﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Thu, 12 Mar 2026 10:23:35 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Ein Sommer voller Ausreden?</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/ein-sommer-voller-ausreden</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/ein-sommer-voller-ausreden" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Ein Sommer voller Ausreden?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ein-sommer-voller-ausreden</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/966/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/966/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 „Alles nicht so schlimm“, rufen die Amseln, als ich zwei Meter Thujahecke einseitig fast auf den Stock schneide, „es hat vermutlich einen Sinn; er wird schon wissen, was er tut“. Das möchte ich aus dem empörten Gezeter im Garten gerne heraushören, als ich die Schere beiseitelege, um erstmal wieder Nachrichten zu schauen: Wie stehts im Nahen Osten; wer ist am Zug? Und wo ist die Ukraine hin, wo Gaza, der Sudan? Viel weiter unten, im Ranking abgestürzt. Wie schnell wir doch Kriege vergessen, wenn ein neuer brennt. In der Grundschule nebenan beginnt eine Feuerübung; vor dem penetranten Alarm fliehen sogar die Vögel, doch nicht mehr in den Thuja wie sonst. Ob mir ihre Kinder verzeihen, nächstes Jahr? Die „Verheißung des Sieges“ traf ins Leere; Trump gratuliert der Welt zur Zeit des Friedens, und schon stürzt der Goldkurs ab. Habe ich heute schon Petitionen unterzeichnet? Es sind so viele; gibt’s denn dafür keine App? 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Im Erdreich unter der Hecke finde ich beim Graben einen Porzellanpfeifenkopf und eine Tellerscherbe mit der Aufschrift „Weihnachten 1888“, Kulturmüll einer alten Aufschüttung. Authentisch ist an Preußens ältester Bahntrasse westlich der Steinbeck nichts mehr, alles umgewälzt und aufgeschüttet, kompostiert aus Leben und Kunst vergangener Gegenwart: Aus jenem Scherbenjahr stammt die älteste bekannte Tonaufnahme, und Bertha Benz fuhr heimlich mit dem Automobil ihres Mannes erstmals außerhalb einer Stadt über Land. In Paris baute man den Eiffelturm und Fontane veröffentlichte den Roman „Irrungen, Wirrungen“, ohne zu ahnen, wie gut der hier in die Kolumne passt. Was man von uns wohl eines Tages finden wird? Noch nie haben wir effektiver daran gearbeitet, dass es niemanden mehr geben wird, der unter der Kruste aus Mikroplastik nach uns suchen kann. 

 Auch wenn die Tage bald schon wieder kürzer werden, kommen jetzt die Wochen, in denen wir wenig voneinander wissen wollen. ...]]></description><pubDate>Wed, 25 Jun 2025 07:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ein-sommer-voller-ausreden</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-966]]></dc:identifier></item></channel></rss>