﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 07 May 2026 12:04:02 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - September 2021</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2021-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/september-2021-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Komposition des Gesamtkunstwerks Gesellschaft muss stimmen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-komposition-des-gesamtkunstwerks-gesellschaft-muss-stimmen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/354/tine-lowisch.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/354/images/tine-lowisch-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Eine Meldung im Umfeld der Ereignisse am letzten Wahlsonntag hat mich dann doch schwer beeindruckt. Da haben die Menschen in Berlin Mitte während der Bundestagswahl 2021 wohl bis zu zwei Stunden lang vor dem Wahllokal gewartet, um ihre Stimme abzugeben. Über zwei Stunden lang wählen gehen, mit allem drum und dran, das hört sich für mich überraschend an, da bin ich ehrlich gesagt sogar ein bisschen neidisch. Wie gerne hätte ich mich auch in eine lange Reihe von Wahlwilligen gestellt und das besondere Glück, meine Stimme abgeben zu dürfen, mit dem Wissen, dass diese zählt, mit anderen geteilt und nur zum Zeitvertreib dabei versucht die Stimmungslage in jedem einzelnen wartenden Gesicht zu erkennen oder in meinem Gesicht von anderen ablesen zu lassen. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Mein Wahlurnengang gemeinsam mit meinem Mann und unserem erwachsenen Kind war im Vergleich dazu weniger spektakulär, er war irgendwie leiser. Hin und zurück, dauerte unser Spaziergang durch die sonntäglich stille Wuppertal Vohwinkeler Mitte gerade mal 15 Minuten. Die längste Zeit innerhalb dieser überaus wichtigen Viertelstunde verbrachten wir damit, in der Wahlkabine, jeder für sich dabei anders gestresst, zu versuchen unsere Zettel wieder halbwegs ordentlich zurück zu falten. Dies war uns kaum möglich und alle drei haben wir dabei die Briefumschläge ernsthaft vermisst. Dass unsere ungelenken Faltversuche in der Abgeschiedenheit eines Gemeindesaals in der Peripherie unter den freundlichen Augen der engagierten Wahlhelfer nicht öffentlich wurden, hat uns, bei aller Aufregung im Zuge einer Bundestagswahl die eine Zeitenwende manifestieren soll, tatsächlich sehr beruhigt. 

 Genauso wie das befreiende Lachen nach dem Stress und ja auch der Kuchen, den es dann zur Feier des Tages zu Hause im Anschluss gab. Zusammen mit endlich einmal wieder interessantem Live-TV generiert aus knappen Prognosen, ersten Hochrechnungen und einer sich ...]]></description><pubDate>Wed, 29 Sep 2021 08:13:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-komposition-des-gesamtkunstwerks-gesellschaft-muss-stimmen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-354]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wer die Kunst hat, hat die Wahl]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wer-die-kunst-hat-hat-die-wahl</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/353/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/353/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 In der Morgendämmerung, während das Denken sich noch im weißen Rauschen dehnt und streckt, blitzen zuweilen Erinnerungen aus dem Zufallsgenerator auf. Doch alles hat einen Zusammenhang. Heute früh war es mir, als hörte ich Mutter in der Küche im Walzertakt pfeifen, während sie Schulstullen schmierte: Que sera, sera, whatever will be, will be, the future's not ours to see, que sera sera … Damals dämmerte mir, dass hinter aller popfidelen Pfeiferei verlorene Träume, Ratlosigkeit und Einsichten in den Verzicht vibrieren, als Drogen für den Leistungsschub. Doch nach der Schule wurden beim Mittagessen ganz unresigniert die Fragen der Zeit abgearbeitet: Warum Nazis auf dem Schulhof Aufkleber verteilen durften und man als Sozi auf dem Heimweg verprügelt wurde. Warum Gymnasien nicht gegen Dummheit schützen, Schrottautos Kunst sein können, Attentate zwar Mittel, doch nie Lösung, und ob es jemals eine Umweltschutzpartei geben würde – und was die dann könne außer, gegen Zerstörung zu sein. Butter in Raumecken nannte Mutter Verschwendung; wir hatten kein Geld fürs Klavier und Theater, aber eine reiche Kultur des Sprechens, Pfeifens und der Übungen zur Wahl. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Heute ist alles komplizierter, ausdifferenzierter und zum Rand der Existenz hin entwickelt. Im Wahl-O-Mat ist die Kultur in jedweder Form vorsichtshalber nicht erwähnt. Auch von den Kämpfenden in den Arenen gibt es zu ihr wenig mehr als Lippenbekenntnisse, dass sie wichtig sei, auch als Zeichen der Erleichterung nach Covid-19. – Natürlich greifen die verschiedenen Finanzmittel und Maßnahmen gut und das hiesige "SOMMA'21"-Festival ist ein Segen für alle Beteiligten und deren Vermieter – und natürlich für das Publikum, das ein extrem buntes und erfrischend spontanes Programm genießen durfte und darf. Eigentlich noch bis Ende Oktober, doch ab dem Wahlsonntag steht– back to life, back to reality? – kein Termin mehr im Programm. Bleiben wir ...]]></description><pubDate>Thu, 23 Sep 2021 08:09:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wer-die-kunst-hat-hat-die-wahl</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-353]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Einzigartig, irrational, verantwortlich.]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/einzigartig-irrational-verantwortlich</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/349/danielhoernemann.jpg" length="189553"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/349/images/danielhoernemann-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Daniel Hoernemann 

 Die vergangenen Monate haben mir gezeigt, dass wir uns tiefergehend mit dem "sowohl-als-auch", dem "und-und" sowie mit dem dazwischen entstehenden Spannungsfeld befassen müssen. Es scheint nämlich rational nicht erklärbar, dass ich mit Menschen zunächst in einen Raum mit Abstand und Masken einem Vortrag lausche, um im Anschluss mit denselben Menschen an einem Tisch zu sitzen und (natürlich ohne Masken) zu essen. 

  Daniel Hoernemann - Foto: Harald Neumann 

 Diese Irrationalität ist Alltag. Und genau das ist der Muskel, der trainiert werden muss, z. B. für eine Vertiefung unseres Demokratieverständnisses: das bewusste Wahrnehmen und das Aushalten von Unvereinbarem. Es ist beides da und es hat beides seine Berechtigung und es wird klar, dass ich keines beseitigen kann, ohne neue Probleme und weitere Unvereinbarkeiten zu erzeugen. In meiner Arbeit als bildender Künstler ist diese Spannung die Grundlage meiner Kreativität. „Es ist unvereinbar? Wie wunderbar, lass uns etwas damit machen.“ Die Unvereinbarkeit, der gegenseitige Ausschluss oder das "entweder-oder" stellen sich in Bezug auf Kreativität und Entwicklung nur kurzfristig als Blockade dar. In einem schöpferischen Prozess muss diese Blockade nicht nur überwunden, sondern akzeptiert und transformiert werden. 

 Und hier bringe ich das Übungsfeld der Künste ins Spiel. Als Künstler gehe ich mit der Blockade wie folgt um: Ich erkunde die Einzigartigkeit der Situation, der Blockade, meiner Erfahrungen und meiner Gefühle. Ich nehme alles, was ich finde, als wichtig und wertvoll wahr. Dann mache ich mir die Unvereinbarkeit, die Irrationalität und die Paradoxie der Situation bewusst und beobachte die Versuche, diese vorschnell aufzuheben. Ich verzichte auf die schnelle Lösung als entspannende Handlungsoption. 

 Und das stellt sich für mich als die Kunst der Zukunft dar, in der jeder Mensch ein Künstler ist: den Freiraum des bewussten Nichtwissens als „Atelier“ zu halten. Hier ...]]></description><pubDate>Wed, 15 Sep 2021 08:15:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/einzigartig-irrational-verantwortlich</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-349]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Fokus Future: Hier und jetzt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/fokus-future-hier-und-jetzt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/346/uta-atzpodien.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/346/images/uta-atzpodien-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Eine meiner Blumen war ein Blick durch eine quadratische Öffnung auf Baumzweige vor blauem Himmel, quer durch eine wohnlich gestaltete Etage mit transparentem Boden. Hier saß der Performer Jascha Sommer und schnitt einen Apfel in Stücke, ließ einen Eimer zu mir hinunter mit erfrischend sauren Apfelstücken. ür eine halbe Stunde durfte ich am Samstag diesen Wohnkubus mit Wänden aus rotfarbenem Vorhang im Wandelgarten des Luisenviertels besuchen. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Ein tiefes Durchatmen schenkte mir dieser Besuch in der „Arche für die Gegenwart“, „No Future“, ein performativ anregendes Erlebnis, zu Gast in Wuppertal. Spitzfindig, ein Tête-à-tête auf zwei Etagen, zwischen Performer und Betrachterin, ganz ohne GGGs und doch coronakonform, mit seitlich offenen Wänden, transparenter Zwischendecke. Wie der Kunst so eigen, war das wohltuende und erhellende Geschenk das Innehalten, die Erfahrung im Moment. In der sich beschleunigenden, häufig digitalen Betriebsamkeit scheint dies häufig verloren zu gehen. 

 Tagtäglich überfallen mich Schwindel und Traurigkeit, wenn ich verfolge, wie sich nah und fern die Klimakatastrophen und gesellschaftlichen Grenzsituationen aneinanderreihen, Bilanzen, Zahlen, Ereignisse, die schiere Unerreichbarkeit der Klimaziele, eine häufig wenig handlungsfähige Politik. Angst, Unsicherheit und fehlende Zuversicht machen sich breit. 

 Da sind noch mehr Blumen und Aufbruch gefragt: Letzten Samstag diskutierte das PhiloRadio auf WDR5 große Fragen, Solidarität, Hoffnung, konstruktive Lösungen, sprach mit Persönlichkeiten wie Mai Thi Nguyen-Kim, Richard David Precht, Maren Urner, zum Nachhören übrigens. Mich erquicken Perspektiven, die frisch, lebendig, konstruktiv auf konkretes Handeln und Weitergehen fokussiert sind, also wirklich auf das, was uns miteinander weiterbringt. Zurück zur Kunst. 

 Am Sonntag hat die partizipative Kunst- und Mitweltaktion „plan e: planet erde“ mitten auf dem ...]]></description><pubDate>Thu, 09 Sep 2021 22:11:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/fokus-future-hier-und-jetzt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-346]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Unser gemeinsamer Atem]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/unser-gemeinsamer-atem</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/344/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/344/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Es ist eine verrückte Zeit. Der Sommer des Aufatmens scheint vorüber, für die Geimpften und Genesenen soll ihm ein Herbst der Normalität folgen, ohne Masken, Abstand und Gedöns. Den Ungeimpften dagegen droht ein nicht nur symbolischer Lockdown: Sie sollen zu Hause bleiben – oder sich impfen lassen. Denn die Pandemie geht fast gänzlich unter ihnen weiter. Schneller und schneller infizieren sie sich und lassen auch die Zahlen in den Intensivstationen erneut steigen. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Da mutet es rational an, diese Ansteckungen so weit als möglich eindämmen zu wollen. Und dies nicht über immer weitere Einschränkungen der mittlerweile Geschützten, sondern durch das Ausschließen der (oftmals gewollt) Verwundbaren. 

 Nun hat dieses Ausschließen, wie schon früher, nicht unbedingt den Charakter eines Schützens, sondern wirkt wie eine Privilegierung: Wir Geimpften werden gelobt und gehätschelt, tatsächlich haben wir ja auch etwas für die Gemeinschaft getan. Sollen wir also nicht unsere neuen alten Freiheiten genießen? 

 Fakt ist, dass sich die Kulturbranche kaum erholen kann, wenn sie weiter von massiven Einschränkungen oder gar erneuten Schließungen bedroht ist. Ein Öffnen für die, welche kaum eine Gefahr eingehen, scheint nicht nur logisch, sondern ist für die Kultur existenziell. Die Frage lautet überspitzt formuliert: Möchte man die weitere Durchseuchung der Ungeimpften dabei zulassen oder nicht? 

 Vergangenes Wochenende spielten zwölf internationale Größen der improvisierten Musik in Wuppertal. Das erste Mal seit Ausbruch der Pandemie durfte die Insel in der ersten Etage des Ada aufgrund der neuen Corona-Schutzverordnung nahezu voll besetzt sein, mit kontrollierten 3G. Unsere Erfahrungen am Einlass: Nahezu alle Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland waren vollständig geimpft. Personen mit Tests lagen bei weit unter zehn Prozent. Dies ist möglicherweise nicht repräsentativ. Dennoch glaube ich, ...]]></description><pubDate>Wed, 01 Sep 2021 20:02:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/unser-gemeinsamer-atem</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-344]]></dc:identifier></item></channel></rss>