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Verschließe Deine Augen nicht

15. Februar 2023

Von Uta Atzpodien

Mit strahlenden Gesichtern und voll Power standen am letzten Samstag junge Darstellerinnen und Darsteller im Haus der Jugend Barmen gemeinschaftlich an der Bühnenrampe: „Verschließe Deine Augen nicht, schau der Zukunft ins Gesicht“ sangen sie.

Uta Atzpodien ​ - Foto: Ralf Silberkuhl
Uta Atzpodien ​ - Foto: Ralf Silberkuhl

Die ausverkaufte Premiere des Musicals „Entkoppelt“ der Bergischen Musikschule unter Leitung von Sarah Semke ließ bis unter die Haut spüren, wie eindrucksvoll ein Miteinander sein kann.

Nach den entbehrungsreichen Corona-Jahren wurde aus dem Sehnen so vieler ein pulsierend-kultureller Abend. Neben der Musikschule waren Studierende der Musikhochschule szenisch und mit eigenen Kompositionen beteiligt. Das Kinder- und Jugendtheater war involviert. Die von jungen Menschen selbst entwickelte Story koordinierte die szenische Leiterin Stephanie Sievers. Musikalisch hatte Jan Hinrichs den Hut auf. Viele Hüte für den bedrohten Lebensraum Erde: „Bleib doch mal stehen, vielleicht kannst Du sehen, wie Du etwas bewirken kannst“. Dem „Innehalten, Staunen und Tun“, wie ich es in meiner letzten Kolumne beschrieben hatte, begegne ich im Alltag. Das gibt Zuversicht, macht Mut.

Pandemie, Kriege, Krisen, Naturkatastrophen, all das belastet, dieser Tage konkret mit den Ereignissen in der Türkei und Syrien. Erschöpfung, Müdigkeit und Angst gehen damit weltweit einher, Hilfe und Hilflosigkeit. Mich fasziniert immer wieder neu, wie Akteurinnen, Akteure der Kunst und Kultur Wege und Formen finden, mit Herausforderungen umzugehen. Letzte Woche lud die Folkwang Hochschule in Essen zu einer „Lecture“ der Performerin Marina Abramović ein.

Aktuell hat sie die erste Pina Bausch-Professur inne, kann auf ein schillerndes Aktionskunst-Spektrum ihrer Vita zurückblicken, davon berichten, wie sie beispielsweise Natur mitten in die Stadt holt. Mich hat vor allem die Hingabe und Intensität fasziniert, mit der sie aktuell mit 26 Folkwang-Studierenden im Entschleunigungsmodus arbeitet. Vom 30. Juni bis zum 9. Juli wird eine gemeinsame Langzeit-Performance im Folkwang-Museum zu sehen sein.

Ein anderer, der mich lange schon inspiriert, ist Bertolt Brecht. Sein 125. Geburtstag wird aktuell gefeiert, nicht nur in seiner Geburtsstadt Augsburg. Seine Worte „Ändere die Welt, sie braucht es“, flattern uns jetzt auf einer Sonderbriefmarke ins Haus. Der Schauspieler Martin Wuttke schwärmt vom Theoretiker Brecht, seinem noch viel zu wenig erforschten Werkzeug-Kasten.

Ein eigenes Format für Veränderungen entsteht gerade an Schulen mit dem Frei-Day, einem Lernen über Freiräume. Kürzlich lud das Dörpfeld-Gymnasium ein. Alle 7. und 8. Klassen widmen vier Stunden wöchentlich, um selbst zu erforschen, was gutes Leben, Demokratie und Nachhaltigkeit brauchen. Ausgehend von dem 2014 entstandenen Film „Tomorrow. Die Welt ist voller Lösungen“ begegneten sie kürzlich Wuppertaler Initiativen, wie Greenpeace, Mobiles Wuppertal und Wuppertals Urbane Gärten.

Als freie Kunstschaffende fasziniert mich die Ideenvielfalt und Kreativität junger Menschen, die aus Freiräumen entsteht, in der Schule, beim Musical oder auch letztes Jahr im #ChanceKultur-Film „Warum wir Kunst machen“. Sie alle äußern sich berührend mutig mit einer aufrechten und empathischen Kultur, wie sie unsere Gesellschaft braucht. „Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben, nicht zu erhalten“ rezitierte ein junger Syrer mit Hand auf dem Herz sein Lieblingszitat Brechts.

Lasst uns all dies als Augenöffner verstehen, mit Appell an die Politik, bitte präsent auch in Haushaltsdebatten um Energie, Sicherheit, Wirtschaft und mehr: Die notwendige Veränderung braucht Kunst und Kultur.

Ideen und Feedback zu den Kolumnen kolumne@fnwk.de

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