion hat bereits begonnen und die Kulturorte verteilen die Programme der nächsten Spielzeit und werben um Abonnenten. Und manche der für Theater, Tanz oder Musik engagierten auswärtigen Kunstarbeiterinnen blättern zaghaft durch die Fremdenverkehrsreklame unserer Stadt, um zu wissen, wo sie gastieren werden und wie die Vorfreude zu temperieren ist. 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Ein touristischer Hotspot möchte Wuppertal kaum sein; zu ungelenk verkauft sich die historisch auf „beten und arbeiten“ ausgerichtete Stadt, in welcher die Welt vor allem zu Gast ist, um etwas zu „schaffen“. Innovationen suchende Reisende kommen voll auf ihre Kosten, doch für zweckfreie Entspannung ist unser Tal viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Während ich dies am Reiseschreibtisch notiere, rattern Hunderte Rollkoffer durch Luzern; hier ist Bettenwechsel bei den „Europa in zehn Tagen“-Touren, seit etwa 200 Jahren Fluch und Segen für die Bevölkerung. Scharen von „Fremden“ sind in der Stadt, doch bei den Künsten habe ich sie, als ich hier wohnte, nur ganz selten mal gesehen; die Welten bleiben getrennt. Auch der Heimattourismus boomt: Zu einem Schaukampf der Eringer-Kühe auf dem Land kamen kürzlich 12 000 Leute! Zum Saisonschluss unserer Luzerner Lesebühne mit der großartigen Schriftstellerin Meral Kureyshi kamen 40 und wir durften zufrieden sein. Die Literatur bleibt vielen stets etwas Fremdes, mit dem Ruch einer Studienreise oder Lehrveranstaltung. 

 Für alle künstlerisch Tätigen gehört das Reisen zum Alltag, sogar ohne dass wir uns fortbewegen: Mit unseren Vorhaben und Werken reisen wir auf der Stelle; jedes in Arbeit befindliche Projekt ist ein eigener Koffer und wir leben zuweilen gleichzeitig aus mehreren. Sind wir hingegen kulturelle ...]]></description><pubDate>Wed, 03 Jun 2026 01:53:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/reisende-gedanken-zur-kunst-der-arbeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1173]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kultur ist Schichtarbeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-ist-schichtarbeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1165/marinajenkner.jpg" length="98703"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1165/images/marinajenkner-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Marina Jenkner 

 „Schichten der Angst“, sagt der Inhaber eines Wuppertaler Geschäftes zu mir, als ich ihn auf der Straße treffe und frage, wie es ihm geht. „Ich nenne das Schichten der Angst. Das ist das, was mich umtreibt. Wirtschaftlich, politisch, global.“ 

   
Marina Jenkner - Foto © Moritz Kaschel 

 Ich finde seine Formulierung poetisch und doch möchte ich nicht daran glauben, dass wir uns alle mit Schichten der Angst umgeben müssen. Auch wenn viele Probleme vor Ort, in unserem Land und weltweit überwältigend sind, sich mit Angstschichten einzukleiden, darf keine Lösung sein. Ich stelle mir diese Schichten vor, wie sie Menschen einhüllen, an ihnen haften, die Bewegungsfreiheit nehmen, sie lähmen. Der Mai bot viele Kulturveranstaltungen im Tal, die das Gegenteil einer solchen Lähmung waren. 

 Da war die Wuppertaler Literaturbiennale, die das Thema „Wut“ in etwas sehr Konstruktives verwandelt hat. Die Wut wurde aus den Social-Media-Kommentarspalten, aus den Bäuchen und aus der „Schmuddelecke“ geholt, in all ihren Facetten auf den Tisch gebracht und konstruktiv diskutiert. Am Finale der Literaturbiennale mit Wuppertaler Akteuren im Loch kam all diese Wut zusammen – von Frauen, von Menschen mit Migrationsgeschichte, von queeren Menschen, von älteren Schriftstellern und jüngeren Autorinnen –, aber es war kein wütender Tag, sondern ein anregender Tag voll ungeahnter Blicke über den eigenen Tellerrand, oder, um es mit den Worten eines nach elf Stunden Literatur euphorischen Buchhändlers zu sagen: „Diesen Tag werde ich noch lange in Erinnerung behalten.“ 

 Da war die Ausstellung „Jetzt“ mit zahlreichen Begleitveranstaltungen in der Barmer Kunsthalle zum 100-jährigen Jubiläum der Wuppertaler Gedok mit den Beiträgen von Künstlerinnen, Autorinnen und Musikerinnen. Die Gedok setzt sich seit ihrer Gründung 1926 durch Ida Dehmel für die Sichtbarkeit von Künstlerinnen ein. In einer Zeit, in der manche Gruppierungen Frauen lieber wieder ausschließlich am ...]]></description><pubDate>Tue, 26 May 2026 22:28:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kultur-ist-schichtarbeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1165]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Anfangen - immer wieder]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/anfangen-immer-wieder</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1163/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1163/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 In meiner letzten Kolumne schrieb ich über Hannah Arendt und ihre Definition von Macht, also der Fähigkeit, gemeinsam etwas zu bewegen. Die Philosophin und politische Theoretikerin fasziniert mich. Sie ist der Ansicht, dass jeder Mensch selbst ein Anfang ist und daher die Fähigkeit besitzt, Neues zu beginnen. Das Unerwartete zu tun, den Lauf der Dinge zu unterbrechen, ist für sie der Kern des politischen Handelns. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 In Wuppertal hat sich diese Fähigkeit der Menschen in den letzten Wochen gezeigt. Akteure und Akteurinnen der freien Szene zogen durch die Fraktionen, um für ihre Einrichtungen zu kämpfen. Sie forderten entweder eine Erhöhung der Zuschüsse, um den Fortbestand der Einrichtungen zu garantieren, oder eine Aufnahme in die institutionelle Förderung – insgesamt handelt es sich um einen Mehrbedarf von 415 000 Euro. Öfter hörte ich in dieser Zeit Aussagen der Aussichtslosigkeit und Verzweiflung. Zu oft haben die Kulturschaffenden erlebt, dass an der Kultur gespart wird. Noch zwei Tage vor der Haushaltsabstimmung im Stadtrat standen entrüstend geringe Zahlen – ein Drittel der geforderten Zuschüsse – für die Kultur im Haushaltsplan. Und sogar die Verabschiedung des Haushaltsplans selbst stand in den Sternen. 

 Etwas Neues zu beginnen entzieht sich aller Absehbarkeit und Berechenbarkeit – doch selbst das Unwahrscheinliche hat in jedem Fall noch eine gewisse Wahrscheinlichkeit und darf erhofft werden, so Arendt. Und so kam es, dass am 7. Mai im Stadtrat ein Haushalt verabschiedet wurde, der 15 Einrichtungen der freien Kulturszene insgesamt 81 Prozent der geforderten Zuschüsse sichert. In einer Stadt mit desolatem Haushalt und in Zeiten, in denen überall gespart wird, ist das nicht selbstverständlich. 

 Dieser Moment verdient es, gefeiert zu werden. Nicht weil alles gut ist. Sondern weil er zeigt, dass Veränderung möglich ist. Kaum nachzuzeichnen ist, wie viele Menschen auf welchen Ebenen ...]]></description><pubDate>Tue, 19 May 2026 23:28:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/anfangen-immer-wieder</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1163]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Helle Sterne mögen unsere Stadt leiten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/helle-sterne-moegen-unsere-stadt-leiten</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1160/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1160/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Der frühe Tag, frisch angebrochen, wie ein Versprechen“: In meinem Morgengrauen zwitschern die Vögel. Die Grüntöne der Stadtwälder berauschen. In der lebendigen Vielfalt der sprießenden Blütenpracht tummeln sich Insekten. Im verlockenden Mai setzt das dichte Kulturangebot eigene Akzente: Die Wuppertaler Literatur Biennale „Die Wut“ startete im renommierten Club „Open Ground“ mit Literatur und Schreibenden eine aufrüttelnde Wanderung durch ungewöhnliche Orte. Legendär luden derweil am Arrenberg der Restaurant Day oder am Fuße der Nordstadt das Luisenfest zum quirligen Miteinander ein. Performativ zogen auf dem Ölberg zwei Papphäuser „aufgewaldet“ mit Grünzeug und Wachs durch die engen Straßen bis zur Backstubengalerie (siehe oben). Unweit eröffnete in der Galerie Kunstkomplex die Ausstellung „block buster“ des lange in der Kunststation in Vohwinkel, im Pina Bausch Zentrum oder im Museum für Industriekultur mit seiner Kunst präsenten Bildhauers Eckehard Lowisch. Oder auch das Tanzfilmfestival „on move/move on“: Sie und viele mehr machen das noch weitaus üppiger funkelnde Sternenfirmament unserer Kultur- und Naturstadt Wuppertal aus, steigern die Lebensqualität und prägen unser Miteinander. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Zum Miteinander trug auch der unsere Stadt steuernde Rat bei: Der in der letzten Woche errungene Haushalt samt Änderungen für 2026/27 sichert – hoffentlich auch bald abgenickt von der Bezirksregierung in Düsseldorf – über die Zuschusserhöhung die so wichtige Praxis vieler Kulturorte und -schaffenden. Dank so vieler! Zugleich gab es in den ruckeligen Aushandlungsprozessen auch Schwachstellen. Helle Sterne für unsere (politische) Kultur sind mehr denn je gefragt, um unsere Stadt zukunftsfähig zu machen. Dies vermag die (freie) Kulturszene als Motor zu unterstützen. Wir brauchen eine wertschätzende, transparente und offene Kommunikation: Erst spät kamen beispielsweise alle demokratischen Parteien in einen ...]]></description><pubDate>Wed, 13 May 2026 02:12:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/helle-sterne-moegen-unsere-stadt-leiten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1160]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das Leben als Baustelle]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-leben-als-baustelle</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1159/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1159/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Wenn ich mich dieser Tage mit dem Fahrrad von Unterbarmen nach Elberfeld durchschlage, auf Umwegen über die B7 um mein Leben bange, hier und da mit mutigen Mitfahrenden Wege diskutiere, bleibt mir als Trost der Gedanke, dass ich all diese Umwege und Gefahren auf mich nehme, um bald schon die neue Fahrradstraße entlang des Wupperufers genießen zu können. Tatsache bleibt: Das Fahrradfahren im Tal bleibt ein riskantes Abenteuer, bei dem ich mich oft frage: So wollen wir also zusammenleben? So soll unser gemeinsamer öffentlicher Stadtraum aussehen, den wir finanzieren und mitgestalten? 

   

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 „Das Leben ist eine Baustelle“, hieß Ende der Neunzigerjahre ein Film von Wolfgang Becker und Tom Tykwer – „ein bemerkenswert anregender Versuch, Alltagswirklichkeit und das Schwinden sozialer Beziehungsmuster im Medium der Komödie zu reflektieren“, so das Lexikon des Internationalen Films. In Wuppertal und in ganz NRW sprießen die Baustellen gerade wie die Natur. Das kann nerven und bringt mich manchmal verspätet ans Ziel, doch Baustellen tragen – wie der Frühling – auch ein Versprechen in sich: Alles wird besser. Irgendwann werden wir unsere schöne Stadt voller Grün und Schatten, sicherer Wege und Orte der Gemeinschaft haben. Nicht umsonst faszinieren uns Baustellen von Kindesbeinen an. 

 Im April hatte die Oberbürgermeisterin gut hundert Menschen aus der Stadtgesellschaft eingeladen, einen Vormittag lang gemeinsam über den sogenannten „Wuppertal-Plan“ zu diskutieren. Auch zwei unserer Kolumnistinnen und ich durften teilhaben an diesem Austausch mit einem Querschnitt aus Wirtschaft, Sozialem, Kultur, Bildung, Nachhaltigkeit und Gesundheit. Unterschiedliche Interessen und Perspektiven wurden schnell deutlich, doch schien uns der Wunsch zu verbinden nach einem sicheren, friedlichen Zusammenleben in einer Stadt, die ihre Potenziale erkennt. Mitarbeitende aus der Verwaltung betreuten Arbeitsgruppen, und es ...]]></description><pubDate>Wed, 06 May 2026 22:06:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-leben-als-baustelle</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1159]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wer oder was lädt unser Grundvertrauen wieder auf?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wer-oder-was-laedt-unser-grundvertrauen-wieder-auf</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1156/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1156/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Wenn es stimmt, dass der Zustand der Verunsicherung so etwas wie der Grundton des im Moment laufenden Jahrzehnts ist, hat das vielleicht nicht nur negative Folgen. Wenn ich zum Beispiel stark verunsichert bin, weil ich eine Ausgangslage nicht richtig einschätzen kann und die möglichen Folgen daraus nur schwer vorhersehbar sind, werde ich sofort aktiv: Ich hole mir aktuelle Informationen aus Quellen, denen ich vertraue, und unterhalte mich mit anderen, die eine ähnliche Situation kennen. Ich höre mich dann überall so lange um, bis eine mögliche Lösung des Problems auf dem Weg ist, denn irgendjemand hat immer eine gute Idee oder vielleicht auch ganz andere Mittel, um „trouble zu shooten“. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Sehr viele Menschen handeln in Zeiten großer Verunsicherungen genauso, sie versuchen etwas zu verändern oder helfen anderen dabei. Und genau diese Erfahrung stärkt mein Grundvertrauen. Wie ein Akku, der sich immer wieder neu aufladen lässt. Wenn der Ladestand niedrig ist, wenn Meldungen müde machen, hilft mir mein unerklärlich aktivistischer Optimismus. Es hängt vielleicht damit zusammen, dass ich von einem Basisszenario ausgehe, in dem die Kunst als eine menschliche Ausdrucksmöglichkeit sich ständig durch Veränderung anpasst und es jedem erlaubt, anhand seiner Geschichte zu erkennen, wie sie das macht. Kunst zu betrachten, treibt mich an wie ein Motor, der mich mit erneuerbarer Energie grundversorgt. 

 Im Moment interessieren und beruhigen mich zum Beispiel die Alten Meister, im Besonderen scheinbar realistische Genreszenen und ja, ich gebe es zu, Stillleben aus vergangenen Jahrhunderten. Das „Stillleben mit Spargel“ von Carl Eduard Schuch von 1883 zum Beispiel, das im Arp Museum/Bahnhof Rolandseck ausgestellt ist, hat, wie ich finde, alles, was es braucht. Der abgebildete Spargel liegt zwar auf einem Silbertablett, jedoch auf einem rustikalen Bauerntisch neben einem Korb oder einer Art Kiepe. Ich ...]]></description><pubDate>Tue, 28 Apr 2026 21:34:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wer-oder-was-laedt-unser-grundvertrauen-wieder-auf</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1156]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Blüten des Erinnerns]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-blueten-des-erinnerns</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1155/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1155/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Vor dem ersten Satz jeder Kolumne hält mir die Welt stets im Lauf inne, ratlos in der Frage, welches Thema am Erscheinungstag noch nicht überholt sein wird. Ist es Timmy, der singend sterbende Buckelwal (wie einst in der Rockoper „Tommy“: „See me, feel me, touch me, heal me …“) oder der große Wolf Biermann und sein diesjähriger Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis, ein Walfisch ebenfalls, doch („Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“) keineswegs auf Grund gelaufen? Oder sollten es die drei Kreuzfahrtschiffe sein, die der Mausefalle von Hormus nach angstvoller Duldungsstarre (verirrten Walen nicht unähnlich) knapp entfliehen konnten, damit die Urlaubswelt sich weiterdreht? Ein Irrgarten bald versinkender Sinnbilder … – doch rechtzeitig kommt eine Horde von Grundschülern wild schreiend den Berg hinabgekegelt, lässt mich aus dem Fenster blicken und plötzlich die Büschel der heute voll erblühten Vergissmeinnichts wahrnehmen. Diese werden sicher bis Mittwoch halten … 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Ihr Name, einer alten Sage abgeleitet, bedeutet in vielerlei Sprachen dasselbe – eben: Nie sollst du mich vergessen – und ihre Arten wachsen rund um die Welt. Als Kind fand ich allein zwei davon als Abzeichen in der elterlichen Kommode: Das eine ein Pflichtgeschenk des „Winterhilfswerks“ der Nazis von 1938, als Mutter in der Grundschule Spenden sammeln musste. Das andere, schlichtere, ein Emblem von Opas Jackenaufschlag, das 1926 in Bremen zur Jahresversammlung der Freimaurer ausgegeben worden war. Es dient in den Logen wohl noch heute als Erinnerungszeichen an die Zeit der Verfolgung in der Diktatur. Das Vergissmeinnicht als Mahnung, es blüht – wenn wir es sehen – zur rechten Zeit. 

 Derzeit suchen viele Nachgeborene in der Datenbank des US-Nationalarchivs nach familiären NSDAP-Mitgliedschaften. Abermals wird offenbar, was unsere nachdiktatorischen Lebenswelten in den Trümmern liegenließen, in der Hoffnung, das darüber ...]]></description><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 06:17:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-blueten-des-erinnerns</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1155]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Tanz in Kyiv gegen die Zeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1145/ricardoviviani.jpg" length="169678"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1145/images/ricardoviviani-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Ricardo Viviani 

 Im Dezember 2025 reiste ich für einen Workshop nach Kyiv. Zehn Tage war ich dort, angereist aus Wuppertal über Kraków – eine Route, die sich zugleich pragmatisch und existenziell anfühlt. Wie bereitet man sich von einem ruhigen Wohnzimmer aus auf eine Reise in ein Kriegsgebiet vor? Es gibt keine Anleitung. Die Vorbereitung beginnt mit banalen Handgriffen und dem Einpacken. Angst spielt keine Rolle, erstaunlich genug – nur die Verantwortung, das weiterzugeben, was ich in den letzten fünfzehn Jahren entwickelt habe. 

   
Ricardo Viviani - Foto: Solomiia Kozolup 

 Ich folgte der Einladung von Viktor Ruban, Choreograf und Kulturaktivist, der inmitten des Krieges Räume für Kunst und Denken offenhält. Die Aufgabe war klar: ukrainische Institutionen dabei unterstützen, ihre Tanztraditionen zu beschreiben, zu dokumentieren und zu schützen – ein Akt kultureller Selbstbehauptung, ein Schritt der Dekolonisierung aus dem sowjetischen Griff, der Sprache, Kultur und Erinnerung über Jahrzehnte überlagert hat. 

 In Kyiv arbeiteten wir mit Leiterinnen von Museen, Archiven und Bibliotheken sowie mit zehn Künstlerinnen und Forschern zusammen – von Zwanzigjährigen bis zu Menschen wie mir, die sich seit 45 Jahren dem Tanz widmen. Das Goethe‑Institut ermöglichte diese Arbeit über den Resilienzfonds. Der erste Tag gehört dem Kennenlernen. Ich erzähle, wer ich bin, und sie erzählen von sich. Ein Raum voller Expertise – und doch voller Zögern, weil Worte fehlen. Erst als Karina, eine Teilnehmerin, spontan beginnt, jedes Wort zu übersetzen, wird alles hörbar. Ich versuche, die unterschiedlichen Dringlichkeiten zu verstehen. Jede Person bringt eine eigene Vorstellung davon mit, was bewahrt werden muss. 

 Was ich erlebe, ist eine Stadt, die zugleich verwundet und lebendig ist. Menschen, die müde und entschlossen wirken. Cafés, die geöffnet bleiben, obwohl der Strom ausfallen kann. Kollegen, die mit Humor und Professionalität arbeiten, während draußen ...]]></description><pubDate>Tue, 14 Apr 2026 22:57:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1145]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Auch die andere Seite sehen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-andere-seite-sehen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1136/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1136/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit Hannah Arendt und ihren Gedanken beschäftigt. Ihre Ausführungen zum Thema Macht und Verzeihung haben mich sehr angerührt. Sie sagt, dass wir unsere Taten nicht rückgängig machen können, aber dass wir durch das Verzeihen die Konsequenzen besser ertragen können. Ein schöner Gedanke, den mir Olaf Reitz und Andre Enthöfer bei einer Lesung im Fritz Bauer Forum in den Kopf gepflanzt haben. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Arendt unterscheidet Macht von Gewalt. Macht entsteht, wenn Menschen zusammen handeln, etwas gemeinsam auf die Beine stellen, Vertrauen und Zustimmung füreinander spüren. Solange Menschen aufeinander hören und miteinander handeln, bleibt Macht lebendig und wird zu einer gemeinsamen Superkraft (Übertreibung der Autorin). Und wer dann die Perspektive der anderen einnehmen kann, ermöglicht Verzeihen und Versöhnung. Arendt – selbst Jüdin – wusste, wovon sie spricht. Ihre Beziehung zu Martin Heidegger, der sich zeitweise dem Nationalsozialismus anschloss, zeigt, wie widersprüchlich und zugleich möglich Verzeihen sein kann. 

 Ständig höre ich im Moment – wie spannend – den Ausspruch „Aber es gibt auch noch die andere Seite“. Eigentlich auf den ersten Blick ein Anlass zur Freude, denn die andere Seite zu sehen, könnte bereits ein Ansatz kritischer Auseinandersetzung sein. Leider vermute ich hinter der Aussage oft nur ein Zeichen dafür, die eigenen Haltungen nicht verlassen zu müssen. Ein spannendes Phänomen der Gegenwart. 

 Wem kann ich es verübeln – in Zeiten multipler Krisen? Irgendwann sind es einfach zu viele Perspektiven und Bedrohungen und Mensch macht einfach dicht. Funktionales Verdrängen würde ich das nennen. Es ist dann ganz angenehm, sich mit Wolf und Wal zu beschäftigen. Oder – wie bei uns zu Hause – mit der Weltraummission. Dazu noch mystisches Osterlicht. Oder auch die Techliberalen, die sich unterdessen die Frage stellen, wie wir unsere ohnehin schon ...]]></description><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 20:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-andere-seite-sehen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1136]]></dc:identifier></item></channel></rss>