﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 13 Mar 2026 13:54:41 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Juni 2020</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juni-2020-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juni-2020-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Für Livekultur gibt es keine Abwrackprämie]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/f252r-livekultur-gibt-es-keine-abwrackpr228mie</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/131/img-max-christian-graeff1.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/131/images/img-max-christian-graeff1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Endlich lärmen sie wieder, draußen auf der Straße: Manche der Kinder sind zurück in der Schule und besprechen auf den Wegen dahin und daher fleißig ihre Welt. Ihr Quietschen, Prahlen und Gluckern hat tatsächlich gefehlt; es täuscht so angenehm den Fortgang der Dinge vor. Vorhin sagte einer auf dem Heimweg: „Ich leg mich auf die Sonne!“ Das ist ein idealer Zeitpunkt, denn gerade eben war Sonnenstillstand und seit vier Tagen sinken wir langsam wieder in die nach Lebkuchen riechende Finsternis … – Im Ersten lief am Sonntag ab Mitternacht die „lange Nacht der Kultur trotz Corona“ bis fast zu den Frühnachrichten, nett gemeint und symbolisch dafür, dass dem Veranstaltungsbetrieb die lange Nacht erst noch bevorsteht. In jener kurzen auf Dienstag folgte wiederum die „Night of Light“, in der tausende Veranstaltungs- und Auftrittsorte im Land in rotem Licht erstrahlten, damit man sie bemerke. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Tatsächlich waren die Zahlen bisher wenig bekannt: Mehr als 2,5 Millionen Beschäftigte in der Veranstaltungswirtschaft inklusive Unterhaltung und Kultur sorgen mitsamt der Business-Veranstaltungen mit mehr als 400 Millionen Teilnehmenden für einen Jahresumsatz von 130 Milliarden Euro, und die Hälfte der Branche ist zum Herbst hin von Insolvenz bedroht. Sie werden dies ja sicher genau so aufmerksam gelesen haben wie die Berichte aus der Autoindustrie. Kulturveranstaltungen machen mit 6,6 Milliarden Umsatz lediglich einen kleinen Teil des Kuchens aus, aber da viele Künstler noch kunstferne Brotjobs in der Branche haben, ist die Grauzone groß und der nötige lange Atem bei eingeschränktem Lungenvolumen definitiv nicht verfügbar. Vielen von uns geht ganz einfach die Puste aus – und ständig darüber nachdenken, davon sprechen und schreiben zu müssen ist (in aller Ratlosigkeit) wahrlich kein Vergnügen. Geld ist schließlich das dreckigste Kulturgut, das wir haben, neben Sprengstoff und Öl. Da war die lange ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/f252r-livekultur-gibt-es-keine-abwrackpr228mie</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-131]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[In der Umarmung]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/in-der-umarmung</link><description><![CDATA[ Von Andy Dino Iussa 

 Am 20. Juni lädt die freie Szene zum „Wiedersehen im öffentlichen Raum“ ein. Initiiert vom Freien Netz Werk Kultur, feiern Künstler*innen zwischen Utopiastadt und Schauspielhaus die „Freiheit der Kunst“. Das Motto nimmt Bezug auf die Rede Heinrich Bölls zur Eröffnung des Schauspielhauses 1966. 

 Böll sprach davon, dass der Kunst die Freiheit genommen werden könne, sich zu zeigen – aber „Freiheit geben kann ihr keiner; kein Staat, keine Stadt, keine Gesellschaft kann sich etwas darauf einbilden, ihr das zu geben, was sie von Natur ist: frei.“ Er meinte eine innere, konstitutive Freiheit der Kunst. Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich bestimmt die Autonomie der Kunst in seinem Buch „Gesucht: Kunst!“ als „Unabhängigkeit von externen Referenzen“, z.B. von „Publikumsgeschmack, ökonomischen Bedingungen, vorgängigen oder nachträglichen Instrumentalisierungen“, einer politischen Agenda. 

   
Andy Dino Iussa - Foto: Iussa 

 In dieser Kolumne lese ich häufig, Kunst sei systemrelevant: „Systemrelevant bleibt die Kunst auf jeden Fall, solange ihr Eigenleben weiterhin anerkannt wird“ [„unmöglich!“, hustet Böll], „da sie uns unbestritten mit transzendenten, nachwachsenden Strategien grundversorgt“, schrieb Tine Lowisch. Uta Atzpodien meinte, „zu selten ist mir die Systemrelevanz von Kunst & Kultur im Fokus.“ 

 Die Relevanz von Kunst (und ihrer finanziellen, politischen Förderung) wird zunehmend aus ihrer Bedeutung für den Lebenswert eines Gemeinwesens abgeleitet – auch auffallend oft in Leitartikeln dieser Zeitung. Das ist nicht ehrenrührig, und ich selbst singe dies Lied allzu oft – aber ist die Kunst dann frei von „externen Referenzen“? Ist nicht dies eine Instrumentalisierung im Sinne Ullrichs? 

 Wenn OB-Kandidat Uwe Schneidewind unter seinem Leitbegriff „Zukunftskunst“ die Kunstszene anspricht, um (auch) mit ihren Mitteln Transformationsprozesse in Politik und Wirtschaft in Gang zu setzen („denn das Zusammenspiel verschiedener ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:42:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/in-der-umarmung</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-130]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wie die Gesellschaft besser werden kann]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wie-die-gesellschaft-besser-werden-kann</link><description><![CDATA[ Von Uta Atzpodien 

 In aller Couleur, auf zentralen wie auch entlegenen 170 Plakatwänden der Stadt funkeln mit der nun schon dritten Runde von „Out and About“ Kunstwerke von 100 Künstlern auf, regen an und zeigen Präsenz. „Wir sind da!“ erklärt der Initiator, Film und Videokünstler Frank N. und sieht die kollektive Aktion als „Demonstration“ (vgl. WZ-Interview). Inmitten der steten Neuorientierung in den Wogen der Corona-Krise, die für Solo-Künstler, Kunstorte und andere existenziell sind, beflügeln mich ganz besonders diejenigen Funken, die durch kollektives Engagement entstehen. Gemeinsamkeit ist wie Sauerstoff, verbindet, gibt Zuversicht und zeigt, was möglich ist. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Viel Atem und Kraft hat es einige von uns gekostet, den EinTopf – Solidarfonds für Kulturschaffende auf die Beine zu stellen, das Streaming-Portal Stew.one zu bespielen, ganz fleißig hier David J. Becher, Mats Wendel und Philippine Pachl, und andere Kunstaktionen, wie LOCHfunk oder die „Guckst Du Straße?“-Corona-Plakataktion der Mobilen Oase Oberbarmen. Zugleich ist es ein inspirierendes Geben und Nehmen. Das Gefühl von Dankbarkeit und ganz pragmatisch finanzielle und logistische Perspektiven schenken Kraft: „Kunst geht raus“ gehört dazu, denn 50 Prozent der Verkäufe gehen an den Solidarfonds, kreative Aktionen wie von Charles Peterson u.a., die Solidarfonds-Infrastruktur über Utopiastadt und Freies Netz Werk Kultur, die Spenden vieler Einzelpersonen und Zuwendungen der Jackstädt- und der Schuler-Stiftung, vom Unternehmen Knipex und Lions-Club nähren den EinTopf und damit betroffene Kunstschaffende und -orte. 

 Diese Dynamiken wecken in mir Fragen, die unsere ganze Gesellschaft, unser Wirtschaftssystem betreffen: Hand in Hand – was vermag Kreislaufwirtschaft? Ein ethisch-empathisch-nachhaltiges Wirtschaften, das wahrhaft den Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten unserer Welt entgegen steuert? Was brauchen wir dafür? So wie es das Engagement – ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:40:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wie-die-gesellschaft-besser-werden-kann</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-129]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Spielen am Abgrund: Ist das System noch relevant?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/spielen-am-abgrund-ist-das-system-noch-relevant</link><description><![CDATA[ Von Torsten Krug 

 An Pfingsten, dem Fest, an dem Geist über uns kommen soll, haben rund 50 Berufsmusikerinnen und -musiker nahe der Tagebaukante Garzweiler Beethovens 6. Symphonie aufgeführt, um gegen den Klimawandel ein Zeichen zu setzen. Beethoven liebte die Natur, in seiner „Pastorale“ hat er dieser Liebe Ausdruck gegeben. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Gibt es ein besseres Bild für unsere derzeitige Lage? Wir spielen am Abgrund – Pandemie-bedingt vereinzelt, gleichwohl verbunden, mit wenig Präsenz-Publikum, dafür mit noch mehr Ringen um Symbolkraft. Der Abgrund ist der ungehindert fortschreitende, menschengemachte Klimawandel und der weiter verantwortungslose Umgang mit unseren Lebensgrundlagen, mit Mensch und Tier. Doch der Abgrund ist auch: die existenzielle Bedrohung der Künste selbst. Wann werden wir uns alle unter für selbstverständlich gehaltenen Umständen wiedersehen? 

 Im Streaming-Portal des Berliner Ensembles ist aktuell Heiner Müllers legendäre Inszenierung von Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ zu sehen, die seit über 20 Jahren um die Welt tourt. Über zwei Stunden hechelt und spuckt Martin Wuttke mit überbordender Präsenz über die Bühne, nimmt als Ui Unterricht beim „Schauspieler“, verkörpert vom damals 91-jährigen Bernhard Minetti, und entwickelt sich zum Sprache kotzenden Demagogen, bei dessen Duktus – und spricht er auch nur vom Gemüsehandel – uns das Lachen im Hals stecken bleibt. Die Aufzeichnung von 1996 auf dem heimischen Laptop zu sehen, mutet an wie der Blick in eine ferne Welt, von der wir aktuell abgeschnitten sind. Wie sehr muss es ein Ereignis gewesen sein, dieser Aufführung beizuwohnen, gemeinsam im altehrwürdigen Theater am Schiffbauerdamm gesessen, gelacht und möglicherweise gezittert zu haben! 

 Die Kunst kann sich gerade vor Themen nicht retten. Und doch sind wir zum Stillstehen, zum Schweigen, zu Berufsverboten verdammt. Mit Diktatur hat das selbstverständlich gar nichts zu tun. Im ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:37:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/spielen-am-abgrund-ist-das-system-noch-relevant</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-128]]></dc:identifier></item></channel></rss>