﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 11:39:40 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Auch die Sprache steht im R&amp;uuml;ckreisestau</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/auch-die-sprache-steht-im-ruumlckreisestau</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/auch-die-sprache-steht-im-ruumlckreisestau" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Auch die Sprache steht im Rückreisestau]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-sprache-steht-im-r252ckreisestau</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/629/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/629/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Ein Kolumnenschreibtisch im Garten, die Hummeln wühlen im blühenden Majoran und auf dem Hügelbeet randalieren die Taglilien. Wer hat ein solches Idyll verdient, in dieser Welt, die drumherum doch ganz anders ist? Es ist der erste Sommer des offiziellen Anthropozäns, der vor etwa 250 Jahren begonnenen Wende zum neuen, durch menschliche Fähigkeit bestimmten Erdzeitalter. Den zur wissenschaftlichen Gültigkeit des Begriffs nötigen Messpunkt meint man, nun gefunden zu haben. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C Paravicini 

 Wie schnell es geht: Am Anfang dieser irren Beschleunigung lebten meine Ururgroßeltern in Blombach und am Büngershammer, in Den Haag, Insterburg und andernorts und droschen auf Stroh, Eisen und andere Menschen ein. Von ihren Gesprächen über das Wetter oder über Schuld und Recht, Heimat und Fremde würde ich heute kein Wort verstehen, dabei sind sie doch nur fünf Leben von meinem Gartenglück entfernt. Ihre alten Sprachen und selbst die bergischen Dialekte habe ich nicht mehr gelernt. Auch die Sprachwelten drehen sich: immer schneller und zugleich viel zu langsam. 

 Das Wahrnehmen verschiedener Richtungen der Sprache verstärkte sich ab der Sexta durch Lehrer, die ihre in Diktatur und Krieg verlebte Jugend und Überzeugung immer noch weitergaben und uns – vor 50 Jahren – zu menschenfeindlichen Aufsätzen zwangen. Zum Glück versuchten bald jüngere Lehrerinnen und Lehrer, Rassismus und Antisemitismus aus dem Gemüt und täglichen Sprachgebrauch zu spülen. Ein überfälliger Umbruch, den nur jene als Verlust empfanden, die Angst vor jeder Veränderung hatten. Für andere und mich war es die Entdeckung, das Leben durch bewusstes Formulieren, durch ein aktives Finden der Sprache als unsere Zeit gestalten zu können. 

 In der Folge kamen tausende Wörter aus allen Kultursparten dazu, auch kommerzialisierter Jugendslang und Modebegriffe. Doch die schon damals als überfällig geltenden Wandlungen hin zur sprachlichen ...]]></description><pubDate>Wed, 19 Jul 2023 07:08:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-sprache-steht-im-r252ckreisestau</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-629]]></dc:identifier></item></channel></rss>