﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 02:08:41 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Spielen am Abgrund - Ist das System noch relevant?</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/spielen-am-abgrund-ist-das-system-noch-relevant-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/spielen-am-abgrund-ist-das-system-noch-relevant-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Spielen am Abgrund: Ist das System noch relevant?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/spielen-am-abgrund-ist-das-system-noch-relevant</link><description><![CDATA[ Von Torsten Krug 

 An Pfingsten, dem Fest, an dem Geist über uns kommen soll, haben rund 50 Berufsmusikerinnen und -musiker nahe der Tagebaukante Garzweiler Beethovens 6. Symphonie aufgeführt, um gegen den Klimawandel ein Zeichen zu setzen. Beethoven liebte die Natur, in seiner „Pastorale“ hat er dieser Liebe Ausdruck gegeben. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Gibt es ein besseres Bild für unsere derzeitige Lage? Wir spielen am Abgrund – Pandemie-bedingt vereinzelt, gleichwohl verbunden, mit wenig Präsenz-Publikum, dafür mit noch mehr Ringen um Symbolkraft. Der Abgrund ist der ungehindert fortschreitende, menschengemachte Klimawandel und der weiter verantwortungslose Umgang mit unseren Lebensgrundlagen, mit Mensch und Tier. Doch der Abgrund ist auch: die existenzielle Bedrohung der Künste selbst. Wann werden wir uns alle unter für selbstverständlich gehaltenen Umständen wiedersehen? 

 Im Streaming-Portal des Berliner Ensembles ist aktuell Heiner Müllers legendäre Inszenierung von Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ zu sehen, die seit über 20 Jahren um die Welt tourt. Über zwei Stunden hechelt und spuckt Martin Wuttke mit überbordender Präsenz über die Bühne, nimmt als Ui Unterricht beim „Schauspieler“, verkörpert vom damals 91-jährigen Bernhard Minetti, und entwickelt sich zum Sprache kotzenden Demagogen, bei dessen Duktus – und spricht er auch nur vom Gemüsehandel – uns das Lachen im Hals stecken bleibt. Die Aufzeichnung von 1996 auf dem heimischen Laptop zu sehen, mutet an wie der Blick in eine ferne Welt, von der wir aktuell abgeschnitten sind. Wie sehr muss es ein Ereignis gewesen sein, dieser Aufführung beizuwohnen, gemeinsam im altehrwürdigen Theater am Schiffbauerdamm gesessen, gelacht und möglicherweise gezittert zu haben! 

 Die Kunst kann sich gerade vor Themen nicht retten. Und doch sind wir zum Stillstehen, zum Schweigen, zu Berufsverboten verdammt. Mit Diktatur hat das selbstverständlich gar nichts zu tun. Im ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 23:37:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/spielen-am-abgrund-ist-das-system-noch-relevant</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-128]]></dc:identifier></item></channel></rss>