﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:54:19 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Februar 2024</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/februar-2024-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/februar-2024-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Nachdenken über das große Ganze]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/nachdenken-252ber-das-gro223e-ganze</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/732/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/732/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Der große Saal des Barmer Bahnhofs ist voller Stimmen. Kinder huschen vorbei und genießen den ungewöhnlichen Ort zum Spielen, andere von ihnen, die ebenfalls mit ihren Eltern gekommen sind, sitzen konzentriert über Bildern, die sie unter der Aufsicht einer Bühnenbildnerin und eines Schauspielers malen. Auf einem von ihnen werde ich später die Wellenkämme eines Meeres erkennen, aus denen gespreizte Hände herausragen. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 So schrieb ich vor mittlerweile neun Jahren. Mit den beiden Reihen „In unserer Mitte. Wir erzählen um unser Leben“ in der Spielzeit 2015/16 und „Flüchtige Welt. Labor für Neuland“ 2016/17 wollten wir zusammen mit den Wuppertaler Bühnen das Selbstverständliche tun: Einen Ort bieten, an dem Geflüchtete – damals aus Syrien – erzählen, und wir – Wuppertaler Autorinnen und Autoren ­– ihnen zuhören. Tief bewegt ging ich jedes Mal nach Hause, atmete eine freie Abendluft in einem privilegierten Land und sah aus anderen Augen auf mein Leben. 

 Man könnte meinen, die Welt der Kunst und Kultur sei prädestiniert dafür, die existenzielle Not und den Reichtum an Geschichten zu spiegeln und uns alle ins Handeln zu bringen. Doch leider versinken wir oft in Befindlichkeiten. 

 Als der Theaterregisseur Milo Rau 2022 am Schauspielhaus Zürich „Wilhelm Tell“ inszenierte, geriet er, so berichtet er, in „geradezu absurde, labyrinthische Meinungsverschiedenheiten (...) ausschließlich mit Menschen, mit denen ich in letztlich allem übereinstimme“: „Während sich die Welt draußen weiterdrehte und alle sieben Minuten eine Art für immer verschwand, (…) während unsere ganzen Debatten mit Steuermillionen finanziert wurden, die von den Schweizer Großkonzernen im Kongo per Kinderarbeit erwirtschaftet werden, waren unsere Minimaldissense so ohrenbetäubend laut, dass das Schweigen des globalen Todes nicht mehr zu hören war.“ Wird unser Blick tatsächlich enger, „unsere Binnen-Moral strenger, je größer und ...]]></description><pubDate>Wed, 28 Feb 2024 10:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/nachdenken-252ber-das-gro223e-ganze</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-732]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Dinge neu begreifen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-dinge-neu-begreifen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/731/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/731/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Heute startet im Kunstpalast in Düsseldorf die Preview der Ausstellung des weltweit erfolgreichen britischen Bildhauers und Wuppertalers Tony Cragg: „Please touch!“ als ein außerordentlich überraschendes Kunstexperiment, bei dem erstmalig Besucher dazu eingeladen sind seine Skulpturen in einem Museum zu berühren. Die Einladung zur Vorabbesichtigung dieses Events ist an alle Freunde des Kunstpalastes längst raus und die offizielle Ausstellungseröffnung morgen, ebenfalls ausgebucht. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Das Interesse an diesem Paradigmenwechsel und an dieser neuen Strategie des Zeigens in der institutionellen Museumslandschaft persönlich teilzunehmen ist also ausgesprochen. Der Bedarf, ob die Museumsbesucher den künstlerischen Prozess Tony Craggs nachempfinden werden, wenn der Tastsinn dem Sehsinn als Rezeptionswerkzeug – und das ist gerade bei diesem Künstler völlig neu – versuchsweise zur Seite gestellt wird, zeigt sich dann im Laufe der Schau. Da darf man gespannt sein. 

 Seit ich von diesem Turnaround in der Ausstellungspraxis eines Museums erfahren habe, bin ich wie ausgewechselt, geradezu elektrisiert und gebe spontan meine mentale Schonhaltung, aufgrund zu vieler schmerzhafter Nachrichten in der letzten Zeit, auf. Wieder einmal hat sich durch einen „Kunstgriff“ mein Weltschmerz für einen kurzen Augenblick in Zuversicht verwandelt. Kunst kann das, und dafür bin ich dankbar. Die Erfahrung eine von Tonys Skulpturen wieder einmal berühren zu dürfen, dazu noch in einem Museum bei laufendem Betrieb, wird allerdings auch für uns und auch für viele andere, die bisher im Vorfeld z. B. bei der handwerklichen Entstehung oder aus anderem Grund Hand an die Skulpturen legen durften, jetzt völlig neu sein. 

 Vielleicht schaffe ich „dieses neue Begreifen“ ja gar nicht, denn bisher war mir das Ertasten von Kunst selbst mit der Erlaubnis von Künstlerinnen und Künstlern nicht sehr geheuer, auch nicht in Atelier- ...]]></description><pubDate>Wed, 21 Feb 2024 00:03:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-dinge-neu-begreifen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-731]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das ist nicht lustig!]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-ist-nicht-lustig</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/725/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/725/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Hören Sie auch dieses leise Knistern, mit dem sich die Sprossen und Triebe aus dem Dunkel der Beete an die Lüfte wühlen, ungeachtet der Fröste, die noch kommen mögen? Man muss es halt versuchen, sagen sie sich, muss das Wagnis auf sich nehmen, ob als blühfreudiger Krokus, neugieriges Rotkehlchen oder schlichter Mensch. An manchen Hängen des Tals entfaltet sich schon dies und jenes; der Arrenberger Schattengarten hängt noch etwas hinterher. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Mir passt es gut, denn ich bleibe gerne noch etwas im Beet, bin noch nicht bereit für den heutigen, doch eigentlich längst ganzjährigen „politischen Aschermittwoch“, dieses pseudokarnevalistische Festival der Rechthabenden und Selbstmeinenden aller Couleur. Historisch lässt es sich ab 1919 als Forum bayerischer Bauernparteien orten, bis es ab 1932 von der NSDAP vereinnahmt wurde. 1953 durch Strauß und die CSU reanimiert, wurde die Veranstaltung schnell wieder beliebt, und in den 60ern stiegen auch andere Parteien ein. 

 Als Kind vor dem Radio fand ich dieses Schwingen der Wortschwerter ohne Schaum- oder Schambremse noch amüsant, während Mutter zu erklären versuchte, dass das doch alles Satire sei und diese wie die Kunst fast alles dürfe. Doch die schützende Täuschung wirkte nicht lange; seither höre ich den eskalierenden Schwall der Selbstgefälligkeiten wider besseres Wissen nur noch mit Abscheu. Zur selben Zeit befindet sich das weltgrößte Kreuzfahrtschiff als gigantische Pappnase unserer Untergangskostümierung auf Jungfernfahrt und sämtliche Erkenntnisse des Frühjahrs 2020, in dem der Coronakarneval zum Superspreader wurde, stehen nicht mehr zur Disposition. „Word is virus“ zitierte ich damals William S. Burroughs, auf diskursive Lernprozesse hoffend, noch bevor die Schwurbeleien aller Realitätsflüchtenden mit den Inzidenzen durch die Decke gingen wie der DAX. 

 Die Drauflosbehauptung als Flucht vor der Ratlosigkeit ist erst recht in ...]]></description><pubDate>Wed, 14 Feb 2024 01:10:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-ist-nicht-lustig</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-725]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst und Protest: Einmal mehr ein Gewinn für die Demokratie]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-und-protest-einmal-mehr-ein-gewinn-f252r-die-demokratie</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/718/phyllisquarteyfuseini.jpg" length="157292"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/718/images/phyllisquarteyfuseini-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Phyllis Quartey 

 In der Stadt fielen mir in der Vergangenheit immer mal wieder unschöne Schmierereien mit dem beunruhigenden Schriftzug „White Power“ auf, die das Stadtbild prägten. Nun tauchen in unserer Stadt immer mehr bunte Wände auf, die von professionellen Graffitikünstlern transformiert werden. Viele Häuserfassaden werden in farbenfrohe Kunstwerke verwandelt, die ein diverses, positives und tolerantes Wuppertal darstellen. Vielen Dank an diese engagierten Künstlerinnen und Künstler! 

   
Phyllis Quartey 

 In den letzten Wochen versammelten sich bundesweit Tausende wohlwollende Bürgerinnen und Bürger für Demokratie und gegen Faschismus. Unter Mottos wie „No AfD“ und „Wuppertal ist bunt statt braun“ setzten sie ein starkes Zeichen gegen Hass und Hetze. Über 10 000 Menschen, angeführt vom Bündnis „Wuppertal stellt sich quer“, protestierten in unserer Stadt mit hohem Migrationsanteil für Demokratie und Vielfalt. 

 Ich hielt eine mitreißende Rede, ein großer Teil des Publikums jubelte, aber manch eine Person war über meine Rede empört. Einige empfanden meine Worte als provokant, vielleicht sogar als Angriff. 

 „Hat dieses Land wirklich nicht mehr zu bieten als: – Schilder, die uns sagen, Betreten verboten! – Skinheads, die Türken und Afrikanern das Leben nehmen – Während Bullen danebenstehen, um Problemen aus dem Weg zu gehen – Umgeben von Ja-Sagern, die alles nur nachlabern – Denen kaltes, dunkles Blut pumpt durch die Schlagadern – Umgeben von Kinderschändern, die grad mal Bewährung kriegen – Genau wie die scheiß Nazis, deren Opfer unter der Erde liegen“ (Auszug aus dem Lied „Weck mich auf“ von Samy Deluxe). 

 Marginalisierte Stimmen bringen auf Demonstrationen Lebensrealitäten zum Ausdruck, die für Menschen mit mehr Privilegien erschreckend wirken können. Trotzdem ist es wichtig, diese Perspektiven zu akzeptieren und auszuhalten. Worte wie „Bulle/Polizei“ tragen für mich eine andere Bedeutung; sie repräsentieren nicht immer ...]]></description><pubDate>Wed, 07 Feb 2024 11:04:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-und-protest-einmal-mehr-ein-gewinn-f252r-die-demokratie</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-718]]></dc:identifier></item></channel></rss>