﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 13 Mar 2026 15:00:33 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - September 2023</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2023-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2023-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die beste Zeit ist immer die, die kommt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-beste-zeit-ist-immer-die-die-kommt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/663/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/663/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Es geht in den Herbst! ruft die rasante Werbehandschrift auf einem Idyll in gedeckten Farben: Zwei Kinder hinter der Stubenscheibe schauen den Weißstörchen zu, die sich durch einen bewegten Himmel nach Süden schwingen. Das Plakat von etwa 1948, steingedruckt auf schlechtem Papier, fand sich mit anderen Kulturzeugnissen aus der lokalen Nachkriegszeit im Schutt einer verfallenen Barmer Druckerei. Es geht voran! schrien alle Parolen: Greift zu den Schippen und baut eine neue Zeit! Es gab Warnplakate über die Erblindungsgefahr des Schwarzmarktalkohols und sogar manch Heiteres, das die entsetzliche, flächendeckende Trümmerlandschaft nach der Weltkatastrophe der Nazidiktatur vergessen machen wollte – und damit auch die vielen Jahre, in denen diese, jeder Menschlichkeit zum Trotz, herbeigeführt wurde. Die relativ wenigen erhaltenen Druckprodukte aus jenen Alltagen lassen uns heute erstaunt durch die Zeit reisen und sollten viel mehr sein als kuriose Dekoration. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Es gibt eine außerordentliche Flut von Schrift- und Bildgut aller Art über das Konglomerat unserer einzigartigen Stadtlandschaft. Vieles zeigt teils kuriose Theaterkulissen des zeittypischen Marketings, doch auch die „ernste“ Literatur reiht sich seit spätestens der Mitte des 19. Jahrhunderts in sehr langen Regalmetern auf. Zugleich wurde nie genug aus allen Blickwinkeln über dieses industrielle, gesellschaftliche und kulturelle Labor geschrieben, sodass wir bis heute lediglich Bruchstücke zusammensetzen: Ein Puzzle aus endlos vielen Steinen, das im Falle Wuppertals nie nur Lokal-, sondern stets Weltgeschichte zeigt. Der Traum von einer Bibliotopia, einer alles Erschienene umfassenden Bibliothek, ist so uralt wie naturgemäß utopisch. Eine solche Tal-Sammlung mitsamt den Schrift-, Musik- und Bildwerken aller Hiesigen, mit Dokumenten und Nachlässen würde locker die Kaufhof-Etagen füllen, doch wer möchte das und wer will es ...]]></description><pubDate>Wed, 27 Sep 2023 08:00:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-beste-zeit-ist-immer-die-die-kommt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-663]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Selbst schuld – Gesellschaft verpflichtet]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/selbst-schuld-gesellschaft-verpflichtet</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/654/irispanknin.jpg" length="236132"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/654/images/irispanknin-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Iris Panknin 

 Von der Kleinfamilie bis zur Hofgemeinschaft, von der Kirchengemeinde bis zur Weltreligion, vom Dorfrat bis zu den Vereinten Nationen – jede Gemeinschaft hat selbst geschaffene Wertvorstellungen, Umgangsregeln und Rituale, zu deren Erhaltung sich ihre Mitglieder verpflichten. Das ist die Grundlage von Kultur, die uns jeden Tag begleitet: als Gesprächskultur, Unternehmenskultur, Subkultur – je nach Kulturkreis. 

   
Iris Panknin - Foto: Panknin 

 Interessant ist der Blick auf die verschiedenen Kulturen, wenn es um die Fürsorge geht. Wie funktioniert der Umgang mit denen, die ihren kulturellen Rollen nicht gewachsen sind? Unsere kapitalistisch geprägte Kultur ist da rigoros: Wer nicht mitkommt, ist raus: selbst schuld, Ende der Gemeinsamkeit. Soziales Miteinander ist aber kein Wettstreit, sondern ein gegenseitiges Fördern. Wir alle sind auf diese wechselseitige Hilfe angewiesen. Zum Beispiel durch ein funktionierendes Rettungssystem, wenn ich einen Herzinfarkt habe. Aber auch durch eine professionelle Begleitung, wenn ich den Anforderungen der Gemeinschaft nicht genüge: weil ich keinen Arbeitsplatz finde, drogenabhängig bin, die Sprache nicht beherrsche oder in einer autoritären Beziehung gefangen bin – oft wird mir aufgrund meiner sozialen Umstände die Chance genommen, Teil der Kulturgemeinschaft zu sein. 

 In unserer Stadt leben rund 50 000 Menschen in solchen Situationen. Ihnen gelten die vielen Angebote, die von zahlreichen Trägern gemacht werden, um sie dabei zu begleiten, kulturelle Teilhabe zu erfahren. Damit ist nicht bloß der Museumsbesuch gemeint, sondern ein Alltag im Kreis der kulturellen Gemeinschaft – mit Wertschätzung, Akzeptanz und einer sinnstiftenden Aufgabe. Dafür kommt die Gesamtgemeinschaft auf: Das Wuppertaler Jobcenter bestimmt und koordiniert die Maßnahmen individuell in enger Kooperation mit den Trägern, finanziert durch Steuergelder des Bundes. Eine gute Lösung, die sich an den allgemeinen und individuellen ...]]></description><pubDate>Tue, 19 Sep 2023 20:41:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/selbst-schuld-gesellschaft-verpflichtet</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-654]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Bewegt unterwegs]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/bewegt-unterwegs</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/652/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/652/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Der Spätsommer pulsiert. Ereignisreich und vielfältig schillernd starten neue Spielzeiten und Aktivitäten. Als miteinander verwobenes und in der ganzen Stadt vielerorts aufflackerndes Kunst- und Kulturorchester locken sie alle, teils sogar zeitgleich: Zum Auftakt der Opernintendanz Rebekah Rotas ins Alte Glashaus an der Nordbahntrasse oder zur Digeridoo-Soundperformance Marvin Dillmanns in die Kunststation Wuppertal im Bahnhof Vohwinkel, zum Symphonieorchester auf den Laurentiusplatz oder auf den Platz der Republik mitten im Viertel Ostersbaum mit Highlights wie dem Royal Street Orchester, oder auch zum multikulturell erfrischenden „Summer in the City“-Festival mit Performance der Mobilen Oase auf den Vorplatz der Färberei in Oberbarmen. In mir klingen die letzten zwei Kolumnen nach: Torsten Krugs „Durch ihre Augen“ und Tine Lowischs „Verändern heißt, nicht aufzugeben“. Sie sind darauf eingegangen, haben spürbar gemacht, wie wertvoll es ist, von derartigen Erfahrungen bewegt zu werden, andere Perspektiven einzunehmen und sich auf das einzulassen, was sich dann auch innerlich äußert. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Die Auswirkungen der letzten Jahre, sei es durch die Corona-Pandemie, den Krieg oder weitere Herausforderungen, haben bei vielen Menschen tiefe Spuren und Wunden hinterlassen. Ganz besonders sind Kinder betroffen, so sagte mir kürzlich eine Grundschullehrerin. Umso wertvoller und wichtiger sind jetzt menschlich und kulturell vielseitig verbindende Aktivitäten. Demzufolge, ganz klar, darf es keine weiteren Kürzungen geben, wie unlängst in der Haushaltsdebatte des Landes angekündigt. Wir brauchen diese extrem relevanten Felder, wie Kunst, Kultur und Bildung, da sie einen gesellschaftlich dringend notwendigen Aktionsraum, gewissermaßen auch eine Heilungs- oder, schlichter formuliert, Verdauungsrolle einnehmen. 

 Aus einem Fädenspinnen zwischen den Menschen können auch „Kunstwege“ entstehen. Nach den Entbehrungen ...]]></description><pubDate>Tue, 12 Sep 2023 22:40:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/bewegt-unterwegs</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-652]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Durch ihre Augen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/durch-ihre-augen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/647/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/647/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Kürzlich hatte ich einen Gedanken, der mich bis heute nicht loslässt: Ich saß in einer Aufführung von „Zugvögel“ von Rainer Behr auf der Insel; der belarussische Tänzer Stsiapan Hurski war zum Zentrum und Ausgangspunkt eines Stückes geworden, das sich mit Fragen nach dem Menschlichen, nach der Liebe in Zeiten diktatorischer Gewalt und Unterdrückung sowie des Aufstandes gegen sie auseinandersetzte. Die Bilder und Töne, Körper und Texte waren so intensiv, dass mir klar wurde: Hier hat ein junger Mensch etwas erleben müssen, das mir (bis heute) erspart geblieben ist, und das seinen Weg in die Kunst finden durfte. „Wir“, das Land, das ihn aufgenommen hat und in dem er nun seine Kunst zeigen kann, profitieren in gewisser Hinsicht von dieser Kraft und Authentizität. Vieles, was Künstlerinnen und Künstler beispielsweise aus der Ukraine mitbringen, wirkt – bei allem Leid und aller Schwere des Erlebten – wie eine Belebung und Bereicherung auf das Theater, die Literatur, den Tanz, die Musik. Als ich mich bei jenem Gedanken ertappte, dachte ich auch sogleich: Es ist gut so. Es macht mich wach. Ich teile etwas Wichtiges und allgemein Gültiges mit anderen Menschen, und das ist kostbar. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Das führt natürlich zu einer generellen und nicht einfachen Frage in Bezug auf das Kunstschaffen: Muss ich erlebt haben, über was ich schreibe? Muss ich Folter am eigenen Leib erfahren haben, um sie darstellen zu können? Habe ich es als Künstler, wie mein Freund Hermann Schulz einmal halb ironisch anmerkte, ohne eine schwere Kindheit schwer? (Er selbst hatte eine solche, voller Verletzungen und Verwerfungen, aber auch Aufbrüchen, und sein Werk zehrt bis heute davon). Nun ist es natürlich relativ, was so eine schwere Kindheit sei. Manchmal liegen seelische Verwerfungen nicht offen zu Tage, um von ihnen erzählen zu können. Manchmal werden Menschen zu Künstlerinnen, weil sie ein Leben lang verstehen wollen, wie sie wurden, der ...]]></description><pubDate>Wed, 06 Sep 2023 06:19:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/durch-ihre-augen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-647]]></dc:identifier></item></channel></rss>