﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 00:54:59 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Wir Unvollendeten</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/wir-unvollendeten-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/wir-unvollendeten-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wir Unvollendeten]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wir-unvollendeten</link><description><![CDATA[ Kürzlich erzählte ich meiner Gesanglehrerin Elena Fink, dass ein Smartphone von Huawei – jenes chinesischen Konzerns, dem auch Industriespionage nachgesagt wird – Schuberts siebente Sinfonie, die sogenannte „Unvollendete“ fertig komponiert habe. Dazu war die Künstliche Intelligenz eines „Mate 20 Pro“ mit den beiden existierenden Sinfonie-Sätzen gefüttert worden. Die Meinungen nach der Uraufführung in London gingen auseinander. Meine Gesanglehrerin, erfahrene Künstlerin auf Opernbühnen im In- und Ausland, kann dazu nur müde lächeln. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Computer der neuesten Generation, sogenannte Neuronale Netzwerke, sind in der Lage, selbständig zu lernen und Kunstähnliches zu produzieren. „Deep Bach“ heißt ein solches Neuronales Netzwerk, das allein durch Zuhören eigene Regeln formuliert und einen Choral im Stile von Johann Sebastian Bach setzen kann. Apps wie „Jukedeck“, „Amper Music“ oder „Humtap“ können in Sekundenschnelle Songs kreieren anhand einer Melodie, die wir ihnen vorsummen. 

 Woher stammt unsere Begeisterung für Künstliche Intelligenz? Ist sie Ausdruck eines urmenschlichen Defekts, alles kontrollieren und perfektionieren zu wollen? Spiegelt sie die Sehnsucht nach Überwindung der eigenen Sterblichkeit? „Man muss nicht vollkommen sein“, sagt mein am 16. Februar still und heimlich 96 gewordener Freund Karl Otto Mühl, – „nur vollständig“. Damit meint er das Anschauen und Integrieren der eigenen dunklen Flecken, der schlecht beleuchteten oder gar hässlich unvollkommenen Stellen im Selbstbild. Mühl schöpft aus jahrelanger therapeutischer Aufarbeitung der eigenen Traumata seiner Generation. 

 Wenn ich mich frage, welche der Tätigkeiten, denen ich seit Jahren nachgehe, ein Computer leisten oder gar ersetzen könnte, kann ich mit gewissem Stolz sagen: keine einzige. Als Künstler, glaube ich, können wir der KI ziemlich gelassen entgegensehen. Bestenfalls liefert uns die Angst vor ihr Stoff für Romane, Theaterstücke oder ...]]></description><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 20:27:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wir-unvollendeten</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-66]]></dc:identifier></item></channel></rss>