﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 12 Mar 2026 11:09:46 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Dezember 2024</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/dezember-2024</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/dezember-2024" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Vom herausfordernden Handwerk des Hoffens]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/vom-herausfordernden-handwerk-des-hoffens</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/872/alleswirdgelingen.jpg" length="353714"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/872/images/alleswirdgelingen-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff / Tine Lowisch / Torsten Krug / Uta Atzpodien 

   
Aktionstag / Die Freiheit der Kunst - Foto Ralf Silberkuhl 

 Die Zeit rast dahin wie ein brennendes Kaninchen: Schon ist das Loch zwischen den Jahren geschlossen und weiter geht die turbulente Fahrt. Zu den wichtigsten Vorsätzen zählt jener, das Formulieren von Hoffnungen nicht weiter zu verlernen, vor allem vom Hoffen auf das, was man übergreifend als Menschlichkeit bezeichnen kann. Unnötig? Nicht, wenn die Zeit sich zuweilen gar rückwärts zu bewegen scheint. Auf Plakaten in der Schwebebahn setzt sich eine Initiative dafür ein, das „N-Wort“ endlich als unverwendbar zu akzeptieren. Ein alter Hut, den wir Boomer schon im Schulbus diskutierten: Wer zu laut gegen den Alltagsrassismus sprach, bekam auch mal eine Faust zwischen die Worte. Es lodert meine Scham, dass wir in einem ganzen Leben voll brillanter Entwicklungen in solch einfachen Schritten kaum weiterkamen und bis zum Hals überschuldet sind. 
Schlimmer noch: Längst ist der Reformstau wieder eine aktive, aggressive Komponente geworden, der es aktiv zu widerstehen gilt. Was können Kunst und Bildung darin ausrichten? 

 Max Christian Graeff 

 
 Natürlich immer weiter reformieren, reformieren, reformieren. Meiner Meinung nach am besten nach dem Motto: Antizyklisch handeln und dabei in Kreisläufen denken. Im Grunde versuchen wir vier (mit unseren Kolumnen-Gästen) ja genau das bereits verflixte sieben Jahre lang. Anhand von Beispielen, die wir auch und vor allem gerade in der Wuppertaler Kunst- und Kulturlandschaft finden. Manche Kunstereignisse liegen legendär weit zurück und haben von Wuppertal aus nicht nur die Landeshauptstadt erreicht. Manche verändern gerade jetzt den Kunst- und Kulturbetrieb bis nach Berlin. Ich bin daher zuversichtlich, dass durch die ständigen Impulse der Künstlerinnen und Künstler, die in Wuppertal leben und arbeiten, ein Nachwachstum von Kunstexperimenten auch in Zukunft gewährleistet ist. So ...]]></description><pubDate>Tue, 31 Dec 2024 18:43:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/vom-herausfordernden-handwerk-des-hoffens</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-872]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Für mehr Feste auf Augenhöhe]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/fuer-mehr-feste-auf-augenhoehe</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/864/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/864/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Uta Atzpodien 

 „Habe den Mut, immer Du selbst zu sein“: Mit diesen Worten schrieb sich der israelische Schriftsteller und Journalist David Grossmann in das goldene Buch der Stadt Düsseldorf. Hier wurde ihm der Heinrich-Heine-Preis verliehen, eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Literatur und Persönlichkeit. Mit Grossmanns Eintreten dafür, aus der geballten Faust Verständigung und unbedingt notwendige Dialoge entstehen zu lassen, ist er mir, wie vermutlich auch vielen anderen, zum Mut machenden Begleiter geworden. Mit Haltung, Empathie und Menschlichkeit sucht er die oder den anderen von innen heraus mit seinem Schreiben zu verstehen. Auch sein Anfang des Jahres veröffentlichter Band „Frieden ist die einzige Option“ hält uns einen Spiegel vor Augen, zeigt, wie krank, indifferent und gewalttätig unsere Welt ist. In einem Interview äußert er, wie glücklich er darüber sei, über die Literatur, zarte, feine und empfindliche Dinge in jene Welt tragen zu können. Auch in diesen Worten wird deutlich, was Kunst und Kultur vermögen können, wie und warum sie gerade heute so bitter notwendig sind und hoffentlich ein wenig von der Bitterkeit nehmen, die uns hier und weltweit umgibt. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Dem Leben mit Authentizität und Mut zu begegnen, dafür steht auch die internationale Schriftstellervereinigung PEN, die in Deutschland vor 100 Jahren gegründet wurde. Seit den Anfängen macht sie sich für die „Freiheit des Wortes“ stark und gibt verfolgten Autorinnen und Autoren Schutz. Intern gab es schon oft und auch jüngst einige Reibereien und Spaltungen. Vor zwei Jahren bildete sich der PEN Berlin. Solche Ereignisse machen auch mit Blick auf Politik und die gesamte Gesellschaft dafür wach, den – um mit Freud zu sprechen – „Narzissmus der kleinen Differenzen“ hinter sich zu lassen und sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist und unsere Demokratie weiterbringen kann. 

 Genau dafür braucht unsere Gesellschaft Kunst und Kultur. ...]]></description><pubDate>Wed, 18 Dec 2024 02:33:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/fuer-mehr-feste-auf-augenhoehe</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-864]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[In unserer Mitte]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/in-unserer-mitte</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/863/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/863/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Torsten Krug 

 Vom September 2015 bis ins Frühjahr 2016 hinein waren syrische Geflüchtete einmal im Monat einer Einladung der Wuppertaler Bühnen und der Initiative „In unserer Mitte“ gefolgt, um mit den Autoren Christiane Gibiec, Dieter Jandt, Dorothea Müller, Hermann Schulz und mir zu arbeiten. In dieser Schreibwerkstatt bekamen sie Gelegenheit, ihre Geschichten von Flucht, Vertreibung und vom Aufenthalt in Deutschland zu erzählen und aufzuzeichnen. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Entstanden ist ein Panorama erzählter Schicksale, bewegende Zeugnisse im Sinne einer „oral history“, die mir nun, angesichts der umstürzenden Ereignisse in Syrien, wieder in den Sinn kommen: Um mich sitzen fünf junge Männer zwischen zwanzig und Mitte dreißig sowie Helîm Yûsiv, syrisch-kurdischer Schriftsteller und seit 2000 als politischer Flüchtling in Deutschland, der für uns aus dem Arabischen und Kurdischen übersetzt. 

 Später am Abend kommt er noch einmal zu mir. Er wirkt jetzt aufgeregt. 

 Auf den Bildschirm seines Handys holt er mit schnellen Bewegungen ein Video: ein Kameraflug über eine vollkommen zerstörte Stadt, die staubhellen Überreste der Häuserfassaden ragen wie hohle Zähne in den Himmel. Ich kenne die Aufnahmen. 

 In den letzten Tagen hatte dieser Drohnenflug über eine ausgebombte und verlassene wirkende syrische Stadt im Netz kursiert und mich tief bewegt. 

 „I know this“, sage ich zu ihm. „Berlin, 1945“, antwortet er trocken und wischt weiter. Ach so ... Ich folge dem zitternden Kamerablick durch die Ruine eines Hauses, auch hier scheint alles hell vom Staub. „What is this?“, fragt er mich, seine Stimme wird lauter. Ich sehe nichts als Steine, Staub. „This is my house!“, sagt er. 

 Später erfahre ich: Er und seine Frau, eine Architektin, hatten es selbst entworfen, erst wenige Monate zuvor war es fertig geworden. „Here, you see?“, fragt er mich. Die Handykamera hält auf die Überreste eines hölzernen Instrumentencorpus`. „This is my ...]]></description><pubDate>Wed, 11 Dec 2024 00:42:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/in-unserer-mitte</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-863]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Paradoxer Kunsthandel mit Bananen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/paradoxer-kunsthandel-mit-bananen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/862/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/862/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Drei Dinge würde ich noch greifen, wenn ich überstürzt mein Zuhause verlassen müsste: Das Stammbuch der Familie, die fulminante Handzeichnung von Martin Kippenberger, mit der der Künstler dem Buchhändler Walther König aus Köln einst ein paar Gläser Wein bezahlte, und tatsächlich eine Rolle Gaffa-Band. Mit dem Stammbuch könnte ich nachweisen, dass wir als Künstlerhaushalt existierten. Mit dem Versilbern des Kippenbergers könnten wir verschwinden, und das Gaffa-Tape ließe sich vielfältig einsetzen, um für seltene Momente der Stabilität zu sorgen. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Wobei ich mich mit dem Gaffa-Tape in der Hand frage, warum eine an die Wand geklebte, essbare Banane einem Käufer auf einer Kunstauktion Millionen wert ist. Wahrscheinlich weil der Wert einer Ware nur noch durch Bedürfnisse und Nachfrage bestimmt wird. Das ist jetzt erwiesen, da eine echte Banane, eine, die entsteht und vergeht, den Geldwert einer abstrakten Vorstellung durch Weitergabe manifestierte. Ich kann mir Wert und Wertigkeit eines, laut Käufer, wichtigsten Kunstwerks der Welt, nur noch erklären bei folgender Erzählung. Wäre die an die Wand geklebte Banane von Maurizio Cattelan das tatsächlich letzte Essbare auf einem von falschem Wachstumsparadigma zerstörten Planeten, wäre sie mir vielleicht auch Millionen wert. Diese Überlegung ist natürlich müßig, denn schon sehr bald wachsen ja gar keine Bananen mehr. Und diese letzte, durch Zertifikat millionenschwere, essbare Banane von Cattelan wäre dann also die auswechselbare Stellvertreterin für ein Original, denn eine essbare Banane gleicht der anderen genetisch aufs Haar. Sie ist ein klassisch paradoxes Artefakt, das die Kunstwelt zum Beispiel an Andy Warhol erinnert und mich an die Auswirkungen von Monokulturen. Gedanklich zwischen Dollar-Bananen und Euro-Bananen wechselnd kommt mir da auch noch der Bananensprayer in den Sinn. Ein feines Beispiel für künstlerischen Aktivismus. 

 Der ...]]></description><pubDate>Wed, 04 Dec 2024 02:21:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/paradoxer-kunsthandel-mit-bananen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-862]]></dc:identifier></item></channel></rss>