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Kreativität hilft, Probleme zu lösen

Schüler haben in der Kunsthalle ausgestellt // 9. November 2022

Von Andrea Raak

Mit der Ausstellung „¿SCHÖN?“ im Neuen Kunstverein Wuppertal traten in der vergangenen Woche Schülerinnen und Schüler im Alter von sechs bis 18 Jahren mutig in den öffentlichen Diskurs. Seit 2010 existiert diese kunstpädagogische Bildungskooperation zwischen dem Verein und zwischenzeitlich fünf Wuppertaler Schulen; sie feierte nun mit der zehnten Ausstellung ein Jubiläum, das leise und dennoch sehr emotional verlief.

Andrea Raak - Foto: Raak
Andrea Raak - Foto: Raak

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemeinsam ist, dass sie etwas zu zeigen haben. Das geschieht hier unbeeindruckt davon, dass im Kunstverein ansonsten internationale Künstlerinnen und Künstler ausstellen. Im Gegenteil, dieses Setting beflügelt offensichtlich, und bereits beim Aufbau wird gemeinsam entwickelt, wo welches Werk am besten zur Geltung kommt. Ein gemeinsamer Prozess, bei dem Vetos erlaubt und gewünscht sind. Beinahe selbstverständlich helfen sich Beteiligte unterschiedlichen Alters und verschiedener Schulformen. Das begeistert mich jedes Jahr wieder. Hier fragt niemand nach Pause oder wie lange es noch dauert – hier unterstützt man sich, bis alles so angeordnet ist, wie es die Ausstellung benötigt.Das Ergebnis lässt sich wieder sehen und zur Vernissage merke ich, wie gerne ich jedes Jahr diesen Moment einfrieren möchte. Im Raum ist spürbar, wie die leichte Aufregung der jungen Menschen ihre Konzentration verstärkt. Sie alle haben etwas zu sagen und zu zeigen. Sie alle treten hier mutig vor das Publikum, mit vorbereitetem Wort, brisanten Themen und künstlerischen Techniken, die nicht ausgereift, aber ungewöhnlich ehrlich sind. Alle der über 100 Besucherinnen und Besucher wirken bewegt.

Das Problem von Konsumabfällen wird mit einer besonderen Ästhetik bedacht. Den Dingen, die achtlos in die Tonne geworfen werden, wurde ein anderes Leben eingehaucht und insbesondere „Unschönes“ in einen Zusammenhang gestellt, der zum Nachdenken anregt. Eine junge Schülerin erläutert voller Stolz, wie sie mit goldener Farbe den Wert von Rohstoff verdeutlichen möchte. Andere befassen sich mit der Schönheit des Prozesses, indem sie die Technik des Blindzeichnens erproben und damit unsere Sehgewohnheiten anregen. Zauberhaft, diese emotionalen Porträts, und eine Schülerin verrät, dass bei den ersten Versuchen auch herzhaft gelacht wurde. Wie schön, denke ich – das Lachen gehört in die Kunst.Auch vom Entdecken der Weiterdenker-Boxen profitiert das Publikum. Die Performance bietet allen stumm an, die Boxen zu öffnen. Von Pappnasen bis zu Modell-Maßen lässt sich ein Reigen voller Geschichten entdecken. Die Frage von körperlicher Schönheit und des Konflikts, gesellschaftlichen Normen nicht zu entsprechen, beschäftigt eine andere Schulgruppe, die für ihre Objekte mit Alltagsgegenständen arbeitete und Themen wie Depression, Schönheitsoperationen, Körpermaße und Drogensucht expressiv thematisierte. Mir fehlen die Worte zu dieser ernsthaften und bewegenden Auseinandersetzung. Sollte es uns nicht häufiger gelingen, den jungen Menschen die Chance zu geben, ihre Sichtweisen öffentlich zu zeigen?

Hoffentlich gibt es den Kunstverein Wuppertal noch lange, um diesen Raum einmal im Jahr den jungen Menschen bereitzustellen. Sie zeigen erfreulicherweise auch politische Arbeiten, zum Beispiel das Pinselobjekt „Kim Jong-un“, und ich hoffe insgeheim, dass noch mehr Diktatoren zu Pinseln werden. Dazu braucht es mutige Menschen, die ihr Selbstbewusstsein erproben können. Spätestens nächstes Jahr wieder mit der Schulkooperation im Kunstverein – denn Kreativität kann Lösungen für vieles bereithalten.

Anregungen und Feedback: kolumne@fnwk.de

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