﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:54:20 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - November 2023</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/november-2023-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/november-2023-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wie stabil ist das „Trotz alledem“ der Kunst?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wie-stabil-ist-das-trotz-alledem-der-kunst</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/696/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/696/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 „Wieso sind denn da auch Krokodile im Regal?“ Die Stimme der Besucherin klang freundlich entrüstet. „Krokodile sind kein Kitsch. Niemals! Krokodile sind einfach Krokodile.“ Ich konnte ihr nur recht geben, denn genau darum ging es in der Kitsch-Ausstellung in der Rathaus Galerie: einen Begriff der willkürlichen Bewertung, der im explodierenden Massenkonsum vor etwa 150 Jahren populär wurde und heute die gesamte Warenwunderwelt durchdringt, subjektiv zu hinterfragen. Weder erhob sich die Ausstellung über persönliche Geschmäcker noch schwang sie eine Keule gegen ästhetische Ausformungen dessen, was unsere Sehnsüchte bedient, während die Welt in Sorgen zerbröselt. Sie forderte zum Nachdenken übers eigene Bewerten auf und vielleicht noch dazu, nicht jeden der zahllosen Zuckerstoffe ins eigene Leben zu stopfen. Pünktlich vorm Fest der Umsatzliebe ist sie nun beendet; es bleiben viele gute Gespräche über Auslegungssachen, das Rechthaben und die unendlichen Weiten zwischen Schwarz und Weiß. Und über die Kunst, die sich einst – je nach kultureller Konditionierung – so bequem vom Kitsch abscheiden ließ. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C:Paravicinir 

 Das Nachdenken über solche Themen fällt mir in der weltpolitischen Großwetterlage nicht allzu leicht. Das angestrengte Verfolgen der Nachrichten im Willen, etwas verstehen zu wollen, steht immer hinter dem Drang, dass die Kulturarbeit trotz alledem weitergehen muss: mit Neugier und Freude sowohl am Bewahren als auch am Entwickeln. Kriege, Klima und Gelüste am Totalitären wachsen tief ins inhaltliche Arbeiten hinein; Erkenntnisse oder Lösungen liegen jedoch fern. Und der zunehmende angstgetriebene Hass auf alles, was anders ist als man selbst, lässt manche Kunsttreibenden zweimal überlegen, ob sie sich aus dem oft kleinen Schutzraum ihres sicheren Publikums aufs freie Feld hinauswagen. Doch kommt es hier nicht auf Ergebnisse und Profite an: Eine Leistung künstlerischen Agierens ist bereits, ...]]></description><pubDate>Thu, 30 Nov 2023 11:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wie-stabil-ist-das-trotz-alledem-der-kunst</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-696]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Kunst, zu weben und sich zu bewegen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-zu-weben-und-sich-zu-bewegen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/695/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/695/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Uta Atzpodien​ 

 unaufhörlich prasselt der Regen auf uns hinab. Selbst als nicht schnell verzagende Radfahrerin spaziere ich derzeit lieber gemütlich mit meinem XXL-Schirm die unzähligen Treppen rauf und runter, Wege durch Gassen und Straßen unserer eigenwilligen Stadt und schwebe dabei auch stationenweise über sie hinweg. „Laufen heißt, zu sehen, was wir haben“ schrieb vor wenigen Wochen – inspiriert vom bunt-nassen Herbst, von Pfützen, Blättern, beschwipsten Amseln und anregenden Kulturorten – Kollege MC Graeff und weckte meine schlummernde Lust aufs Spazierengehen. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Im Osten der Stadt erinnerte kürzlich beim Kulturplausch des Kulturbüros in der Bandfabrik der dortige eindrucksvolle Tresen mit seinen bunten Garnrollen an die – unserer Stadt so eigene – Praxis des Webens und Verknüpfens. Nicht nur in der Kunst ist sie eine Kunst und kann uns enorm weiterbringen: Erst letzte Woche hat Torsten Krug in seiner Kolumne das Plädoyer „Raus ins richtige Leben“ formuliert: Die omnipräsenten digitalen Medienwelten, wie sie Eva Menasse in „Alles und nichts sagen“ erforscht, scheinen ein analoges und gemeinschaftliches (Kultur-)Erleben geradezu einzufordern. 

 Und das inspiriert: Die Werkstatt-Performance „Heißzeit“ des Choreographen Jan Möllmer auf der Insel konfrontierte uns – auch inmitten der nassen Jahreszeit – künstlerisch virtuos und körperlich erfahrbar mit den stetig steigenden Temperaturen und damit auch dem aktuell vertrocknenden Amazonas. Beim im Oktober auf der Herbstakademie der Kulturpolitischen Gesellschaft konstatierten Bedarf für einen wahrhaften Kulturwandel lag der „Mut zum Experiment“ an erster Stelle. 

 Der Mut äußert sich auch in Veranstaltungen wie dem imposanten Circular Valley-Kongress in der Historischen Stadthalle. Das spannende, wenngleich recht männlich besetzte Forum zur Kreislaufwirtschaft darf den Kultursektor – über Künstler Tony Cragg hinaus – gerne noch stärker einbinden. Wie wäre ...]]></description><pubDate>Tue, 21 Nov 2023 22:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-kunst-zu-weben-und-sich-zu-bewegen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-695]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wie kommen wir wieder raus ins „richtige Leben“?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wie-kommen-wir-wieder-raus-ins-richtige-leben</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/692/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/692/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Letztens warb das sogenannte „Portal“ ARD Kultur in den sogenannten sozialen Netzwerken in einem Werbespot mit der feinsinnigen „Message“: „Für alle, die null Bock auf Theater haben …“ – garniert mit dem Bild einer zerrissenen Theaterkarte für die Saison 23/24 – „… gibt’s hier auch Konzerte, Kino oder Comedy“. – Wow! Ein erklärter „Kultur“-Kanal wirbt gegen das Theater für seine Inhalte, von denen einige, so das Kleingedruckte, „natürlich auch Theater“ seien. Die Werbeaktion ging ganz schön nach hinten los: nicht nur in der Theaterszene – es gab auch „null Bock auf Techno?“ – sorgte sie für Irritationen bis Ärger. Mal abgesehen davon, dass hier ein völlig überholtes Theaterverständnis und ein überholter Sprachgebrauch zutage treten, stellt der Kulturjournalist Stefan Keim in der Fachzeitschrift „Theater der Zeit“ fest: „Anscheinend hat ARD Kultur nicht nur keine Ahnung vom Theater, sondern auch nicht begriffen, was Kino ist. Online können Filme gezeigt werden, natürlich. Aber Kino ist das Gemeinschaftserlebnis von Menschen in einem Raum.“ 

   
Torten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Mittlerweile hat die ARD die Werbeaktion gelöscht und sich für „Missverständnisse“ entschuldigt. Für mich fügt sie sich jedoch in ein Bild: Techno oder Theater stehen hier für das „richtige Leben“, für Schweiß, Lärm und Tränen, kurz: „das Gemeinschaftserlebnis von Menschen in einem Raum“. Das kann ungemütlich, lang oder fordernd sein, vor allem aber: Ich kann es nicht abschalten. Ich muss es aushalten, erleben – mit anderen – und habe keine Hoheit darüber. Genau das wird hier als unmodern, überholt gebrandmarkt. 

 Letztes Wochenende war ich erneut bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe (zufällig tragen sie dieselbe Sendeanstalt im Namen). Vier Tage im Jahr feiert sich dort die lebendige Hörspielszene – der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, der freien Szene, für Kinder und Jugendliche (für die ich seit Jahren in der Jury zum Deutschen ...]]></description><pubDate>Tue, 14 Nov 2023 22:29:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wie-kommen-wir-wieder-raus-ins-richtige-leben</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-692]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Das Spiel mit der Kunst ganz neu anpfeifen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/das-spiel-mit-der-kunst-ganz-neu-anpfeifen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/685/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/685/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Anfang dieses Jahres erhielt die weiße Fair-Play-Karte im Fußball den Ritterschlag. Vormals im Freizeitfußball als Teil eines Bewertungssystems von Ethik im Sport verwendet, kam sie 2023 zum ersten Mal ganz oben im Profi-Fußball zum Einsatz: Beim Frauen-Pokal-Stadt-Derby zwischen Sporting-Lissabon und Benfica. Wenn die Kultur-Maschine Fußball diesen Quantensprung schafft, dann gelingt es der Kunst-Maschine vielleicht irgendwann einmal auch, Fairness zu bewerten. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Museen zum Beispiel sollten niemals unsportlich oder ungerecht sein, denn genauso wie im Sport sollte es in der Kunst immer auch um die objektive Einordnung von Leistungen gehen. Diese besteht in der Kunst allerdings darin, es überhaupt zu schaffen, mitzuspielen – also in den Kanon aufgenommen zu werden. Wer Profi-Sportler oder Profi-Sportlerin wird und ist, entscheiden Trainer, Talent-Scouts, die Verbände und die Werbepartner als potente Geldgeber oft mit der Stopp-Uhr, dem Maßband oder mithilfe anderer international geltender Spielregeln mit mathematischer Grundordnung. 

 Wer in den professionellen, den ersten Kunstmarkt aufgenommen wird, wer also von seiner Kunst gut leben kann, entscheiden persönliche Beziehungen zu Akademieprofessoren und -professorinnen, zu Kuratoren und Kuratorinnen von Museen, Galerien und Kunstvereinen oder -verbänden. Manchmal auch noch zu Kunstkritikern und Kunsthistorikerinnen. Und natürlich hilft die professionelle Vermittlung von Kunstprodukten an Sammler und Sammlerinnen, die sich weltweit als wirkmächtige Bubble auf Kunstmessen einen Überblick über nachwachsende Talente verschaffen, auf die sie setzen wollen. In dieser hermetischen Kunst-Welt sind die Spielregeln nur sehr schwer zu verstehen und noch viel weniger zu berechnen, also im Grunde nicht vergleichbar. 

 Welcher Kunst und welchen Kunstschaffenden es gelingen wird, den aktuellen Zeitenwendepunkt zu markieren, ist im Moment unklar ...]]></description><pubDate>Wed, 08 Nov 2023 11:15:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/das-spiel-mit-der-kunst-ganz-neu-anpfeifen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-685]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Sehen, was ist und was wir haben]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/sehen-was-ist-und-was-wir-haben</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/680/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/680/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Auf geht es in die matschigen Tage; vor den Fenstern färbt sich vieles braun. Die Amseln beschwipsen sich in den Beerensträuchern an gärenden Früchten; die Faulen meckern auch schon mal am Futterhaus, dass es noch nichts gibt. Gute Sohlen sind gefragt, denn überall werfen sich uns Pfützen und rutschige Haufen in den Weg – und neuerdings diese ausgesoffenen, gestürzten Rollerleichen, manchmal noch leise blinkend; so viel Energie für‘n bisschen faulen Spaß. Noch sah ich niemanden damit zur Arbeit sausen oder gar auf Sightseeing durch unsere Stadt; es geht wohl wieder nur darum, brav zu probieren, was sich jemand sinnbefreit erdacht. Und schon fühlt man sich als grantelnder Feind alles Neuen, im Herbst des Lebens verglitcht. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 So ist es aber nicht, und das beste Beispiel ist das Barmer Schwebodrom! Gehen Sie dort doch mal auf die Reise durch Zeit und Raum, durch eine faszinierende elektronische Illusion der Vergangenheit, in der auch erstaunlich (oder erschreckend?) viel Gegenwart steckt. Komplett wird das Erlebnis auf analogen, gutbesohlten Wegen durch unsere Wunderstadt, um ihre Löcher und Lücken – und eigene Wissenslücken – immer wieder neu zu entdecken. 

 In dieser Boomtown der automobilen Überwältigung genoss der ungehinderte Nichtwahrnehmungsverkehr jahrzehntelang die höchste Priorität, was einen großen Teil dazu beitrug, dass wir uns hier so wenig schätzen. Auf der Wupperbrücke stehen bleiben, um nach den Laichgruben der Meerforellen zu schauen? Bloß nicht; die kann es ja gar nicht geben. In die Kulturclubs gehen, die aufgrund bester Arbeit schon wieder die Spielstättenpreise des Bundes erhielten? Keine Chance, da kann man nicht parken. Anhand alter Postkarten die Standpunkte suchen und Spuren der Stadtentwicklung finden? Nur was für Bekloppte! Die 133 Kunstorte der Woga ablaufen, als gälte es, die legendäre „Trimmspirale“ der BEK auszufüllen? Oder die Orte des openSky ...]]></description><pubDate>Thu, 02 Nov 2023 07:17:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/sehen-was-ist-und-was-wir-haben</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-680]]></dc:identifier></item></channel></rss>