﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 10:13:38 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Zugehörigkeit ist lauter als Vernunft</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/zugehörigkeit-ist-lauter-als-vernunft</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/zugehörigkeit-ist-lauter-als-vernunft" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Zugehörigkeit ist lauter als Vernunft]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/zugehoerigkeit-ist-lauter-als-vernunft</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1034/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1034/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 „Es entsteht eine neue Offenheit für vermeintlich einfache Wahrheiten“, sagte Uwe Schneidewind in seiner inspirierenden Abschiedsvorlesung und untermalte darin, warum gerade eine wissenschaftsorientierte Politik in diesen Zeiten eine Herausforderung darstellt. In einer komplexer und unsicherer gewordenen Welt suchen Menschen nach Halt, Zugehörigkeit, nach jenen, die fühlen und denken wie sie selbst. Solche Gemeinschaften, oft als „Blasen“ bezeichnet, geben Sicherheit. Doch sie haben eine Kehrseite. 

   
Kati Trempler - Foto © Line Beckmann 

 In diesen Blasen zählt nicht mehr der zwanglose Zwang des besseren Arguments, sondern die Loyalität zur Gruppe. Die Funktion der Gruppe ist nicht die Erzeugung von Wahrheit und Erkenntnis, sondern die Herstellung von Verbindung. Wer dazugehören will, darf nicht zweifeln. Wer fragt, riskiert Ausschluss. In der Psychologie bezeichnet man diesen Mechanismus als „Ingroup-Phänomen“. Innerhalb der Gruppe gibt es die Tendenz, nur jene Informationen anzunehmen, die in deren Weltbild passen. Wir alle betreiben das, mehr oder weniger. 

 Auch ich lese lieber Texte, die mich interessieren und zu meinen bestehenden Überzeugungen passen, als solche, die unhandlich und schwer verständlich sind. So entstehen Echokammern, in denen wir uns sicher fühlen – und zugleich voneinander entfernen. Das bedeutete aber auch, dass wir mit Verstand und Argumenten nicht weiterkommen, wenn es doch um das Gefühl der Zugehörigkeit geht. 

 Im Buch „Heimat“ von Hannah Lühmann wird der perfide Mechanismus der Gruppenbildung dargestellt. Darin findet eine junge, schwangere Frau – von ihrem Mann verlassen, Mutter zweier Kinder – Halt in einer Gruppe rechtsextrem orientierter „Tradwives“. Diese Blase bietet ihr Zugehörigkeit und Sicherheit, so sehr, dass sie selbst die verstörendsten Aussagen ihrer vermeintlich neuen Freundinnen hinnimmt. Es ist ein beklemmendes und kaum aushaltbares Beispiel dafür, wie stark die Sehnsucht nach ...]]></description><pubDate>Wed, 05 Nov 2025 08:38:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/zugehoerigkeit-ist-lauter-als-vernunft</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1034]]></dc:identifier></item></channel></rss>