﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 02 May 2026 01:29:40 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Die Chance der Vielfalt im Sommerloch</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/die-chance-der-vielfalt-im-sommerloch-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/die-chance-der-vielfalt-im-sommerloch-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Chance der Vielfalt im Sommerloch]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-chance-der-vielfalt-im-sommerloch</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/446/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/446/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff​ 

 Zack, die großen Ferien sind da! Selbst meine Meisen sind vom großen Schweigen irritiert, das nach den Tumulten des Endspurts von der nahen Grundschule ausgeht. Ich erinnere mich an damals: Alle um einen herum verreisten mit Getöse ins große Erleben und erkundeten die weite, wilde Welt, während zuhause, in der Mitte des Nirgendwo, die Straßen leer vor sich hinstaubten und jemand dazu einen endlosen Schlager über Sehnsucht sang. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Heute ist es andersrum: Daheim kondensieren sich die großen Fragen der Welt und wer kann, flüchtet vor der Wirklichkeit in die Reinräume des temporären Vergessens. Sogar gut gebuchte Ferienkurse des Jugendamts wurden spontan so stark gekündigt, dass sie ausfallen müssen. Nun daddeln sich die Kinder, anstatt Bücher binden und Songtexte schreiben zu müssen, durch Blechlawinen, Wartehallen und Urlaubsreservate, solange es eben noch geht. Gefühlte Freiheit statt Sauregurkenzeit. 

 Dieser Begriff kehrt heuer zu den Ursprüngen zurück: Lernten wir ihn als ereignis- und nachrichtenfreies Sommerloch kennen, in dem manche Zeitungsente ertrank, so kehrt er nun zu den etymologischen Wurzeln zurück, sofern man der Schriftstellerin Salcia Landmann folgen mag: Nach ihr verballhornte das Rotwelsch, der Slang mittelalterlicher Vaganten und Gauner, auf dem Abenteuerspielplatz der Sprache nämlich den jiddischen Begriff der „zoress- und jokresszeit“, der „Zeit der Sorgen und Teuerungen“. An diese Deutung werden wir uns leider wieder zu gewöhnen haben. 

 Das Sommerloch staubt nicht mehr, manchmal droht es im erst beginnenden Extremwetter davon gespült zu werden. Auch die Wellenvorhersagen sind nicht gerade gut und die zunehmenden Kriege spielen ihr eiskaltes, bluttriefendes Repertoire. Vom ungeheuren Leid an allen Fronten abgesehen (was ja kaum möglich ist) müssen wir auch die tägliche Kulturzerstörung betrachten: Bevorzugte Angriffsziele sind Schulen, Bibliotheken und ...]]></description><pubDate>Tue, 28 Jun 2022 20:51:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-chance-der-vielfalt-im-sommerloch</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-446]]></dc:identifier></item></channel></rss>