﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Sat, 02 May 2026 05:23:27 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Verdunkelungen im Fr&amp;uuml;hling</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/verdunkelungen-im-fruumlhling</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/verdunkelungen-im-fruumlhling" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Verdunkelungen im Frühling]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/verdunkelungen-im-fr252hling</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/407/max-christian-graeff.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/407/images/max-christian-graeff-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 „Über Kunst werde ich nach dem Krieg wieder sprechen, das ist jetzt nicht wichtig.“ So schloss der in Charkiw lebende Konzeptkünstler Pavlo Makov letzte Woche ein Interview. Geplant war, seine Installation „Der Brunnen der Erschöpfung“ als Länderbeitrag der Ukraine bei der 59. Biennale di Venezia Arte 2022 zu zeigen, die am 23. April eröffnet wird. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Ob es noch gelingt, das Werk dorthin zu bringen, steht in den Sternen. Sicher ist, dass der russische Pavillon in den Giardini geschlossen bleiben wird; der Kurator und die Künstler zogen ihre Teilnahme, entsetzt über die Ereignisse, selbst zurück. Der Obertitel des Großereignisses, „Die Milch der Träume“, weckt manch freie Assoziationen, nicht zuletzt mit der „Todesfuge“ von Paul Celan: „Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends / wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts …“ Verse über den Holocaust sind hier kaum gerechtfertigt, doch war der Begriff des Genozids kürzlich Argument mehrerer Seiten. In einer Flut der Kurznachrichten, Memes und Titelschlägereien tobt zugleich ein Krieg der Wörter; Nachrichten werden schnell zu Schwertern, die uns jagen und kaum Luft zum Verstehen lassen. 

 Die Erschöpfung der Welt hat wohl die meisten Menschen täglich fest im Griff, und wer dabei immer noch über Benzinpreise und Maskenpflichten jammert, hat schon lebenslang den Schuss nicht gehört und hängt auf ewig im supiduften Wiwawunderland des eigenen Wohlergehens fest. Doch vor dessen Toren engagieren sich zahllose Menschen rastlos mit Spenden, Taten und Zuwendung für andere. Täglich frage ich mich mit meist schlechtem Gewissen – und nicht erst seit diesem Entsetzen, sondern seit Berufsbeginn vor vielen Kriegen –, was ich als mittelloser Letternschubser und Kleinkunstleistender dazu beitragen kann. Manchmal gab es Handfestes zu tun, doch an vielen Tagen bleibt nur die weitere Suche nach Antwort auf die Frage „Warum?“. ...]]></description><pubDate>Wed, 16 Mar 2022 06:58:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/verdunkelungen-im-fr252hling</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-407]]></dc:identifier></item></channel></rss>