﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:54:59 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Der Reichtum des Schaffens</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/der-reichtum-des-schaffens-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/der-reichtum-des-schaffens-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Reichtum des Schaffens]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-reichtum-des-schaffens</link><description><![CDATA[ Vor kurzem sprach ich mit meinem Freund Sebastian, der ein verdammt guter Schauspieler ist, übers Leben und über unseren Beruf. Dabei fiel uns auf, dass wir in den vergangenen Jahren eine verwandte Haltung entwickelt haben: Wir begeistern uns für das, was wir tun, und wählen unsere Aufgaben sehr bewusst. Wir könnten sogar so weit gehen zu sagen: Fast alles, was wir tun, würden wir auch unentgeltlich leisten, wenn wir genug Geld zum Leben hätten. Glücklicherweise werden wir dafür bezahlt — und finden natürlich auch darin Bestätigung. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Eine Auswirkung dieser Haltung ist, dass wir die „Kunst des stilvollen Verarmens“ (so ein schöner Buchtitel) beherrschen, wenn es denn sein muss. Wer Möglichkeiten ablehnt, hat weniger Einnahmen. Zum anderen aber erfahren wir durch dieses unentfremdete Arbeiten ein hohes Maß an Sinn — und damit Freude, Erfüllung und Freiheit. 
Es ist mir bewusst, dass diese Haltung nicht für alle taugt, auch nicht allen möglich ist, doch möchte ich gerne darüber nachdenken, wie es wäre, wenn sie vielleicht mehr Menschen wagten. Es tut gut und gesellschaftlich Not, sich von den gemeinen Definitionen von Erfolg, Karriere, Reichtum oder Status zu lösen. Es bietet — bei aller Bescheidenheit — ein Modell für eine friedlichere und engagiertere Gesellschaft. 

 Kürzlich wurde meinem Freund Shakespeares „Richard III.“ angeboten — eine Paraderolle für einen gestandenen Schauspieler —, an einem gut zahlenden Haus, an dem er schon als Gast gearbeitet hat. Doch Sebastian ist das halbe Jahr unterwegs mit einem Solostück: Figurentheater, bei dem er alleine mit Puppen, die er mit Leben füllt, Theater macht und durch ganz Deutschland reist. Damit er das — neben vielen anderen Aufgaben — tun kann, wurde ihm von dem kleinen Theater, für das er diese Produktion macht, der Führerschein finanziert. Sebastian kommt aus dem Osten und fährt sonst nur Fahrrad. Davon, dass er Richard III. ablehnen musste, erzählt er mir ohne ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 17:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-reichtum-des-schaffens</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-21]]></dc:identifier></item></channel></rss>