﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 06:24:51 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Februar 2019</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/februar-2019-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/februar-2019-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wir Unvollendeten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wir-unvollendeten</link><description><![CDATA[ Kürzlich erzählte ich meiner Gesanglehrerin Elena Fink, dass ein Smartphone von Huawei – jenes chinesischen Konzerns, dem auch Industriespionage nachgesagt wird – Schuberts siebente Sinfonie, die sogenannte „Unvollendete“ fertig komponiert habe. Dazu war die Künstliche Intelligenz eines „Mate 20 Pro“ mit den beiden existierenden Sinfonie-Sätzen gefüttert worden. Die Meinungen nach der Uraufführung in London gingen auseinander. Meine Gesanglehrerin, erfahrene Künstlerin auf Opernbühnen im In- und Ausland, kann dazu nur müde lächeln. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Computer der neuesten Generation, sogenannte Neuronale Netzwerke, sind in der Lage, selbständig zu lernen und Kunstähnliches zu produzieren. „Deep Bach“ heißt ein solches Neuronales Netzwerk, das allein durch Zuhören eigene Regeln formuliert und einen Choral im Stile von Johann Sebastian Bach setzen kann. Apps wie „Jukedeck“, „Amper Music“ oder „Humtap“ können in Sekundenschnelle Songs kreieren anhand einer Melodie, die wir ihnen vorsummen. 

 Woher stammt unsere Begeisterung für Künstliche Intelligenz? Ist sie Ausdruck eines urmenschlichen Defekts, alles kontrollieren und perfektionieren zu wollen? Spiegelt sie die Sehnsucht nach Überwindung der eigenen Sterblichkeit? „Man muss nicht vollkommen sein“, sagt mein am 16. Februar still und heimlich 96 gewordener Freund Karl Otto Mühl, – „nur vollständig“. Damit meint er das Anschauen und Integrieren der eigenen dunklen Flecken, der schlecht beleuchteten oder gar hässlich unvollkommenen Stellen im Selbstbild. Mühl schöpft aus jahrelanger therapeutischer Aufarbeitung der eigenen Traumata seiner Generation. 

 Wenn ich mich frage, welche der Tätigkeiten, denen ich seit Jahren nachgehe, ein Computer leisten oder gar ersetzen könnte, kann ich mit gewissem Stolz sagen: keine einzige. Als Künstler, glaube ich, können wir der KI ziemlich gelassen entgegensehen. Bestenfalls liefert uns die Angst vor ihr Stoff für Romane, Theaterstücke oder ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:27:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wir-unvollendeten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-66]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Stellen Frauen mehr Fragen als Männer?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/stellen-frauen-mehr-fragen-als-m228nner</link><description><![CDATA[ Welche Aufgabe erfüllt eine Frage, welche Arbeit leistet sie? In den Gesprächen, die ich führe, stelle ich immer wieder dann eine, wenn ich mir ein bisschen Schwung in der Bude wünsche. In diesen Gesprächen, an denen oft auch Männer teilnehmen, passiert dann verlässlich folgendes: Sie übernehmen, führen aus, produzieren sich und ihre Sätze. Manchmal fühlt sich das wie Verlieren an, war meine Frage doch nur als erster Aufschlag für meine Gedanken gedacht. Ein Ass am besten. Nachdem die Aufschlagende nach allen Regeln der Kunst doch am Ball bleiben möchte. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Oft bin ich auch erleichtert, dass es wirklich jedes Mal geschieht. Wenn ich heraus katapultiert werde aus diesem Hin und Her kann ich mich immerhin kurz ausruhen, mich sammeln und in den Sätzen meiner Sparringspartner subversiv und mit brennender Geduld nach ihren Beweggründen forschen. Bis zur nächsten überraschenden Frage mit der ich mal mehr mal weniger fordernd versuche, meine Gedanken anzutragen, um das Thema, das gerade behandelt wird, mit zu modellieren. 

 Machen wir uns nichts vor, Konversation wird nicht nur produziert, weil zwei oder mehr Menschen reden. Ein Gedankengebäude ist erst dann ansprechend und tragfähig, wenn die gegenseitige aktive Bereitschaft, im Gespräch zusammenzuarbeiten, bestehen bleibt. Spontane kleine Aktionen, vielleicht impulsive Unterbrechungen, die ich bewusst mitten ins Gesprochene platziere, sind immer potentiell problematisch gedacht. Dies ist ihr natürlicher Charakterzug. Denn sind sie einmal gestellt, hat der nächste, der spricht und dabei vielleicht sogar antwortet, die Verantwortung für den Return. Im Spiel bleibt der Ball - dieser Versuch ein Gespräch weiterzuführen, wenn sich jeder an die Regeln hält. Wenn das gelingt, ist das wirklich großes Tennis. 

 Wenn ich ehrlich bin, unterhalte ich mich am liebsten zu Hause, zusammen mit meiner Tochter, mit meinem Mann. Denn wenn wir drei reden, verzichtet er ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:25:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/stellen-frauen-mehr-fragen-als-m228nner</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-65]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Absaufen verschoben!]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/absaufen-verschoben</link><description><![CDATA[ Ach, dieser Januar – er war nur ein kalendarischer Peitschenknall, was mir gefiel, denn ich mochte ihn noch nie. Der Februar ist jedoch diesmal als kürzester Monat der längste, eine endlose Pappnasenzeit bis zu den entrückten närrischen Tagen. Bis dahin üben wir Frühling: Die Gartenvögel rasten angesichts der Schneeglöckchen vor Freude völlig aus und vergessen sogar, über meisenknödelklauende Eichhörner zu schimpfen. Und die Kulturschaffenden brüten über dem Jahresplan, rechnen rauf und runter und konstatieren, dass ein gesichertes Existieren schon wieder nicht zu schaffen sein wird. Der Februar ist dem Kulturnarren die Zeit nüchterner Erkenntnis. Erst zum Aschermittwoch erwacht mit den Knospen auch der Trotz. Und die meist bis zum nächsten Januar dauernde Fastenzeit … 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Es ist mühsam, über Farbräusche, Versmaße und Bausch-Diagonalen zu sinnieren, aber stets erst einmal die klingenden Münzen ins Spiel zu bringen. Schon meine letzte Kolumne streifte im Anlauf den Spagat zwischen Geld und Geltung. Als ins Tal wiedergekehrter selbstständiger Autor bekam ich kein Privat-, nur ein Geschäftskonto. Es war schon immer etwas teurer, unvermögend zu sein. Aber dafür unterstütze ich die Kultur – der Bank. Auch das summiere ich stets im Januar, bis sich unterm Strich die schlechte Laune, die Melancholie und der Selbstzweifel den Platz streitig machen und den Literaturnarren in magenknurrende Agonie verfallen lassen. Nicht vom Leben hatte ich anderes erwartet, nicht von der Unendlichkeit, von der saturnischen Orgie der Dichtkunst, sondern schlichtweg von mir selbst … und nun besäuft sich das Ego fast nur noch an zuverlässig eintreffenden Anfragen, umsonst zu schreiben, gratis zu lesen, unentgeltliche Dienste zu leisten, freundlichst gemeint und stets für den guten Zweck. Und das ist ja auch richtig, denn ich frage selber oft Kulturschaffende an, lohnfrei ihre Themen zu präsentieren, beispielsweise in der Volkshochschule, ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:23:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/absaufen-verschoben</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-64]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Mit der Kunst des Erinnerns in die Zukunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/mit-der-kunst-des-erinnerns-in-die-zukunft</link><description><![CDATA[ „Wo du erzählst, wird Himmel. Deine Worte sind aus Lied geformt. Ich traure, wenn du schweigst.“ In feinen, eindringlichen Gesten werden die Worte von Else Lasker-Schüler in Gebärdensprache übersetzt. Zu den Klängen von „L‘chaim“ von Giora Feidmann entspinnt sich eine Choreographie für eine Gruppe von tanzenden Menschen. Mir stehen die Tränen in den Augen. Diese Szene bewegt mich. In der Aula der Musikschule an der Hofaue probt der tanzchor60+, eine Gruppe von über sechzigjährigen Menschen. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Der Großteil von ihnen ist über siebzig. Seit mehr als acht Jahren schon tanzen und singen sie zusammen, angeleitet von der Chorleiterin Hilde Kuhlmann und erstmals dem Tänzer Wigabriel Soto Eschebach. Ihre Arbeit „Goldenglück“ versteht sich selbst als szenisches Firmament, als Sternenhimmel mit golden wie schmerzhaft funkelnden Momenten der eigenen Lebenswege. Am 22. Februar feiert die Produktion im Theater am Engelsgarten ihre Premiere. 

 Was berührt mich so tief? Es sind die faszinierenden Menschen vom tanzchor60+, deren Engagement und Lebenslust singend und tanzend einen künstlerischen Ausdruck finden. Jahr für Jahr schreibe ich die Texte für ihr Programmheft. Sie sind mir ans Herz gewachsen, in ihrem Mut, ihrer Erzähl-, Tanz- und Sing­lust. Noch mehr fügt sich für mich zusammen. Kürzlich, am 27. Januar, war der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Erstmals seit vielen Jahren habe ich die Serie „Holocaust“ wieder gesehen. Das hat mir zugesetzt, deutlich gemacht, wie wichtig es ist, mit der Kunst des Erinnerns in die Zukunft zu gehen. Die 94-jährige KZ-Überlebende Esther Bejarano singt beseelt mit der Microphon Mafia mehr als gegen das Vergessen, für eine erinnernde Zukunft. Schon vor ein paar Jahren war sie mir in dem Film „Mut zum Leben“ begegnet, einer „Botschaft der Überlebenden von Auschwitz“, einem Film über „Mut, Widerstand und die unzerstörbare Würde des Menschseins“. Dieser Film hat mir über die ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/mit-der-kunst-des-erinnerns-in-die-zukunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-63]]></dc:identifier></item></channel></rss>