﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 18 Apr 2026 23:39:12 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Juni 2019</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juni-2019-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/juni-2019-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Stunde der Radikalität der Jungen und der Kunst]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-stunde-der-radikalit228t-der-jungen-und-der-kunst</link><description><![CDATA[ Mitte Mai hielt der bisher nicht unbedingt als politischer Autor hervorgetretene Daniel Kehlmann in Wien eine Rede. Es war seine Dankesrede für den Anton-Wildgans-Preis. Möchten die Entscheidungsträger der Österreichischen Volkspartei, fragte er darin, nicht „endlich jene Gestalten, deren dummdreiste Vulgarität Ämter herabwürdigt, die man ihnen nie hätte anvertrauen dürfen, nach Hause schicken und dafür sorgen, dass man die Luft in diesem Land wieder atmen kann?“ Wenige Tage später geschieht, was der Autor sich wünscht: die Auflösung der Österreichischen Regierung. Kehlmann beteuert, er habe nichts vom Strache-Video gewusst. Zuvor hatte bereits Franzobel, ein anderer österreichischer Schriftsteller, in seinem Krimi „Rechtswalzer“ vieles vorweggenommen, was sich in den darauffolgenden Wochen als reales Politdrama abspielte. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Die Hellsichtigkeit und utopische Kraft von Kunst zeigt sich gerade wieder allerorten. Nicht nur meine Generation, die wir mit dem „Ende der Geschichte“ und der Zementierung des kapitalistischen Systems aufgewachsen sind, erlebt eine Rückkehr der Utopien. Die Politik der Verwaltung kleinerer Probleme hat keine Daseinsberechtigung mehr. Rechte Rückwärtsgewandtheit ist nicht geeignet für unseren Weg in die Zukunft. Ein neues, mutiges „Groß Denken“ ist gefragt. Es ist die Stunde der Radikalität der Jungen – aber auch: die Stunde der Kunst. 

 Auch wenn ich schon wieder auf die Literatur komme: Jan Brandt, bisher ebenfalls kein dezidiert politischer Autor – 2011 sorge er für Furore mit seinem 900 Seiten starken Debüt „Gegen die Welt“ über die Auflösungen eines ostfriesischen Dorfes –, hat in seinem jüngsten Buch seine Odyssee auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum in Berlin zu einem Stück engagierter Literatur gemacht. Parallel dazu brach er auf in seine alte Heimat, um den Hof seines Urgroßvaters vor dem Abriss durch einen Investor zu retten – vergeblich. Auch dies ist ein Buch zur Stunde. ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 21:01:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-stunde-der-radikalit228t-der-jungen-und-der-kunst</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-82]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Eine Reise in die bergische Vergangenheit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/eine-reise-in-die-bergische-vergangenheit</link><description><![CDATA[ Wer sich nur aus Vergnügen, also hoffentlich mit schlechtem Gewissen, ins Auto setzt, gibt sich dafür am besten einen weiteren guten Grund, oder einen Auftrag. Unserer hieß diesmal: Recherche. Wir wollten nachvollziehen, warum der Vater von Friedrich Engels sich 1837 von Barmen aus nach Engelskirchen orientiert hat, um gerade dort eine riesige Fabrik zu bauen. Also sind wir über Pfingsten ins Oberbergische gefahren, nach Engelskirchen. Vom Wuppertaler Westen aus ging es hinauf auf die südlichen Höhen, vorbei an endlosen Supermarktketten, öden Baustellen oder dänischen Bettenlagern. Der durch das Navi konfektionierte Weg über Landstraßen bot als einzige Abwechslung ab und zu einen Kreisverkehr, geschmückt mit Objekten, die wie Kunstwerke wirken wollen. Da wir auf dem Weg zum Ziel mehr Abwechslung fürs Auge brauchten, wir tief eintauchen wollten in das Gefühl, in eine andere Zeit zu reisen, schalteten wir die technische Unterstützung aus und fuhren plötzlich über herrlich geschwungene Landstraßen - über atemberaubende Serpentinen, durch Orte mit so wundersamen Namen wie Ente, Dreibäumen oder Habenichts. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Unser Ziel Engelskirchen erkannten wir sofort: Ein markanter, geziegelter Fabrikschlot, der Schornstein des Dampfmaschinenhauses, der ehemaligen Baumwollspinnerei Ermen&Engels ragte weit sichtbar über den Dächern. Auf den ersten Blick scheint es bei unserer Ankunft so, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Die massigen Grauwacke-Gebäude des ehemaligen Kraftwerks säumen noch immer den früheren Fabrikhof. Und über die Eisenbahnschienen, die vom nahe gelegenen Bahnhof auf den Platz führen, könnte jeden Moment ein Güterzug mit einer Lieferung Baumwolle beim Alten Baumwoll-Lager vorfahren. 

 Mit über 600 Arbeitskräften im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zählte die Fabrik Ermen&Engels zu den bedeutendsten Schrittmachern der Industrialisierung in unserer Region. Friedrich Engels sen., der Vater unseres ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:59:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/eine-reise-in-die-bergische-vergangenheit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-81]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Erfrischende Räume für Unerwartetes]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/erfrischende-r228ume-f252r-unerwartetes</link><description><![CDATA[ „Die Zukunft tut sich auf, wenn wir uns ihr zuwenden“ klang es letzte Woche abends aus meinem kleinen Küchenradio, beim Tischgespräch auf WDR 5. Die ruhigen und unprätentiösen Worte stammten vom Mystiker Thomas Hübl. Erfahren in Meditation sprach er davon, wie wichtig Ruheräume sind, wie daraus Kreativität entstehen kann und wie sie helfen können, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten, persönlich und kollektiv. Das häusliche Tischgespräch kam ungeplant, ich war enttäuscht, denn so viel Spannendes läuft an Kunst in unserer Stadt und mein Abendprogramm war geplatzt. Mich hatte ein heftiger Infekt erwischt. Ich war zu angeschlagen und erschöpft, um wie geplant den Abschluss der Oper-Reise „Sound of the city“ durch die Clubszene Wuppertals zu besuchen. Schon im Loch bei der fulminanten „Oberbürgermeister der Nacht“–Wahl, zwei Tage vor der Europawahl, war eine eigentümliche Lebendigkeit entstanden. Erfrischende Wahlprogramme der Kandidaten, tolle Musik und eine kuriose Mischung aus jungen Clubgängern, Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung und Kunstszene, die ich so noch nie miteinander erlebt hatte. Mit der legendären Tanztheater- und Tatort-Schauspielerin Mechthild Grossmann und ihrer tiefen Stimme kehrte „Sound of the city“ nun ohne mich in den Heimathafen Oper zurück. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 An jenem Abend half mir der bis dahin unbekannte Hübl auf die Sprünge, um einiges besser zu verstehen, es als Erfahrung zu verdauen und weiterzudenken. Der irakische Schriftsteller Usama Al Shahmani tauchte vor mir auf, der Ende April zu Gast bei Literatur auf der Insel war, dem seine Zeit in der Natur, das Wandern, die Gespräche mit den Bäumen helfen, seine Lebens- und Fluchterfahrungen zu verarbeiten und dessen Großmutter ihm die Zuversicht gelehrt hatte. Wie in einem altem Super8-Film flackerten weitere Szenen auf: Der Film „Mensch:Utopia“, der zur Jubiläumsfeier vom Wuppertal Institut 2016 Premiere hatte, Menschen aus Oberbarmen und vom ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/erfrischende-r228ume-f252r-unerwartetes</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-80]]></dc:identifier></item></channel></rss>