﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 20 May 2026 04:45:56 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - April 2026</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2026</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/april-2026" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wer oder was lädt unser Grundvertrauen wieder auf?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wer-oder-was-laedt-unser-grundvertrauen-wieder-auf</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1156/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1156/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 Wenn es stimmt, dass der Zustand der Verunsicherung so etwas wie der Grundton des im Moment laufenden Jahrzehnts ist, hat das vielleicht nicht nur negative Folgen. Wenn ich zum Beispiel stark verunsichert bin, weil ich eine Ausgangslage nicht richtig einschätzen kann und die möglichen Folgen daraus nur schwer vorhersehbar sind, werde ich sofort aktiv: Ich hole mir aktuelle Informationen aus Quellen, denen ich vertraue, und unterhalte mich mit anderen, die eine ähnliche Situation kennen. Ich höre mich dann überall so lange um, bis eine mögliche Lösung des Problems auf dem Weg ist, denn irgendjemand hat immer eine gute Idee oder vielleicht auch ganz andere Mittel, um „trouble zu shooten“. 

   
Tine Lowisch - Foto: Claudia Scheer van Erp 

 Sehr viele Menschen handeln in Zeiten großer Verunsicherungen genauso, sie versuchen etwas zu verändern oder helfen anderen dabei. Und genau diese Erfahrung stärkt mein Grundvertrauen. Wie ein Akku, der sich immer wieder neu aufladen lässt. Wenn der Ladestand niedrig ist, wenn Meldungen müde machen, hilft mir mein unerklärlich aktivistischer Optimismus. Es hängt vielleicht damit zusammen, dass ich von einem Basisszenario ausgehe, in dem die Kunst als eine menschliche Ausdrucksmöglichkeit sich ständig durch Veränderung anpasst und es jedem erlaubt, anhand seiner Geschichte zu erkennen, wie sie das macht. Kunst zu betrachten, treibt mich an wie ein Motor, der mich mit erneuerbarer Energie grundversorgt. 

 Im Moment interessieren und beruhigen mich zum Beispiel die Alten Meister, im Besonderen scheinbar realistische Genreszenen und ja, ich gebe es zu, Stillleben aus vergangenen Jahrhunderten. Das „Stillleben mit Spargel“ von Carl Eduard Schuch von 1883 zum Beispiel, das im Arp Museum/Bahnhof Rolandseck ausgestellt ist, hat, wie ich finde, alles, was es braucht. Der abgebildete Spargel liegt zwar auf einem Silbertablett, jedoch auf einem rustikalen Bauerntisch neben einem Korb oder einer Art Kiepe. Ich ...]]></description><pubDate>Tue, 28 Apr 2026 21:34:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wer-oder-was-laedt-unser-grundvertrauen-wieder-auf</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1156]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Die Blüten des Erinnerns]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/die-blueten-des-erinnerns</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1155/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1155/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Vor dem ersten Satz jeder Kolumne hält mir die Welt stets im Lauf inne, ratlos in der Frage, welches Thema am Erscheinungstag noch nicht überholt sein wird. Ist es Timmy, der singend sterbende Buckelwal (wie einst in der Rockoper „Tommy“: „See me, feel me, touch me, heal me …“) oder der große Wolf Biermann und sein diesjähriger Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis, ein Walfisch ebenfalls, doch („Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“) keineswegs auf Grund gelaufen? Oder sollten es die drei Kreuzfahrtschiffe sein, die der Mausefalle von Hormus nach angstvoller Duldungsstarre (verirrten Walen nicht unähnlich) knapp entfliehen konnten, damit die Urlaubswelt sich weiterdreht? Ein Irrgarten bald versinkender Sinnbilder … – doch rechtzeitig kommt eine Horde von Grundschülern wild schreiend den Berg hinabgekegelt, lässt mich aus dem Fenster blicken und plötzlich die Büschel der heute voll erblühten Vergissmeinnichts wahrnehmen. Diese werden sicher bis Mittwoch halten … 

   
Max Christian Graeff- Foto: C. Paravicini 

 Ihr Name, einer alten Sage abgeleitet, bedeutet in vielerlei Sprachen dasselbe – eben: Nie sollst du mich vergessen – und ihre Arten wachsen rund um die Welt. Als Kind fand ich allein zwei davon als Abzeichen in der elterlichen Kommode: Das eine ein Pflichtgeschenk des „Winterhilfswerks“ der Nazis von 1938, als Mutter in der Grundschule Spenden sammeln musste. Das andere, schlichtere, ein Emblem von Opas Jackenaufschlag, das 1926 in Bremen zur Jahresversammlung der Freimaurer ausgegeben worden war. Es dient in den Logen wohl noch heute als Erinnerungszeichen an die Zeit der Verfolgung in der Diktatur. Das Vergissmeinnicht als Mahnung, es blüht – wenn wir es sehen – zur rechten Zeit. 

 Derzeit suchen viele Nachgeborene in der Datenbank des US-Nationalarchivs nach familiären NSDAP-Mitgliedschaften. Abermals wird offenbar, was unsere nachdiktatorischen Lebenswelten in den Trümmern liegenließen, in der Hoffnung, das darüber ...]]></description><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 06:17:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/die-blueten-des-erinnerns</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1155]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Tanz in Kyiv gegen die Zeit]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1145/ricardoviviani.jpg" length="169678"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1145/images/ricardoviviani-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Ricardo Viviani 

 Im Dezember 2025 reiste ich für einen Workshop nach Kyiv. Zehn Tage war ich dort, angereist aus Wuppertal über Kraków – eine Route, die sich zugleich pragmatisch und existenziell anfühlt. Wie bereitet man sich von einem ruhigen Wohnzimmer aus auf eine Reise in ein Kriegsgebiet vor? Es gibt keine Anleitung. Die Vorbereitung beginnt mit banalen Handgriffen und dem Einpacken. Angst spielt keine Rolle, erstaunlich genug – nur die Verantwortung, das weiterzugeben, was ich in den letzten fünfzehn Jahren entwickelt habe. 

   
Ricardo Viviani - Foto: Solomiia Kozolup 

 Ich folgte der Einladung von Viktor Ruban, Choreograf und Kulturaktivist, der inmitten des Krieges Räume für Kunst und Denken offenhält. Die Aufgabe war klar: ukrainische Institutionen dabei unterstützen, ihre Tanztraditionen zu beschreiben, zu dokumentieren und zu schützen – ein Akt kultureller Selbstbehauptung, ein Schritt der Dekolonisierung aus dem sowjetischen Griff, der Sprache, Kultur und Erinnerung über Jahrzehnte überlagert hat. 

 In Kyiv arbeiteten wir mit Leiterinnen von Museen, Archiven und Bibliotheken sowie mit zehn Künstlerinnen und Forschern zusammen – von Zwanzigjährigen bis zu Menschen wie mir, die sich seit 45 Jahren dem Tanz widmen. Das Goethe‑Institut ermöglichte diese Arbeit über den Resilienzfonds. Der erste Tag gehört dem Kennenlernen. Ich erzähle, wer ich bin, und sie erzählen von sich. Ein Raum voller Expertise – und doch voller Zögern, weil Worte fehlen. Erst als Karina, eine Teilnehmerin, spontan beginnt, jedes Wort zu übersetzen, wird alles hörbar. Ich versuche, die unterschiedlichen Dringlichkeiten zu verstehen. Jede Person bringt eine eigene Vorstellung davon mit, was bewahrt werden muss. 

 Was ich erlebe, ist eine Stadt, die zugleich verwundet und lebendig ist. Menschen, die müde und entschlossen wirken. Cafés, die geöffnet bleiben, obwohl der Strom ausfallen kann. Kollegen, die mit Humor und Professionalität arbeiten, während draußen ...]]></description><pubDate>Tue, 14 Apr 2026 22:57:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/tanz-in-kyiv-gegen-die-zeit</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1145]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Auch die andere Seite sehen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-andere-seite-sehen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1136/katitrempler02.jpg" length="76541"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1136/images/katitrempler02-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Kati Trempler 

 Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit Hannah Arendt und ihren Gedanken beschäftigt. Ihre Ausführungen zum Thema Macht und Verzeihung haben mich sehr angerührt. Sie sagt, dass wir unsere Taten nicht rückgängig machen können, aber dass wir durch das Verzeihen die Konsequenzen besser ertragen können. Ein schöner Gedanke, den mir Olaf Reitz und Andre Enthöfer bei einer Lesung im Fritz Bauer Forum in den Kopf gepflanzt haben. 

   
Kati Trempler - Foto: Line Beckmann 

 Arendt unterscheidet Macht von Gewalt. Macht entsteht, wenn Menschen zusammen handeln, etwas gemeinsam auf die Beine stellen, Vertrauen und Zustimmung füreinander spüren. Solange Menschen aufeinander hören und miteinander handeln, bleibt Macht lebendig und wird zu einer gemeinsamen Superkraft (Übertreibung der Autorin). Und wer dann die Perspektive der anderen einnehmen kann, ermöglicht Verzeihen und Versöhnung. Arendt – selbst Jüdin – wusste, wovon sie spricht. Ihre Beziehung zu Martin Heidegger, der sich zeitweise dem Nationalsozialismus anschloss, zeigt, wie widersprüchlich und zugleich möglich Verzeihen sein kann. 

 Ständig höre ich im Moment – wie spannend – den Ausspruch „Aber es gibt auch noch die andere Seite“. Eigentlich auf den ersten Blick ein Anlass zur Freude, denn die andere Seite zu sehen, könnte bereits ein Ansatz kritischer Auseinandersetzung sein. Leider vermute ich hinter der Aussage oft nur ein Zeichen dafür, die eigenen Haltungen nicht verlassen zu müssen. Ein spannendes Phänomen der Gegenwart. 

 Wem kann ich es verübeln – in Zeiten multipler Krisen? Irgendwann sind es einfach zu viele Perspektiven und Bedrohungen und Mensch macht einfach dicht. Funktionales Verdrängen würde ich das nennen. Es ist dann ganz angenehm, sich mit Wolf und Wal zu beschäftigen. Oder – wie bei uns zu Hause – mit der Weltraummission. Dazu noch mystisches Osterlicht. Oder auch die Techliberalen, die sich unterdessen die Frage stellen, wie wir unsere ohnehin schon ...]]></description><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 20:49:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/auch-die-andere-seite-sehen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1136]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Kulturgewinn über mehr Vertrauen, Miteinander und Kontinuität]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/kulturgewinn-ueber-mehr-vertrauen-miteinander-und-kontinuitaet</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1132/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/1132/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 Viva! „Alle Neune“! Mit eigens dafür bestellter Kegelbahn tanzten am Wochenende Jung und Alt durch die Räume des vielfach prämierten Kulturortes LOCH und feierten ausgelassen dessen neunjähriges Bestehen. Andernorts nahe der Gathe war ich eingebunden im Kulturort INSEL, in dem in anderer Couleur mit einem Atem-Workshop und anschließendem, gut besuchtem Konzert eine feine Atmosphäre der Verbundenheit entstand: die „Musik der Stille“ von Dieter Weische (Flöte) und Rainer Sträßer (Percussion) lud ein, in diese einfach einzutauchen, inmitten zauberhafter Lichtstimmungen von Julio Escobar. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Das bewegende Erlebnis verband sich mit der jährlichen „Earth Hour“, zu der der WWF eingeladen hatte und in der mit gedimmtem – oder ganz ohne – Licht weltweit an Kulturorten, Rathäusern und Wahrzeichen unserem bedrohten Planeten gedacht wurde. Am Abend zuvor bespielte der Lichtkünstler Gregor Eisenmann die Stadionwand am Zoo. Wuppertal funkelte wieder über Kultur: Wie ein lebendiges Geflecht verwebt sich engagierte Vielfalt. 

 Besorgniserregend scheint derweil, dass bundesweit renommierte Organisationen wie die Amadeu Antonio Stiftung, Hate Aid oder die Bildungsstätte Anne Frank, insgesamt 200 Bildungsprojekte in ihrer kontinuierlichen Förderung gefährdet sind. Die kürzlich verkündete Neuaufstellung des Förderprogramms „Demokratie leben“ der Familienministerin Karin Prien kann auch hier schwerwiegende Konsequenzen für langjährige Engagierte und damit auch konkret die Demokratie haben. 

 Diese Vorgehensweise, mit der Prien langfristig „die stille Mitte erreichen“ möchte, geht mit unzureichender Kommunikation, Vertrauensverlust und Demotivation einher und trägt so zum Kulturkampf bei. Die schon bewilligte Förderung der „Radikalen Töchter“, die Ohnmacht und Resignation zu überwinden suchen und Bundeskanzler Merz mit seinem Diskurs zum Stadtbild kritisiert hatten, hat parallel dazu Innenminister Dobrindt ...]]></description><pubDate>Wed, 01 Apr 2026 08:11:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/kulturgewinn-ueber-mehr-vertrauen-miteinander-und-kontinuitaet</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-1132]]></dc:identifier></item></channel></rss>