﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 30 Apr 2026 10:09:50 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Februar 2021</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/februar-2021-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/februar-2021-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kulturleben in Zahlenwolken]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kulturleben-in-zahlenwolken</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/280/img-max-christian-graeff7.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/280/images/img-max-christian-graeff7-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Man muss genau hinschauen, aber: Es tut sich was, zumindest an den Büschen und Bäumen; es knirscht und knackt im Gebälk, voreilige Falter suchen enttäuscht nach Nektar und die Vögel sammeln im Sperrmüll der Natur ihr neues Mobiliar zusammen. Bewegung, Aufbruch, Progression – zumindest ein Gefühl davon im zähen Herumpaddeln gegen den Strom des Bewusstseins, eine Endzeit zu leben. Wohlgemerkt ein Gefühl vom Rücken des hohen Rosses aus, denn als Kulturkolumnist ist man versucht, bunte Fähnlein zu schwingen, die an der erdrückenden Mehrzahl der Lebenswirklichkeiten völlig vorbeisenden. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Mir persönlich haben sich noch nie so viele luftabschnürende und kaum aufzulösende Sinnfragen gestellt wie im bald vollen Sonderjahr; nun häufen sich die Jubiläen: heute vor zwölf Monaten die letzte Lesebühne, Samstag das letzte Konzert, nächste Woche die letzte physisch präsente Vereinsversammlung, die letzte Probe ohne das allesbeherrschende Thema – und bald der Jahrestag, an dem der Big Bang auch durchs eigene Wohnquartier schallte. Das Balkonsingen und Soliklatschen, der Biergutschein beim Lieblingswirt und die Banknote für den Wohnungslosen waren schnell verraucht, meist ohne den Gemeinten zu helfen. Seither wird definiert, dass die Schwarte kracht: eine Flut von Ziffern, Evaluationen und Bewertungen ist wohl nötig und lässt viele von uns zugleich ersaufen. 7,6 Millionen europäische Kulturschaffende machten 2019 etwa 250 Milliarden Euro Umsatz; ein Drittel brach weg, zwei Millionen Jobs sind gefährdet und die Bühnenkünste verloren gar 90 Prozent. Gut, dass es mal gesagt wird, selbst wenn diese Zahlennahrung dem Einzelnen unverdaulich bleibt und ihn fast ersticken lässt. Dazu die täglichen Skalen und Tabellen, die Entschlüsselung der Diagramme, das Planen mit den Wettervorhersagen der Pandemie: Wenn‘s nicht hagelt, klappt‘s mit 15 Leuten im April, aber nur für Lyrik in Dur. Moll oder Ölmalerei ...]]></description><pubDate>Wed, 24 Feb 2021 08:30:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kulturleben-in-zahlenwolken</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-280]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Diese Katastrophe passt in eine Tasse]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/diese-katastrophe-passt-in-eine-tasse</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/279/img-wolfgangrosenbaum1.jpg" length="147677"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/279/images/img-wolfgangrosenbaum1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Wolfgang Rosenbaum 

 Wenn ich mich mit etwas auskenne, dann sind es Katastrophen. Ich bin selber eine, eine ziemlich ausgewachsene, und ich sammle welche, seit ich denken kann. Klingt nicht nur verwegen, ist auch so. Katastrophen sind nicht sonderlich dekorativ, häufig überraschend, selten ausbleibend, oft unvermeidlich, zuweilen professionell und manchmal minutiös vorhersehbar. Sie merken schon, ich bin Experte. Genau! Deshalb kann ich Ihnen ganz klar sagen: Sie leben in einer Katastrophe. In einer ziemlich speziellen, die von ihrer materiellen Größenordnung her in eine Kaffeetasse passt, denn mehr ist es nicht, was in Form von Viren derzeit die gesamte Welt in Atem hält und unsere Art, das Gesamtpaket Menschheit, endgültig als Opfer und Täter in der Globalisierung hat ankommen lassen. Verrückt. 

   
Wolfgang Rosenbaum - Foto: Rosenbaum 

 Entrückt sind wir Menschen, und das mit rasanter Geschwindigkeit. Die Informationsflut hat uns verändert und die Ausbeutung von Lebewesen und Natur uns und alles in puncto Verunsicherung auf eine nie gekannte Spitze getrieben. Die aktuell konkreten Ebenen von Katastrophen, die alle unweigerlich miteinander verbunden sind, besitzen exponentielles, explosives Potential. Die zwei wichtigsten: Die gesamtgesellschaftliche Katastrophe der Globalisierung weltweit und die tief einschneidende, hochkomplexe Zerstörung des Klimas. Wir sind extrem gefordert, denn jeder für sich lebt in diesen Zentren der Katastrophen. 

 Wir müssen lernen zu begreifen, die unausweichlichen Wendungen und die Vergänglichkeit zu akzeptieren sowie zu betrauern, was wir verabschieden: 70 000 Menschenleben aufgrund unserer sozialen und politischen Inkompetenz – nur in Deutschland und innerhalb von nur 13 Monaten. Von einer klar festgestellten, nicht diskutierbaren Übersterblichkeit zementiert – die nackte Realität, ein Schock der Zahlen in der CoronaPandemie. Summen stehen für Menschen, denen jede mögliche Sekunde zu gönnen gewesen wäre und denen ...]]></description><pubDate>Wed, 17 Feb 2021 08:22:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/diese-katastrophe-passt-in-eine-tasse</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-279]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Vertrauen da, wo die Seele singt]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/vertrauen-da-wo-die-seele-singt</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/276/img-uta-atzpodien5.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/276/images/img-uta-atzpodien5-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Eis rankt sich um die Äste, Baumnadeln, rote Hagebutten und anderes Naturwerk inmitten unserer von feinem Schnee überzogenen Stadtlandschaft. Ein Szenario, das uns innehalten lässt, tief durchatmen angesichts einer Schönheit, die uns die Natur mit einzigartigen Momenten zu vermitteln vermag. Dieses Eintauchen in den Augenblick kennt wohl jede und jeder: Berührende Momente stellen sich ein, in Begegnungen mit Menschen oder eben über Kunsterfahrungen. Nähe entsteht, ein Gefühl von Vertrautheit und Vertrauen. Das erfahren wir einzeln, also jede und jeder für sich oder auch als Gemeinschaft, wenn Menschen zusammenkommen, im Theater, in der Oper, in Ausstellungen oder all den spannenden Kunst- und Kulturorten. Eine Melodie, unvergessliche Mimik, Wörter in hingebungsvoller Poesie, Satire oder eindringliche Körper in Bewegung können das sein. All dies bewegt uns, dort, „wo die Seele singt“, an all den Orten, an denen Kunst geschieht und die seit fast einem Jahr oder konkret seit dem November wieder geschlossen sind. Wie geht es wohl den Stadtbewohnerinnen, -bewohnern, dem Publikum an sich damit, so ganz ohne? 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 „100 Tage Einsamkeit“ hörte ich gerade zum kulturellen Lockdown in einem Beitrag auf Deutschlandradio Kultur. „Ja, ja, ja, ja, ja, nein, nein, nein, nein, nein“: Digital zumindest sind Künstlerinnen und Kulturschaffende extrem aktiv, ob in Netzwerken, Gesprächen oder Kunstaktionen. Und zugleich ist es still geworden, denn das Analoge, Sinnliche ist nicht so leicht zu ersetzen. Erst letzten Samstag wurde in Marseille der „Kulturelle Notstand“ ausgerufen und die Theater der Stadt für einen Tag geöffnet – selbstverständlich mit notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Ein Notruf war es, denn in der Öffentlichkeit, auch in den Feuilletons, wird die Bedeutung von Kultur als gelebte und erlebte Freiheit und Ausdruck des Menschen zu wenig gewürdigt. Noch weiter würde ich gehen, denn mit Kunst und Kultur ...]]></description><pubDate>Wed, 10 Feb 2021 09:06:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/vertrauen-da-wo-die-seele-singt</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-276]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Firma in uns]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-firma-in-uns</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/275/img-torsten-krug7.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/275/images/img-torsten-krug7-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Vergangene Woche verwandelte hier meine Kollegin Tine Lowisch ihre Wohnung in eine Art Bühne. Können wir nicht in die Welt, erschaffen wir die Welt eben in unseren vier Wänden. Modelleisenbahnen haben ja derzeit Hochkonjunktur. Die Welt als Modell, greifbar, veränderbar, wie schön wäre das! Es werde Nacht! Ich knipse die Zimmerbeleuchtung aus, und die kleinen Lämpchen in jedem Haus leuchten heimelig. Im Bahnhof Neustadt ist eines kaputt. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Heute wird es noch innerlicher: Viele von uns sind in den vergangenen Monaten Expertinnen und Experten für das Schreiben von Anträgen geworden. Die Buchhaltung in uns macht schon lange Überstunden. Wir weisen uns gegenseitig auf neu aufgelegte Programme hin, Bewerbungsrunden zu Diversität, Demokratie oder Nachhaltigkeit, ergebnisoffen oder projektbezogen, mit Pandemiebezug oder ohne. Das innere Management drängt, sich doch bei dieser oder jener Ausschreibung zu melden, das Thema beschäftige einen doch schon lange, jedenfalls so was Ähnliches, warum es nicht wagen? Fällt Dir nichts ein? Es gilt das Windhundprinzip. 

 Das Füllhorn an Fördermöglichkeiten ist natürlich ein Segen. Vor allem Kulturorte können mitunter längst notwendige Sanierungen oder Anschaffungen angehen und sich fit machen für einen noch immer erhofften Neustart. Die laufenden Kosten zahlt das freilich nicht. Und bei den sogenannten Soloselbstständigen? Sie ringen ums finanzielle Überleben und schicken den ausübenden Künstler in sich in Kurzarbeit. 

 Die Pointe ist, dass viele von uns mit jedem Förderantrag um ihr weggebrochenes Grundgehalt konkurrieren, Kompensation für ausgefallene Konzerte, Lesungen, Inszenierungen oder Ausstellungen. Ein zwiespältiger Vorgang. Künstlerische Vorhaben entstehen weniger aus einem inneren Bedürfnis, gehen weniger von uns selbst aus, sondern wir richten uns nach gesetzten Anforderungen, Fristen, Rahmungen und Themen. Die notwendigen digitalen Techniken ...]]></description><pubDate>Wed, 03 Feb 2021 14:00:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-firma-in-uns</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-275]]></dc:identifier></item></channel></rss>