﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 10:08:31 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Mai 2018</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/mai-2018-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/mai-2018-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunstnacht: Zweite Runde für Kunststation]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunstnacht-zweite-runde-f252r-kunststation</link><description><![CDATA[ Vor zwei Jahren haben wir, die Kunststation im Bahnhof Vohwinkel, bei der Kunst- und Museumsnacht das erste Mal mitgemacht und waren ziemlich euphorisch und stolz über den Zuruf aus dem Kulturbüro dieser Stadt, den man als Prädikat verstehen kann. Denn auch, wenn es heute anders erscheint: Unsere Ausgangssituation, als Kooperationspartner ernstgenommen zu werden, war, objektiv betrachtet, aussichtslos: Erst nachdem wir im Vorfeld jahrelang unverhältnismäßig viel Qualität und Leistung angeboten und sehr viel Gesicht gezeigt hatten, waren jahrzehntealte Imageschäden beseitigt und der Westen endlich an das Kunst- und Kulturleben der Stadt angeschlossen. Zur Belohnung ergab sich nicht nur die Teilnahme an der Kulturtrasse 2017, die nachgewiesen hat, das Wuppertal lang, aber nicht weilig ist. Tatsächlich findet darüber hinaus auch noch der Viertelklang am 1. September bei uns in Vohwinkel statt. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wenn es am 29. Juni von 18 bis 24 Uhr mit der Kunst- und Museumsnacht für die Kunststation in die zweite Runde geht und sich, anstatt, wie in den Jahren zuvor, nicht mehr nur die Pforten zu einzelnen Kunsträumen, Galerien und Museen, sondern nun wohl auch die Tore zu Tempeln, Parks und Schlössern öffnen werden, sich insgesamt ganze 18 Orte beteiligen, hat sich das Format doch wunderbar entwickelt. Das Gefühl, zusammen mit den prägenden Protagonisten des Wuppertaler Kunst- und Kulturbetriebs, sozusagen auf Augenhöhe, in einem Programmheft zu erscheinen, gibt mir den Schwung für eine durchweg anspruchsvolle Aufgabe, der ich mich täglich stelle: Den Menschen in dieser Stadt die gesellschaftliche Kraft der Kunst zu vermitteln und dabei nicht nachzulassen. 

 Manchmal spiele ich dabei mit der typischen Charaktereigenschaft der Wuppertaler Kollegen, die sich immer wieder aufs Neue kryptisch zitieren, was erfahrungsgemäß zu sehr fruchtbaren, reflektierten und verfeinerten Antworten auf erlebte Phänomene führt. Jeder will es ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:13:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunstnacht-zweite-runde-f252r-kunststation</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-29]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst sollte sich einmischen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-sollte-sich-einmischen</link><description><![CDATA[ Von Thomas Hilbig 

 Menschen leben in einem Umfeld, dass von Menschen erschaffen ist. Ist das unsere Kultur? Viele sprechen von unterschiedlichen Kulturen in unterschiedlichen Gesellschaften. Sie unterscheiden sich durch abweichende Werte, Gesetze und Strukturen, verschiedenen Historien und ungleichem Zeitgeist. Das heißt, Kulturen sind im Laufe der Zeit entstandene gesellschaftliche, soziale Rahmenbedingungen, die wiederum das Selbstverständnis all jener, welche in diesem System leben prägen. 

   
Thomas Hilbig 

 Menschen, die etwas verändern wollen, sind kreativ. Wie wird das in unserer Kultur bewertet? Unsere Lebenswelt ist stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Veränderungen werden daher vorwiegend positiv angesehen, wenn sie kapitalen Profit erzeugen. Kreativität wird im wirtschaftlichen Zusammenhang sehr oft mit Innovation verbunden. Individuelle Kreativität führt aber nicht automatisch zu Innovation — der gesellschaftlichen Annahme von Ideen. Daher sollte der Begriff Kreativität in vielen Fällen durch den Begriff Produktivität ersetzt werden. So würden zum Beispiel Kreativtechniken zu Produktivitätstechniken. 

 Wie verändern sich Kulturen? Der radikale Wandel von gesellschaftlichen Systemen wird als Revolution bezeichnet. Zu oft ereigneten sich diese gewaltvoll, angetrieben von Teilen des betroffenen Systems, die bestimmte, aus ihrer Sicht negative Konditionen zerstören, aber in der Regel keine positiven Alternativen einrichten konnten. Nach solchen Angriffen entwickeln sich Kulturen aufgrund der entstandenen instabilen Rahmenbedingungen neu, aber in der Regel nicht im Sinne derer, die diese durch ihre Aktion ausgelöst haben. 

 Was kann man daraus lernen? Würde die Gesellschaft es schaffen, die eigenen Rahmenbedingungen im gemeinsamen Sinne zu verändern, hätte sie die Chance, ihre Kultur positiv zu entwickeln. Gemeinsam bedeutet in diesem Kontext nicht harmonisch. Die Anerkennung komplexer, interner Spannungsverhältnisse — Diversität ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:10:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-sollte-sich-einmischen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-28]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wie mir „die Alten“ die Hand reichten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wie-mir-die-alten-die-hand-reichten</link><description><![CDATA[ In der ersten abendfüllenden Lesung der aktuellen Literatur Biennale teilte John von Düffel mit seinem Publikum die Beobachtung, dass im Verhältnis der Generationen zueinander sich etwas verkehrt habe: Konnten früher die Älteren zu den Jüngeren etwa sagen „Diese Erfahrung wirst Du auch noch machen“, so machten die Heranwachsenden heute Erfahrungen, die bereits Mittvierziger niemals mehr machen würden. Die Jungen — bedingt durch die Digitalisierung unserer Welt — hätten den Älteren etwas voraus, und nicht mehr, wie früher, umgekehrt. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Meine ersten Schritte als zugezogener Kulturschaffender in die Kulturlandschaft Wuppertals tat ich an der Hand von Alten. Karl Otto Mühl, den ich bis dato nicht kannte, wurde mein Darsteller in einem Musik-Clip, den ich für die Oper Gelsenkirchen drehte. Kurz darauf stellte er mich seinem Freund Hermann Schulz vor. Beide trafen und treffen sich bis heute fast allmorgendlich zur Kaffeerunde, an der ich gelegentlich teilnahm. Sie nahmen mich mit zu Sitzungen des regionalen Schriftstellerverbandes. Wir trafen uns oft zu dritt, gaben uns Ratschläge zu allen möglichen Themen, hörten uns zu und genossen den gegenseitigen Austausch. So ist das, wenn es die Zeit zulässt, bis heute. Die 35 bis 50 Lebensjahre Abstand waren und sind uns nur selten bewusst. 

 Erst viele Jahre später, genau genommen vor einem Jahr, knüpfte mein Netzwerk neue Maschen mit Kulturschaffenden meines Alters und jünger, im neu sich formierenden Freien Netz Werk Kultur. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich auf Diskussionen, auf gemeinsames Planen und Arbeiten mit den Augen eines Alten zu blicken scheine. Das mag merkwürdig oder gar anmaßend klingen von einem Mittvierziger, doch ich merke, wie tief mich die Begegnung mit „meinen Alten“ geprägt hat, die so viel Wasser die Wupper haben runterfließen sehen, mir den Horizont geweitet, mich inspiriert, beruhigt und angeregt hat. Es wird mir bewusst, wie ich den Begriff ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:08:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wie-mir-die-alten-die-hand-reichten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-27]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Literatur als Motor]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-literatur-als-motor</link><description><![CDATA[ #SchönLügen lautet das Motto der hiesigen Literaturbiennale; die Thematik rund um das Ringen der Dichtung mit der Wahrheit ist so alt wie das Schreiben selbst. Die Diskussionen des medialen Wandels lassen es aufkochen und zeigen es nicht nur als Rückschau und Verschriftlichung von gestern und heute, sondern als Diskurs über das ungewisse Morgen. Zum vierten Mal lädt die Stadt Gäste der literarischen Welt in unser Tal und zieht damit eine gelingende Konsequenz aus den einst so knapp gehaltenen und oft fast vergessenen vorigen Aktionen des Literaturmarktes in der VHS (ab 1984), der Wuppertaler Literaturtage sowie der Aktivitäten des Literaturhauses und der verschiedenen Autorengruppen und Initiativen. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Literatur als Sparte der Kulturverwaltung hatte auf dem Tiefpunkt vor etwa 20 Jahren ein Jahresbudget von 10 000 Mark; es wurden also per annum weniger als drei Pfennig pro Kopf für die Förderung dessen ausgegeben, was kulturell klärt und bindet, aufreißt und versöhnt, anregt und zusammenhält. Für jenes, was später einmal zu lesen sein soll über unsere Stadt, für alles Schrifttum, das übrigens erst seit Anfang des 19. Jh., seit den Tagen des industriellen Booms, als „Literatur“ (und als „schön“) bezeichnet wird. Auch vorher schon blühte hier die Schriftstellerei, doch erst jetzt wurde sie zum relevanten Reflektor und Motor, zum Entwurf wie auch zum Archiv gesellschaftlicher Wandlungen. Mit der Verbreitung des Buches als Industrieprodukt wurden Autorinnen und Autoren aus dem Tal (und davon gab es natürlich besonders viele) weltweit gelesen, oftmals in Unkenntnis ihrer Herkunft. 

 „Ihr habt Eure Dichter, […] Eure Träume von freieren Horizonten zugrunde gerichtet“, klagt Paul Zech in „Die Reise um den Kummerberg“ (1924), nachdem er zuvor selbst schon entgegnet hatte: „Falsch: Die Wuppertaler Dichter von Rittershaus bis Jansen haben die Deutsche Literatur verspießbürgerlicht. Wer nicht mitmachte, flog. Und war ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:06:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-literatur-als-motor</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-26]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Warum ausgerechnet Wuppertal?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/warum-ausgerechnet-wuppertal</link><description><![CDATA[ Wir hatten vor ein paar Tagen Gäste aus Luzern bei uns in der Kunststation im Bahnhof Vohwinkel. Diese von Wuppertal restlos begeisterten Schüler der Schule für Gestaltung befanden sich mit ihren Professoren nicht, wie sonst üblich, nur einen Tag und eine ganze Nacht in unserer Stadt. Überraschenderweise erkundeten sie uns im Rahmen einer Exkursion zum Thema: Industrie, Fleiß und Arbeit eine ganze Woche lang. Und weil sie sich schon Freitagmittag auf den Rückweg machen mussten, kam es zu einem Phänomen, das ich sonst nur als gängiges Ritual auf dem ersten Kunstmarkt kenne. Wir hatten tatsächlich unsere erste eigene Preview. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Diese dient normalerweise dazu, eine wie auch immer topinteressierte Gruppe von Personen durch eine Kunstausstellung zu führen, bevor diese überhaupt eröffnet ist. Und da die Schweizer unbedingt unsere Ausstellung Haus der Geschichte von Eckehard Lowisch im Rahmen ihrer Recherche erleben und natürlich auch die Skulpturengruppe bei uns auf dem Bahnhofsvorplatz besichtigen wollten, haben mein Mann und ich es ihnen ermöglicht. 

 Alle waren sehr zufrieden mit ihrer Woche in Wuppertal und voller schöner Eindrücke. Sie schwärmten zum Beispiel von ihren aufregenden Schwebebahnfahrten, von ihren Besuchen im Von der Heydt-Museum, im Skulpturenpark Waldfrieden, im Museum für Frühindustrialisierung im Historischen Zentrum. Vor uns standen sehr beeindruckte Wuppertal Touristen, die allerdings, so erzählten sie uns auch, eines nicht nachvollziehen konnten. Jedes Mal, wenn es zu einer Kontaktaufnahme mit Einheimischen, mit uns Wuppertalern, gekommen war und in den Gesprächen ihr Schweizer Akzent zu der unverblümten Nachfrage führte, woher sie denn kämen — bekamen sie ohne Ausnahme eine unglaubliche Frage gestellt, die mich sehr nachdenklich stimmt: Wenn ihr in Luzern, oder sogar in Paris sein könntet, warum kommt ihr denn dann ausgerechnet zu uns nach Wuppertal? 

 Hier schwingt viel mit, das ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 18:01:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/warum-ausgerechnet-wuppertal</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-24]]></dc:identifier></item></channel></rss>