﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 02 May 2026 06:49:35 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Raus aus der Erstarrung</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/raus-aus-der-erstarrung</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/raus-aus-der-erstarrung" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Raus aus der Erstarrung]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/raus-aus-der-erstarrung</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1024/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1024/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Vergangene Woche war ich seit gut 30 Jahren das erste Mal wieder auf der Frankfurter Buchmesse. Mein lange zurückliegender Besuch hatte mich damals enttäuscht, wenn nicht verstört zurückgelassen. Als Student im altehrwürdigen Tübingen hatte mich wohl die Erkenntnis überrannt, dass Literatur – zumindest im Rahmen solcher Ereignisse – auch ein „Business“ sein kann und will. Fremdelnd und einsam hatte ich mich auf den Heimweg gemacht, in die kopfsteingepflasterten Gassen von Hölderlin & Co. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Ganz anders mein Eindruck diesmal: An einem der sogenannten Fachbesuchertage schlenderte ich entspannt durch die angenehm gefüllten Reihen und freute mich an der Fülle von Ideen und Perspektiven gerade kleiner, unabhängiger Verlage. Rainald Goetz stand plötzlich neben mir, fotografierte eifrig und meinte, er gehe jetzt zum Stand der „Zeit“ und verfolge dort ein Gespräch nach dem anderen – das sei doch toll! Hanns-Josef Ortheil trank einen Kaffee und schwärmte später von Wuppertal. Richard David Precht lehnte im Sessel und schwurbelte ein wenig, leider vollkommen unkritisch in Watte gepackt von einer Kollegin des Hessischen Rundfunks. Das Tolle: Alle wirkten irgendwie greifbar, Gespräche schwirrten im Raum – die größte Literatur-Messe der Welt strahlte etwas Heimeliges aus und verband scheinbar mühelos bunt verkleidete Romantasy-Fans mit den Debatten der Feuilletons. 

 In ihrem Roman „Und Federn überall« erzählt die deutsch-iranische Bachmannpreisträgerin Nava Ebrahimi von einem einzigen Tag in einem fiktiven Ort der Provinz. Zentrum der Erzählung ist ein Geflügelbetrieb. Nicht das Tierrechts-Thema habe sie interessiert, äußert sie im Gespräch, sondern das Phänomen der Verdrängung: Wir alle wüssten doch um die brutalen Vorgänge in der Tierindustrie, doch könnten sie mühelos ausblenden. Als jemand, der seit dreizehn Jahren pflanzlich lebt, entlockte mir diese Einsicht nur das Heben einer Augenbraue. ...]]></description><pubDate>Tue, 21 Oct 2025 21:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/raus-aus-der-erstarrung</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1024]]></dc:identifier></item></channel></rss>