﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 12 Mar 2026 10:20:01 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Februar 2020</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/februar-2020-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/februar-2020-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wuppertal und die Welt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-und-die-welt</link><description><![CDATA[ Von Uta Atzpodien 

 Zum hiesigen Karneval, zum „Carnaval Brasileiro. Ein Fest für den Regenwald“ lud Musiker Charles Peterson am Wochenende ins Internationale Begegnungszentrum in Wuppertal ein, auf einem Foto kokett versteckt hinter bunter Federmaske. Capoeira, Sambaklänge, Performances lockten mich, den Kontakt zu meiner fernen zweiten Heimat Brasilien mitten in Wuppertal aufzufrischen. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Ich blieb dennoch zu Hause. Müdigkeit und Erschöpfung verordneten mir eine Auszeit. Immer wieder erstaunlich, wie beim Innehalten Lichter aufgehen, sich das Verstehen der Welt verdichtet, auch wenn es immer eine Suche bleibt. Tags darauf meldete mir die Tagesschau aus Rio de Janeiro, wie die Gruppe Mangueira politisch unverhüllter als je zuvor aufbegehrt, Jesus mit schwarzem Gesicht, dem Blut der Ureinwohner und dem Körper einer Frau auf die Straße trägt. Aus meiner alten Kindheitsstadt hörte ich, wie ein Büttenredner als „Obermessdiener am Hohen Dom“ bei „Mainz bleibt Mainz“ klare Worte gegen rechte Hetze findet, sich zu einer weltoffenen Stadt positioniert, gelikt und weitergetragen von Rezo, Böhmermann und vielen anderen. Es ist ermutigend, wenn Menschen Haltung zeigen und sich für Würde und Werte einsetzen. Dem begegne ich gerne in der Kunst, dann, wenn sie authentisch visionär wird, als wolle sie uns den Weg zeigen. 

 Am letzten Freitag hatte eine befreundete Filmemacherin zu einem heimeligen Wohnzimmerkonzert mit Maria Basel geladen, zu sinnlich verbindender Musik mit einzigartigen Stimmen. Zusammen mit Gast Golow sang sie „It is getting clearer“. Ja, genau dann, wenn wir die Welt besser verstehen. Als Golow dann noch seinen Song „Slowly“ vorstellte, der im März rauskommt, sprach er von einer Reise aus der Komfortzone zu sich selbst und wurde herausfordernd, fast zeitlos langsam. 

 Das lässt mich an einen Künstler denken, dessen Kreativität aus einem Innehalten entsteht, den Choreographen Mark Sieczkarek. In ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:10:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wuppertal-und-die-welt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-115]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wir sind ein Chor]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wir-sind-ein-chor</link><description><![CDATA[ Von Torsten Krug 

 Es war eine symbolische Szene vergangenen Samstagabend im Opernhaus: Kurz vor dem Festakt zur Eröffnung des Engels-Jahres waren Akteure und Künstler zu einem gemeinsamen Foto geladen. Ein nicht unbedeutender Teil der Wuppertaler Kunst- und Kulturszene drängte sich im Foyer zusammen wie eine Schafherde – und war trotzdem von keiner der zahlreichen Kameras einzufangen. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 So wie es nicht DIE freie Szene gibt oder DIE institutionalisierte Kultur, repräsentieren wir immer nur einen Ausschnitt, spricht auch diese Kolumnen-Reihe selbstverständlich nicht für DIE freie Szene, nicht einmal für das Freie Netz Werk Kultur, das sich die Vernetzung und Kollaboration eben jener Vielen in Sachen Kunst und Kultur zur Aufgabe gemacht hat. 

 Dennoch sprechen wir manchmal mit einer Stimme. Oder besser: Wir verschaffen uns Gehör als ein lauter werdender Chor. Dass der Etat für die freie Kultur in diesem Jahr um mehr als 80 000 Euro, im kommenden Jahr um 125 000 Euro erhöht sein wird, ist ein gemeinsamer Erfolg vieler Menschen und Initiativen, die sich für ihre Orte und deren institutionelle Förderung stark gemacht haben. 

 Eben diese Orte ermöglichen Künstlerinnen und Künstlern, ihre Arbeit zu verwirklichen, und stärken damit nachhaltig die Kunst- und Kulturszene der Stadt. Es ist ebenso der Erfolg des gemeinsamen Gesprächs von Kulturschaffenden, des Kulturbüros und vieler Politikerinnen und Politiker, denen die Stärkung der Wuppertaler Kultur am Herzen liegt. Dass auch dieses Geld nicht reichen und unser Arbeiten vermutlich weiter prekär bleiben wird, steht auf einem anderen Blatt. Der wichtige Punkt, welcher oft übersehen wird, ist: Der große Topf, und damit auch der Topf für alle Einzelnen, ist so deutlich gewachsen, weil der Bedarf da ist, und weil wir gemeinsam dafür gekämpft haben. 

 Im Rahmen einer öffentlichen Gesprächsrunde vergangene Woche in der ersten Etage des Ada bringt es Dr. Daniel Lorberg, ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:07:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wir-sind-ein-chor</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-114]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wie Wuppertal denkt und dabei über 100 Mal aktiv ist]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wie-wuppertal-denkt-und-dabei-252ber-100-mal-aktiv-ist</link><description><![CDATA[ Von Tine Lowisch 

 Eine Schlange von Wartenden, so lang wie damals bei Monet, hoffte geduldig auf die Chance, dabei zu sein. Nun sind alle Sitzplätze vergeben. Das Opernhaus ist ausverschenkt. Zunächst natürlich an über 90 Engels 2020 eigenprojektverantwortliche Ideengeber aus Forschung, Politik, Kultur und Gesellschaft, die sich mit langem Vorlauf und großem Engagement nun hoffentlich alle gemeinsam dafür einsetzen werden, Friedrich Engels jun. als weltbedeutenden Sohn der Stadt wieder zurück zu geben. Sie werden sich mit über 100 kuratierten Engelsaktivitäten auf den Weg machen, das Wesen seiner visionären Kraft in die heutige Zeit zu übersetzen. Aus den unterschiedlichsten Perspektiven wird sein facettenreiches Leben neu betrachtet. Es wird an Widersprüchen gearbeitet, seine Thesen werden in neue Kontexte gesetzt. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wer war die selbsternannte „zweite Geige“ neben Karl Marx, die mit ihm zusammen das Kommunistische Manifest verfasste, eines der nachhaltig wirkmächtigsten Taschenbücher weltweit? Der Junge Engels aus Barmen, der in Elberfeld zur Höheren Schule ging, hatte sich bereits als Kind mit scharfer Beobachtungsgabe eine unbefangene Haltung ohne Schubladendenken angeeignet und sein soziales Gewissen geschärft. In seiner direkten Nachbarschaft im heutigen Engelsgarten bewegte er sich klassenunbewusst, ganz unbefangen und selbstverständlich, wie bei Kindern üblich, über Bleicherwiesen, durch die Arbeitersiedlungen und auch unter den Arbeitern und Handwerkerfamilien. 

 Durch diese kindliche Prägung bereits weise, verließ er seine Geburtsstadt ohne Hochschulreife: Sein übermächtiger Vater, dem die philosophischen Flausen im Kopf des jungen Rebellen suspekt wurden, nahm ihn kurz vor dem Abitur vom Gymnasium. So wurde der verlorene Sohn in die Welt hinausgesetzt, damit er was Ordentliches lernt. Eine kaufmännische Ausbildung in einem Kontor in Bremen sollte ihn erwachsen machen. Der gänzlich ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:05:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wie-wuppertal-denkt-und-dabei-252ber-100-mal-aktiv-ist</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-113]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Ist das alt oder kann das weg?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ist-das-alt-oder-kann-das-weg</link><description><![CDATA[ Von Max Christian Graeff 

 Wir haben es geschafft! – Der richtige Anfang für die Kolumne, die gefühlsmäßig noch im grauen Januar entsteht, in diesem staubigen Abstellraum für alte Fotokalender, Kassenbelege und Flickwäsche, zwischen „noch“ und „schon“, zwischen Traum und Vergessen. Der ausbleibende Schnee schmälert das Tageslicht und im langen Lampenschein haben auch die freischaffenden Kulturunternehmer jede Menge zu tun: Belege sortieren, Notizhaufen lichten, Rettungsjobs suchen und neue (Un-)Möglichkeiten schaffen. Zwischen zahlreichen Treffen zu kommenden Unternehmungen müssen die Stapel mit der Kulturwäsche in den Schrank: gescheiterte Ideen und Entwürfe, Fehlgeplantes und Aufgeschobenes; allzu wenig bekommt den Stempel „Erledigt“ und wandert ins Archiv. Es erstaunt immer wieder, welche Mengen an Papier und Daten das Arbeiten für den Moment erzeugt und wie unsichtbar dies hinter allem Erleben von öffentlicher Kultur bleibt. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Wenn alle Aktiven der freien Kulturarbeit ihre Büros, Lager und verborgenen Kammern an einem Ort zusammentragen würden, kämen wir kaum mit der „Bastille“ aus, dem Höschenbunker am Döppersberg – obwohl ein solcher Kulturpalast doch ein angemessenes Entrée unserer innovationsgeschichtlich so reichen Stadt wäre. So faszinierend der Gedanke an ein Zeughaus künstlerischen Schaffens als ein Röntgenbild des sonst Verborgenen auch ist: Die Kosten würde die Verwaltung nicht tragen wollen, denn der auch monetär beträchtliche Gewinn, den die Kunst und Kultur faktisch im Stadtgefüge erzielt, versickert ja unsichtbar an anderen Orten und wird nur zum Teil als „Förderung“ wieder in die kreativen Berufssparten zurückgeleitet. 

 Die Frage, warum sich Wuppertal mit der Wertschätzung der nichtinstitutionalisierten Künste trotz neuer Verständigungen immer noch so schwertut, steckt im mentalen Kern unserer Region. „Alles ist Kirche und Handel“ lautet der Titel eines Buches von 1980, und mit ihm ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:03:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ist-das-alt-oder-kann-das-weg</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-112]]></dc:identifier></item></channel></rss>