﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 19:52:05 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Nur Dichtung trifft auch still ins Ziel</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/nur-dichtung-trifft-auch-still-ins-ziel-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/nur-dichtung-trifft-auch-still-ins-ziel-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nur Dichtung trifft auch still ins Ziel]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nur-dichtung-trifft-auch-still-ins-ziel</link><description><![CDATA[ Endlich – die Blätter fallen! Selten konnte uns ein endloser Spätsommer so beunruhigen wie dieses Mal, doch nun scheint alles in Ordnung zu sein, fast wie früher: Der Wind treibt kühl und ruppig um die Häuser, und wenn beim Abendbrot des „Great Pumpkins“ Stunde schlägt, werden die uralten Fragen gestellt: Wer waren eigentlich diese „Peanuts“? Wer hat am Reformationstag warum frei? Weshalb bekam Charlie Brown immer nur Steine, was haben Martin Luther und Hilmar Kopper wirklich gesagt und welche Rolle spielt dabei bloß dieser „Rote Baron“? Die ratlosen Blicke der Eltern kündigen ein Ereignis an: Aufhebung des Esstisch-Handyverbots! Eilig rutschen fettige Finger über die Displays, bis der Router qualmt, sich ein Haufen Halbsätze über den Aufschnitt türmt und Mutter unter allgemeinem Augenverdrehen sagt: „Das werde ich später in Ruhe nachlesen!“ 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Es ist auch die Zeit, in der die Ghostwriter aller Politiker damit beginnen, die großen Winterreden zu skizzieren, in denen sie zur Besinnung mahnen und am Schluss verlegen verraten, dass auch auf ihrem Nachttisch ein ganzer Stapel an- oder ungelesener Bücher läge, den sie in den stillen Tagen abarbeiten wollen. Lesen helfe beim Entspannen, ob Krimi, ein bisschen Romantik oder sogar Lokalhistorie des Wahlkreises. Politiker lieben das Lesen, sobald sie etwas näher zu ihren Kunden rutschen wollen. Dass die Literatur gesamthaft notwendig sei, um nicht lebenslang an den Oberflächen herumzupaddeln, sagen sie nicht. Dass sie als dürftig bezahlte Kunst hinter allen Gewerken des Kulturschaffens steckt, scheint nicht mehr erwähnenswert zu sein. Dass sie jenseits des „Schönen“ unser Kitt in den Fenstern zur gesamtgesellschaftlichen Gegenwart ist, dass sie noch den Ärmsten bereichern, den Fremdesten vertraut machen und den Schwächsten bekräftigen kann, das habe ich von ihnen ewig lange nicht mehr gehört. Schon gar nicht, dass du bist, was du liest – ob Vegi oder Wurst, Novellen ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 19:53:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nur-dichtung-trifft-auch-still-ins-ziel</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-50]]></dc:identifier></item></channel></rss>