﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:53:16 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Mai 2024</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/mai-2024</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/mai-2024" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Was erwarten Sie von der Kunst?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/was-erwarten-sie-von-der-kunst</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/776/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/776/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 „Hochstapler!“ zischte er mir nach, als sich unsere Wege in der Stadt kreuzten. Er ist ein Teilnehmer aus einem Kurs-Angebot, das Interessierte jeglicher Erfahrung zum Wahrnehmen ihrer schreibenden Fähigkeiten animieren soll. Viele kommen seit Jahren gerne in die Schreibwerkstatt, tauschen Texte und Fragen aus und versuchen ihre Lust aufs Erzählen mit Aspekten der Gegenwart anzureichern. Immer wieder kommen jedoch auch Menschen, die ohne Arbeit an sich selbst in einen vagen Traum von Geltung, Ruhm und Reichtum vorstoßen wollen, als sei der Wunsch schon eine Leistung. 

   
Max Christian Graeff - Foto C. Paravicini 

 Solche Vorstellungen können im Rahmen der Erwachsenenbildung nur enttäuscht werden, zumal es – meiner Überzeugung nach – beim Schreiben wie bei allen Künsten auf Fleiß, Selbstkritik, Handwerk und natürlich auch auf Neigung und Talent ankommt. Und aufs Bewusstsein, dass man anderen Menschen Lesenszeit raubt. So ist es für manche Teilnehmende unbefriedigend, dass ich für ihren kleinen Kursbeitrag weder eherne Regularien für ein individuelles, stets extrem diverses Schaffen liefere noch eine „Gelinggarantie“ biete – wie bei der weltberühmten Wuppertaler Kochmaschine für Nichtkochende. 

 Aus der Sicht des Kursteilnehmers stimmt es: Sobald ich mich als Autor bezeichne, bin ich ein Hochstapler. Die bisherigen Bücher in großen Verlagen sind vergriffen und vergessen; nur eines ist in Übersee noch lieferbar. Sie haben kaum die Tinte eingebracht, die ich beim Schreiben trank. Erfüllung des Selbstbildes auf Kosten anderer Menschen oder der papiergebenden Natur suchte ich nie; die Miete kommt durch Dienste aller Art herein. Dabei schreibe ich täglich Verwendungstexte: Artikel, Projektinformationen, Buchbeiträge, all das, was sein muss und funktionieren soll. Daneben lektoriere und korrigiere ich Texte anderer, sofern sie ihre Absicht sonst nicht erreichen. Abertausende Menschen in vielen Berufen arbeiten auf diese Weise als ...]]></description><pubDate>Tue, 28 May 2024 23:44:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/was-erwarten-sie-von-der-kunst</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-776]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kulturelle Demokratie - Musik als Mittel zum sozialen Wandel]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kulturelle-demokratie-musik-als-mittel-zum-sozialen-wandel</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/775/charlottedaun.jpg" length="182233"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/775/images/charlottedaun-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Charlotte Daun 

 „It’s about coming and having a lovely time”, schrieb Stella Duffy, eine britische Theatermacherin, über eines ihrer Community Arts-Projekte. Dasselbe gilt für „Community Soundscape”, mein Musik-Projekt, das noch bis Mitte Juni in der Citykirche Elberfeld stattfindet. Die Idee dahinter ist jedoch viel größer: Es geht um kulturelle Demokratie. Das bedeutet, Teilhabe an künstlerisch-kreativen Prozessen zu ermöglichen, und zwar unabhängig von Vorwissen, Herkunft und Kontostand. Ich bin überzeugt, dass Projekte aus dem Community Arts-Bereich das Potenzial haben, einen positiven gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen. 

   
Charlotte Daun – Foto: Jürgen Steiner 

 Auf den ersten Blick wirken die Mittel dafür vielleicht etwas reduziert: Bodypercussion und die eigene Stimme, Glockenspiele und Klanghölzer, ein paar Gitarren und Trommeln. Und das, was die Teilnehmenden mitbringen: hier eine Trompete, dort eine Geige. Wie soll das schon die Welt verbessern? Doch wer in die einzelnen Sessions hereinzoomt, sieht, dass es um Respekt und Wertschätzung geht, um Sichtbarkeit und Selbstwirksamkeit, um Zuhören und Selbersprechen – alles hohe demokratische Ideale. Und um Musik geht es natürlich auch. Musik als Ausdrucksform und Musik als Mittel, um miteinander in Kontakt zu kommen. Hier und da leite ich mal ein Lied an, doch die meiste Musik entsteht im gemeinschaftlichen Prozess. Das ist zugegebenermaßen zwischendurch ziemlich chaotisch – aber am Ende verlassen alle mit einem großen Lächeln den Raum. Die Runde der Teilnehmenden besteht sowohl aus Menschen mit musikalischer Ausbildung als auch aus solchen, die sich noch nie vorher an ein Instrument gewagt haben. Und beides ist wertvoll. Menschen ohne Musik-Erfahrung kommen vielleicht gerade, weil sie noch keine musikalische Ausbildung haben, auf Ideen, auf die andere nicht kommen würden. Es geht ausnahmsweise mal nicht um Leistung und Bewertung. 

 Aber ist das Kunst? Es kommt darauf an. Nehmen wir ...]]></description><pubDate>Tue, 21 May 2024 21:41:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kulturelle-demokratie-musik-als-mittel-zum-sozialen-wandel</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-775]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Was bleibt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/was-bleibt-1</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/766/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/766/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Ich fliege …“, die letzten Worte des Debütromans von Helgard Haug „All right. Good night.“ klingen in mir nach: Sie ist Mitbegründerin des Theaterkollektivs Rimini-Protokoll, das sich seit vielen Jahren mit performativem Aushandeln und Expert*innen des Alltags in gesellschaftliche Prozesse einmischt. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Die Erinnerungen an den an Demenz erkrankten Vater prägen das ausgezeichnete Bühnenwerk, die Hörspielfassung und ihr Buch. Das Foto bleibt, zeigt sie als Kind, das von dem damals jungen Vater mit festem Griff in die Höhe gehalten wird. Wir durften sie als Gast der Reihe „Literatur auf der Insel“ begrüßen, als Teil der Wuppertaler Literatur Biennale. 

 Deren Banner sind nun eingerollt. Die Literat*innen von auswärts haben die Stadt wieder verlassen: Eine faszinierende und anregende Stimmenvielfalt hat zehn Tage lang in ganz unterschiedliche Kulturorte unserer Stadt gelockt, mit Prosa und Lyrik wachgekitzelt und aufgerüttelt, berührt und nachdenklich gestimmt. Nun ist die diesjährige Ausgabe „Vom Verschwinden“ vorbei: selbst verschwunden? Was bleibt? Der Strom der alltäglichen immer neuen Ereignisse, Eindrücke und Herausforderungen lässt vermuten, wir säßen, immer schneller kreisend, auf einem Karussell. Vielleicht hatte selbst die Biennale in ihrer Dichte etwas davon. Zugleich brachte sie authentisch suchend und mit voller Wucht die utopische Kraft von Lücken und Zwischenräumen an die Oberfläche. 

 Was bleibt, sind intensive, durch Kunst und Kultur entstehende Momente und Einsichten, die uns in die Utopie eines besseren Lebens geleiten können. Bewegend zeigte die mexikanische Schriftstellerin Verónica Gerber Bicecci mit ihrem Roman „Leere Menge“ im Café Swane, in welchem engen Zusammenspiel Schmerzerfahrungen der Vergangenheit als Traumata in die Gegenwart und auch Zukunft weiterwirken. Zu Textfragmenten zeichnete sie Venn-Diagramme, die in der argentinischen Militärdiktatur, vor der ihre ...]]></description><pubDate>Tue, 14 May 2024 22:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/was-bleibt-1</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-766]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Gedanken am Rande der Biennale]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/gedanken-am-rande-der-biennale</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/764/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/764/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Wuppertal steht dieser Tage ganz im Zeichen der Literatur. In mittlerweile sieben Ausgaben hat sich die Wuppertaler Literatur Biennale zu einem veritablen Festival für zeitgenössische Literatur gemausert – mit Strahlkraft nach außen wie innen: Internationale Autorinnen und Autoren, renommierte wie aufstrebende, bereichern neun Tage lang unser Tal mit ihren Besuchen, Gedanken und Geschichten, diesmal unter dem Motto „Vom Verschwinden“. Regionale Autorinnen, Autoren und Initiativen sind an einem eigenen Tag sowie über den Festivalzeitraum verteilt in verschiedenen Formaten zu erleben. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Dass so ein Festival auch anders aussehen kann, kann man am Beispiel der „lit.Cologne“ beschreiben: Diese war – im Gegensatz zur Literatur Biennale – von Anfang an privatwirtschaftlich konzipiert und finanziert sich durch Eintrittskarten und vor allem durch Sponsoren. Erst 2020, angesichts der existenziellen Bedrohung durch die Pandemie, erhielt sie eine Förderung durch die Stadt Köln in Höhe von einer halben Million Euro. Mit über 100 000 Besucherinnen und Besuchern sowie über 200 Veranstaltungen gilt sie heute als Europas größtes Literaturfestival. 

 Vor drei Jahren wurde die Übernahme von 66 Prozent der Anteile an der lit.Cologne durch den Konzertveranstalter Deutsche Entertainment AG Classics aus Berlin bekannt. Es wurde als strategische Partnerschaft beschrieben; personell und konzeptionell sollte sich nichts ändern, was durchaus stimmen mag: Bis heute präsentiert das Festival ausschließlich alles, was – weit über die Literatur hinaus – Rang und Namen hat. Die regionale Kulturszene – Autorinnen, Schauspielerinnen, Moderatoren oder alternative Orte – kommt in ihm nicht vor. Im Gegenteil scheint das Mega-Event, das mit Ablegern wie „phil.Cologne“, „lit.Cologne Spezial“ und „lit.Ruhr“ weiter expandiert, einen Großteil an Aufmerksamkeit abzuschöpfen und der freien Szene eher im Wege zu stehen. So zumindest der ...]]></description><pubDate>Tue, 07 May 2024 21:26:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/gedanken-am-rande-der-biennale</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-764]]></dc:identifier></item></channel></rss>