﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 13 Mar 2026 14:33:41 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Mai 2020</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/mai-2020-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/mai-2020-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wenn das Kunst ist, kann das nicht weg]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wenn-das-kunst-ist-kann-das-nicht-weg</link><description><![CDATA[ Von Tine Lowisch 

 Heute sage ich es einfach nochmal und zitiere mich damit selbst (aus dem Buch: Der lange Marsch, Atelier- und Galerie-Kollektiv für intermediale Zusammenarbeit 1976 - 2016 hrsg. von Peter Klassen): „Der Wandel, der sich im Moment offensichtlich in unserer Gesellschaft vollzieht, ist vielversprechend. Vielleicht auch, weil die Krisenherde zur Normalität geworden sind und die sogenannte Normalität immer neue Krisen hervorbringt, versprechen wir uns von unseren lokalen Bemühungen, dass wir durch unser Tun den Menschen wieder zur Kunst bringen. Zur Kunst gehen heißt, von Künstlern zu lernen. Und da nicht jeder Mensch ein Künstler ist, genauso wie nicht jeder Arzt oder Astronaut, müssen wir erst einmal wieder neu zur Einsicht kommen und uns fragen: Wie geht der Mensch mit Freiraum um?“ Mal ganz abgesehen davon, dass diese, meine Sätzchen nun schon einige Jahre alt sind, frage ich mich, ob ich es damals nicht hätte eindringlicher formulieren sollen. Vielleicht einen Hauch rebellischer? 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Im Grunde ging es meinem Mann und mir, als wir unseren Kunstraum als Projekt starteten, darum, ungewöhnliche Beobachtungen als Chance für ein Umdenken in eine Sprache zu übersetzen, die jeder versteht: In die Sprache der Kunst – die natürlich und das ist gar nicht so schwer, immer erst die Gefühle der Menschen erreichen muss, um überhaupt vermitteln zu können. 

 Wir hätten zum Beispiel anstatt der Kunststation im Bahnhof Vohwinkel ebenso gut auch eine Boutique in Wuppertal eröffnen können. Mode vermittelt im Grunde genauso wie die Kunst zwischen zwei menschlichen Grundbedürfnissen: zwischen schmuckem Stolz und beschämendem Vorurteil. Unsere Boutique hieß dann vielleicht: clever und campy (campy: beschreibt eine besondere Erlebnisweise, über die man eigentlich nicht spricht, die die Welt als ästhetisches Phänomen betrachtet). Allein um die Lebenserhaltungskosten gering zu halten, bin ich zum Beispiel sehr ...]]></description><pubDate>Sat, 27 Jun 2020 01:18:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wenn-das-kunst-ist-kann-das-nicht-weg</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-132]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das große Schlingern]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-gro223e-schlingern</link><description><![CDATA[ Von Max Christian Graeff 

 Es war etwas ungemütlich, doch auch beruhigend: Die Eisheiligen waren heuer enorm pünktlich, wie vom Kalender versprochen. Morgens um sieben – der Computer schlief noch und die Welt war in Ordnung – schaute ich dem Gimpel beim Frühstück zu; er zog sich verträumt die Kerne rein, bis er aufschreckte, weil ihm plötzlich einfiel, dass im Nest die Holde mit den Kindern wartete … Der Blautfink, wie er im Bergischen heißt, wurde in der Malerei gerne in die Bäume des Paradieses gesetzt. War es aufgrund seiner Warnfarbe oder weil er unter den Gartenvögeln als der Einfältige gilt? Die Frage vergaß ich schnell, als der Browser dann Dutzende aufzuholende Mails ins Müsli spülte: Zoom-Termine für Netzwerk-Diskussionen, Newsletterfluten, Job-Umplanungen, Petitionen, unverbindliche Anfragen für Eventualitäten aller Art und durchaus auch Konkretes, das fast im Getümmel untergeht. Dazu Nachrichten zum Lachen oder Weinen, und wie im Flug war der Vormittag schon alt und ich bereits wieder mit allem zu spät. Nicht nur mit Dringlichem, sondern auch mit allem, was es zu verstehen gibt. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Die Veränderungen der Sprache mitzuverfolgen – der News, der Debatten und Kunstprodukte, der Mutmaßungen und Empörungen – gehört zu den alltäglichen Aufgaben der Schreibenden, noch bevor der erste eigene Satz geschrieben ist. Das ist jedoch zurzeit kaum genügend zu leisten, selbst ohne Kinder, homeschooling und Maskenbau. Die Menge der sich oft widersprechenden Mitteilungen, der Erklärungen und Kommentare ist eine Überforderung, jedenfalls wenn man „alles“ mitbekommen und zugleich Geduld zu üben hat, weil die freischaffenden Künstler zwar selten so oft von Politikern erwähnt wurden, sich jedoch bezüglich konkreter Hilfen nur wenig bewegt. 

 So ist es fast verständlich, dass auch die lokale CDU und die Grünen in einem gemeinsamen Antrag an den Stadtrat zwar Maßnahmen für Kulturschaffende forderten, sich dabei aber ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:35:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-gro223e-schlingern</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-127]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wer bekommt eine Bühne?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wer-bekommt-eine-b252hne</link><description><![CDATA[ Von Ava Amira Weis 

 Vergangene Woche habe ich eine wunderbare Gegenüberstellung gesehen, die da (übersetzt) lautet: „Kunstmuseen: Dieser Raum ist einem speziellen Maler aus einem französischen Dorf und ausschließlich seinen Gemälden, die er mit diesem einen Pinsel gemalt hat, gewidmet. Und dieser Raum zeigt Kunst aus Asien.“ Was wie eine Übertreibung klingt, ist viel zu oft Realität. Auch 2020, wo bekannt sein sollte, dass nicht nur europäische Cis-Männer (Männer, die sich mit dem bei der Geburt zugeschriebenem Geschlecht identifizieren) die hohe Kunst des Pinselschwingens beherrschen, sind Geschlechterminderheiten (Cis- und Trans-Frauen, genderfluide und non-binary Personen) unterrepräsentiert und unterbezahlt. PoC (People of Color, die gegenüber der Mehrheitsgesellschaft als nicht-weiß gelten und wegen ethnischer Zuschreibungen alltäglichen und institutionellen Formen des Rassismus ausgesetzt sind) erst recht. 

   
Ava Weis - Foto: Jan Kreienkamp 

 Wuppertal bildet da leider keine Ausnahme, hat aber das Potenzial, dies zu ändern. Seit einem Jahr gibt es hier zum Beispiel das YAYA-Netzwerk, das es sich mit Aufklärungsarbeit, Veranstaltungen und Workshops zur Aufgabe gemacht hat, den hiesigen Kunst- und Kulturraum nachhaltig zu verändern. Denn zum einen ist nicht erst seit Till Lindemanns poetischen Verwirrungen klar, dass Misogynie und Sexismus auch noch in der Kunst (wenn man das bei ihm mal so nennen will) weit verbreitet sind. Der sogenannte male gaze, also der (heterosexuelle) cis-männliche Blick auf die Welt und auf Frauen insbesondere, herrscht seit Jahrhunderten vor und bestimmt unser aller Wahrnehmung. Ebenso ist die Toleranz gegenüber rassistischem, sexistischem und diskriminierendem Verhalten weiterhin groß (besonders, wenn‘s doch Kunst ist). 

 Zum anderen muss man sich nur beliebige Ausstellungskataloge oder Line Ups anschauen, um eine enorme Diskrepanz zu sehen. Wer stellt aus? Wer tritt auf? Wer legt auf? Wer bekommt eine Bühne, einen ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:33:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wer-bekommt-eine-b252hne</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-126]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Jetzt erst recht! Arbeit an der Zukunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/jetzt-erst-recht-arbeit-an-der-zukunft</link><description><![CDATA[ Von Uta Atzpodien 

 „Wie wollen wir leben?“ Über nächtliche Häuserfassaden unser Stadt lässt das Künstlerkollektiv RaumZeitPiraten diese Worte wandern, tanzen, projiziert von einem Küchenfester aus. Im Kommunikations-Netz der Sozialen Medien kommentieren sie: „whats next? back to normal? back to big cars? big money? big ego? big bloat?“ Ihre Guerilla-Grüße aus der Selbstisolation verbinden sich für mich mit einer kürzlich gelesenen Einsicht: „Mit der Antwort auf die Frage, wie wir mit dieser Pandemie umgehen, wird sich entscheiden, in welcher Zivilisation wir leben. Denn wir werden dadurch allen anderen klar machen, in welcher Zivilisation wir leben wollen.“ Den Bochumer Philosophen Daniel-Pascal Zorn erwähnte im kleinen Kreis der kulturpolitische Reporter Peter Grabowski, der pragmatisch engagiert in verschiedenen Foren für die Belange und vor allem die Information der Kunst- und Kulturszene mitsamt der freiberuflichen Kunstschaffenden Präsenz zeigt. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Die Notsituation betrifft uns alle: das Ausfallen oder Verschieben von Proben, Veranstaltungen und Aufführungen, das Ringen um die schnell gestrickte, wenig eindeutige, einheitliche und vor allem nicht alle erreichende, dauerhaft ausreichende Soforthilfe für soloselbstständige Künstlerinnen und Künstler. Die Möglichkeit, Arbeitslosengeld oder Grundsicherung zu beantragen, mag zwar übergangsweise helfen, ist für einige nicht möglich, kann keine Lösung sein. Zu selten ist mir die Systemrelevanz von Kunst & Kultur im Fokus oder im Weitblick. Trotz all der existenziellen Ungewissheit – oder vielleicht auch durch sie – wenden wir uns jetzt erst recht einer Arbeit an der Zukunft zu. 

 Was heißt das? Lokal: Jüngst entstand mit dem „EinTopf“, ein Solidarfonds für Kulturschaffende. Künstler bringen mit „Out and about: Kunst geht raus“ ihre Kunst auf Plakatwände in die Stadt. In David J. Bechers Stream-Sendung „Dem der liebe J. sein Morgengruß“ kommen jeden Mittag um 12 ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:31:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/jetzt-erst-recht-arbeit-an-der-zukunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-125]]></dc:identifier></item></channel></rss>