﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Fri, 01 May 2026 18:21:53 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Oktober 2025</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2025</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/oktober-2025" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Weiter mit Lebendigkeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/weiter-mit-lebendigkeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1031/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1031/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Weitertragen, weitersagen“ ergänzte eine Zuschauerin das fulminante Abschlussgespräch zur Finissage der Werkschau „paths through my garden – Kunst von Mark Sieczkarek“ im entstehenden Pina Bausch Zentrum. Mit überwältigender positiver Resonanz auf das facettenreiche Werk an Choreografien, Kostümen, Bühnenbildern, bildender Kunst und Filmen ging sie mit vollem Haus und allgegenwärtig inspiriertem Staunen am letzten Sonntag zu Ende. Erfülltsein und Trauer um den nur wenige Wochen zuvor verstorbenen Künstler und Freund gingen oder tanzten sogar Hand in Hand. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 In Sieczkareks Film „Streetwear“ tauchten am letzten Abend Tänzerinnen und Tänzer in kuriosen und vom Künstler selbst gefertigten Kostümen an verschiedenen Orten der Stadt auf, eine Ode und Liebeserklärung an Wuppertal. Im Fokus des Gesprächs stand, wie aus der künstlerischen Arbeit mit Mark eine – von Freiheit, Experimentierfreude und Hingabe geprägte – offene Beziehung zur Welt möglich wurde, so die Tänzerin Julie Shanahan und der Tänzer Kenji Takagi. Im Umgang mit dem künstlerischen Nachlass wünschte sich Takagi Mut. Schon der Leiter des Deutschen Tanzarchivs Thomas Thorausch und Kooperationspartner der Werkschau verwies auf interagierende Potenziale von Archiven. Helge Lindh hob als Bundestagsabgeordneter und Schirmherr des Werkschau-Trägers „Tanzrauschen e. V.“ den Charakter der gelungenen vielseitigen Werkschau als ein Pilot dafür hervor, mehr Räume und Ressourcen für einen – von Spielfreude und lebendiger Verbundenheit geprägten – Umgang mit künstlerischem Nachlass zu fördern. Im Pina Bausch Zentrum under construction war dies eine wegweisende Erfahrung. Mit der Tanzperformance „This is a premiere“ von Cristiana Morganti und Emanuele Soavi reisen nun zwei von Sieczkareks Kostümen in die weite Welt. Spannend bleibt gerade jetzt, wo sich weitere Formen und Wege auftun, um das Werk Mark Sieczkareks lebendig weiterzutragen. Auch das ...]]></description><pubDate>Tue, 28 Oct 2025 22:01:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/weiter-mit-lebendigkeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1031]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Raus aus der Erstarrung]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/raus-aus-der-erstarrung</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1024/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1024/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Torsten Krug 

 Vergangene Woche war ich seit gut 30 Jahren das erste Mal wieder auf der Frankfurter Buchmesse. Mein lange zurückliegender Besuch hatte mich damals enttäuscht, wenn nicht verstört zurückgelassen. Als Student im altehrwürdigen Tübingen hatte mich wohl die Erkenntnis überrannt, dass Literatur – zumindest im Rahmen solcher Ereignisse – auch ein „Business“ sein kann und will. Fremdelnd und einsam hatte ich mich auf den Heimweg gemacht, in die kopfsteingepflasterten Gassen von Hölderlin & Co. 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Ganz anders mein Eindruck diesmal: An einem der sogenannten Fachbesuchertage schlenderte ich entspannt durch die angenehm gefüllten Reihen und freute mich an der Fülle von Ideen und Perspektiven gerade kleiner, unabhängiger Verlage. Rainald Goetz stand plötzlich neben mir, fotografierte eifrig und meinte, er gehe jetzt zum Stand der „Zeit“ und verfolge dort ein Gespräch nach dem anderen – das sei doch toll! Hanns-Josef Ortheil trank einen Kaffee und schwärmte später von Wuppertal. Richard David Precht lehnte im Sessel und schwurbelte ein wenig, leider vollkommen unkritisch in Watte gepackt von einer Kollegin des Hessischen Rundfunks. Das Tolle: Alle wirkten irgendwie greifbar, Gespräche schwirrten im Raum – die größte Literatur-Messe der Welt strahlte etwas Heimeliges aus und verband scheinbar mühelos bunt verkleidete Romantasy-Fans mit den Debatten der Feuilletons. 

 In ihrem Roman „Und Federn überall« erzählt die deutsch-iranische Bachmannpreisträgerin Nava Ebrahimi von einem einzigen Tag in einem fiktiven Ort der Provinz. Zentrum der Erzählung ist ein Geflügelbetrieb. Nicht das Tierrechts-Thema habe sie interessiert, äußert sie im Gespräch, sondern das Phänomen der Verdrängung: Wir alle wüssten doch um die brutalen Vorgänge in der Tierindustrie, doch könnten sie mühelos ausblenden. Als jemand, der seit dreizehn Jahren pflanzlich lebt, entlockte mir diese Einsicht nur das Heben einer Augenbraue. ...]]></description><pubDate>Tue, 21 Oct 2025 21:20:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/raus-aus-der-erstarrung</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1024]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kunst aus Wuppertal ist genial]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-aus-wuppertal-ist-genial</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1016/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1016/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Irgendwie hängt die geistige Freiheit der Kunst, wie wir sie zurzeit begreifen, gerade in der Luft. Mitten im Spannungsfeld zwischen handwerklicher Tradition, industrieller, automatisierter Erinnerung und digitaler Intelligenz. Die Frage der Autorschaft verschiebt sich von der menschlichen Hand zum hybriden Zusammenspiel zwischen Algorithmus und Maschine, eine klassische Kunstfertigkeit trifft zusammen mit technologischer Innovation. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Auch Bildhauermethoden verändern sich… Anstatt dass weiterhin die skulpturale Eroberung von Alltagsbildern Eingang in den Kanon der Kunst findet, dreht sich der Wind, und die Eroberung von Bildern der Kunst findet Eingang in den Alltag auf allen Ebenen. Vom Opfer bis zum Täter im Vorabendkrimi bis zum Mainzelmann in den Pausen oder in der Werbung für Autos, Banken oder Lebensversicherungen, alle malen und meißeln auf einmal. Künstler finden sich bald in allen erzählten Geschichten wieder, finden sich überall verkörpert – in den Mediatheken und auf Streamingdiensten. Der Unterschied zwischen der Möglichkeit und der Wirklichkeit, von den schönen Künsten zu leben verwischt dadurch. Ist das ein Fehler von heute, den wir morgen für richtig halten werden? 

 Neulich, im Kolkmannhaus, zwischen Kunst und Kaffeetassen, kam, wie aus dem Nichts, bei mir der unbedingte Wunsch nach dem Unbegreiflichen zurück, nach einer Art Genialität, die nach Terpentin und Pathos duftet. Gefährlich, gefährlich, dachte ich … schwingt da zugleich ja auch immer Hierarchie, Ausschluss und Überhöhung mit. Als Kunstkind der 1990er in Wuppertal wollte kaum jemand “genial“ sein. Kunst war damals immer Prozess, Haltung, Diskurs, sehr oft Improvisation. Das “Wir“ zählte mehr als das “Ich“ – die Heldenerzählungen der Moderne galten als überholt. Wenn ich mich heute in den Ateliers in Wuppertal so umschaue, ist das im Grunde immer noch so. 

 Wenn ich mich allerdings in den virtuellen ...]]></description><pubDate>Tue, 14 Oct 2025 22:46:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kunst-aus-wuppertal-ist-genial</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1016]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Fluchten durch den Bücherherbst]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/fluchten-durch-den-buecherherbst</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1015/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1015/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Schon sitzen wir wieder mitten im feuchtwindigen Grau und müssen uns entscheiden, ob es nun eher fisselt, plästert oder siept. Der Garten tropft, die Meisen lernen schwimmen und die letzten Äpfel fallen auf die Schnecken. Sofern nicht gerade eine Klasse der nahen Grundschule vorbeipurzelt, sind die Bücherregale – die Beete ablösend – das Farbigste des Tages. Perfekte Stimmung für die größte Buchmesse der Welt, die nächste Woche losstürmt, um die aktuellen multimedialen Programme zu zeigen und die Zukunft unseres Wissens- und Unterhaltungskonsums diskutiert. Längst geht es kaum mehr um Literatur; die dominierenden „nonbook“-Märkte drehen sich um gefälschte Labubus und „Hug my younger self“-Clips aus der künstlichen Pseudointelligenz. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Auf dem Papier blüht dauerhaft die Sparte der „Romantasy“ voll Epos und Magie; der Eskapismus regiert und lässt uns vergessen, dass viele dieser Limonadenromane längst nicht mehr handgeschrieben, sondern maschinengeneriert sind. Der alte Begriff Echappieren bedeutet: sich davonmachen, sich einer Situation entziehen, ursprünglich „die cappa (Ordensmütze) wegwerfen“. Nun ist das weder verwerflich noch verwunderlich und seit jeher ein Antrieb aller Künste. 

 Wenn heute jedoch große Teile der Wahrnehmung von diesen künstlichen Labububüchern belegt werden, verdrängen sie damit die Lesens- und Lebenszeit für all jenes Autorinnenwerk, das noch authentisch, lokal, streitbar und lebensbildend agiert. Die nicht bekannten Schreibenden stecken in einem Wettbewerb, der die meisten unweigerlich aufs Hobby reduziert. 

 An den Plakatwänden der Schwebebahnen sind nun oft Plakate zu sehen, die mit einem QR-Code auf die Webseite www.literatur-im-tal.de führen. Dort finden Sie (fast) alle Termine lokaler literarischer Veranstaltungen. Der Kalender zeigt, wie aktiv und vielfältig das Leben mit dem geschriebenen, gesprochenen Wort vor Ort eigentlich ist, was es aber ...]]></description><pubDate>Wed, 08 Oct 2025 06:50:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/fluchten-durch-den-buecherherbst</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1015]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Verborgene Juwelen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/verborgene-juwelen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1012/kenjitakagi.jpg" length="149193"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1012/images/kenjitakagi-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Wuppertal ist ein wenig spröde. Eine Verwandte aus meiner Heimatstadt Hamburg, die mich einmal hier im Tal besuchte, war schockiert, nachdem sie am Barmer Bahnhof ausgestiegen war. Sie musste die Hässlichkeit, die einige Anblicke boten, erst einmal verdauen. Gleichzeitig, nach 25 Jahren Wuppertal, kommen mir einige Gegenden in Hamburg jetzt ziemlich abgehoben und weltfremd vor. Wuppertal ist merkwürdig. In der Enge des Tals verstecken sich Überraschungen. Manchmal kommen kleine Juwelen zum Vorschein. Das alte Schauspielhaus, das zum Pina-Bausch-Zentrum werden soll, erzählt davon. Wenn ich im Foyer an einem der runden Tische sitzend durch die Fenster in den japanischen Garten schaue, will mein Blick immer wieder die türkisgrüne, abblätternde Farbe des Wasserbeckens abtasten, als sei hinter dieser faszinierend dekadenten Oberfläche etwas Tieferes zu finden. 

   
Kenji Takagi ist freischaffender Tänzer, Choreograph und Tanzvermittler. Von 2001 bis 2008 war er Ensemblemitglied des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch. Foto: Kenji Takagi 

 In diesem Haus sind wundervolle Dinge geschehen. Am 21. März 1987 tanzte Mark Sieczkarek in der Uraufführung von Pina Bauschs „Ahnen“ in Schottenrock und Lederjacke, mit zurückgegelten Haaren und Sonnenbrille zwischen Kakteen zu metallischer Punk-Disco-Musik um eine Gruppe merkwürdig maskierter Gestalten herum, die zusammenstanden wie ein schräges Familienfoto. Wow! Elektrisiert habe ich auf diese Szene geschaut, als wir bei den Proben von „Ahnen“ in der Lichtburg, dem Probensaal des Tanztheaters, die alten Videos studierten. Irgendwie geil. Irgendwie genau Mark. Alle kennen Pina Bausch, aber wer kennt noch Mark Sieczkarek? Er ist eines dieser Juwelen, die sich in dieser Stadt verbergen. Und es ist schade, auf eine Weise ungerecht, dass dieses Juwel so im Verborgenen geblieben ist. 

 Mark hat das Tanztheater damals nach wenigen Jahren verlassen. Seitdem war er freischaffend. Er hat unzählige Stücke choreografiert, dazu die ...]]></description><pubDate>Wed, 01 Oct 2025 12:24:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/verborgene-juwelen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1012]]></dc:identifier></item></channel></rss>