﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><!--RSS Genrated: Wed, 29 Apr 2026 02:04:23 GMT--><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:ev="http://purl.org/rss/1.0/modules/event/"><channel><title>)) freies netz werk )) KULTUR - Januar 2022</title><link>https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2022-1</link><atom:link href="https://fnwk.de:443/Kolumne/rss/category/400/januar-2022-1" rel="self" type="application/rss+xml" /><description>RSS document</description><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Erinnernd Zukunft leben]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/erinnernd-zukunft-leben</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/383/uta-atzpodien1.jpg" length="34621"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/383/images/uta-atzpodien1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Uta Atzpodien 

 „Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben.“: In ihrem berührenden Buch „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ zitiert Gabriele von Arnim die eigenwillige Stimme der US-amerikanischen Schriftstellerin Joan Didion. In Arnims Buch wird Didion zu einer der Stützen, um den Tod ihres schwerkranken Ehemannes, den sie zehn Jahre lang gepflegt hat, anzunehmen. Ende Dezember starb Didion mit 87 Jahren, die „Wirklichkeitsseziererin“, so ihre Übersetzerin Antje Rávic Strubel. Einige Abschiede, Tode, Geschichten von Menschen erzählen mir nicht nur dieser Tage, dass ich sie nicht vergessen, mit in die Zukunft nehmen möchte. Es ist, als ob sie mir die Zukunft ins Ohr flüsterten. In Wuppertal hält so das Gedenken den 2020 verstorbenen Schriftsteller Karl-Otto Mühl präsent. Ende Dezember 21 verabschiedete sich auch Desmond Tutu im Alter von 90 Jahren, Friedensnobelpreisträger, früherer Erzbischof von Kapstadt. Tanzend habe ich ihn bei der Fußball-WM 2010 vor Augen: Er war charismatisch, ein engagierter, dabei auch humorvoller Versöhner und Vermittler, der Gewaltfreiheit verpflichtet, eine moralische Referenz im nicht einfachen gesellschaftlichen Wandel. 

   
Uta Atzpodien - Foto: Ralf Silberkuhl 

 Vor wenigen Tagen ging die große Samba-Ikone Elza Soares. Aufmerksam wurde ich, als Wagner Carvalho, Leiter des Ballhaus Naunynstrasse in Berlin, ein StreetArt-Bild von ihr veröffentlichte, mit lilaner Haarpracht. Sie starb im Alter von 91 Jahren in Rio de Janeiro. Ihre unglaubliche Stimme, Kraft und Entschlossenheit durfte ich Ende der 90er-Jahre persönlich erleben, als ich im Team um Nitis und Fernando Jacon das Internationale Tanz- und Theaterfestival in Londrina, im Norden des brasilianischen Bundesstaates Paraná mit organisierte, das legendäre FILO. Umwerfend war sie, Elza Soares, die imposante Samba-Königin, eine großartige Musikerin, die schräg und schrill, ein Manifest im Auftreten, Feminismus voranbrachte, soziale Strukturen und den Rassismus ...]]></description><pubDate>Wed, 26 Jan 2022 14:44:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/erinnernd-zukunft-leben</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-383]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Wir erzählenden Affen]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/wir-erz228hlenden-affen</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/381/torsten-krug2.jpg" length="63644"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/381/images/torsten-krug2-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Die Geschichte geht so: Hemingway sitzt mit einigen Freunden zusammen und wettet mit ihnen, er könne mit nur sechs Worten eine Geschichte erzählen. Alle legen ihm ihre zehn Dollar Einsatz auf den Tisch und Hemingway schreibt auf eine Serviette: „For sale: baby shoes, never worn.“ 

   
Torsten Krug - Foto: Andreas Fischer 

 Diese Anekdote, ob wahr oder nicht, zeigt in wohl knappster Form, wie wir Menschen aus allem, was uns begegnet, eine Geschichte spinnen müssen. Anders wären wir gar nicht überlebensfähig. Möglicherweise zeichnet uns diese Eigenschaft als „erzählende Affen“ aus – so der Titel des Buches, welches mit dieser Anekdote anhebt und das ich sehr empfehlen kann. Welche Geschichten uns von Geburt an begleiten, spielt eine kaum zu überschätzende Rolle dabei, wie wir auf unsere Welt blicken. Aus Narrativen können Rassismus und Antisemitismus entstehen. Mit ihnen manipuliert Trump seine Fans, verfangen die Lügen von Rechtspopulisten. Wie wir uns in der Pandemie verhalten, ist maßgeblich geprägt von den Geschichten, die wir uns gegenseitig darüber erzählen. Und hier werde ich traurig. Einige Freundinnen und Freunde von mir, gebildet und studiert, haben sich offenbar seit Monaten, wenn nicht Jahren, abgelöst vom Strom der Narrative, welche ich bisher mit ihnen teilte. Vieles, was wissenschaftliche Studien zusammengetragen haben, was seit Jahrzehnten an Wissen akkumuliert und verifiziert wird, scheint infrage gestellt beispielsweise durch ein Buch von Heilpraktikern, welche davon schreiben, wie uns die Impfung auf ewig in einem Zwischenstadium halten könne, in dem wir weder lebendig sein noch sterben könnten. Dies sagte mir mein Freund O. allen Ernstes am Telefon, mein O., mit dem ich studiert, mit dem ich Musik gemacht habe und das auch wieder tun möchte: Wir kommen dann nicht richtig ins Jenseits. 

 Ich möchte hier niemandem zu nahe treten (auch Heilpraktikern nicht): Der Zweifel ist gerade das Kennzeichen von Wissenschaft (nicht ihre Gewissheit) ...]]></description><pubDate>Wed, 19 Jan 2022 11:47:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/wir-erz228hlenden-affen</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-381]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Ist das Krypto-Kunst oder kann das weg?]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/ist-das-krypto-kunst-oder-kann-das-weg</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/379/tine-lowisch1.jpg" length="35950"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/379/images/tine-lowisch1-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Tine Lowisch 

 In den letzten Jahren waren NFTs für mich immer die Needful Things (dt.: notwendigen Dinge) auf dem gleichnamigen Designmarkt von Utopiastadt. Diese echt liebevoll gestalteten Dinge, diese verspielten Hybride aus Kunst, Design und Handwerk direkt vom Erzeuger. Seit ein paar Monaten erfährt man von einem ganz anderen Hype, denn im weltweiten Netz werden auch NFTs angeboten. Allerdings NFTs der ganz anderen Art. NFTs, das meint im Digitalen Kosmos sogenannte Non-fungible Tokens. Diese nicht ersetzbaren, digitalen Werke, gehandelt als digitale Besitzurkunden, kommen daher wie eine Revolution der Kunst -, Kultur- und Kreativwirtschaft. 

   
Tine Lowisch Foto: Claudia Scheer van Erp 

 So liest man es rauf vom Handelsblatt bis runter zur Bildzeitung. Der etablierte Kunstmarkt schaut auf jeden Fall genau hin und schlottert ob dieser neuen Form des Hobbykunsthandels. Denn diese NFTs, diese „einzigartigen“ Kunstdinger, die die Menschen jetzt einfach nur noch besitzen wollen, ohne sich der Kunst gegenüber verpflichtet zu fühlen, diese Krypto-Kunst, bündelt ganz neue Interessen. Die meist jüngere Community, die Krypto-Kunst bevorzugt, diese aufstrebende neue Käuferschicht, sammelt lieber Ereignisse als Objekte und nutzt die Kunst ausschließlich als Wertaufbewahrungsmittel. 

 Die netzaffinen neuen Kunstsammler, glauben fest an diesen neuen Markt. Sie glauben fest an die ausschließlich virtuellen Kryptowährungssysteme und an die laute Musik, die darin steckt. Den Wirecard-Wirtschaftsskandal haben sie entweder nicht mitbekommen oder längst verdrängt. Ich befürchte, die NFT Käufer glauben nicht mehr so sehr an die Legitimation und an die Zuständigkeit von Künstlerinnen und Künstlern für Kunst oder gar an die Wahrhaftigkeit der Vermittler von Kunst – das Gebaren bisher in diesen Zusammenhängen ist selbst ihnen zu verschlüsselt, man könnte auch sagen zu elitär. 

 Stimmt ja auch, denn bisher fand das relevante Sammeln und ernsthaft interessierte ...]]></description><pubDate>Wed, 12 Jan 2022 10:14:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/ist-das-krypto-kunst-oder-kann-das-weg</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-379]]></dc:identifier></item><item><dc:creator><![CDATA[Zara Gayk]]></dc:creator><title><![CDATA[Der Treibstoff der Kultur ist das Unbekannte]]></title><link>https://fnwk.de/Kolumne/der-treibstoff-der-kultur-ist-das-unbekannte</link><enclosure type="image/jpg" url="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/378/max-christian-graeff3.jpg" length="37929"></enclosure><description><![CDATA[<img src="https://fnwk.de/Portals/0/EasyDNNNews/378/images/max-christian-graeff3-600-600-p-L-97.jpg" alt="" /> Von Max Christian Graeff 

 Da waren wir also wieder, am Anfang einer neuen Hoffnungsrunde, dass sich alles oder eben nichts ändern wird, und die Leuchtzeichen in der Nacht verkehrten sich ins Gegenteil: „Das wird man wohl noch böllern dürfen“, grunzten nur wenige; ansonsten blieb es reduziert. 

   
Max Christian Graeff - Foto: C. Paravicini 

 Den Neujahrsmorgen begann ich deshalb früh mit der aufräumenden Lektüre liegen gebliebener Zeitungsartikel. Ganz unten im Stapel einer vom 4. März 2020; der Pop-Philosoph Slavoj Zizek schrieb kurz vor dem noch nicht denkbaren ersten Stillstand Simples über die fünf Reaktionsstufen auf eine lebensbedrohliche Nachricht: die Verleugnung, die Wut, das Verhandeln, die Depression und die Akzeptanz. Die ersten vier Stadien waren in den wenigen Wochen der sich nähernden Seuche bereits schnell durchlaufen, mit allem Absurden, was manchen bereits quer durch die Birne schoss. Sämtliche Möglichkeiten einer Akzeptanz zwischen hartnäckiger Egozentrik und kollektiver Solidarität waren jedoch noch Zukunftsmusik. 

 Inzwischen, da die meisten Menschen ihre Wege durch das Akzeptieren gefunden haben, die überwiegend den wachsenden Erkenntnissen der wissenschaftlichen Vernunft folgen, ist klarer erkennbar, in welch hohem Maß derlei Prozesse kulturelle Leistungen sind. Das hohe C ist längst Kulturgeschichte geworden, noch bevor wir in der Lage sind, dies völlig zu begreifen. Dass sich immer noch so viele, in infantiler Verleugnung und Wut stecken geblieben, von eiskalten Menschenfeinden aller Brauntönungen vor deren Karren spannen und durch jede Tagesschau treiben lassen, das gehört leider ebenso zur Kultur – und zu unserer Freiheit. In der Neujahrsnacht ging nebenbei das AKW Brockdorf vom Netz, das in dieser Geschichte auch eine Rolle spielt: Das Verbot der Großdemonstration im Februar 1981 gegen dessen Weiterbau und für die Erhaltung des Demonstrationsrechts wurde später für ungültig erklärt und prägt damit die Rechtslage bis ...]]></description><pubDate>Wed, 05 Jan 2022 12:08:00 GMT</pubDate><guid>https://fnwk.de/Kolumne/der-treibstoff-der-kultur-ist-das-unbekannte</guid><dc:identifier><![CDATA[b1df5dc6-d91f-42b3-a221-3ce42ee16222-378]]></dc:identifier></item></channel></rss>